Karl Malden †

Mladen George Sekulovich

Biographie

Karl Malden © 20th Century Fox

Geboren am
Gestorben am:
22.3.1912
01.07.2009
in Chicago, Illinois, USA
Brentwood, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

Karl Malden war einer der markantesten Charakterdarsteller Amerikas, sein Markenzeichen, die unverkennbare Knollennase verdankte er dem Umstand, dass er sich beim Basketball-Spielen zweimal die Nase gebrochen hat. Eine seiner bekanntesten Rollen ist sicherlich die des Mike Stone aus der TV-Serie "Die Straßen von San Francisco", wo er neben dem damals noch am Anfang seiner Karriere stehenden Michael Douglas zu sehen war. Ähnlich wie "Kojak" Telly Savalas verkörperte er dort den eher weicheren Polizisten, der großes Verständnis für die Menschen in den Ghettos und Slums aufbrachte. Passend zu dieser Rolle sagte er einmal:
"Es gibt keine guten oder bösen Menschen, und die meisten unserer Zeitgenossen werden durch äußere Einflüsse so, wie sie sind."

Mladen Sekulovich wurde am 22. März 1912 in Chicago, Illinois geboren. Ursprünglich stammte seine Familie aus Jugoslawien und bis Mladen in den Kindergarten kam, konnte er kein Wort Englisch sprechen. Schon während seiner Schulzeit war der Junge ein begeisterter Sportler, begann aber nach dem Abschluss erst einmal in einem Stahlwerk zu arbeiten. Dann bekam er ein Stipendium für das "Arkansas State Teacher´s College". Mladen wollte Sportlehrer werden, fand aber weit mehr Vergnügen am praktischen Unterricht, denn an der Theorie. Ständig schwänzte er die Vorlesungen und kehrte nach einem Jahr nach Hause zurück. Sein Entschluss, Schauspieler zu werden, stand jetzt endgültig fest und Mladen nahm am "Goodman Art Institute" in Chicago Schauspielunterricht. Seinen Lebensunterhalt verdiente sich der Student als Basketball-Profi. Drei Jahre lang blieb der junge Mime in Chicago, dann zog es ihn in die Stadt des Broadway, nach New York. Er stieß dort zum "Group Theater", einer Vereinigung von Schauspielern und Regisseuren, die das Gesicht des Theaters verändern wollten. Durch einen guten Freund, den Dramatiker Robert Ardrey, lernte Mladen schnell einflussreiche Leute kennen und kam so zu seinen ersten Bühnenauftritten in "Golden Boy" und "Gentle People" an der Seite von Elia Kazan. Mladen war sehr stolz auf seinen Geburtsnamen und konnte sich nie so ganz mit seinem Künstlerego Karl Malden anfreunden. In "Die Faust im Nacken" (1956) hieß deshalb auch einer der Protagonisten "Sekulovich". Sein Kinodebut hatte Karl Malden 1940 mit "They Knew What They Wanted" an der Seite von Carole Lombard und Charles Laughton. Dann allerdings wurde Malden ersteinmal eine Zwangspause verordnet - er musste während des Zweiten Weltkrieges für sein Land dienen.

Wieder zurück in der Traumfabrik, machte der Mime dort weiter, wo er aufgehört hatte. 1951 bekam er seine erste große Rolle: Unter der Regie von Elia Kazan stand er für die Tennessee Williams-Verfilmung "Endstation Sehnsucht" mit Vivian Leigh und Marlon Brando vor der Kamera. Für diese großartige Leistung erhielt Malden den OSCAR als bester Nebendarsteller. Mit Elia Kazan verband ihn eine jahrelange Freundschaft und unter dessen Regie spielte er in Filmen wie "Die Faust im Nacken" (1954), "Babydoll" (1956) und "Bumerang" (1957). "Die Faust im Nacken" brachte dem Schauspieler eine erneute OSCAR Nominierung. Auch hier war wieder Marlon Brando sein Filmpartner, der auch zu Karls Freundeskreis zählte. Ein einziges Mal versuchte sich der Mime auch als Regisseur - im Streifen "Time Limit - Wenn Männer zerbrechen" (1956) mit Richard Widmark in der Hauptrolle. In den folgenden Jahren spielte Malden hauptsächlich Nebenrollen in mehr oder weniger bekannten Filmen wie etwa "Der Gefangene von Alcatraz" (1962), "Cincinnati Kid" (1965) oder "Nevada Smith" (1966). Die 70er und 80er Jahre waren dann vor allem geprägt durch Fernsehrollen wie "Junge über Bord" (1977), "Der unbekannte Zeuge" (1981), "Ich bin kein Mörder" (1984) und natürlich durch seine Hauptrolle in der TV-Serie "Die Straßen von San Francisco", wo man ihn fünf Jahre lang bewundern konnte. 1987 war Malden an der Seite von Barbara Streisand und Richard Dreyfuss in "Nuts - Durchgedreht" zu sehen und 1992 gab es dann nochmal ein "Zurück auf die Straßen von San Francisco".

