Vivien Leigh †

Vivian Mary Hartley

Biographie

Vivien Leigh © unbekannt

Geboren am
Gestorben am:
5.11.1913
07.07.1967
in Darjeeling, West Bengal, Indien
Belgravia, London, England, Großbritannien
Autor Stefanie Rufle

Der Name Vivien Leigh wird unweigerlich und auf ewig mit dem Film "Vom Winde verweht" in Verbindung gebracht werden, hatte die Mimin dort doch einen ihrer gewaltigsten und beeindruckendsten Auftritte. Leigh verkörperte die eigensinnige Südstaatenschönheit Scarlett O´Hara und war in diesem Epos die wohl stärkste Charakterfigur neben Olivia De Havilland, die ihre Widersacherin spielte. "Vom Winde verweht" gilt bis heute als einer der erfolgreichsten und gefeiertsten Filme in der Kinogeschichte und ist sicherlich ein würdiges Denkmal für eine Schauspielerin, die in ihrer Karriere weniger als zwanzig Filme drehte.

Die am 05. November 1913 geborene Vivian Mary Hartley lebte bis zu ihrem sechsten Lebensjahr mit ihrer Familie in Darjeeling, Indien. Sie wuchs in einer überaus vornehmen britischen Familie im damaligen British-Indien auf. Als die Hartleys nach England zurückkehrten, gaben sie die sechsjährige Vivian auf eine Klosterschule, wo sie zu den jüngsten Schülerinnen gehörte. Das kleine Mädchen war sehr unglücklich dort und eine ihrer wenigen Freundinnen war die später auch als Schauspielerin sehr erfolgreiche Maureen O´Sullivan. Eines Tages nahm die Mutter Vivian zu einem Theaterstück in London mit und dort beschloss das Kind, Schauspielerin zu werden. Nach der Schule nahm Vivian Schauspielunterricht an der Comedie Francaise in Paris und später an der Royal Academy of Dramatic Arts. Ihr Lieblingsschauspieler war Leslie Howard und 1932 heiratete sie den britischen Rechtsanwalt Herbert Leigh, der diesem wohl sehr ähnlich sah. 1933 kam die gemeinsame Tochter Suzanne zur Welt. 1935 stand sie, die sich jetzt Vivien Leigh nannte, dann zum ersten Mal vor der Kamera, in "Things Are Looking Up" und ein Jahr darauf hatte sie ihr Theaterdebut. 1937 bekam die Mimin die Rolle der Ophelia in Sir Laurence Oliviers Bühneninszenierung des "Hamlet". Die beiden hatten sich bei den Dreharbeiten zu "Feuer über England" (1937) kennengelernt und sich ineinander verliebt. Seinetwegen ließ Vivien sich von ihrem Ehemann scheiden und heiratete 1940 Olivier.

Als Laurence 1939 in den USA weilte, um "Sturmhöhen" zu drehen, besuchte sie ihn dort. Sie selber hatte die Nebenrolle der Isabella in diesem Film angeboten bekommen, lehnte diese aber ab, weil sie lieber die Hauptrolle der Cathy wollte. Regisseur William Wyler erklärte die junge Schauspielerin für verrückt und sagte, sie würde nie eine bessere Rolle als die der Isabella für ihr Debut in Amerika bekommen. Kurz darauf traf Vivien die Selznick-Brüder, die gerade den Brand in Atlanta für ihren Film "Vom Winde verweht" (1939) drehten. Die weibliche Hauptrolle der Scarlett war noch nicht vergeben und Vivien wurde zu einem Screen-Test eingeladen. Sie bekam die Rolle, was aber nicht ganz unumstritten war, da Fans des Buches der Meinung waren, die Scarlett solle von einer Amerikanerin gespielt werden. Nichtsdestotrotz durfte die Leigh an der Seite von Clark Gable als Rhett Butler spielen und erhielt als damals eher unbekannte Schauspielerin ihren ersten OSCAR. Sie war damit die erste Nicht-Amerikanerin, die einen OSCAR als beste Schauspielerin gewann. Die Rolle der Scarlett O´Hara befindet sich übrigens auf Platz drei der Liste der 100 Greatest Movie Characters of All Time des Premiere-Magazins. Natürlich brauchte Vivien von nun an auf interessante Rollen nicht mehr zu warten. Sie spielte u. a. in "Ihr erster Mann" (1940) mit Robert Taylor, "Lord Nelsons letzte Liebe" (1941) mit Laurence Olivier, "Caesar und Cleopatra" (1945) mit Claude Rains und Stewart Granger und "Anna Karenina" (1948).

