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Roy Scheider †
Roy Richard Scheider
Biographie
© CIC
|
Geboren am Gestorben am: |
10.11.1932 10.02.2008 |
in |
Orange, New Jersey, USA ittle Rock, Arkansas, USA |
Autor | Stefanie Rufle |
|---|
"Das wichtigste ist es, eine gute Arbeit zu machen - ganz gleich, in welchem Medium."
Ein Ausspruch, der die Einstellung des Schauspielers Roy Scheider zu seinem Beruf in nur wenigen Worten punktgenau zusammenfasst. Denn wenn es ihm auch nie ganz gelungen ist, in die Riege der ganz großen Hollywood-Stars aufzusteigen, so zeigte er doch in jeder Rolle eine Verbissenheit und Ernsthaftigkeit, die beinahe schon an Perfektionismus grenzte. Der Mime mit dem sehnigen und drahtigen Äußeren strahlte regelmäßig eine große Intensität in seinen Rollen aus, auch wenn seine Wandlungsfähigkeit eher begrenzt schien - hatte er seinen festen Platz doch am ehesten im actionreichen Kino gefunden. Doch auch durch regelmäßige Auftritte in bekannten TV-Serien wie "N.Y.P.D.", "Cannon" oder "Criminal Intent" hat Roy Scheider sich einen Namen gemacht.
Der am 10. November 1932 in Orange, New Jersey geborene Roy entdeckte schon früh eine Leidenschaft, die ihm zu seinem athletischen Körper verhelfen sollte - er war begeisterter Sportler. Die gebrochene Nase, die ihm sein markantes Aussehen verlieh, verdankte er seiner früheren Leidenschaft zum Boxen. Am College dann begannen sich seine Prioritäten zu verschieben, er tendierte mehr und mehr zum Theater und entschied sich für ein Studium des Dramas. Nach einer Unterbrechung durch den Militärdienst trat der junge Mime mit dem New York Shakespeare Festival auf und gewann den "Obie Award" für seinen Auftritt im Stück "Stephen D.". Roys Filmkarriere begann mit dem Horror-Streifen "The Curse of the Living Corpse" (1964), danach folgten verschiedene Fernsehserien, bis er in Filmen wie "Star!" (1968), "Paper Lion" (1968), "Stiletto" (1969) und "Puzzle of Downfall Child" (1970) wieder auf der Leinwand zu sehen war.
Mit dem Jane Fonda-Thriller "Klute" (1971) erregte Roy Scheider erstmals größere Aufmerksamkeit beim Film-Publikum und für "French Connection - Brennpunkt Brooklyn" (1971) wurde er an der Seite von Gene Hackman erstmals für den OSCAR nominiert. Diese Rolle war es auch, die ihm zu seinem Auftritt als zäher Straßenpolizist in "The Seven-Ups" (1973) verhalf. Scheider war von nun an auf eine bestimmte Rolle abonniert: der unnachgiebige Cop, der mit eisernem Willen seine Ziele verfolgt. Mit dem jungen Steven Spielberg, der den Bestseller "Jaws" verfilmen wollte, kam dann die Rolle, in der Roy Scheider den meisten Filmfans ein Begriff ist. Er spielte den Polizeichef im Blockbuster "Der weiße Hai" (1975), der lange Jahre als einer der brutalsten Filme aller Zeiten galt. 1978 kam es zu einer Auseinandersetzung mit Roy und seinem Filmstudio Universal, als der Schauspieler, der die eigentliche Besetzung des Michael in "The Deer Hunter" (1978) war, aus dem Projekt wieder ausstieg, weil ihm die Handlung des Films zu unglaubwürdig war. Natürlich war Universal mehr als aufgebracht und verlangte im Gegenzug, dass er in der Fortsetzung des Schockers "Der weiße Hai" mitspielen sollte. Scheider willigte ein und bezeichnete später die Entscheidung, aus "The Deer Hunter" auszusteigen als die, die er im Lauf seiner Karriere am meisten bereute. 1976 bekam er die Hauptrolle in "Das Omen" angeboten, die er aber wegen anderer Verpflichtungen ausschlagen musste. Im selben Jahr erschien der großartige Streifen "Der Marathon Mann", in dem der gelernte Bühnenschauspieler als Bruder des gehetzten Marathon-Läufers Dustin Hoffman zu sehen war. Immer mehr machte Roy sein Image zu schaffen, weshalb er die Rolle des drogenkonsumierenden Frauenschwarms und Choreographen Joe Gideon im Musical "Hinter dem Rampenlicht" (1979) annahm - was ihm seine zweite OSCAR-Nominierung einbrachte.
