Grace Kelly †

Grace Patricia Kelly

Biographie

Grace Kelly © unbekannt

Geboren am
Gestorben am:
12.11.1929
14.09.1982
in Philadelphia, Pennsylvania, USA
Monaco
Autor Stefanie Rufle

Wenn man sich das Leben der Grace Kelly anschaut, scheint es wirklich nichts zu geben, was diese kühl wirkende und doch wunderschöne Frau nicht erreicht hätte. Als Tochter einer irischen Einwandererfamilie, die sich im Laufe der Jahre einen gewissen Wohlstand erarbeiten konnte, wollte Grace schon früh Schauspielerin werden. Diesen Wunsch setzte sie gegen den Willen ihres Vaters durch, brachte es zu einer OSCAR Nominierung und durfte die Trophäe sogar einmal mit nach Hause nehmen. Sie wurde zu Hitchcocks "Lieblingsblondine" und durfte sich mit einer relativ kurzen Filmographie sogar Superstar nennen. Dann heiratete die Kelly Fürst Rainier von Monaco und wurde zu Grazia Patrizia von Monaco - ein Traum schien Wirklichkeit geworden zu sein. Zu ihrer Hollywood-Vergangenheit hatte sie später folgendes zu sagen:
"Ich habe Hollywood gehasst. Es ist eine Stadt ohne Gnade. Ich kenne keinen anderen Platz auf der Welt, wo so viele Menschen Nervenzusammenbrüche erleiden, wo es so viele Alkoholiker, Neurotiker und unglückliche Menschen gibt."

Geboren am 12. November 1929 in Philadelphia, war Grace Patricia Kelly das dritte von vier Kindern des erfolgreichen und wohlhabenden Maurers John B. Kelly und der Deutschen Margaret Major. Grace Großvater war ein irischer Bauernsohn gewesen und als Einwanderer in die USA gekommen. Das kleine Mädchen wurde in eine äußerst künstlerische Familie hineingeboren: Onkel Walter Kelly war ein berühmter Bühnenschauspieler, ein anderer Onkel der bekannte Schriftsteller und Pulitzer-Preisträger George Kelly. Bei der Uraufführung eines seiner Bühnenstücke - "The Torch Bearers" - stand seine kleine Nichte Grace mit auf der Besetzungsliste. Doch Grace Familie war nicht nur künstlerisch sehr begabt, sondern auch ungemein sportlich - ein Attribut, das auf das Mädchen nicht zutraf, weswegen sie von ihrer Mutter zumindest in eine Ballettschule geschickt wurde. Grace besuchte eine Klosterschule und wirkte in verschiedenen Laienspielgruppen mit - schnell war für sie klar, dass sie Schauspielerin werden wollte. Tatsächlich gelang es der jungen Frau, sich in diesem Punkt gegen ihren Vater durchzusetzen und sie ging ganz alleine nach New York, an die American Academy of Dramatic Arts in New York. Nebenher jobbte die bildschöne Grace als Fotomodel und verdiente sich ihr Geld mit TV-Spots dazu. Außerdem spielte sie auf verschiedenen kleinen Bühnen und war in diversen Fernsehserien zu sehen. Ihr Broadway-Debut hatte die junge Schauspielerin im Jahr 1949, dann zog sie aber von New York nach Südkalifornien um, um sich dem lukrativeren Bereich des Schauspielerberufs, dem Kino zu widmen. Ihre erste kleine Filmrolle bekam die Mimin im Thriller "Vierzehn Stunden" (1951), doch erst mit dem Western "Zwölf Uhr mittags" (1952), wo sie die Ehefrau von Gary Cooper spielte, konnte sie einen ersten großen Erfolg verbuchen.

Zu dieser Zeit führte die Kelly auch ihre Schauspielausbildung am Neighborhood Playhouse fort und erhielt einen Siebenjahresvertrag bei MGM. Bereits ihr dritter MGM-Film "Mogambo" (1953), wo sie an der Seite von Clark Gable und Ava Gardner zu sehen war, brachte ihr eine OSCAR Nominierung für die beste Nebenrolle ein. Dann entdeckte sie der "Master of Suspense" Alfred Hitchcock für sich - die Zusammenarbeit mit ihm sollte Grace Kelly zum Weltstar machen. In drei Hitchcock-Thrillern war die Kelly als kühle, oft etwas bieder wirkende Blondine zu sehen: "Bei Anruf Mord" (1954) mit Ray Milland, "Das Fenster zum Hof" (1954) mit James Stewart und "Über den Dächern von Nizza" (1955) mit Cary Grant. Vor allem die großartige Darstellung in "Das Fenster zum Hof" machte die Schauspielerin weltberühmt. Ihren OSCAR allerdings bekam die Kelly für ihre Rolle in "Ein Mädchen vom Lande" (1955), die eigentlich für Jennifer Jones vorgesehen gewesen war - die musste aber wegen ihrer Schwangerschaft ablehnen. Bei diesen OSCAR Verleihungen gab es wohl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grace und Judy Garland, die sich von ihrer Enttäuschung, verloren zu haben angeblich nie ganz erholte. Als "Ein Mädchen vom Lande" bei den Filmfestspielen von Cannes vorgestellt wurde, lernte die begehrte Blondine Fürst Rainier von Monaco kennen - und die beiden trafen sich wohl im genau richtigen Augenblick. Der Fürst brauchte dringend eine Frau, denn ohne Nachkommen würde Monaco nach seinem Tod wieder an Frankreich zurückfallen - was für die Bürger bedeutet hätte, dass sie dann wieder Steuern an Frankreich abführen müssten. Grace fand, dass es Zeit sei, einen Ehemann auszuwählen, der den Erwartungen ihrer Eltern gerecht würde. Somit war die Hochzeit also beschlossene Sache, Grace musste nur noch ihre Verlobung mit dem Modedesigner Oleg Cassini lösen und war somit frei für Rainier. Vor der Hochzeit drehte die Mimin noch die Filme "Der Schwan" (1956) und "Die oberen Zehntausend" (1956) an der Seite von Frank Sinatra und Bing Crosby.

