Alain Delon

Biographie

Alain Delon © unbekannt

Geboren am 8.11.1935 in Sceaux, Seine, Frankreich Autor Stefanie Rufle

"Ich wünsche mir so geliebt zu werden, wie ich mich selbst liebe."
Ein Ausspruch der sicherlich ganz charakteristisch ist für den großen französichen Schauspieler Alain Delon, der neben Jean-Paul Belmondo, Jean Gabin oder Brigitte Bardot zu den Institutionen des französischen Films zählt. Er verkörpert in seinen Rollen meist den Typus des eiskalten Profis, der tötet, ohne mit der Wimper zu zucken, ohne sich allerdings Illusionen über sein eigenes Ende zu machen. Nur selten sieht man ihn als Strahlemann oder Sonnyboy und es wird ihm nachgesagt, dass sein unterkühlter Charakter nicht nur gespielt sei.

Geboren wurde Alain Delon am 08. November 1935 in Sceaux, er wuchs nach der Trennung seiner Eltern bei Pflegeeltern auf. Nach deren Tod steckte ihn der leibliche Vater in ein Internat - kein schöner Start ins Leben also, den der kleine Alain hatte. Kein Wunder, dass er als äußerst schwieriger Junge galt, der bis zu seinem Abschluss mehrere Schulen durchlaufen musste. Als er siebzehn war, ging er mit den Fallschirmspringern der französichen Kolonialarmee nach Vietnam. Als er 1956 nach Frankreich zurückkehrte, verdingte er sich mit diversen Jobs und nahm nebenher Schauspielunterricht. Schon 1957 bekam der junge Mime seine erste Kinorolle in "Die Killer lassen bitten". Mit diesem ersten Film schlug er die Richtung ein, die seine ganze spätere Karriere bestimmen sollte - er spielte einen bezahlten Mörder. 1960 war dann das Jahr, in dem er gleich mit zwei Filmen international auf sich aufmerksam machte: Im Thriller "Nur die Sonne war Zeuge" spielte Alain den berechnenden Tom Ripley und auch für seine Rolle in "Rocco und seine Brüder" heimste er großes Lob ein. Auch das Jahr 1962 brachte wieder zwei große Erfolge. Im Visconti-Meisterwerk "Der Leopard" stand Delon neben Burt Lancaster vor der Kamera und in "Lautlos wie die Nacht" spielte er mit Jean Gabin. 1967 war er dann in dem legendären "Der eiskalte Engel" zu sehen.

Aber auch eher mittelmäßige Produktionen und Misserfolge wie "Die schwarze Tulpe" (1963), "Die Hölle von Algier" (1964) oder "Der gelbe Rolls-Royce" (1964) konnte der Schauspieler auf sein Konto verbuchen. Sie bewegten ihn schließlich dazu, Eigentümer zweier Produktionsgesellschaften zu werden. Mit ihnen produzierte er u. a. den Kassenschlager "Borsalino" (1969), wo er neben Jean-Paul Belmondo zu sehen war. 1968 stand er mit seiner ehemaligen langjährigen Verlobten Romy Schneider für "Der Swimmingpool" vor der Kamera und 1969 war Delon in einem seiner besten Filme, "Der Clan der Sizilianer" neben Jean Gabin und Lino Ventura zu sehen. In den folgenden Jahren drehte Alain vor allem diverse Abenteuer- und Kriminalfilme und zählte nach wie vor zu einem der beliebtesten Schauspieler Frankreichs. 1976 übernahm der Mime die Titelrolle im Film "Monsieur Klein" - eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschneidert schien. Für seine Darstellung des alkoholkranken Tankwarts in "Geschichte eines Lächelns" (1985) wurde Delon erstmals mit dem César ausgezeichnet. Seit Mitte der 80er Jahre kann man den Schauspieler vermehrt auch in Kunst- und Historienfilmen bewundern und 1998 stand er nach fast dreißig Jahren wieder mit Jean-Paul Belmondo vor der Kamera, im Film "Alle meine Väter". Als Julius Cesar wird Delon 2008 in der Komödie "Asterix bei den Olympischen Spielen" zu sehen sein.

Seit 1980 versucht Alain Delon sich auch immer wieder als Sänger. In die Schlagzeilen geriet er 1968, als sein Freund und Leibwächter erschlagen in einem Müllsack aufgefunden wurde. Während der Ermittlungen im Mordfall wurden langjährige Verbindungen Delons zur Unterwelt aufgedeckt und er musste seine finanzielle Beteiligung an Geschäften der Rüstungsindustrie einräumen. Alain Delon, der in jungen Jahren als französisches Pendant zu James Dean galt, war zweimal verheiratet und hat drei Kinder, eines davon der Schauspieler Anthony Delon. Als dieser noch ein Kind war, wollte ihm sein Vater eine Freude machen und nahm ihm zuliebe die Rolle in "Zorro" (1975) an. Der Mime, der mit der Schauspielerin Brigitte Bardot befreundet ist, gilt als einer der berühmtesten Western-Stars in Japan. Er wurde mit dem "Legion d´Honneur", dem wichtigsten französischen Preis ausgezeichnet. Alain Delon ist Besitzer des Restaurants "Camargue" in Nizza.


