Brigitte Bardot

Biographie

Brigitte Bardot © Universum Film

Geboren am 28.9.1934 in Paris, Frankreich Autor Stefanie Rufle

"...und ewig lockt das Weib."
Eine passendere Beschreibung der jungen, sinnlichen und ungemein verführerisch wirkenden Brigitte Bardot lässt sich wohl kaum finden. BB, wie sie gemeinhin genannt wurde, war das ultimative Sexsymbol der frühen 50er Jahre. Ihre wohlproportionierten weiblichen Formen, ihr sinnlicher Mund und die sexuelle Freizügigkeit, die sie in ihren Filmen ausstrahlte, brachten so manchen Mann aus der Fassung, und vor allem im eher puritanischen Amerika schlug die junge französische Schauspielerin ein wie eine Bombe.

Dabei war Brigitte ein sehr wohlbehütetes Mädchen aus gutem Hause. Geboren wurde sie am 28. September 1934 in Paris, und die künstlerisch begabte Mutter förderte die Tochter, wo sie nur konnte. Brigitte nahm Ballettunterricht und versuchte sich schon im Alter von fünfzehn Jahren als Model. Sie war Hutmodel und Covergirl für verschiedene Modemagazine, schon 1949 landete sie auf dem Titelblatt der "Elle". Von dem jungen Mädchen ging ein ganz besonderer und unverkennbarer Zauber aus und so war es fast schon unvermeidlich, dass Regisseur Marc Allégret Brigitte für den Film entdeckte. Er schickte seinen Assistenten Roger Vadim ins Hause Bardot und der erkannte sofort das Potential der jungen Schönheit. Doch nicht nur Brigittes Talent für die Schauspielerei interessierte Vadim, er verliebte sich Hals über Kopf in sie. Doch an eine Heirat war zunächst nicht zu denken, die Familie Bardot war strikt gegen eine Ehe, bevor Brigitte achtzehn war. Am 20. Dezember 1952 war es dann aber schließlich soweit und die beiden durften vor den Traualtar treten.

Inzwischen nahm die Karriere der Bardot langsam Formen an. Der Film mit ihrem Entdecker Allégret kam zwar nicht zustande, dafür engagierte sie dessen Kollege Jean Boyer, nachdem er Probeaufnahmen mit ihr gesehen hatte. Gemeinsam drehten sie den Film "Le trou normand" (1952) und "Sommernächte mit Manina" (1952), in dem die junge Frau zum ersten Mal im knappen Bikini zu sehen war. Sie sagte später einmal zu ihrem Start ins Filmgeschäft: "Ich übernahm die Rolle eines wilden kleinen Mädchens, das sich auszieht. Ich besaß ebensowenig Erfahrung wie bei meinem ersten Film. Mein Spiel schien noch schlechter zu sein. Später trieb es mir die Schamröte ins Gesicht, wenn ich an meine filmischen Anfänge dachte. Ich hatte einen schlechten Start gehabt - ein billiges kleines Starlet trieb sich in einem minderwertigen Film herum." Auch die Kritiker waren zunächst alles andere als begeistert von der Schauspielerin: "Brigitte Bardot ist nicht hübsch. Ihre Unterlippe ist zu dick. Sie hat keine schönen Augen und das Gesicht eines Dienstmädchens." Wieder einmal ein Beweis dafür, dass auch Kritiker nicht allwissend sind... Doch Ehemann Roger Vadim glaubte fest an Brigitte und trieb ihre Karriere - selbstverständlich nicht ganz uneigennützig - voran. Er erkannte schnell, in welcher Richtung seine Frau erfolgreich sein würde und schreckte deshalb auch nicht vor Skandalen und Sexszenen zurück. Er soll am Anfang ihrer Karriere zu ihr gesagt haben: "Du bist eines Tages der unerfüllbare Traum eines jeden Mannes" - ein Ausspruch, der fast schon visionären Charakter hatte... Es gelang Vadim, seine Frau in "Ein Akt der Liebe" (1953) mit Kirk Douglas unterzubringen und sie bei der Präsentation des Films in Cannes immer in Douglas Nähe zu platzieren. Die Fotografen wollten schließlich Kirk nur noch mit der Bardot an seiner Seite ablichten. Trotz dieser regelrechten Vermarktung durch Vadim spielte sie zunächst in eher weniger beachtenswerten Filmen. Durch "Reif auf jungen Blüten" (1955) und einer darin vorkommenden Nacktszene erhielt Brigitte eine Rolle in der britischen Produktion "Doktor Ahoi!" (1955) an der Seite von Dirk Bogarde. In "Nero´s tolle Nächte" (1956) sorgte sie mit einer Badeszene in Eselsmilch für Aufruhr.

