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Rupert Graves
Biographie
© 20th Century Fox
| Geboren am | 30.6.1963 | in | Weston-super-Mare, England, Grossbritannien | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Ähnlich wie Johnny Depp entschied sich der britische Schauspieler Rupert Graves schon zu Beginn seiner Karriere dafür, die künstlerisch wertvollen und etwas obskuren Filme den Mainstream-Produktionen vorzuziehen. Das nahm zwar seinem Stern etwas Glanz, doch verhalf es ihm gleichzeitig zu seinem eindeutigen Ruf als kontroverser und mutiger Künstler, den die schwierigen Rollen reizen.
Schon sehr früh kristallisierte sich heraus, dass der am 30. Juni 1963 im Küstenstädtchen Weston-super-Mare geborene Rupert der geborene Rebell ist. In der Schule hatte er es sehr schwer, er lehnte sich gegen jegliche Autoritäten auf und weigerte sich, starre Regeln einfach hinzunehmen. Kein Wunder also, dass er als Teenager zum Punk-Rocker wurde, und auch seine Gelegenheitsjobs als Zirkus-Clown passten da durchaus ins Bild. Bald schon entdeckte er seine Fähigkeiten als Schauspieler und schloss sich einer fahrenden Komödianten-Gruppe an. Schon 1978 bekam der Fünfzehnjährige eine kleine Rolle in der britischen Kultserie „Return of the Saint“ und kurz darauf spielte er Yan in der Adaption von Enid Blytons „Fünf Freunde“ (1979). Sein professionelles Bühnendebüt hatte der Jungschauspieler mit dem Stück „The Killing of Mr. Toad“ und anschließend bekam er die Hauptrolle in der Londoner Bühnenproduktion „Torch Song Trilogy“ an der Seite von Harvey Fierstein. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand auf Ruperts vielseitiges Können aufmerksam wurde. Nach einigen TV-Produktionen spielte er im OSCAR prämierten „Zimmer mit Aussicht“ (1985) an der Seite von Maggie Smith, Judi Dench und Daniel Day-Lewis und zwei Jahre später war er im Schwulendrama „Maurice“ (1987) zu sehen.
Schneller als gedacht war Rupert Graves an die Spitze der Schauspielerliga vorgerückt und schon bald konnte er auch seine erste Hauptrolle vorweisen. Im Drama „Engel und Narren“ (1991) stand er mit Helena Bonham-Carter, Helen Mirren und Judy Davis vor der Kamera und in „Verhängnis“ (1992) spielte er den Filmsohn von Jeremy Irons. Ein Höhepunkt in Graves Karriere war mit Sicherheit sein Auftritt im Streifen „King George – Ein Königreich für mehr Verstand“ (1994). Mit seinem jungenhaften Charme und seinem blendenden Aussehen begeisterte er Fans beiderlei Geschlechts und beantwortete die gängige Journalistenfrage, ob er schwul sei, bald schon gar nicht mehr. Auch seine Filmrollen boten diesen Gerüchten genügend Nahrung, spielte er doch immer wieder Homosexuelle, oder wie in „Der kleine Unterschied“ (1996) den Liebhaber eines männlichen Transsexuellen. Auch Graves sonstige Rollen haben mit einem strahlenden Helden oft wenig zu tun. Als Matrose Harold Guppy hat er im Familiendrama „Bed & Breakfast – Die Miete zahlt der Tod“ (1996) sowohl mit der Mutter wie auch mit der Tochter ein Verhältnis, in „Augenzeuge – Gnadenlos gesucht“ (1996) spielt er einen einsamen Trinker und in „Mrs. Dalloway“ (1997) verdreht er Vanessa Redgrave und Natascha McElhone den Kopf. Für seine Leistung in „Bed & Breakfast“ wurde Graves 1996 beim Film-Festival von Montreal als bester Schauspieler geehrt. An der Seite von Sam Neill und Helena Bonham-Carter war der Mime in der Krimikomödie „Rache ist süß“ (1998) zu sehen und im Historiendrama „Cleopatra“ (1999) gab er den Octavian. Mit „V wie Vendetta“ (2005) und „Sterben für Anfänger“ (2007) kam der britische Schauspieler erneut in die deutschen Kinos, und für das britische Drama "We Want Sex" (2011) stand Graves neben Sally Hawkins, Miranda Richardson, Bob Hoskins und Rosamund Pike vor der Kamera. In der TV-Serie "Sherlock", die 2010 startete, spielt Graves den DI Lestrade.
