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Joan Crawford †
Lucille Fay LeSueur
Biographie
© MGM
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Geboren am Gestorben am: |
23.3.1905 10.05.1977 |
in |
San Antonio, Texas, USA New York City, New York, USA |
Autor | Thomas Ays |
|---|
„Wenn Du ein Star bist, musst Du auch so aussehen. Ich gehe niemals aus dem Haus, ohne wie Joan Crawford, der Filmstar, auszusehen. Wenn Du das Mädchen von nebenan sehen willst, dann geh nach nebenan!“ Ein Produkt der Filmschmiede Hollywood und eine wahre Legende. Joan Crawford.
Lucille Fay LeSueur, so der richtige Name der Schauspielerin, kam 1905 in San Antonio, Texas zur Welt. Ihr Vater war französischer Herkunft, die Mutter hatte irische, schottische und englische Wurzeln. Man konnte die kleine Lucille also als ein durchweg internationales Kind bezeichnen.
Die Leidenschaft der jungen Lucille war das Tanzen. Ihren dazu perfekt geformter Körper stellte sie als 21jährige bei dem Filmstudio MGM vor. Dessen Boss, Louis B. Mayer, machte aus der Tänzerin jedoch eine Schauspielerin, nahm sie bei sich unter Vertrag und bürdete ihr einer der schlimmsten Knebelverträge auf, die es nur geben konnte. Die Namensänderung von Lucille Fay LeSueur in Joan Crawford war die erste Stufe zum Produkt Hollywoods. Joan hasste den Namen und bat darum „Jo-Anne Crawford“ angesprochen zu werden. Im privaten Rahmen nannten sie alle übrigens Billie. Der MGM-Vertrag schrieb ihr sogar vor, wann sie abends zu Bett zu gehen hatte.
1925 wurde der Part der Irene in „Sally, Irene and Mary“ ihre erste große Rolle. 1927 arbeitete Joan mit dem Schauspieler Lon Chaney in „The Unknown - Der Unbekannte“ zusammen. Diese Erfahrung betitelte sie immer als den Wendepunkt in ihrem Schauspielerleben. Sie sagte, durch ihn habe sie gelernt, was es bedeutet, den Unterschied zu kennen, zwischen „vor der Kamera stehen“ und „vor der Kamera zu spielen!“. Nur durch die schier grenzenlose Konzentration von Lon Chaney konnte sie das lernen. Sie sagte, dass sie nach diesen Erfahrungen noch härter an sich arbeitete und eine bessere Schauspielerin werden wollte. 1928, ein Jahr später, wurde „Our Dancing Daughters“ der Durchbruch der Crawford.
„Ich denke, dass einzige, was eine Frau wirklich braucht, außer Talent natürlich, ist ein Hairstylist!“
Nun konnte nichts mehr schief gehen. Die 30er Jahre bescherten Joan Crawford große Erfolge. Beispielsweise war sie neben Greta Garbo in „Menschen im Hotel“ und als Prostituierte in „Regen“ zu sehen, was sie viele Fans kostete. Schnell herrschte bei MGM der Leitspruch: „Norma Shearer bekommt die großen Produktionen, Greta Garbo bedient die Kunst und Joan Crawford macht das Geld um für beides zu bezahlen!“
Anfang der 40er Jahre wurde sie gefragt, ob sie für Carole Lombard einspringen und ihre Rolle in „They All Kissed the Bride“ übernehmen könne, nachdem die erst 34jährige Schauspielerin durch einen Flugzeugabsturz ums Leben kam. Crawford sagte zu, und spendete die gesamte Gage dem Rettungstrupp, der die Leiche von Carole Lombard fand. Kurz darauf feuerte sie ihren Agenten, weil der dennoch seine 10% Anteil in Anspruch nehmen wollte.
1945 spielte sie neben Jack Carson in „Solange ein Herz schlägt“. Dieser Film brachte ihr den OSCAR als beste Schauspielerin ein. Es sollte ihr einziger bleiben. Die Statue wurde nach ihrem Tod bei einer Auktion für 68.000 US$ verkauft. 1947 wurde sie für „Hemmungslose Liebe“, 1952, das letzte Mal, für „Eiskalte Rache“ für den OSCAR nominiert.
In den folgenden Jahren wurde es kein bisschen leiser um die Crawford. Ihre Karriere umfasste mehr als 100 Film- und TV-Projekte. Sie war als 20jährige Tänzerin genauso ein Star, wie als 70järhige, gealterte Diva.
