Natalie Wood †

Natalia Nikolaevna Zakharenko

Biographie

Natalie Wood © unbekannt

Geboren am
Gestorben am:
20.7.1938
29.11.1981
in San Francisco, Kalifornien, USA
Santa Catalina Island, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

"In diesem Geschäft musst du so lange brutal sein, bis du groß genug bist, um Leute anzuheuern, die für dich brutal sind. Dann kannst du dich zurücklehnen und eine Lady sein."
Sagte einst Natalie Wood, die lange genug im Geschäft war, um zu wissen, wovon sie sprach. Hatte sie ihr Filmdebüt doch schon im zarten Alter von nur vier Jahren und avancierte von da an zu einem sehr gefragten und bekannten Kinderstar der vierziger Jahre. Natalie war eine der wenigen, der es gelang, diesen Ruhm als Erwachsene sogar noch zu steigern - sie wurde zu einer wunderschönen und talentierten Schauspielerin.

Natalie Wood wurde am 20. Juli 1938 unter dem bürgerlichen Namen Natalia Nikolawna Zackarenko-Gurdin in San Francisco geboren. Ihre Eltern waren russische Einwanderer, ihre Mutter war eine bekannte Balletttänzerin am Bolschoi Ballett gewesen. Mit vier Jahren bekam das kleine Mädchen seine große Chance: Regisseur Irving Pichel lud in Santa Rosa Leute auf der Straße zur Mitwirkung im Film "Happy Land" (1943) ein. Zufällig waren Natalie und ihre Eltern darunter und Natalie bekam eine winzige Rolle. Ihren Künstlernamen erhielt sie von Filmproduzent William Goetz - er war eine Hommage an Regisseur Sam Wood. Goetz engagierte sie für "Morgen ist die Ewigkeit" (1946), in dem sie an der Seite von Orson Welles und Claudette Colbert spielte. In der Hoffnung auf mehr Filmangebote schnappte sich die Mutter die Familie und zog in die Nähe von Los Angeles. Ihre Rolle in "Morgen ist die Ewigkeit" bekam Natalie allerdings erst nach dem zweiten Vorsprechen. "Das Wunder von Manhattan" (1947) mit Maureen O´Hara war der Film, in dem die junge Schauspielerin erstmals auffiel - er wurde mit zwei OSCARs für Regisseur und Hauptdarsteller ausgezeichnet. Es folgte eine ganze Reihe von Filmen, doch kaum ein erwähnenswerter ist darunter. Über ihre Zeit als Kinderstar sagte sie später einmal: "Ich verbrachte praktisch meine ganze Zeit mit Erwachsenen. Ich war sehr zurückhaltend, sehr schüchtern. Ich tat, was man von mir verlangte und versuchte, niemanden zu enttäuschen. Ich wusste, dass ich die Pflicht hatte, zu unterhalten und ich war dazu erzogen worden, Anordnungen zu befolgen." 1953/54 spielte Natalie in mehr als 40 Folgen der TV-Serie "Der Stolz der Familie".

Dann kam die Rolle, die ihr zu Weltruhm verhelfen und sie aus der Schiene des Kinderstars hinausbefördern sollte: "...denn sie wissen nicht, was sie tun" (1955). Natalie spielte die Judy an der Seite des heute legendären, damals aber auch noch relativ unbekannten James Dean. Dieser Streifen brachte der Jungschauspielerin ihre erste OSCAR Nominierung ein. Durch den Erfolg dieses Kultfilms blieb die Wood jahrelang auf das Image der zarten, puppenhaften Kindfrau festgelegt. So spielte sie etwa in "Der schwarze Falke" (1956) neben John Wayne und in der Verfilmung von Leonard Bernsteins Erfolgsmusical "West Side Story" (1961). Eigentlich wollte Natalie diesen Film gar nicht machen, der dann doch überraschenderweise einige OSCARs absahnte. Die Rolle in "The Devil´s Disciple" (1959) lehnte Natalie Wood ab, weil sie aus "persönlichen Gründen" nicht mit Kirk Douglas arbeiten wollte. 1957 heiratete die Mimin ihre große Liebe, den Schauspieler Richard Wagner. Sie war in den 50ern regelmäßig mit Elvis Presley ausgegangen, der sie gar heiraten wollte. Daraus wurde allerdings nichts, weil Elvis Mutter Natalie nicht mochte. Schon 1962 ließ Natalie sich wieder von Robert scheiden, um ihn dann 1972 noch ein zweites Mal zu heiraten.

