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Crispin Glover
Crispin Hellion Glover
Biographie
© Warner Bros. Pictures
| Geboren am | 20.4.1964 | in | New York, New York, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
“Es macht mir nichts aus, als Exzentriker zu gelten. Das Wort exzentrisch ist eine poetische Interpretation einer mathematischen Regel zu etwas, das nicht der Linie folgt – das ist okay.“
Dieser Ausspruch Crispin Glovers sagt einiges über seinen Charakter, aber auch über seine Einstellung zum Filmbusiness im Allgemeinen aus. Im Film wie auch in seinem Privatleben ist Glover ein streitbarer Geist, bizarre Charaktere sind sein Fach. Er ist alles andere als ein typischer Schauspieler für Hauptrollen, er ist eher für kleine Nebenrollen oder Projekte im Independent-Bereich gebucht. So mag man den Mimen wohl eher als Künstler, denn als Schauspieler bezeichnen.
Der Sohn des Schauspielers Bruce Glover wurde am 20. April 1964 in New York City geboren und wuchs in Südkalifornien auf. Er besuchte die Beverly Hills High School, wie auch Angelina Jolie, Nicolas Cage und Lenny Kravitz und ging eine zeitlang auf eine Schule für hochbegabte Kinder. Noch während seiner Schulzeit entschloss Crispin sich, den Beruf seines Vaters zu ergreifen. Er bekam seinen eigenen Agenten, der die Rollen für ihn auswählte. Die Hauptrolle in der Bühnenproduktion „The Sound of Music“ führte zu Gastauftritten in den TV-Serien „Happy Days“ (1983), „Polizeirevier Hill Street“ (1983) und „Familienbande“ (1984). Crispin fühlte sich durch die Fernseharbeit irgendwie „begrenzt“ – er begann, sich nach Kinorollen umzusehen. Sein Leinwanddebut hatte er als sexhungriger Teenager in „Die Klassenfete“ (1983). Darauf folgte eine Hauptrolle in „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ (1984).
Doch die Rolle, die ihn bekannt machen sollte, war die Nebenrolle in „Zurück in die Zunkunft“ (1985), wo er die jüngere Version des Vaters von George McFly (Michael J. Fox) spielte. Obwohl er im selben Jahr in einer sehr viel anspruchsvolleren Rolle neben Olivia Newton-John in „The Orkly Kid“ (1985) zu sehen war, war es „Zurück in die Zukunft“, der das Publikum interessierte. Noch Jahre später war Glover hauptsächlich bekannt als dieser Typ aus „Zurück in die Zukunft“. Dann bekam er die Rolle in „Das Messer am Ufer“ (1986) neben Keanu Reeves, wo er sich als streunender Jugendlicher bei einem Penner (Dennis Hopper) Rat holt. Für diese Leistung wurde Crispin mit lobenden Kritiken nur so überschüttet, was ihn dazu bewog, sich für „Zurück in die Zukunft II“ (1989) nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Seine Rolle wurde daraufhin durch Zusammenschneiden von Archivmaterial und aufgearbeitete Szenen trotzdem übernommen. Daraufhin verklagte Glover Steven Spielberg, weil er diesem nicht die Erlaubnis gegeben hatte, sein Material zu verwenden. Der Schauspieler bekam vor Gericht Recht und schuf damit einen Präzedenzfall für die USA.
