Winona Ryder

Winona Laura Horowitz

Biographie

Winona Ryder © 20th Century Fox Germany

Geboren am 29.10.1971 in Winona, Minnesota, USA Autor Stefanie Rufle

„Lange Zeit hatte ich fast Angst davor, Schauspielerin zu sein. Ich dachte, ich sei nur eine seichte Besetzung und die Leute würden jede Bewegung von mir kritisch beobachten.“
Winona Ryder gehört zu den wenigen Schauspielern, denen es mit Bravour gelungen ist, den Sprung vom Teenager-Star zur gefragten und äußerst erfolgreichen Hollywood-Größe zu schaffen. Durch ihr fragiles und zartes Äußeres ist sie prädestiniert für die Rollen der Kindfrau oder Tochter, wie beispielsweise in „Square Dance“ (1986), Tim Burtons „Beetlejuice“ (1988) oder als blutjunge Braut der Rock´n Roll-Legende Jerry Lee Lewis in „Great Balls of Fire“ (1989). In ihren neueren Filmen verkörpert Winona oft verträumte und sensible Frauen, kann aber auch in härteren Filmen wie „Alien – Die Wiedergeburt“ (1997) oder Komödien wie „Mr. Deeds“ (2002) durchaus bestehen.

Die am 29. Oktober 1971 geborene Winona Laura Horowitz wurde von ihren Eltern, die als intellektuelle Hippies galten, nach der Stadt, in der sie geboren wurde benannt. Winona verbrachte ihre Kindheit in einer Hippie-Kommune in Nord-Kalifornien und machte 1989 ihren Abschluss an der High School. Schon während ihrer Schulzeit hatte sie nebenher Schauspielunterricht am American Conservatory Theatre in San Francisco genommen, was sicherlich auch auf die Kinoleidenschaft ihrer Mutter zurückzuführen war. Die betrieb ein altes Kino in Winonas Heimatstadt und erlaubte ihrer siebenjährigen Tochter, die Schule zu schwänzen, um mit ihr zusammen Filme anzusehen. Als Winona dreizehn war, wurde sie bei einer Aufführung des American Conservatory Theatre von einem Talentscout entdeckt und hatte ihr Leinwanddebüt im zarten Alter von fünfzehn Jahren im Film „Lucas“ (1986). Es folgten Erfolgsstreifen wie „Beetlejuice“, „Lethal Attraction“ (1988) oder „Heathers“ (1988), wobei Winonas Agent sie anflehte, diese Rolle nicht zu spielen, weil seiner Meinung nach ihre Karriere damit beendet wäre. Weit gefehlt, wie sich herausstellen sollte, denn Winona Ryder entwickelte sich zu einem der gefragtesten Teenager-Stars der 80er Jahre. Auf die Frage, warum sie denn Teenager-Rollen übernehme antwortete sie damals lapidar: „Ich bin neunzehn. Was soll ich denn Ihrer Meinung nach spielen – einen Richter?“ Die Erfolgsserie riss nicht ab für die junge Schauspielerin, sie war in „Meerjungfrauen küssen besser“ (1990) und „Edward mit den Scherenhänden“ (1990) zu sehen – an der Seite von Johnny Depp, mit dem sie seit ihrem siebzehnten Lebensjahr liiert war. Damals war Depp wohl überzeugt davon, in Winona die große Liebe gefunden zu haben und ließ sich ihr zu Ehren ein Tattoo stechen – nur um es nach Beendigung der Beziehung zu „Wino forever“ zu verkürzen.

