Marlene Dietrich †

Maria Magdalena Dietrich

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Biographie

Marlene Dietrich © Universal Pictures

Geboren am
Gestorben am:
27.12.1901
06.05.1992
in Berlin, Deutschland
Paris, Frankreich
Autor Thomas Ays

„Ich bin keine Schauspielerin – Ich bin eine Persönlichkeit!“
Am 27. Februar 1901 wurde Marie Magdalene Dietrich als zweite Tochter des königlichen Polizeileutnants Louis Dietrich und seiner Ehefrau Wilhelmine in Berlin/Schöneberg geboren. Später gab sie stets an 1904 zur Welt gekommen zu sein – Drei Jahre sind drei Jahre!
Von klein an erhielt die kleine Marie Musikunterricht und genoss eine streng konservative und preußische Erziehung. Als 1907 ihr Vater bei einem Reitunfall ums Leben kam, brach für die kleine Tochter eine Welt zusammen. Ihre Mutter heiratete wenig später Leutnant Edouard von Losch, der im Ersten Weltkrieg fiel.
Nach dem Abitur 1918 besuchte sie drei Jahre lang ein Internat in Weimar, wo sie eine Ausbildung zur Konzertgeigerin erhalten sollte. Wegen einer Sehnenscheidenentzündung musste sie 1921/22 diesen Traum jedoch aufgeben. Zu dieser Zeit verwendete sie erstmals ihren „neuen“ Namen Marlene Dietrich und sprach bei der Schauspielschule des Deutschen Theaters vor und wurde sofort engagiert. In „Der Widerspenstigen Zähmung“ gab sie wenig später ihr Debüt als Schauspielerin auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
Hinter der Bühne lernte sie auch ihren ersten und einzigen Ehemann, Rudolf Sieber, kennen und lieben. Die beiden heirateten 1923, im Dezember 1924 kam dann Töchterchen Maria zur Welt.
Durch ihre unglaubliche Präsenz auf der Bühne wurde der Regisseur Josef von Sternberg auf sie aufmerksam und besetzte sie prompt für seinen Film „Der blaue Engel“. Dieser Film markierte den internationalen Durchbruch der Dietrich und bescherte ihr weitere große Rollen. Übrigens sang sie in diesem Film den Musik-Klassiker „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.
Kurz nach dem großen Filmerfolg begleitete Marlene Dietrich „ihren“ Regisseur, der wegen ihr massive Eheprobleme bekam, nach Hollywood. Sie unterschrieb mit von Sternberg einen 7-Jahres-Vertrag bei „Paramount Pictures“ – Die große Karriere in den USA konnte beginnen. Ihre Ehe war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr intakt, Marlene Dietrich vermied es aber, sich scheiden zu lassen.
Ihr erster US-amerikanischer Film, „Marokko“, löste bereits einen völligen Eklat aus. Marlene Dietrich trat hier in einem Hosenanzug auf und sorgte somit für heftigen Wirbel in der Gesellschaft und in der Mode-Branche, setzte aber gleichzeitig neue Impulse für die Laufstege dieser Welt. Fortan folgten viele Frauen ihrem Beispiel und trugen Hosen. Der Mythos wurde geboren, wobei sie immer betonte, genau DAS nicht zu sein.
Für „Marokko“ erhielt sie, als zweite Deutsche überhaupt, eine OSCAR-Nominierung als beste Schauspielerin. Danach wurde sie nie wieder für den begehrten Filmpreis nominiert.
Auch die folgenden Filme, die sie stets als starke, selbstbewusste, sinnliche aber nie dumme oder naive Frau zeigten, wurden außerordentlich erfolgreich, darunter „Shanghai Express“, „Blonde Venus“ und „Der Teufel ist eine Frau“.
Im Jahr 1933 wurde es kritisch für Marlene Dietrich. Hier setzte sie für ihr künftiges Leben neue Impulse. Als die Nazis in Deutschland immer mehr an Macht gewannen, entschied sich die Dietrich dafür, ihre Heimat gänzlich zu verlassen. Sie wollte mit dem Nazi-Deutschland und dem brauen Hass nichts zu tun haben und zog sich vollständig in die USA zurück. Ein Schlag für die NSDAP, und besonders für Adolf Hitler, der ein großer Bewunderer von Marlene Dietrich war. Joseph Goebbels bot ihr 1936 für jeden Film, den sie in Deutschland dreht, 200.000 Reichsmark, bei freier Wahl des Films, Regisseurs und Produzenten, an. Sie lehnte ab.
Von 1936 arbeitete sie mit namhaften Regisseuren, wie Alfred Hitchcock und Billy Wilder, zusammen. Unterdessen wurde sie in Deutschland als Landesverräterin beschimpft. 1937 bekam sie weitere, lockende Angebote aus ihrer Heimat. Sie lehnte weiterhin beständig ab und half stattdessen jüdischen Emigranten bei der Einreise in die USA und machte Propaganda-Sendungen gegen die Nazis in deutscher Sprache. 1939 brach sie mit Deutschland vollends und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Der Hass auf den Filmstar wuchs und wurde nun natürlich von Seiten der Politik heftig geschürt. Aber auch viele Bewunderer fand Marlene Dietrich dadurch in Deutschland.
1943/44 unterbrach die Dietrich ihre schauspielerische Arbeit und trat vor amerikanischen Truppen in Nordafrika, Italien und Frankreich, unter Einsatz ihres Lebens, auf. Frankreich und die USA dankten ihr dies mit Ehrungen, wie „Chevalier de la Légion d'Honneur" und "Officier de la Légion d'Honneur“, aber auch der „Medal of Freedom“.
Von 1950 an war Marlene Dietrich DER Showstar schlechthin, tourte durch die USA und Europa und wurde (fast) überall heftig umjubelt. In Deutschland stand ihr 1960 ein geteiltes Publikum gegenüber. Die einen bewunderten sie für ihre politische Einstellung, von anderen wurde sie genau deshalb abgelehnt.
Nach dem grandiosen Streifen „Zeugin der Anklage“ spielte die Diva 1961 ihre letzte große Rolle in dem hochgelobten Drama „Das Urteil von Nürnberg“. 1975 zwang sie ein Oberschenkelhalsbruch ihren Abschied von der Bühne zu nehmen. 1979 stand sie zum letzten Mal, für „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ vor der Kamera.
Marlene Dietrich, die am Set nie ohne einen Spiegel arbeitete, in dem sie ihr Make-up und ihre Frisur begutachten konnte, rühmte sich viele Jahre mit der Tatsache, mit drei Kennedy-Männern geschlafen zu haben: Joseph P. Kennedy, Joseph P. Kennedy Jr. und John F. Kennedy. Auch gänzlich im Gegensatz zu ihrer streng konservativen Erziehung stehende Kommentare, alla „Sex mit Frauen ist viel besser, aber Du kannst nun mal schlecht mit ihnen leben“ blieben nicht aus.

