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Sidney Poitier
Sidney L. Poitier
Biographie
© United International Pictures
| Geboren am | 20.2.1927 | in | Miami, Florida, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Sidney Poitier gehört zu den unbestrittenen Größen Hollywoods und man kann mit Fug und Recht sagen, dass er der erste farbige Hollywoodstar überhaupt war. Für seinen Part in "Lilien auf dem Felde" wurde Poitier 1963 als erster Afro-Amerikaner mit dem OSCAR als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Viele seiner Rollen waren wegweisend für das Durchbrechen sozialer Barrieren zwischen farbigen und weißen Menschen, und der Tenor dieser Filme war der Kampf gegen rassische Vorurteile. Daraus ergab sich aber auch eine Klassifizierung für Poitier als Schauspieler, über die er selber sagt:
"In ihr liegt eine Begrenzung, eine Einengung aus der ich mich freizumachen versuche."
Geboren wurde Sidney Poitier am 20. Februar 1927 in eine nicht einfache Kindheit hinein. Obwohl er in Florida geboren wurde, lebte seine Familie auf den Bahamas, wo der Vater eine kleine Farm mit einem äußerst bescheidenen Einkommen hatte. Sidney war übrigens ein derart kränklicher Säugling, dass seine Eltern auf ihren Reisen nach Florida immer eine Schrankschublade mitnahmen, die sie als Sarg benutzen wollten, sollte das Baby sterben. Das, was Sidneys Vater mit seiner Farm erwirtschaftete, reichte hinten und vorne nicht für seine Frau und die acht Kinder. Aus diesem Grund kam Sidney auch erst mit elf Jahren zur Schule und musste diese mit dreizehn schon wieder verlassen, da sein Vater die Farm nicht mehr halten konnte. Sidney war gezwungen, seine Familie zu unterstützen und verdiente mit diversen Gelegenheitsjobs etwas Geld dazu. Mit 18 dann meldete er sich freiwillig zur US Army und bewarb sich nach seiner Entlassung als Schauspieler beim American Negro Theatre in New York. Beim Vorsprechen fiel der junge Mann allerdings durch und arbeitete zunächst als Kulissenschieber und Pförtner. Mit der Zeit bekam er aber immer öfter kleinere Rollen und wurde schließlich von einem der Regisseure entdeckt. Dieser verschaffte dem jungen Mimen sein erstes Broadway-Engagement - Poitier ging auf Tournee und wurde innerhalb kürzester Zeit bekannt. Sein Leinwanddebüt hatte Sidney 1950 mit "Der Haß ist blind" (1950), einem Film gegen Rassenhaß. Dies war natürlicherweise ein großes Thema für den Schauspieler, seine erste Konfrontation mit Rassismus hatte er, als er mit fünfzehn Jahren nach Miami kam. Das war damals ein Schock für den Jungen gewesen, der auf den Bahamas in einer von Schwarzen dominierten Gesellschaft aufgewachsen war. Auch in seinen Anfängen als Schauspieler musste Sidney erleben, dass er immer die schlechteren Rollen als seine weißen Kollegen bekam.
Fünf Jahre nach seinem ersten Leinwandauftritt bekam Poitier die Rolle, die ihn zum weltbekannten Star machen sollte - er spielte im vieldiskutierten Richard Brooks-Film "Die Saat der Gewalt" (1955). Auch einer seiner nächsten Filme, "Ein Mann besiegt die Angst" (1957), thematisierte wieder den Rassismus, und für die Rolle in Stanley Kramers "Flucht in Ketten" (1958) wurde er erstmals für den OSCAR nominiert und erhielt auf den Berliner Filmfestspielen den Darstellerpreis. Ohne zu übertreiben kann man behaupten, dass fast jeder von Sidney Poitiers Filmen thematisch bemerkenswert war und hohe schauspielerische Leistungen verlangte. In Produktionen wie "Porky und Bess" (1959), "Denn sie sollen getröstet werden" (1951), "Flammen über Afrika" (1957) und "Ein Fleck in der Sonne" (1961) bewies der Mime sein großes Können und Talent, und für seine Leistung in "Lilien auf dem Felde" (1963) wurde er dann mit dem OSCAR belohnt. Zu Poitiers größten Erfolgen zählt zweifelsohne der Streifen "In der Hitze der Nacht" (1967). Hier und in den beiden Folgefilmen "Zehn Stunden für Virgil Tibbs" (1970) und "Die Organisation" (1971) spielte er den Detektiv Virgil Tibbs, der sich mit Rod Steiger ein unvergessenes Duell liefert. In "Rat mal, wer zum Essen kommt" (1967) stand Poitier mit den Hollywood-Größen Katharine Hepburn und Spencer Tracy vor der Kamera. 1969 wurde er mit dem Henrietta Award der Academy als männlicher "World Film Favorite" ausgezeichnet.