1961 spielte die Wood die Hauptrolle in Elia Kazans "Fieber im Blut" (1961) an der Seite von Warren Beatty, die ihr eine Golden Globe Nominierung einbrachte. Immer war die Schauspielerin auf der Suche nach anspruchsvollen Rollen, sie spielte in "Gypsy" (1962) und in "Verliebt in einen Fremden" (1963) neben Steve McQueen, hierfür erhielt sie eine erneute OSCAR und Golden Globe Nominierung. Es folgten "Das große Rennen rund um die Welt" und "Verdammte süße Welt" mit Robert Redford (beide 1965). Nach "Dieses Mädchen ist für alle" (1966) legte Natalie für drei Jahre eine Pause von Hollywood ein. Sie brauchte Zeit für sich und wollte herausfinden, in welche Richtung sie weiterhin gehen wollte. Warren Beattys Angebot, neben ihm in "Bonnie und Clyde" (1967) zu spielen, lehnte sie ab, weil sie nicht für längere Zeit von ihrem Analytiker getrennt sein wollte. 1969 heiratete die Wood Drehbuchautor Robert Gregson, mit dem sie Tochter Natasha hatte. Die beiden ließen sich 1971 wieder scheiden.

Im Jahr ihrer Heirat kehrte die Mimin mit dem Streifen "Bob & Carolin & Ted & Alice" (1969) nach Hollywood zurück und bewies allen, dass sie nach wie vor ein großer Star war. Allerdings arbeitete sie nicht mehr so viel wie zuvor, die junge Mutter kümmerte sich jetzt mehr um ihre Familie. Immer wieder hatte sie diverse Fernsehauftritte, u. a. in der TV-Serie "Hart aber herzlich" (1979), wo sie mit Robert Wagner vor der Kamera stand, den sie 1972 ein zweitesmal geheiratet hatte. Für ihr Spiel in der TV-Version von "Verdammt in alle Ewigkeit" (1979) erhielt die Wood einen Golden Globe. Doch insgesamt waren die 70er für die erfolgreiche Schauspielerin vor allem geprägt durch ihren Erfolg am Broadway in der Inszenierung von "Die Katze auf dem heißen Blechdach". Nach "The Last Married Couple in America" (1980) begannen 1981 die Dreharbeiten zu "Projekt Brainstorm" (1983) mit Christopher Walken. Natalie Wood sollte nicht mehr lange genug leben, um das Ergebnis zu sehen, der Streifen wurde erst nach ihrem Tod fertiggestellt. Am 29. November 1981 kam die Schauspielerin bei einem tragischen Yachtunfall ums Leben, sie war erst 43 Jahre alt. Beim Versuch, ein Schlauchboot zu besteigen, fiel sie ins Wasser und ertrank - Ehemann Robert und Schwester Lana konnten ihr nicht helfen. Ironischerweise hatte die Mimin seit den Dreharbeiten zu "The Green Promise" (1949), bei denen sie bei einem Unfall nur knapp dem Ertrinken entkommen war, immer fürchterliche Angst, einmal auf diese Weise ums Leben zu kommen. Bei ihrer Beerdigung waren Rock Hudson, Frank Sinatra, Laurence Olivier, Elia Kazan, Gregory Peck, David Niven und Fred Astaire die Sargträger. Die Gerüchte um den mysteriösen Tod dieser großartigen Schauspielerin, deren Privatleben immer pressetauglich gewesen war, werden wohl nie verstummen. Natalies Schwester, die Schauspielerin Lana Wood machte einen ABC-Film über das Leben der Mimin: "The Mystery of Natalie Wood" (2004).


