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Peter Ustinov †
Peter Alexander Freiherr von Ustinov
Biographie
© United International Pictures
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Geboren am Gestorben am: |
16.4.1921 28.03.2004 |
in |
London, England, Großbritannien Genolier, Vaud, Schweiz |
Autor | Stefanie Rufle |
|---|
"Man kann den Terrorismus nicht bekämpfen, ohne selber zum Terroristen zu werden."
Peter Ustinov war ein Mann, der kein Blatt vor den Mund nahm, der sich nicht scheute, mit seinen Äußerungen, wie hier mit seinem Statement zur amerikanischen und britischen Invasion in Afghanistan im Jahr 2001, unbequem zu sein. Seine Einstellung zum Weltgeschehen war nicht immer unbedingt konform mit der der breiten Mehrheit und gerade das machte ihn zu einem wichtigen Sprachrohr der unterdrückten Minderheiten. Zum Irak-Krieg 2003 hatte er folgende Einstellung: "Terrorismus ist der Krieg der Armen und Krieg ist der Terrorismus der Reichen." Sich selbst bezeichnete er als "Weltbürger Ustinov", sprach fließend französisch, deutsch, englisch, italienisch, russisch und spanisch und konnte sich außerdem in türkisch und griechisch verständigen. Zeit seines Lebens war er stolz darauf sagen zu können:
"Es fließt russisches, deutsches, spanisches, italienisches, französisches und äthiopisches Blut durch meine Adern."
Wer sich die Kindheit des als Peter Alexander Freiherr von Ustinov geborenen Mimen anschaut, wundert sich nicht über sein non-konformes Denken. Am 16. April 1921 wurde der kleine Peter als Sohn eines russischstämmigen deutschen Journalisten und einer französischen Bühnenbildnerin, deren Vorfahren aus Italien und Äthiopien kamen, geboren. Er wuchs in London viersprachig auf und besuchte von 1934 bis 1937 die Eliteschule Westminster. Anschließend arbeitete der junge Mann am Theatre Studio bei Michael St. Denis und hatte bereits 1938 sein Bühnendebut am Barn Theatre von Shere. Ein Jahr später konnte er schon sein erstes eigenes Stück "The Bishop of Limpopoland" in London aufführen. 1940 stand der Schauspieler mit dem Film "Hulo, Fame!" erstmals vor der Kamera. In diesem Jahr heiratete Peter Isolde Denham, die Halbschwester von Angela Lansbury - die beiden hatten eine gemeinsame Tochter, Tamara. Doch auch vor dem Schauspieler machte der Krieg nicht Halt - von 1942 bis 1946 leistete Ustinov seinen Armeedienst und schloss sich dort der Film-Einheit an. Während dieser Zeit war er Offiziersbursche eines anderen berühmten Kollegen: Lt. Col. David Niven. Nach Beendigung seines Militärdienstes lieferte das Multitalent seine erste Regiearbeit, "School of Secrets" (1946), ab. Auch schon zuvor hatte Ustinov schon Drehbuch geschrieben und Filme produziert.
1951 gelang dem Mimen in der Nebenrolle des vertrottelten Kaisers Nero im römischen Antikfilm "Quo Vadis?" der Sprung nach Hollywood. Für diese Rolle wurde Peter erstmals für den OSCAR nominiert und erhielt außerdem einen Golden Globe. 1955 sollten zwei weitere Filme für Furore sorgen: Ustinovs darstellerische Leistung in "Wir sind keine Engel" wurde von Kritikern und dem Publikum hoch gelobt und in "Lola Montez" lieferte der Schauspieler als Manegenmeister eine wahre Glanzleistung. 1960 gewann er seinen ersten OSCAR für seine Nebenrolle in "Spartacus", für den er auch das Drehbuch geschrieben hatte und wurde für den Golden Globe nominiert. In diesem Streifen konnte man ihn neben Kirk Douglas und Tony Curtis bewundern. Den zweiten OSCAR durfte Peter Ustinov für "Topkapi" (1964) entgegennehmen - auch hierfür gab es wieder eine Golden Globe Nominierung. Nach seiner Scheidung von Isolde Denham hatte der Schauspieler 1954 Suzanne Cloutier geheiratet, die beiden hatten drei Kinder miteinander: Pavla, Andrea und Igor. Anfang der 60er Jahre war Ustinov sowohl als Schauspieler, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor äußerst erfolgreich, z. B. mit "Romanoff and Juliet" (1961) und "Die Verdammten der Meere" (1962). Mit seinem wirklich herausragendem schauspielerischen Talent machte er auch in Nebenrollen eher mittelmäßige Filme sehenswert, wobei er auch immer wieder in Komödien zu sehen war. Dazu sagte er einmal: "Die Komödie ist einfach nur eine lustige Möglichkeit, ernst zu sein." 1963 wurde Ustinov von der Mirish Company wegen seines Ausscheidens aus "The Pink Panther" verklagt - der Ersatz für ihn war Peter Sellers.