1972 inszenierte Sidney seinen ersten Film "Der Weg der Verdammten". Von 1975 bis 1987 war er dann ausschließlich als Regisseur tätig und kehrte erst 1988 mit "Mörderischer Vorsprung" (1988) und "Little Nikita" (1988) auf die Leinwand zurück. 1992 war der Mime in der Rolle des Crease im Computer-Thriller "Sneakers - Die Lautlosen" (1992) zu sehen und erhielt im selben Jahr den Life Achievement Award des Amerikanischen Filminstituts. Im TV-Film "Mandela und DeKlerk" (1997) spielte er den großen Freiheitskämpfer - eine Paraderolle für Sidney Poitier. 2002 wurde der Schauspieler mit dem Irving G. Thalberg Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Sidney Poitier erreichte eine Popularität wie kein anderer afro-amerikanischer Schauspieler vor ihm und obwohl er seine schauspielerischen Aktivitäten stark eingeschränkt hat, ist er nach wie vor einer der beliebtesten und am meisten respektierten Personen des amerikanischen Films. Poitier ist seit 1976 in zweiter Ehe mit Joanna Shimkus verheiratet und hat insgesamt sechs Kinder. Er darf sich Sir Sidney Poitier nennen, ein Titel, den er allerdings selbst nie benutzt.
Filmographie Sidney Poitier
- 1947: Sepia Cinderella
- 1950: Der Haß ist blind
- 1951: Denn sie sollen getröstet werden
- 1952: Unternehmen "Rote Teufel"
- 1954: Artisten des Sports
- 1955: Die Saat der Gewalt
- 1955: Kraft Television Theatre (TV-Serie)
- 1955: The Philco Television Playhouse (TV-Serie)
- 1956: Good-bye, My Lady
- 1957: Ein Mann besiegt die Angst
- 1957: Flammen über Afrika
- 1957: Weint um die Verdammten
- 1957: Das Zeichen des Falken
- 1958: Virigin Island
- 1958: Flucht in Ketten
- 1959: Porgy und Bess (auch Sänger)
- 1960: Und der Herr sei uns gnädig
- 1961: Ein Fleck in der Sonne
- 1961: Paris Blues
- 1962: Die Sprache der Gewalt
- 1963: Lilien auf dem Felde
- (auch Sänger)
- 1964: Raubzug der Wikinger
- 1965: Zwischenfall im Atlantik
- 1965: Die größte Geschichte aller Zeiten
- 1965: Ein Streifen blauer Himmel
- 1965: Stimme am Telefon
- 1966: Duell in Diablo
- 1967: Herausgefordert
- 1967: In der Hitze der Nacht
- 1967: Rat mal, wer zum Essen kommt
- 1968: Liebling (auch Story)
- 1969: Es führt kein Weg zurück
- 1970: Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs
- 1971: Brother John - Der Mann aus dem Nichts
- 1971: Die Organisation
- 1972: Der Weg der Verdammten (auch Regie)
- 1973: A Warm December (auch Regie)
- 1974: Samstagnacht oben in der Stadt (auch Regie)
- 1975: Die Wilby-Verschwörung
- 1975: Dreh´n wir noch´n Ding (auch Regie)
- 1977: A Piece of the Action (auch Regie)
- 1980: Zwei irre Spaßvögel (nur Regie)
- 1982: Der Geisterflieger Hanky Panky (nur Regie)
- 1985: Fast Forward - Sie kannten nur ein Ziel (nur Regie)
- 1988: Mörderischer Vorsprung
- 1988: Little Nikita
- 1990: Ghost Dad - Nachrichten von Dad (nur Regie)
- 1991: Gleichheit kennt keine Farbe (TV)
- 1992: Sneakers - die Lautlosen
- 1995: Die Rache der Gejagten (TV)
- 1996: To Sir, with Love II (TV)
- 1997: Mandela und De Klerk - Zeitenwende (TV)
- 1997: Der Schakal
- 1998: David and Lisa (TV)
- 1999: Free of Eden (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1999: Das Leben ist was Wunderbares (TV)
- 2001: The Last Brickmaker in America (TV)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler - Drama: Flucht in Ketten
1959: Bester Schauspieler - Musical/Comedy: Porgy und Bess
1961: Bester Schauspieler - Drama: Ein Fleck in der Sonne
1965: Bester Schauspieler - Drama: Ein Streifen blauer Himmel
1967: Bester Schauspieler - Drama: In der Hitze der Nacht
Gewonnene Golden Globes:
1963: Bester Schauspieler - Drama: Lilien auf dem Felde
OSCAR Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler: Flucht in Ketten
Gewonnene OSCARs:
1963: Bester Schauspieler: Lilien auf dem Felde