Filmographie Natalie Wood

  • 1943: Happy Land
  • 1943: The Moon Is Down
  • 1946: Morgen ist die Ewigkeit
  • 1946: The Bride Wore Boots
  • 1947: Das Wunder von Manhattan (1947)
  • 1947: Ein Gespenst auf Freiersfüssen
  • 1947: Driftwood
  • 1948: Scudda Hoo! Scudda Hay!
  • 1949: Chicken Every Sunday
  • 1949: The Green Promise
  • 1949: Father Was a Fullback
  • 1950: Dein Glück in meine Hände
  • 1950: Unser eigenes Ich
  • 1950: Der geheimnisvolle Ehemann
  • 1950: Never a Dull Moment
  • 1951: Dear Brat
  • 1951: Das Herz einer Mutter
  • 1952: The Schaefer Century Theatre (TV-Serie)
  • 1952: The Rose Bowl Story
  • 1952: Nur für dich
  • 1952: The Star
  • 1953: Der Stolz der Familie (TV-Serie)
  • 1954: The Pepsi-Cola Playhouse (TV-Serie)
  • 1954: The Public Defender (TV-Serie)
  • 1954: Studio 57 (TV-Serie)
  • 1954: Der silberne Kelch
  • 1955: Four Star Playhouse (TV-Serie)
  • 1955: The Ford Television Theatre (TV-Serie)
  • 1955: Und wäre die Liebe nicht...
  • 1955: ...denn sie wissen nicht, was sie tun
  • 1955: General Electric Theater (TV-Serie)
  • 1955: Studio One (TV-Serie)
  • 1955: Kings Row (TV-Serie)
  • 1955: Camera Three (TV-Serie)
  • 1956: Der schwarze Falke
  • 1956: Warner Brothers Presents (TV-Serie)
  • 1956: Schrei in der Nacht
  • 1956: Horizont in Flammen
  • 1956: The Kaiser Aluminum Hour (TV-Serie)
  • 1956: Playboy - Marsch, marsch!
  • 1957: Conflict (TV-Serie)
  • 1957: Bomber B-52
  • 1958: Die Liebe der Marjorie Morningstar
  • 1958: Rivalen
  • 1960: Eine Frau für zwei Millionen
  • 1960: Früchte einer Leidenschaft
  • 1961: Fieber im Blut
  • 1961: West Side Story
  • (auch Sängerin)
  • 1962: Gypsy - Königin der Nacht (auch Sängerin)
  • 1963: Verliebt in einen Fremden
  • 1964: Sex und ledige Mädchen
  • 1965: Das große Rennen rund um die Welt
  • (auch Sängerin)
  • 1965: Verdammte süße Welt (auch Sängerin)
  • 1966: Dieses Mädchen ist für alle
  • 1966: Penelope (auch Sängerin)
  • 1969: Bob & Caroline & Ted & Alice
  • 1969: Schussfahrt
  • 1969: Bracken´s World (TV-Serie)
  • 1973: Liebe in Fesseln (TV) (auch Sängerin)
  • 1975: Die falsche Schwester
  • 1976: Cat on a Hot Tin Roof (TV)
  • 1976: Die zwei mit dem Dreh (TV-Serie)
  • 1979: From Here to Eternity (TV-Serie)
  • 1979: Völlig durchgedreht (TV)
  • 1979: Hart aber Herzlich (TV-Serie) - Staffel 1
  • 1979: Meteor
  • 1980: The Last Married Couple in America
  • 1980: The Memory of Eva Ryker (TV)
  • 1981: A Gift of Music (TV)
  • 1983: Projekt Brainstorm

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1961: Beste Schauspielerin - Drama: Fieber im Blut
1962: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Gypsy
1963: Beste Schauspielerin - Drama: Verliebt in einen Fremden
1965: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Verdammte süße Welt
1966: Beste Schauspielerin - Drama: Dieses Mädchen ist für alle

Gewonnene Golden Globes:
1957: Beste Newcomerin

OSCAR Nominierungen:
1955: Beste Nebendarstellerin: Denn sie wissen nicht, was sie tun
1961: Beste Schauspielerin: Fieber im Blut
1963: Beste Schauspielerin: Verliebt in einen Fremden