Filmographie Alain Delon

  • 1957: Die Killer lassen bitten
  • 1958: Sois belle et tais-toi
  • 1958: Christine
  • 1959: Faibles femmes
  • 1959: Le chemin des écoliers
  • 1960: Nur die Sonne war Zeuge
  • 1960: Rocco und seine Brüder
  • 1961: Halt mal die Bombe, Liebling
  • 1961: Galante Liebesgeschichten
  • 1962: Liebe 1962
  • 1962: Le chien (TV)
  • 1962: Der Teufel und die zehn Gebote
  • 1963: L´amour à la mer
  • 1963: Lautlos wie die Nacht
  • 1963: Der Leopard
  • 1963: Karambolage
  • 1964: Die schwarze Tulpe
  • 1964: Wie Raubkatzen
  • 1964: Die Hölle von Algier (auch Produzent)
  • 1964: Der gelbe Rolls-Royce
  • 1965: Millionenraub in San Francisco
  • 1966: Sie fürchten weder Tod noch Teufel
  • 1966: Brennt Paris?
  • 1966: Zwei tolle Kerle in Texas
  • 1967: Die Abenteurer
  • 1967: Der eiskalte Engel
  • 1967: Mit teuflischen Grüßen
  • 1968: Außergewöhnliche Geschichten
  • 1968: Nackt unter Leder
  • 1968: Bei Bullen singen Freunde nicht
  • 1968: Ho! Die Nummer Eins bin ich
  • 1969: Der Swimmingpool
  • 1969: Jeff
  • 1969: Der Clan der Sizilianer
  • 1970: Die Losleger (auch Produzent)
  • 1970: Vier im roten Kreis
  • 1970: Madly (auch Produzent)
  • 1971: Ein toller Bluff
  • 1971: Die Filzlaus kehrt zurück
  • 1971: Doucement les basses
  • 1971: Rivalen unter roter Sonne
  • 1971: Der Sträfling und die Witwe
  • 1972: La prima notte di quiete
  • 1972: Die Ermordung Trotzkis
  • 1972: Der Chef
  • 1973: Der Preis für ein Leben
  • 1973: Scorpio, der Killer
  • 1973: Die Löwin und ihr Jäger
  • 1973: Tödlicher Hass
  • 1973: Endstation Schafott (auch Produzent)
  • 1974: Jet Set
  • 1974: Eiskalt wie das Schweigen (auch Produzent)
  • 1974: Borsalino & Co. (auch Produzent)
  • 1975: Zorro
  • 1975: Der Bulle und der Killer (auch Produzent)
  • 1975: Der Zigeuner (auch Produzent)
  • 1976: Monsieur Klein (auch Produzent)
  • 1976: Wie ein Bumerang (auch Drehbuch)
  • 1977: Die Gang
  • 1977: Armaguedon
  • 1977: Mann im Teufelskreis (auch Produzent)
  • 1977: Der Fall Serrano (auch Produzent)
  • 1978: Der unheimliche Fremde
  • 1978: Power Play (nur Produzent)
  • 1979: Airport ´79 - Die Concorde
  • 1979: Waffe des Teufels (auch Produzent)
  • 1980: Killer stellen sich nicht vor (auch Drehbuch und Produzent)
  • 1981: Killer sind immer unterwegs
  • 1981: Rette deine Haut, Killer (auch Regie und Drehbuch-Adaption)
  • 1982: Der Schock (auch Regie und Drehbuch-Adaption)
  • 1983: Der Kämpfer (auch Regie, Drehbuch und Produzent)
  • 1983: Le jeune marié (nur Produzent)
  • 1984: Eine Liebe von Swann
  • 1984: Geschichte eines Lächelns
  • 1985: Der Panther (auch Sänger und Drehbuch-Adaption)
  • 1986: Reise in die Unendlichkeit (auch Drehbuch und Produzent)
  • 1988: Cinéma (TV-Serie)
  • 1988: Der Panther II - Eiskalt wie Feuer (auch Drehbuch-Adaption und Produzent)
  • 1990: Der eiskalte Wolf (auch Drehbuch und Produzent)
  • 1990: Nouvelle vague
  • 1992: Casavonvas Rückkehr (auch Ex.Produzent)
  • 1993: Der Anwalt (auch Drehbuch und Ex.Produzent)
  • 1994: Der Teddybär
  • 1995: Hundert und eine Nacht
  • 1997: Le jour et la nuit
  • 1997: Das Leben ist ein Chanson (nur Sänger)
  • 1998: Alle meine Väter
  • 2002: Fabio Montale (TV-Serie)
  • 2003: Le lion (TV)
  • 2003: Frank Riva (TV-Serie) (auch Produktions-Assistent)
  • 2008: Asterix bei den Olympischen Spielen
  • 2009: The Red Circle