Joaquin Phoenix

Joaquin Rafael Bottom

Biographie

Joaquin Phoenix © Buena Vista International

Geboren am 28.10.1974 in San Juan, Puerto Rico Autor Stefanie Rufle

„Der Grund, warum ich immer weiter Filme mache ist, dass ich meine vorigen Filme hasse. Ich versuche lediglich, meine Fehler zu berichtigen.“
Wie viele großen Schauspieler scheint auch Joaquin Phoenix zu denen zu gehören, die über wenig Selbstvertrauen verfügen und der permanenten Meinung sind, es immer noch besser machen zu können. Sogar seinen Weg in die Schauspielerei bezeichnet er als eine Art „Unfall“, in den er mehr oder weniger hineingeschlittert sei. Sieht man sich allerdings die großartigen Leistungen dieses Ausnahmeschauspielers an, kann man über die Selbstzweifel des Joaquin Phoenix nur schmunzeln. Spätestens seit seiner Darstellung des Johnny Cash in „Walk the Line“ (2006) zählt Phoenix zu den ganz Großen Hollywoods und steht längst nicht mehr im Schatten seines berühmten und leider viel zu früh verstorbenen Bruders River Phoenix.

Joaquin wurde am 28. Oktober 1974 als mittleres von fünf Geschwistern in San Juan geboren. Seine Eltern, die Missionare John Bottom Amram und Arlyn Dunetz Jochebed hatten eine Vorliebe für naturverbundene Namen – Joaquins Geschwister trugen die klangvollen Namen Rain, Summer, River und Liberty. Als Joaquin vier Jahre alt war, nahm er den Namen Leaf an, als er mit seinem Vater gerade Laub harkte – er fand seinen Namen, den sowieso keiner richtig aussprechen konnte, zu banal. Erst Anfang der Neunzigerjahre nahm der Schauspieler wieder seinen alten Namen an. Die Familie zog oft um, doch als Joaquin sechs Jahre alt war, ließen die Phoenix' sich mehr oder weniger fest in der Gegend um Los Angeles nieder. Joaquin und seine Geschwister hatten allesamt schauspielerisches Talent und wurden prompt alle fünf für Werbespots gebucht. Seine ersten Gastauftritt hatte Joaquin 1982 in der TV-Sitcom „Seven Brides for Seven Brothers“ an der Seite seines Bruders River und zwei Jahre später war er im Fernsehfilm „Backwards: The Riddle of Dyslexia“ (1984) zu sehen. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte der junge Mime in „Space Camp“ (1986) und ein Jahr später folgte „Russkies“ (1987). Ende der Achtzigerjahre zog der Phoenix-Clan nach Florida um, und auch hier nahm Joaquins Karriere weiter Formen an. Doch nach dem Streifen „Eine Wahnsinnsfamilie“ (1989) entschied er sich, erst einmal zu pausieren – er wollte mehr von der Welt sehen und begab sich auf Reisen.

Doch schneller als gewollt kehrte der Schauspieler unter tragischen Umständen zurück in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Am 31. Oktober 1993 war er mit seinem Bruder River in Johnny Depps Club „The Viper Room“, als River an den Folgen eines Drogencocktails kollabierte und später starb. Aufgrund dieses schweren Schicksalsschlags wollte Joaquin zunächst nichts mehr mit Hollywood zu tun haben, er war überzeugt davon, dass der große Druck im Filmbusiness Schuld am Tod seines Bruders war. Er sagt dazu: „Ich habe nicht das geringste Verlangen, über meinen toten Bruder zu sprechen. Es geht mir auf die Nerven, ständig mit ihm verglichen zu werden. Mein Bruder war ein großartiger Mensch und ein herausragender Schauspieler.“ Doch schließlich konnten ihn Freunde dazu überreden, zurück ins Rampenlicht zu kehren und Phoenix drehte mit Nicole Kidman „To Die For“ (1995). Es folgten „Für das Leben eines Freundes“ (1998) an der Seite von Anne Heche und „8mm – Acht Millimeter“ (1999) mit Nicholas Cage. Für die Hauptrolle in Pat O´Connors „Die Abbotts – Wenn Hass die Liebe tötet“ (1997) stand der Mime mit seiner späteren Verlobten Liv Tyler vor der Kamera, mit der er drei Jahre lang zusammen war. Der internationale Durchbruch gelang Joaquin in Ridley Scotts mehrfach OSCAR nominiertem „Gladiator“ (2000), wo er Russel Crowes Gegenspieler gab. Für diese Leistung erhielt Phoenix eine OSCAR Nominierung als Bester Nebendarsteller und erregte weltweites Aufsehen. Im Drama „Quills - Macht der Besessenheit“ (2000) stand der begabte Schauspieler mit Geoffrey Rush, Kate Winslet und Michael Caine vor der Kamera. Kate Winslet bezeichnet Joaquin übrigens als „besten Schauspieler seiner Generation“.

Es folgten Filme wie „The Yards - Im Hinterhof der Macht“ (2000) mit Mark Wahlberg, Charlize Theron und James Caan, „It´s All About Love“ (2002), „Signs – Zeichen“ (2002) mit Mel Gibson, „The Village – Das Dorf“ (2004) und „Im Feuer“ (2005). 2006 sollte dann ein schicksalhaftes Jahr für Joaquin Phoenix werden. Er ließ sich wegen seiner Alkoholsucht behandeln und drehte den großartigen Film „Walk the Line“ (2006), in dem er den einzigartigen Country-Musiker Johnny Cash spielte und alle Songs selber sang. Joaquin erhielt für seine herausragende Leistung einen Golden Globe als Bester Schauspieler in einem Drama und wurde für den OSCAR nominiert. Es folgten „Helden der Nacht“ (2008) und „Ein einziger Augenblick“ (2008), wo Phoenix erneut mit seinem großen schauspielerischen Potential beeindrucken konnte.

Kann man der Legende glauben, war Joaquin im Januar 2006 in einen Autounfall verwickelt und hilflos in seinem Auto gefangen. Angeblich kam der deutsche Regisseur Werner Herzog zufällig an die Unfallstelle, half dem Schauspieler aus dem Auto, rief einen Krankenwagen und verschwand dann wieder. Phoenix, der strikter Veganer ist, ist der Schwager und gleichzeitig beste Freund von Casey Affleck und war mit Heath Ledger befreundet. 2008 gab der Mime öffentlich bekannt, sich von der Schauspielerei zurückziehen und Rapper werden zu wollen. Man sah ihn damals vermehrt mit Rauschebart und leicht schmuddeligem Äußeren. Später stellte sich die ganze Sache allerdings als riesiger Fake heraus, der Teil seines Films "I'm still here" (2011) wurde.


Filmographie Joaquin Phoenix

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
2000: Bester Nebendarsteller: Gladiator

Gewonnene Golden Globes:
2005: Bester Schauspieler - Drama: Walk the Line

OSCAR Nominierungen:
2000: Bester Nebendarsteller: Gladiator
2005: Bester Hauptdarsteller: Walk the Line