Nach wie vor war Scheider auf der Leinwand präsent und spielte häufig neben großen Leinwandstars, so etwa in "In der Stille der Nacht" (1982) mit Meryl Streep, "Das Russland-Haus" (1990) mit Sean Connery und Michelle Pfeiffer oder in "Naked Lunch - Nackter Rausch" (1991) mit Peter Weller, Judy Davis und Ian Holm. Auch in bekannten Fernsehserien wie "SeaQuest" war der Schauspieler vertreten - dennoch fiel er unerklärlicherweise in der Gunst des Mainstream konsumierenden Publikums immer weiter ab. Obwohl er weiterhin, vor allem in Nebenrollen, sehr beschäftigt war, waren die meisten seiner Filme immer öfter zweitklassige Politthriller wie "Red Zone" (1997), "Chain of Command - Helden sterben nie" (2000) oder "Red Serpent" (2002). Roy, der in zweiter Ehe mit Brenda King verheiratet war, mit der er zwei Kinder hatte, starb am 10. Februar 2008 in einem Krankenhaus in Little Rock im US-Staat Arkansas an den Folgen eines Multiplen Myeloms. Roy Scheider wurde 75 Jahre alt.
Filmographie Roy Scheider
- 1951: Love of Life (TV-Serie)
- 1954: The Secret Storm (TV-Serie)
- 1956: The Edge of Night (TV-Serie)
- 1964: The Curse of the Living Corpse
- 1964: Camera Three (TV-Serie)
- 1966: Lamp at Midnight (TV)
- 1966: Hallmark Hall of Fame (TV-Serie)
- 1967: Das Geheimnis der blauen Krone (TV-Serie)
- 1968: N.Y.P.D. (TV-Serie)
- 1968: Star!
- 1968: Paper Lion
- 1969: Stiletto
- 1970: Loving
- 1970: Puzzle of a Downfall Child
- 1971: Klute
- 1971: French Connection - Brennpunkt Brooklyn
- 1971: Cannon (TV-Serie)
- 1972: To Be Young, Gifted, and Black (TV)
- 1972: Tödliches Gold (TV)
- 1972: L´Attentat
- 1972: Brutale Schatten
- 1973: Die Seven-Ups
- 1974: Sheila Levine Is Dead and Living in New York
- 1975: Der weiße Hai
- (auch Sänger)
- 1976: Der Marathon Mann
- 1977: Atemlos vor Angst
- 1978: Der weiße Hai 2
- 1979: Tödliche Umarmung
- 1979: Hinter dem Rampenlicht (auch Sänger)
- 1982: In der Stille der Nacht
- 1983: Das fliegende Auge
- 1983: Der Weg durch die Hölle (TV)
- 1983: Super-Cup (TV)
- 1984: 2010 - Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen
- 1985: Mishima - Ein Leben in vier Kapiteln (nur Stimme)
- 1986: The Men´s Club
- 1986: 52 Pick-Up
- 1989: Hitman - In der Gewalt der Entführer
- 1989: Die große Herausforderung
- 1989: Night Game
- 1990: Powerplay
- 1990: Den Tod im Sucher (TV)
- 1990: Das Russland-Haus
- 1991: Contact: The Yanomami Indians of Brazil
- 1991: Naked Lunch - Nackter Rausch
- 1993: Deckname Caliph (TV)
- 1993: Romeo Is Bleeding
- 1993: SeaQuest (TV-Serie)
- 1994: Wilde Rache
- 1996: The American Experience (TV-Serie)
- 1996: Söldner ohne Gnade
- 1997: Das Glück hat sieben Augen (TV)
- 1997: The Definite Maybe
- 1997: The Stuntdriver
- 1997: Die Cuba-Connection
- 1997: The Rage - Im Rausch der Gewalt
- 1997: Das Familiengeheimnis
- 1997: Red Zone
- 1997: Der Regenmacher
- 1998: White Raven - Der Diamant des Todes
- 1998: Silver Wolf
- 1998: Steel Train
- 1998: Better Living
- 1999: Die siebente Papyrusrolle (TV-Serie)
- 1999: Citizen Kane - Die Hollywood-Legende (TV)
- 2000: Chain of Command - Helden sterben nie
- 2000: Falling Through
- 2000: The Doorway
- 2000: Daybreak - Katastrophe in L.A.
- 2001: Diamond Hunters (TV)
- 2001: Angels Don´t Sleep Here
- 2001: Time Lapse
- 2002: Red Serpent
- 2002: The Feds: U.S. Postal Inspectors
- 2002: Love Thy Neighbor
- 2002: Texas 46
- 2002: King of Texas (TV)
- 2002: Third Watch - Einsatz am Limit (TV-Serie)
- 2003: Citizen Verdict
- 2003: Dracula II: Ascension
- 2004: The Punisher
- 2005: Wes Cravens Dracula III: Legacy
- 2006: Last Chance
- 2006: The Shark Is Still Working (nur Produktions-Assistent)
- 2007: The Poet
- 2007: Criminal Intent - Verbrechen im Visier (TV-Serie)
- 2007: If I Didn´t Care
- 2008: Dark Honeymoon
- 2009: Iron Cross
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1979: Bester Schauspieler - Musical/Comedy: Hinter dem Rampenlicht
OSCAR Nominierungen:
1971: Bester Nebendarsteller: French Connection - Brennpunkt Brooklyn
1979: Bester Hauptdarsteller: Hinter dem Rampenlicht