Im April 1956 war es dann soweit: Grace Kelly heiratete in Prunk und Gloria Fürst Rainier von Monaco und wurde zu Grazia Patrizia von Monaco. Ihr Hochzeitskleid war das teuerste Kleidungsstück, das die MGM-Designerin Helen Rose je entworfen hatte. Nachdem sie Landesmutter von Monaco geworden war, gab die Schauspielerin ihre Karriere auf. Einige der Rollen, die sie nun nicht mehr spielen konnte, wurden von Lauren Bacall übernommen, auch in "Giganten" (1956), für die Regisseur George Stevens sie gedacht hatte, konnte sie nun nicht mehr mitspielen - ihre Rolle wurde mit Elizabeth Taylor besetzt. In "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958) hätte Grace die Rolle der Maggie übernehmen sollen, auch hier war der Ersatz für sie die Taylor. Grace bekam drei Kinder mit Rainier: Prinzessin Caroline von Monaco, Prinz Albert von Monaco und Prinzessin Stephanie von Monaco. Für den Rest ihres Lebens tauchte sie in den Medien nur noch als Ehefrau des Fürsten und als Mutter seiner Kinder auf. Doch das Leben als Fürstin war wohl kaum so glamourös, wie sie sich das vorgestellt hatte, angeblich war sie immer froh, wenn sie auf jemanden traf, mit dem sie über das Leben in Amerika plaudern oder auch nur englisch sprechen konnte. Zu gerne wäre sie in Hitchcocks "Marnie" (1964) zum Film zurückgekehrt, doch die Monegassen wollten ihre Fürstin nicht als Diebin und Geliebte von Sean Connery sehen. Auf Befehl ihres Ehemannes durften ihre alten Filme in Monaco nicht einmal mehr gezeigt werden. Am 14. September 1982 verunglückte Grazia Patrizia von Monaco bei einem Autounfall in Monacoville tödlich. Die genauen Umstände des Unfalls sind bis heute nicht geklärt, mittlerweile ist man der Ansicht, dass der Unfall durch einen Schlaganfall, den sie während des Fahrens erlitt, verursacht wurde. Nach ihrem Tod eröffnete Rainier einen öffentlichen Rosengarten in Monaco für seine Frau, deren Lieblingsblumen Rosen gewesen waren. Grace Kelly, die in vielen Listen der "The Top 100 Movie Stars of All Time" und "100 Sexiest Stars in film history" Erwähnung findet, sagte über ihren Abschied von Hollywood:
"Ein Grund, warum ich Hollywood verlassen werde: Als ich vor fünf Jahren hierher kam, musste ich um acht Uhr morgens in der Maske sitzen. Für meinen aktuellen Film ist es jetzt schon sieben Uhr dreißig. Jeden Tag sehe ich Joan Crawford, die seit fünf in der Maske sitzt und Loretta Young, die schon seit vier Uhr morgens da ist. Ich wäre nicht gut beraten, in einem Geschäft zu bleiben, wo ich immer früher aufstehen muss und wo es immer länger dauert, bis ich mich vor die Kamera wagen kann."


Filmographie Grace Kelly

  • 1950: Actor´s Studio (TV-Serie)
  • 1950: Believe It or Not (TV-Serie)
  • 1950: Big Town (TV-Serie)
  • 1950: The Web (TV-Serie)
  • 1950: Somerset Maugham TV Theatre (TV-Serie)
  • 1951: The Prudential Family Playhouse (TV-Serie)
  • 1951: Nash Airflyte Theatre (TV-Serie)
  • 1951: Vierzehn Stunden
  • 1952: CBS Television Workshop (TV-Serie)
  • 1952: Hallmark Hall of Fame (TV-Serie)
  • 1952: Danger (TV-Serie)
  • 1952: Lights Out (TV-Serie)
  • 1952: Robert Montgomery Presents (TV-Serie)
  • 1952: Suspense (TV-Serie)
  • 1952: Goodyear Television Playhouse (TV-Serie)
  • 1952: 12 Uhr Mittags - High Noon
  • 1952: Armstrong Circle Theatre (TV-Serie)
  • 1952: Studio One (TV-Serie)
  • 1952: Lux Video Theatre (TV-Serie)
  • 1953: The Philco Television Playhouse (TV-Serie)
  • 1953: Mogambo
  • 1954: Kraft Television Theatre
  • 1954: Bei Anruf Mord
  • 1954: Das Fenster zum Hof
  • 1954: Ein Mädchen vom Lande
  • 1954: Grünes Feuer
  • 1954: Die Brücken von Toko-Ri
  • 1955: Über den Dächern von Nizza
  • 1956: Der Schwan
  • 1956: Die oberen Zehntausend (auch Sängerin)
  • 1974: Das gibt´s nie wieder (nur Sängerin)
  • 1976: Das gibt´s nie wieder II (nur Sängerin)
  • 1976: Der Mann, der vom Himmel fiel (nur Sängerin)
  • 1982: Rearranged
  • 2006: Confetti - Heirate lieber ungewöhnlich (nur Sängerin)

Filmpreise

Gewonnene Golden Globes:
1953: Beste Nebendarstellerin: Mogambo
1954: Beste Schauspielerin - Drama: Ein Mädchen vom Lande

OSCAR Nominierungen:
1953: Beste Nebendarstellerin: Mogambo

Gewonnene OSCARS:
1954: Beste Hauptdarstellerin: Ein Mädchen vom Lande