1990 arbeitete Glover zusammen mit David Lynch in dessen Film „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ (1990) – hier waren zwei Exzentriker unter sich. Crispin stand mit Nicolas Cage vor der Kamera und hatte eine Rolle, die ihm auf den Leib geschnitten zu sein schien: Er spielte einen Schlafwandler mit Kakerlaken in der Hose. Die folgenden Rollenangebote waren ähnlich eigen: in „The Doors“ (1991) spielte er Andy Warhol, in „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (1993) war er neben Johnny Depp als Sohn des Bestattungsunternehmers zu sehen und ebenfalls mit Depp spielte er in Jim Jarmuschs „Dead Man“ (1995). Kleine, aber denkwürdige Rollen hatte der Mime in „Cowgirl Blues“ (1993) und „Larry Flint – Die nackte Wahrheit“ (1996). Zwischendurch gab es einige seltene Ausflüge ins Mainstream-Kino, wie etwa in „3 Engel für Charlie“ (2000) oder „3 Engel für Charlie – Volle Power“ (2003). 2005 hatte Crispin Glover sein Regiedebut mit dem eigenwilligen Film „What Is It?“ (2005), zu dem er auch das Drehbuch schrieb. In diesem surrealen Streifen spielen fast ausschließlich Schauspieler mit Down-Syndrom. Es folgten Auftritte in den Filmen "Fantastic Movie" (2007) und "Die Legende von Beowulf" (2007). 2010 lieh der Mime seine Stimme Tim Burtons Animatinsstreifen "#9" (2010) und war im schrillen "Alice im Wunderland" (2010) zu sehen. Auch in diesem Jahr stand er an der Seite von John Cusack in "Hot Tub - Der Whirlpool...ist 'ne verdammte Zeitmaschine" (2010) vor der Kamera. Im Jahr darauf war er neben Rhys Ifans im Biopic "Mr. Nice" (2011) zu sehen.
Wenn er nicht filmt, steckt Glover seine unglaublich kreative Energie in andere Projekte. Er ist Autor mehrerer Bücher und hat ein Rock-Album veröffentlicht. Der strikte Vegetarier hat die Traumfabrik mit seiner ganz eigenen Einstellung zum Kino geprägt und sagt dazu:
„Möglicherweise sind die besten Regisseure für mich Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, Stanley Kubrick und Luis Bunuel, weil man bei deren Arbeiten über den Rand des Films hinausdenken kann. Es sind keine Filme, die vorschreiben, was man zu denken hat. Es sind vielmehr Filme, die zwingende Geschichten erzählen, aber die Gedanken über den eigentlichen Film hinaus zulassen.“
Filmographie Crispin Glover
- 1981: Best of Times (TV)
- 1982: The Facts of Life (TV-Serie)
- 1983: Das kleine Superhirn (TV)
- 1983: Die Klassenfete
- 1983: High School U.S.A. (TV)
- 1983: Happy Days (TV-Serie)
- 1983: Polizeirevier Hill Street (TV-Serie)
- 1984: Familienbande (TV-Serie)
- 1984: Die Zeit verrinnt, die Navy ruft
- 1984: Freitag, der 13. - Das letzte Kapitel
- 1984: Die Aufsässigen
- 1985: The Orkly Kid
- 1985: Zurück in die Zukunft
- 1986: Auf kurze Distanz
- 1986: Das Messer am Ufer
- 1989: Twister - Keine ganz normale Familie
- 1990: Die Zeit der bunten Vögel
- 1990: Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula
- 1991: 30 Door Key
- 1991: Rubin and Ed
- 1991: The Doors
- 1992: Little Noises
- 1993: Hotel Room (TV-Serie)
- 1993: Cowgirl Blues
- 1993: Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa
- 1994: Chasers - Zu sexy für den Knast
- 1995: Dead Man
- 1996: Larry Flynt - Die nackte Wahrheit
- 2000: Nurse Betty
- 2000: 3 Engel für Charlie
- 2001: Bartleby
- 2001: Fast Sofa
- 2002: Crime and Punishment
- 2002: Calvin - Voll am Ball
- 2003: Willard (auch Sänger)
- 2003: 3 Engel für Charlie - Volle Power
- 2004: Incident at Loch Ness
- 2005: What Is It? (auch Drehbuch, Produzent, Schnitt, Regisseur)
- 2005: Drop Dead Sexy
- 2006: Simon Says
- 2007: It Is Fine. Everything Is Fine! (nur Produzent, Schnitt, Regisseur)
- 2007: Fantastic Movie
- 2007: The Wizard of Gore
- 2007: Die Legende von Beowulf
- 2008: Jagdfieber 2 (nur Stimme)
- 2008: Freezer Burn: The Invasion of Laxdale
- 2009: The Donner Party
- 2010: #9
- (nur Stimme)
- 2010: Alice im Wunderland
- 2010: Hot Tub - Der Whirlpool... ist 'ne verdammte Zeitmaschine!
- 2010: Funny or Die Presents (TV-Serie)
- 2010: Drunk History (TV-Serie)
- 2010: Jagdfieber 3 (nur Stimme)
- 2011: Mr. Nice
- 2012: Freaky Deaky