Als die Ryder neben Anthony Hopkins und Keanu Reeves im Kultfilm „Bram Stokers Dracula“ (1992) über die Leinwände flimmerte, war klar, dass das Ende ihrer Teenager-Jahre eingeläutet war. Hier überzeugte sie erstmals als reife, verzweifelte Frau und beeindruckte mit dieser Leistung Publikum und Kritik. Die erste OSCAR Nominierung erhielt sie für „Zeit der Unschuld“ (1993) und durfte für diese Rolle einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin entgegennehmen. In „Das Geisterhaus“ (1993) durfte die junge Mimin beweisen, dass sie auch neben ganz großen Stars wie Meryl Streep, Jeremy Irons, Glenn Close und Antonio Banderas bestehen konnte. Die Rolle in „Betty und ihre Schwestern“ (1994) brachte für Winona Ryder die zweite OSCAR Nominierung und in „Aliens – Die Wiedergeburt“ (1997) stand sie neben Sigourney Weaver für einen weitern Blockbuster vor der Kamera. Im Drama „Durchgeknallt“ (2000) war Angelina Jolie Winonas Partnerin, die dafür den OSCAR als beste Nebendarstellerin erhielt – Winona war hier erstmals auch als Produzentin tätig und zog sich während der Dreharbeiten eine Knieverletzung zu. Im selben Jahr stand die Schauspielerin neben Richard Gere für das Drama „Es begann im September“ (2000) vor der Kamera und während des Drehs zu „Mr. Deeds“ (2002) verletzte sie sich erneut. In der Szene, in der sie und Adam Sandler mit dem Fahrrad treppab fuhren, brach Winona sich den Arm.

Doch Winona Ryder hat auch schon den Preis für ihren großen Ruhm bezahlen müssen. Als sie zwanzig war, ließ sie sich in einer Klinik behandeln, weil sie wegen der permanenten Filmarbeit an Depressionen, Angstattacken und Erschöpfungszuständen litt. Bis heute leidet die Mimin unter Schlaflosigkeit – über dieses Thema spricht sie am Telefon angeblich öfter mit Schauspielerkollegen und Leidensgenossen Al Pacino. Auch mit ihrer medienträchtigen Anzeige wegen Ladendiebstahls und Vandalismus sorgte die Schauspielerin, die im Jahr 2000 ihren Stern auf Hollywoods Walk of Fame erhielt, für Aufsehen. Auch einige verpasste Gelegenheiten kann die Ryder, die einst mit Matt Damon verlobt war, auf ihrem Konto verbuchen. So sprach sie etwa für die Rolle der Marla Singer in „Fight Club“ (1999) vor, die dann allerdings Helena Bonham Carter bekam. Die Hauptrolle des Remakes von „Sabrina“ (1995) lehnte sie mit der Begründung ab, dass sie nicht glaube, Audrey Hepburns Rolle gerecht zu werden und zudem fand, diese sei sexistisch angehaucht. Auch die Rolle der Katrina in „Sleepy Hollow“ (1999) lehnte Winona ab – der Verdacht liegt nahe, dass sie nicht mit Johnny Depp vor der Kamera stehen wollte. Auch für die Rolle der Velma Kelly in „Chicago“ (2002) war sie wohl im Gespräch, wurde dann aber von Catherine Zeta-Jones ausgebootet. Winona, die ursprünglich blond ist, gründete 1999 ihre eigene Musikfirma „Roustabout Studios“. Ihr erklärtes Lieblingsbuch ist J.D.Salingers „Der Fänger im Roggen“, von dem sie wohl jede Taschenbuchausgabe und Übersetzung besitzt. 2009 kam Winona als Mutter von Mr. Spock in „Star Trek“ (2009) in unsere Kinos und im Jahr darauf war sie in "Pippa Lee" (2010) an der Seite von Keanu Reeves und Robin Wright Penn zu sehen. Zusammen mit Natalie Portman, Mila Kunis und Vincent Cassel stand sie für den herausragenden Psycho-Thriller "Black Swan" (2011) vor der Kamera und im selben Jahr war sie in Ron Howards Komödie "Dickste Freunde" (2011) neben Kevin James, Vince Vaughn, Channing Tatum und Jennifer Conelly zu sehen.


Filmographie Winona Ryder

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1990: Beste Nebendarstellerin: Meerjungfrauen küssen besser

Gewonnene Golden Globes:
1993: Beste Nebendarstellerin: Zeit der Unschuld

OSCAR Nominierungen:
1993: Beste Nebendarstellerin: Zeit der Unschuld
1994: Beste Hauptdarstellerin: Betty und ihre Schwestern