Von 1988 an war Karl Malden fünf Jahre lang Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Seine Lebenserinnerungen kann man unter dem Titel "When Do I Start?: A Memoir" lesen. Malden war von 1938 bis zu seinem Tod mit Mona Greenberg verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder. Diese Ehe ist die zweitlängste in der Hollywood-Geschichte, nur Bob und Dolores Hope waren länger verheiratet. Am 01. Juli 2009 starb der großartige Schauspieler im Alter von 97 Jahren. Über seine Arbeit sagte Malden einmal:
"Ich bin ein Workaholic. Ich liebe jeden Film, in dem ich je mitgespielt habe - sogar den schlechtesten -, jede TV-Serie und jedes Theaterstück, weil ich es liebe, zu arbeiten. Das ist es, was mich antreibt."


Filmographie Karl Malden

  • 1940: They Knew What They Wanted
  • 1944: Winged Victory (als Cpl. Karl Malden)
  • 1947: 13 Rue Madeleine
  • 1947: Bumerang
  • 1947: Der Todeskuß
  • 1949: The Ford Theatre Hour (TV-Serie)
  • 1950: Scharfschütze Jimmy Ringo
  • 1950: Faustrecht der Großstadt
  • 1950: Armstrong Circle Theatre (TV-Serie)
  • 1950: Die Hölle von Okinawa
  • 1951: Endstation Sehnsucht
  • 1952: Verkauft und verraten
  • 1952: Kurier nach Triest
  • 1952: Der tote Zeuge
  • 1952: Wildes Blut
  • 1953: Ich beichte
  • 1953: Teufel in Uniform
  • 1954: Der Würger von Paris
  • 1954: Die Faust im Nacken
  • 1955: Omnibus (TV-Serie)
  • 1956: Baby Doll
  • 1957: Die Nacht kennt keine Schatten
  • 1957: Bomber B-52
  • 1957: Wenn Männer zerbrechen (nur Regisseur)
  • 1959: Der Galgenbaum (auch Regisseur)
  • 1960: Alle lieben Pollyanna
  • 1961: Ein charmanter Hochstapler
  • 1961: Der Besessene
  • 1961: Sein Name war Parrish
  • 1962: Mein Bruder, ein Lump
  • 1962: Der Gefangene von Alcatraz
  • 1962: Das war der wilde Westen
  • 1962: Gypsy - Königin der Nacht (auch Sänger)
  • 1963: Flieg mit mir ins Glück
  • 1964: Der schwarze Kreis
  • 1964: Cheyenne
  • 1965: Cincinnati Kid
  • 1966: Nevada Smith
  • 1966: Die Mörder stehen Schlange
  • 1967: Das Hotel
  • 1967: Bullwhip Griffin oder Goldrausch in Kalifornien
  • 1967: Das Milliarden Dollar Gehirn
  • 1968: Inferno am Fluß
  • 1968: Das Millionending
  • 1970: Patton - Rebell in Uniform
  • 1971: Die neunschwänzige Katze
  • 1971: Missouri
  • 1972: Summertime Killer
  • 1972: Die Straßen von San Francisco (TV)
  • 1972: Die Straßen von San Francisco (TV-Serie)
  • 1977: Junge über Bord (TV)
  • 1979: Jagd auf die Poseidon
  • 1979: Meteor
  • 1980: Skag (TV)
  • 1980: Skag (TV-Serie)
  • 1981: Der unbekannte Zeuge (TV)
  • 1981: Wunder auf dem Eis (TV)
  • 1982: Dämmerung
  • 1983: Zwei ausgekochte Gauner
  • 1984: With Intent to Kill (TV)
  • 1984: Ich bin kein Mörder (TV)
  • 1985: Alice im Wunderland (TV) (auch Sänger)
  • 1986: Billy Galvin
  • 1987: Nuts - Durchgedreht
  • 1988: Schuld und Fluch (TV)
  • 1989: The Hijacking of the Achille Lauro (TV)
  • 1990: Die Patty-Duke-Story (TV)
  • 1991: Zwischen Leben und Tod (TV)
  • 1992: Zurück auf die Straßen von San Francisco (TV)
  • 1993: Schulfahrt ohne Wiederkehr (TV)
  • 2000: The West Wing (TV-Serie)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1956: Bester Schauspieler - Drama: Baby Doll
1962: Bester Schauspieler - Musical/Comedy: Gypsy

OSCAR Nominierungen:
1954: Bester Nebendarsteller: Die Faust im Nacken

Gewonnene OSCARs:
1951: Bester Nebendarsteller: Endstation Sehnsucht