Es war während des Drehs zu "Caesar und Cleopatra", als ihre ernsthaften Probleme begannen: Sie hatte zwei Fehlgeburten, zog sich eine Tuberkulose zu und bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Mimin manisch depressiv war. Die Ehe von Vivien und Laurence war wohl mittlerweile sehr zerrüttet, Olivier sagte später einmal: "Unser Zusammenleben war, als ob man in einem Rettungsboot sitzt, das nur eine Person aushält. In einer solchen Situation lebten wir." Vivien neigte zu hysterischen Anfällen und Gewaltausbrüchen und ihre Erkrankung manifestierte sich angeblich in Nymphomanie. Obwohl sie ihrer eigenen Aussage nach ihren Mann liebte, hatte sie eine Affäre mit dem Schauspieler Peter Finch und Olivier war sehr darauf bedacht, einen Skandal zu verhindern. Während Vivien beim Dreh zu "Endstation Sehnsucht" (1951) war, nahm Laurence eine Rolle in "Carrie" an, das zur gleichen Zeit gedreht wurde. So konnte er besser auf seine Frau achtgeben. Für ihre Darstellung in "Endstation Sehnsucht" erhielt die Leigh ihren zweiten OSCAR. Trotz ihrer manischen Depression legte die Schauspielerin weiterhin großartige Leistungen an den Tag, doch nach "Endstation Sehnsucht" wurde es merklich ruhiger um sie. 1954 sollte sie die Hauptrolle in "Elephant Walk" spielen, wurde aber nach ein paar Szenen durch Elizabeth Taylor ersetzt. Ihre letzten Filme waren "The Deep Blue Sea" (1955), "Der römische Frühling der Mrs. Stone" (1961) mit Warren Beatty und "Das Narrenschiff" (1965), wo sie nur noch eine kleine Rolle bekleidete. 1960 ging Viviens Ehe mit Laurence Olivier endgültig in die Brüche, er verließ sie, um die Schauspielerin Joan Plowright zu heiraten.

Nur sieben Jahre später, am 07. Juli 1967, starb Vivien Leigh in London. Man fand sie tot in ihrem Appartment, vermutlich war sie ihrer Tuberkulose erlegen. Vivien war gerade in Vorbereitungen zu einer neuen Theater-Produktion gewesen, ihr zu Ehren wurden im Londoner Theaterbezirk alle Lichter für eine Stunde abgestellt. Von 1959 bis zu ihrem Tod lebte die Mimin mit den grünen, katzenähnlichen Augen mit John Merivale zusammen. Angeblich benutzte sie einen ihrer beiden OSCARs als Türstopper im Badezimmer. Über ihren Beruf sagte die Leigh einmal:
"Es ist viel einfacher, die Leute zum Weinen als zum Lachen zu bringen."


Filmographie Vivien Leigh

  • 1935: Things Are Looking Up
  • 1935: Look Up and Laugh
  • 1935: Gentlemen´s Agreement
  • 1935: The Village Squire
  • 1937: Feuer über England (auch Sängerin)
  • 1937: Dunkle Geschäfte
  • 1937: Sturm im Wasserglas
  • 1938: Der Lausbub aus Amerika
  • 1938: Sidewalks of London
  • 1939: Vom Winde verweht
  • (auch Sängerin)
  • 1940: 21 Days
  • 1940: Ihr erster Mann (auch Sängerin)
  • 1941: Lord Nelsons letzte Liebe
  • 1945: Caesar und Cleopatra
  • 1949: Anna Karenina (1949)
  • 1951: Endstation Sehnsucht
  • 1955: Lockende Tiefe
  • 1959: ITV Play of the Week
  • 1961: Der römische Frühling der Mrs. Stone
  • 1965: Das Narrenschiff

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1951: Beste Schauspielerin - Drama: Endstation Sehnsucht

Gewonnene OSCARs:
1939: Beste Schauspielerin: Vom Winde verweht
1951: Beste Schauspielerin: Endstation Sehnsucht