In den Siebziger- und Achtzigerjahren war der Mime mehrmals als belgischer Privatdetektiv Hercule Poirot in Agatha Christie-Adaptionen für Kino und Fernsehen zu bewundern - er spielte in den Streifen "Tod auf dem Nil" (1978), "Das Böse unter der Sonne" (1982), "Mord à la carte" (1985), "Tödliche Parties" (1986), "Mord mit verteilten Rollen" (1986) und "Rendezvous mit einer Leiche" (1987) den exzentrischen Ermittler. Später erzählte er, dass Rosalind Hicks, Agatha Christies Tochter, als sie ihn zum ersten Mal sah, sagte, das sei nicht Poirot. Er erwiderte darauf: "Jetzt ist er es, meine Liebe." 1966 war Peter Ustinov Mitglied der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes, 1986 bei den Filmfestspielen von Venedig. Immer wieder war er auch in kleinen TV-Rollen zu sehen, so etwa in "Jesus von Nazareth" (1977), "In 80 Tagen um die Welt" (1989) oder in "Die Französische Revolution" (1989). Das New London Theatre eröffnete am 02. Januar 1973 mit dem Ustinov-Stück "The Unknown Soldier and His Wife". Peter Ustinov hatte viele Begabungen, er spielte Theater, trat in Opern auf, war im Kino und Fernsehen erfolgreich, war bekannt als Erzähler und Synchronsprecher, führte Regie, schrieb Drehbücher, produzierte Filme und war gleichzeitig auch als Journalist tätig. Von 1969 bis zu seinem Tod war er sowohl Botschafter der UNESCO, wie auch der UNICEF. Seit 1972 war der Mime mit Helene du Lau d´Allemans verheiratet. 1990 wurde er von Königin Elizabeth in den Adelsstand erhoben - er durfte sich von da an Sir Peter Ustinov nennen. 1994 wurde der Weltbürger Ustinov mit dem Deutschen Kulturpreis ausgezeichnet. Am 28. März 2004 starb in Genf mit Sir Peter Ustinov einer der ganz großen des Filmgeschäfts - er war stets ein streitbarer Geist, der es seiner Umgebung nicht immer leicht machte, der aber immer bereit war, für seine Überzeugungen einzustehen.
Filmographie Peter Ustinov
- 1940: Hullo, Fame!
- 1942: One of Our Aircraft Is Missing
- 1942: Let the People Sing
- 1942: The Goose Steps Out
- 1943: The New Lot (auch Drehbuch)
- 1944: The Way Ahead (auch Drehbuch)
- 1945: The True Glory (nur Drehbuch)
- 1946: School for Secrets (nur Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1948: Vice Versa (nur Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1949: Private Angelo (auch Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1950: Odette
- 1950: BBC Sunday Night Theatre (TV-Serie) (auch Drehbuch)
- 1951: Hotel Sahara
- 1951: Der wunderbare Flimmerkasten
- 1951: Quo Vadis?
- 1952: La bergère et le ramoneur
- 1952: Pläsier
- 1954: Sinuhe der Ägypter
- 1954: Beau Brummel - Rebell und Verführer
- 1955: Wir sind keine Engel
- 1955: Lola Montez (auch Drehbuch)
- 1956: Der Narr und die Tänzerin
- 1957: Spione am Werk
- 1957: Der Hund, der Herr Bozzi hieß
- 1957: The DuPont Show of the Month (TV-Serie) (nur Drehbuch)
- 1957: The Indifferent Shepherd (TV) (nur Drehbuch)
- 1958: Omnibus (TV-Serie) (auch Drehbuch und Regie)
- 1958: The Steve Allen Show (TV-Serie)
- 1960: Spartacus
- (auch Drehbuch)
- 1960: Der endlose Horizont
- 1961: Romanoff and Juliet (auch Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1962: Die Verdammten der Meere (auch Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1964: The Peaches (nur Stimme)
- 1964: Topkapi
- 1965: John Goldfarb, Please Come Home
- 1965: Lady L (auch Drehbuch und Regie)
- 1966: The Wednesday Play (TV-Serie) (nur Drehbuch)
- 1966: Hallmark Hall of Fame (TV-Serie)
- 1967: Die Stunde der Komödianten
- 1968: Käpt´n Blackbeards Spuk-Kaschemme
- 1968: The Story of Babar, the Little Elephant (TV) (nur Stimme)
- 1968: Das Millionending (auch Drehbuch)
- 1969: Au théatre ce soir (TV-Serie) (nur Drehbuch)
- 1969: Viva Max!