„Ich glaube, jeder Regisseur, mit dem ich gearbeitet habe, hat sich in mich verliebt – Ich weiß, dass es bei Dorothy Arzner so war!“
Joan’s Männergeschichten veranlassten sie zu dem Zitat: „Kürzlich hörte ich die Geschichte, ich hätte 25 Männer zu einer Party bei mir zuhause eingeladen. Es ist eine interessante Geschichte, nur kenne ich keine 25 Männer, die ich zu einer Party bei mir zuhause einladen würde.“
Joan Crawford war 5 Mal verheiratet. Mit James Welton von 1923 bis 1924, mit Douglas Fairbanks Jr. von 1929 bis 1933 und mit Franchot Tone von 1935 bis 1939. 1942 ehelichte sie Philip Terry und ließ sich 1946 wieder scheiden. 1956 heiratete sie schließlich Alfred Steele, mit dem sie bis zu dessen Tod, 1959, zusammenblieb.
Joan konnte keine Kinder bekommen. Sie adoptierte insgesamt 4 Kinder: Christina, Christopher und die Zwillinge Cynthia und Cathy. Christina schrieb später eine Biographie über ihre Mutter, in der diese ganz und gar nicht gut wegkam. Im Gegenteil. Christina beschrieb hier ziemlich detailliert, wie karrierebewusst und wenig kinderlieb ihre Mutter war.
„Nicht dass es jemanden interessieren würde, aber es gibt einen richtigen und einen falschen Weg, ein Haus zu putzen!“
Jedes Mal, wenn sie heiratete, ließ sie die Toiletten in ihrem Haus austauschen. Überhaupt hatte sie einen, ja fast schon krankhaften Putzfimmel. So ging sie immer hinter ihren Gästen im Haus her, um nach ihnen Türknöpfe und andere Dinge, die sie anfassten, abzuwischen. Außerdem wusch sich Joan alle 10 Minuten die Hände. Das erste, was sie tat, wenn sie in einem Hotel abstieg war, erst einmal das Badezimmer von Grund auf zu reinigen. Als es einmal ein Installateur wagte, auf ihre frisch installierte Toilette zu gehen, ließ sie sie anschließend wieder herausreißen und sofort eine neue installieren. Solche Geschichten können nur Stars schreiben.
„Es ist wirklich alles in Ordnung mit meinen Titten. Deshalb muss ich sie sie doch noch lange nicht jedem ins Gesicht halten.“
Das Verhältnis zu Schauspieler-Kolleginnen war oft gespalten. Obwohl das Zitat „Ich liebe es Schlampen zu spielen. Es ist viel mehr von einer Schlampe in jeder Frau – und in jedem Mann“ von Joan Crawford stammte, hatte sie Zeit ihres Lebens große Probleme mit Marylin Monroe. Kurz nach ihrem Tod sagt sie „Sie war arm und sie war eine Exhibitionistin. Sie war nie professionell und das ärgerte die Leute. Aber: In Gottes Namen, sie brauchte Hilfe. Sie hatte all diese Menschen auf ihrer Gehaltsliste. Wo zur Hölle waren die, als sie sie brauchte? Warum zur Hölle musste sie allein sterben?“
Auch aussagekräftig waren Sätze, wie „Unter all den Schauspielerinnen hat nur Faye Dunaway für mich das Talent, die Klasse und den Mut, den man braucht, ein großer Star zu werden.“ oder „Niemand kann mich imitieren. Du kannst Doubles von Katharine Hepburn oder Marylin Monroe überall sehen, aber nicht von mir. Weil ich mich immer selbst gezeichnet habe!“
Über Bette Davis, die zeitlebens ein großes Problem mit Joan Crawford hatte, sagte sie: „Mit Bette Davis zu arbeiten war meine größte Herausforderung, und das meine ich ganz freundlich. Ständig kreischte und schrie sie. Inzwischen strickte ich. Während der Dreharbeiten zu „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ strickte ich einen Schal von Hollywood nach Malibu.“
„Wenn ich nicht ich sein kann, will ich niemand sein. So wurde ich geboren!“
Zeit ihres Lebens beantwortete Joan Crawford ihre Fanpost persönlich. Außer die Fanbriefe, die von ihren alten College-Kameraden kam. Weil die sie immer schnitten und tyrannisierten, als Joan noch unbekannt war, bekam keine dieser Fans eine Antwort. Nie.
Zum Zeitpunkt ihres Todes hingen zwei Bilder im Zimmer der Crawford: Eines der Schauspielerin Barbara Stanwyck und eines von Präsident John F. Kennedy. Am 10. Mai 1977 starb Joan Crawford an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mit ihr starb einer der ersten großen MGM-Stars. Eine Frau, die vollends Schauspielerin war und deren Biographie noch heute zahlreiche Internetseiten füllt. Joan Crawford war ein echter Star.
Ihre letzten Worte sollen gewesen sein: „Verdammt noch mal … Könntest Du es wagen, Gott zu bitten, mir zu helfen?“ woraufhin ihr Haushälter anfing laut zu beten.