Rupert Graves verfügt über ein unglaubliches Arbeitstempo und hält auch seiner Leidenschaft für die Bühne nach wie vor die Treue. Der Mime, der im gleichen Ort wie John Cleese geboren wurde, hatte hoch gelobte Broadway-Auftritte in „Closer“ (2000) und „The Elephant Man“ (2002). 1998 wurde er für den Laurence Olivier Theatre Award als bester Schauspieler für seinen Auftritt in „HurlyBurly“ am Queen´s Theatre nominiert. Der Mime, der seit 2001 mit Susie Lewis verheiratet ist und mit ihr vier Kinder hat, schützt seine Privatsphäre, wo er nur kann. Interviews zu geben empfindet er als furchtbar langweilig, weil man da immer nur von sich selber reden soll und Fragen zu Dingen gestellt bekommt, die einen eigentlich gar nicht interessieren.
Filmographie Rupert Graves
- 1978: Return of the Saint (TV-Serie)
- 1979: Fünf Freunde (TV-Serie)
- 1981: Vice Versa (TV-Serie)
- 1982: All for Love (TV-Serie)
- 1983: St. Ursula's in Danger (TV)
- 1983: Good and Bad at Games (TV)
- 1984: Puccini (TV)
- 1985: Zimmer mit Aussicht
- 1987: Maurice
- 1987: Fortunes of War (TV-Serie)
- 1988: Eine Handvoll Staub
- 1990: Meine liebe Rose
- 1990: Stauffenberg - Verschwörung gegen Hitler (TV)
- 1991: Una questione privata (TV)
- 1991: Engel und Narren
- 1992: The Sheltering Desert
- 1992: Inspector Morse (TV-Serie)
- 1992: Verhängnis
- 1993: Screen One (TV-Serie)
- 1994: Doomsday Gun - Die Waffe des Satans (TV)
- 1994: Unter Beschuß (TV)
- 1994: King George - Ein Königreich für mehr Verstand
- 1995: Harry (TV-Serie)
- 1996: The Great War and the Shaping of the 20th Century (TV-Serie)
- 1996: Der Augenzeuge - Gnadenlos gejagt
- 1996: Bed & Breakfast - Die Miete zahlt der Tod
- 1996: The Tenant of Wildfell Hall (TV-Serie)
- 1996: Der kleine Unterschied
- 1997: Bent
- 1997: Mrs Dalloway
- 1998: The Soldier's Leap
- 1998: Rache ist süß
- 1999: The Blonde Bombshell (TV)
- 1999: Cleopatra (TV)
- 1999: Alle meine Lieben
- 1999: Dreaming of Joseph Lees
- 2000: Zimmer gesucht
- 2000: Take a Girl Like You (TV)
- 2000: Checkout Girl (nur Regie und Drehbuch)
- 2002: The Forsyte Saga (TV-Serie)
- 2002: Extreme Ops
- 2003: The Forsyte Saga: To Let (TV-Serie)
- 2003: Charles II: The Power & the Passion (TV-Serie)
- 2004: Pride (TV) (nur Stimme)
- 2005: Rag Tale
- 2005: Spooks (TV-Serie)
- 2005: A Waste of Shame: The Mystery of Shakespeare and His Sonnets (TV)
- 2005: V wie Vendetta
- 2006: Son of the Dragon (TV-Serie)
- 2007: Das zweite Leben - Dr. Barnard und die erste Herztransplantation (TV)
- 2007: Sterben für Anfänger
- 2007: Clapham Junction (TV)
- 2007: The Waiting Room
- 2007: Intervention
- 2007: The Dinner Party (TV)
- 2008: Wer die Toten weckt (TV-Serie)
- 2008: Midnight Man (TV-Serie)
- 2008: Ashes to Ashes (TV-Serie)
- 2008: God on Trial (TV)
- 2008: Marple: A Pocketful of Rye (TV)
- 2009: The Good Times Are Killing Me (TV)
- 2009: Garrow's Law (TV-Serie)
- 2010: Kommissar Wallander (TV-Serie)
- 2010: Lewis - Der Oxford Krimi (TV-Serie)
- 2010: Sherlock (TV-Serie) - Staffel 1
- 2010: Law & Order: UK (TV-Serie)
- 2010: Single Father (TV-Serie)
- 2010: New Tricks (TV-Serie)
- 2010: Jeremywolf (nur Co.Regie und Drehbuch)
- 2011: We Want Sex
- 2011: Point of Rescue (TV)
- 2011: Scott & Bailey (TV-Serie)
- 2011: Case Sensitive (TV-Serie)
- 2012: Sherlock (TV-Serie) - Staffel 2