- 1970: A Storm in Summer (TV)
- 1971: Gideon (TV)
- 1971: Babar Comes to America (TV) (nur Stimme)
- 1972: Clochemerle (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1972: Hammersmith ist raus (auch Regie)
- 1973: Burt Bacharach: Opus No. 3 (TV)
- 1973: Robin Hood (Walt Disney)
- (nur Stimme)
- 1975: Wer hat unseren Dinosaurier geklaut?
- 1976: Flucht ins 23. Jahrhundert
- 1976: Der Goldschatz der Matecumbe
- 1976: Kein Abend wie jeder andere (TV)
- 1977: Das malvenfarbene Taxi
- 1977: Jesus von Nazareth (TV-Serie)
- 1977: Drei Fremdenlegionäre
- 1977: The Mouse and His Child (nur Stimme)
- 1977: Vom Blitz getroffen
- 1978: Winds of Change (nur Stimme)
- 1978: Tod auf dem Nil
- 1978: Der Dieb von Bagdad (TV)
- 1979: Tarka der Otter (nur Stimme)
- 1979: Ashanti
- 1979: Nous maigrirons ensemble
- 1979: Doctor Snuggles (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1980: Strumpet City (TV-Serie)
- 1981: The Search for Santa Claus
- 1981: Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin
- 1981: Die große Muppet Party
- 1981: Grendel Grendel Grendel (nur Stimme)
- 1982: Wortwechsel (TV-Serie)
- 1982: Das Böse unter der Sonne
- 1983: Imaginary Friends (TV)
- 1984: Abgehört (TV)
- 1984: Memed My Hawk (auch Drehbuch und Regie)
- 1985: Mord à la Carte (TV)
- 1986: Mord mit verteilten Rollen (TV)
- 1986: Tödliche Parties (TV)
- 1986: Russia (TV-Serie) (nur Drehbuch)
- 1988: Peep and the Big Wide World (nur Stimme)
- 1988: Rendezvous mit einer Leiche
- 1989: In 80 Tagen um die Welt (TV-Serie)
- 1989: Die Französische Revolution (TV-Serie)
- 1989: Granpa (TV) (nur Stimme)
- 1990: The Orchestra (TV)
- 1990: Spatzi, Fratzi & Co.
- 1992: Lorenzos Öl
- 1993: Wings of the Red Star MIG Force (TV-Serie)
- 1993: Inside the Vatican (TV-Serie) (nur Drehbuch) (als Sir Peter Ustinov)
- 1995: The Phoenix and the Magic Carpet
- 1995: The Old Curiosity Shop (TV)
- 1998: Stiff Upper Lips
- 1999: Alice im Wunderland (TV)
- 1999: Animal Farm (TV) (nur Stimme)
- 1999: Der Junggeselle
- 2000: Deutschlandspiel (TV)
- 2001: Victoria & Albert (TV)
- 2002: The Will to Resist
- 2002: Salem Witch Trials (TV)
- 2003: Luther (als Sir Peter Ustinov)
- 2003: Winter Solstice (TV) (als Sir Peter Ustinov)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1960: Bester Nebendarsteller: Spartacus
1964: Bester Schauspieler - Musical/Comedy: Topkapi
Gewonnene Golden Globes:
1951: Bester Nebendarsteller: Quo Vadis?
OSCAR Nominierungen:
1951: Bester Nebendarsteller: Quo Vadis?
1968: Bestes Drehbuch: Das Millionending
Gewonnene OSCARs:
1960: Bester Nebendarsteller: Spartacus
1964: Bester Nebendarsteller: Topkapi