1956 kam dann endlich der weltweite Durchbruch von Brigitte Bardot mit "...und ewig lockt das Weib", der auch noch die erste Regiearbeit von Roger Vadim war. Nach diesem Film wurde BB von den Amerikanern zum "Sexsymbol des Universums" ernannt - was für eine Ehre! Von nun an bekam die Mimin fast ausschließlich Hauptrollen in Filmen wie "Die Braut war viel zu schön" (1956), "Die Pariserin" (1957), "In ihren Augen ist immer Nacht" und "Mit den Waffen einer Frau" (beide 1958). Inzwischen kriselte es in der Ehe Bardot/Vadim schon gewaltig und 1957 ließen die beiden sich scheiden. Die Bardot baute ihr Sexsymbol-Image weiter aus und erst mit dem Gerichts-Melodrama "Die Wahrheit" (1960) war eine erste Abkehr von dieser Rolle zu erkennen. Inzwischen hatte BB Jacques Charrier geheiratet, doch auch diese Ehe stand unter keinem guten Stern. Obwohl die beiden zusammen ein Kind hatten, den kleinen Nicholas-Jacques Charrier, gingen ihre üblen Streitereien durch die Presse. An ihrem 26. Geburtstag unternahm Brigitte gar einen Selbstmordversuch, und das Paar trennte sich schließlich. Ab 1961 drehte sie weitere Filme unter Regie von Roger Vadim, unter anderem "In Freiheit dressiert". 1963 kam dann die Abrechnung der Bardot mit der Filmwelt mit dem Streifen "Die Verachtung". Schon vor diesem Film wollte sie sich eigentlich aus dem Filmgeschäft zurückziehen, doch sie drehte dann doch noch weiter bis 1973. Es gab noch einige erwähnsenswerte Produktionen wie etwa die Spionagefilm-Parodie "Die Verführerin" (1963) mit Anthony Perkins, "Viva Maria!" (1965) oder den etwas anderen Western "Shalako" (1968) an der Seite von Sean Connery. Ihre späteren Filme konnten allerdings an die frühen Erfolge nicht mehr anknüpfen und 1973 zog sie sich dann endgültig aus dem Geschäft zurück.

1976 erregte die Bardot dann nocheinmal großes Aufsehen als Gegnerin der Abschlachtung von Robben und ist seither eine der berühmtesten Aktivistinnen für Tierrechte. Sie gründete die "Foundation Brigitte Bardot", die sich für die weltweite Durchsetzung der Tierrechte einsetzt. Brigitte Bardot war der erste französische Star, der den absoluten internationalen Durchbruch schaffte und begründete ein völlig neues Frauenbild. Sie brachte die Geschlechterrollen ins Wanken und veränderte das Bild von Erotik dauerhaft. Doch neben ihrer übergroßen Tierliebe scheint die Toleranz für ihre Mitmenschen etwas zu kurz zu kommen. Bereits mehrmals wurde die ehemalige Diva wegen Anstachelung zum Rassenhass zu Geldstrafen verurteilt und auch ihre Äußerungen über Homosexuelle sind kaum dazu angetan, an dieser Stelle wiederholt zu werden. So muss abschließend gesagt werden, dass die Bardot durchaus als Beispiel dafür dienen könnte, dass es unter einer schönen Oberfläche oftmals auf übelste Weise gärt.


Filmographie Brigitte Bardot

  • 1952: Le trou normand
  • 1952: Sommernächte mit Manina
  • 1952: Von Sensationen gehetzt
  • 1953: Le portrait de son père
  • 1953: Ein Akt der Liebe
  • 1954: Verrat
  • 1954: Versailles - Könige und Frauen
  • 1955: Dunkelroter Venusstern
  • 1955: Reif auf jungen Blüten
  • 1955: Doktor Ahoi! (auch Sängerin)
  • 1955: Das große Manöver
  • 1956: Die Braut war viel zu schön
  • 1956: Die schöne Helena
  • 1956: Gier nach Liebe
  • 1956: Pariser Luft
  • 1956: Nero´s tolle Nächte
  • 1956: Das Gänseblümchen wird entblättert
  • 1956: ...und ewig lockt das Weib
  • 1957: Die Pariserin
  • 1958: In ihren Augen ist immer Nacht
  • 1958: Mit den Waffen einer Frau
  • 1959: Ein Weib wie der Satan
  • 1959: Babette zieht in den Krieg
  • 1959: Wollen Sie mit mir tanzen?
  • 1960: Affäre einer Nacht
  • 1960: Die Wahrheit
  • 1961: In Freiheit dressiert
  • 1961: Galante Liebesgeschichten
  • 1962: Privatleben (auch Sängerin)
  • 1962: Le repos du guerrier
  • 1963: Die Verachtung
  • 1964: Die Verführerin
  • 1965: Viva Maria!
  • 1965: Geliebte Brigitte
  • 1966: Marie Soleil
  • 1966: Masculin - Feminin oder: Die Kinder von Coca Cola
  • 1967: À coeur joie
  • 1968: Außergewöhnliche Geschichten
  • 1968: Shalako
  • 1969: Der Bär und die Puppe
  • 1969: Oh, diese Frauen
  • 1970: Die Novizinnen
  • 1971: Die Ruhm-Straße
  • 1971: Petroleum Miezen
  • 1973: Don Juan 73
  • 1973: L´Histoire très bonne et très joyeuse de Colinot Trousse-Chemise
  • 1996: Tykho Moon (nur Sängerin)
  • 2000: Jam (TV-Serie) (nur Musik)
  • 2002: Laurel Canyon
  • (nur Sängerin)
  • 2005: Nynne (nur Sängerin)
  • 2007: Rush Hour 3
  • (nur Sängerin)
  • 2007: Vivement dimanche (TV-Serie) (nur Sängerin)
  • 2008: Banda sonora (TV-Serie) (nur Sängerin)