Filmographie Joan Crawford
- 1925: Proud Flesh (ungenannt)
- 1925: Pretty Ladies
- 1925: A Slave of Fashion (ungenannt)
- 1925: Die lustige Witwe (ungenannt)
- 1925: The Circle
- 1925: Der Seekadett (ungenannt)
- 1925: Old Clothes
- 1925: The Only Thing (ungenannt)
- 1925: Sally, Irene and Mary
- 1926: Tramp, Tramp, Tramp
- 1926: Der Tölpel
- 1926: Paris
- 1927: Winners of the Wilderness
- 1927: Die Eintänzerin
- 1927: The Understanding Heart
- 1927: The Unknown - Der Unbekannte
- 1927: Moderne Piraten
- 1927: Spring Fever
- 1928: Der Schlauberger
- 1928: Die brennende Prärie - Das Gesetz des Westens
- 1928: Rose-Marie
- 1928: Pflicht und Liebe
- 1928: Der Totschläger
- 1928: Our Dancing Daughters
- 1928: Dream of Love
- 1929: The Duke Steps Out
- 1929: Das Land der Abenteuer
- 1929: Moderne Mädchen
- 1929: Untamed
- 1930: Great Day
- 1930: Montana Moon
- 1930: Our Blushing Brides
- 1930: Die Königin der Unterwelt
- 1931: Irrwege des Lebens
- 1931: Laughing Sinners
- 1931: This Modern Age
- 1931: Alles für dein Glück
- 1932: Menschen im Hotel
- 1932: Der letzte Schritt
- 1932: Regen
- 1933: Zum Leben verurteilt
- 1933: Ich tanze nur für dich
- 1934: Abenteuer einer schönen Frau
- 1934: In goldenen Ketten
- 1934: Ein Herz ist zu verschenken
- 1935: No More Ladies
- 1935: Wo die Liebe hinfällt (1935)
- 1936: Karriere
- 1936: Liebe mit 100 PS
- 1937: Eine Dame der Gesellschaft
- 1937: Die Braut trug rot
- 1937: Mannequin (1937)
- 1938: Brennendes Feuer der Leidenschaft
- 1939: Tanz auf dem Eis
- 1939: Die Frauen
- 1940: Die wunderbare Rettung
- 1940: Susan und der liebe Gott
- 1941: Die Frau mit der Narbe
- 1941: When Ladies Meet
- 1942: They All Kissed the Bride
- 1942: Reunion in France
- 1943: Gefährliche Flitterwochen
- 1945: Solange ein Herz schlägt
- 1946: Humoreske
- 1947: Hemmungslose Liebe
- 1947: Daisy Kenyon
- 1949: Die Straße der Erfolgeichen
- 1950: Im Solde des Satans
- 1950: Die Lügnerin
- 1951: Goodbye, My Fancy
- 1952: This Woman Is Dangerous
- 1952: Eiskalte Rache
- 1953: The Revlon Mirror Theater (TV-Serie)
- 1953: Herzen im Fieber
- 1954: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen
- 1954: General Electric Theater (TV-Serie)
- 1955: Das Haus am Strand
- 1955: Ehe in Fesseln
- 1956: Herbststürme
- 1957: The Story of Esther Costello
- 1959: Woman on the Run (TV)
- 1959: On Trial (TV-Serie)
- 1959: Alle meine Träume
- 1959: Abenteuer im wilden Westen (TV-Serie)
- 1961: The Foxes (TV)
- 1962: Your First Impression (TV-Serie)
- 1962: Was geschah wirklich mit Baby Jane?
- 1963: Frauen, die nicht lieben dürfen
- 1963: Route 66 (TV-Serie)
- 1964: Della
- 1964: Die Zwangsjacke
- 1965: Es geschah um 8 Uhr 30
- 1967: Solo für O.N.K.E.L. (TV-Serie)
- 1967: Berserk!
- 1968: Journey to Midnight
- 1968: The Secret Storm (TV-Serie)
- 1969: Journey to the Unknown (TV)
- 1969: Und die Alpträume gehen weiter (TV)
- 1970: Die Leute von der Shiloh Ranch (TV Serie)
- 1970: Das Ungeheuer (TV-Serie)
- 1971: The Name of the Game (TV-Serie)
- 1972: Beyond the Water's Edge (TV)
- 1972: The Sixth Sense (TV-Serie)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1952: Beste Schauspielerin - Drama: Eiskalte Rache
OSCAR Nominierungen:
1947: Beste Schauspielerin: Hemmungslose Liebe
1952: Beste Schauspielerin: Eiskalte Rache
Gewonnene OSCARs:
1945: Beste Schauspielerin: Solange ein Herz schlägt