1976 zog sich die Diva nach Paris zurück, wo sie 1983 lediglich Maximilian Schell gestattete, sie für seinen Dokumentarfilm „Marlene“ zu interviewen. 1987 wurden ihre Memoiren, „Ich bin, Gott sei Dank, Berlinerin“ veröffentlicht. Am 06. Mai 1992 starb Marlene Dietrich im Alter von 90 Jahren an Nierenversagen. Ihrem Wunsch entsprechend, wurde sie in ihrer Heimatstadt Berlin beigesetzt.
Mit ihr ging unsere schillerndste Femme-Fatale, eine Hollywood-Legende und internationaler Star, der mit Mut, Entschlossenheit und eisernem Willen für das kämpfte, an das er glaubte. Marlene Dietrich gehört zu jenen Deutschen, auf die wir wahrhaft stolz sein dürfen.


Filmographie Marlene Dietrich

  • 1919: Im Schatten des Glücks
  • 1923: Tragödie der Liebe
  • 1923: So sind die Männer
  • 1923: Der Mensch am Wege
  • 1924: Der Mönch voN Santarem
  • 1924: Der Sprung ins Leben
  • 1925: Der Tänzer meiner Frau
  • 1926: Der Juxbaron
  • 1926: Manon Lescaut
  • 1926: Madame wünscht keine Kinder
  • 1927: Eine Dubarry von heute
  • 1927: Kopf hoch, Charly!
  • 1927: Sein größter Bluff (1927)
  • 1927: Cafe Electric
  • 1928: Prinzessin Olala
  • 1929: Gefahren der Brautzeit
  • 1929: Ich küsse Ihre Hand, Madame
  • 1929: Die Frau, nach der man sich sehnt
  • 1929: Das Schiff der verlorenen Menschen
  • 1930: Der blaue Engel
  • 1930: Marokko
  • 1931: Entehrt
  • 1932: Shanghai-Express
  • 1932: Blonde Venus
  • 1933: Das hohe Lied
  • 1934: Die große Zarin
  • 1935: Der Teufel ist eine Frau
  • 1936: Hotel Stadt Lemberg
  • 1936: Perlen zum Glück
  • 1936: Der Garten Allahs
  • 1937: Ein schweigsamer Held
  • 1937: Engel
  • 1939: Der große Bluff
  • 1940: Das Haus der sieben Sünden
  • 1941: Die Abenteuerin
  • 1941: Gefährliche Freundschaft
  • 1942: Fräulein Mama
  • 1942: Die Freibeuterin
  • 1942: Pittsburgh
  • 1944: Der Kalif von Bagdad
  • 1946: Martin Roumagnac
  • 1947: Goldene Ohrringe
  • 1948: Eine auswärtige Affaire
  • 1949: Jigsaw (ungenannt)
  • 1950: Die rote Lola
  • 1951: Die Reise ins Ungewisse
  • 1952: Die Gejagte
  • 1956: In 80 Tagen um die Welt (1956)
  • 1957: Die Monte-Carlo-Story
  • 1957: Zeugin der Anklage
  • 1958: Im Zeichen des Bösen
  • 1961: Das Urteil von Nürnberg
  • 1964: Zusammen in Paris
  • 1979: Schöner Gigolo, armer Gigolo

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1957: Beste Schauspielerin - Drama: Zeugin der Anklage

OSCAR Nominierungen:
1930: Beste Schauspielerin: Marokko