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Olivia de Havilland
Olivia Mary de Havilland
Biographie
© 20th Century Fox
| Geboren am | 1.7.1916 | in | Tokio, Japan | Autor | Thomas Ays |
|---|
„Das Einzige, an das du dich immer erinnern musst, wenn du in Hollywood arbeitest, ist, dass es eine orientalische Stadt ist. Solange du das tust, überlebst du. Wenn du aber versuchst, es mit irgendetwas anderem auszugleichen, wirst du untergehen.“
Im Juli 1916 kam Olivia Mary de Havilland in Tokio, Japan zur Welt. Die berühmte Theaterschauspielerin Lillian Fontaine ist ihre Mutter, die OSCAR-Preisträgerin Joan Fontaine ihre Schwester. Olivias Cousin ist der berühmte Sir Geoffrey de Havilland, der beispielsweise das Kriegsflugzeug "Mosquito fighter" erfand. Es war somit eine durch und durch berühmte Familie, in die Olivia hineingeboren wurde.
„Mir wurde gesagt, dass ich nie wieder würde arbeiten können. Wenn ich verliere oder gewinne. Als ich gewann, waren sie beeindruckt und nicht nachtragend.“ (Olivia de Havilland über die Reaktionen, als bekannt wurde, dass sie gegen den Studioriesen Warner Bros. klagen würde)
1935 gab sie in "Alibi Ike" ihr Filmdebüt als Schauspielerin. Vier Jahre später war sie neben Bette Davis in "Günstling einer Königin" als Lady Penelope Gray zu sehen. Ebenfalls 1939 gehörte sie auch zu der Besetzung eines mehr als nur berühmt gewordenen Filmes. In "Vom Winde verweht" spielte sie neben Vivien Leigh zwar nur eine vergleichbar kleine Rolle, erhielt dennoch ihre erste OSCAR-Nominierung als beste Nebendarstellerin. Der Durchbruch war geglückt und der Name Olivia de Havilland ein Name, den man sich in Hollywood fortan merken sollte. Nur drei Jahre später wurde sie für ihre Leistungen in "Das goldene Tor" bereits mit einer OSCAR-Nominierung als beste Schauspielerin geehrt.
„Wir waren bei Warner so etwas wie ein Lagerbestand. Wir kannten keinen anderen Star eines anderen Studios.“
Die 40er Jahre waren eine prägende Zeit für Olivia de Havilland. Vor allem deshalb, weil sie gegen den Filmriesen Warner Bros. klagte. Viele Schauspieler und Schauspielerinnen vor ihr hatten bereits versucht, bessere Bedingungen für die vertraglich geknebelten Schauspieler/innen herauszuschlagen, doch bisher erfolglos. Die Schauspielerin gewann den Prozess und sicherte ihren Kollegen und Kolleginnen fortan ein freieres Arbeitsleben. Der Richterspruch wurde im Übrigen auch als die "de Havilland-Entscheidung" berühmt und die Schauspielerin zu einer Sensation ihrer Gilde.
„Berühmte Menschen fühlen sich bemüßigt, immer auf der aktuellen Welle mitzuschwimmen. Was sie dabei vergessen ist, dass dies gegen alle Regeln des Lebens ist. Du kannst nicht immer an der Spitze stehen; das ist nicht natürlich."
1947 erhielt sie für ihre Performance in "Mutterherz" den OSCAR als beste Schauspielerin und konnte sich fortan vor Angeboten kaum retten. 1949 ergatterte sie für "Die Schlangengrube" die nächste Nominierung für einen OSCAR und durfte ihn ein Jahr später dann ein zweites Mal in Händen halten, dieses Mal für ihre Leistungen in "Die Erbin".
Auch in den 50er Jahren, Olivia war mittlerweile nach Paris ausgewandert, drehte sie fleißig weiter viele Filme, wobei sie immer konsequenter aussortierte und schon einmal ein, zwei Jahre ohne Dreharbeiten verbrachte. 1964 war erneut Bette Davis ihre Partnerin. Dieses Mal in dem atmosphärischen Thriller "Wiegenlied für eine Leiche". In den 70er Jahren war Olivia nur noch selten auf der großen Leinwand zu sehen, das letzte Mal in "Der tödliche Schwarm" (1978). Ihre bisher letzte Rolle übernahm sie 1988 in dem TV-Film "König ihres Herzens".
Zeit ihrer Karriere war vor allem Errol Flynn ihr Filmpartner. Ganze neun Filme drehten die beiden gemeinsam: Die Abenteuer des Robin Hood (1938), Unter Piratenflagge (1935), Der Verrat des Surat Khan (1936), Herr des Wilden Westens (1939), Liebe zu viert (1938), Günstling einer Königin (1939), Land der Gottlosen (1940), Thank Your Lucky Stars (1943) und Sein letztes Kommando (1941).
„Was ich von Bette lernte, war ihre absolute Hingabe, alles genau richtig zu machen. Sie verbrachte Stunden, sich in ihre Figur, die sie zu spielen hatte, hineinzuversetzen, dann weitere Stunden in der Maske, um sicherzustellen, dass ihre physikalische Erscheinung zu ihrer Rolle passte. Ich habe immer versucht, die gleiche Energie und Hingabe in meine Arbeit einfließen zu lassen." (Olivia de Havilland über ihre Kollegin, die Leinwand-Legende Bette Davis, mit der sie eine enge Freundschaft verband)
1946 bis 1953 war Olivia mit dem Drehbuchautoren Marcus Goodrich verheiratet, mit dem sie ihren Sohn Benjamin (*1949) bekam. Sie verlor ihn 1991 an die Hodgkins-Krankheit, kurz bevor auch Marcus Goodrich starb. 1955 heiratete sie Pierre Galante, mit dem sie ihre Tochter Gisele (*1956) bekam. 1979 ließ sich das Paar scheiden. Als Galante später an Krebs erkrankte, pflegte Olivia ihn bis zu seinem Tod 1998.
„Ich hinterlasse all meine Schönheit meiner jüngeren Schwester Joan, da sie selbst keine besitzt.“ (Mit neun Jahren schrieb Olivia ein Testament, in dem diese Zeilen zu lesen sind.)
Mit ihrer Schwester Joan Fontaine hatte Olivia nie ein besonders gutes Verhältnis. Wohl auch, weil beide in derselben Branche arbeiteten und Neid und Missgunst an der Tagesordnung standen. 1941 waren sie beide bei den OSCARs und auch noch in der gleichen Kategorie nominiert, was nicht gerade zu ihrem guten, schwesterlichen Verhältnis beitrug. Mittlerweile soll die Beziehung der beiden Schauspielerinnen besser sein.
Olivia, die 2006 stolze 90 Jahre alt wurde, lebt noch immer zurückgezogen in ihrer Wahlheimat Paris.
Filmographie Olivia de Havilland
- 1935: Alibi Ike
- 1935: The Irish in Us
- 1935: Ein Sommernachtstraum (auch Sängerin)
- 1935: Unter Piratenflagge
- 1936: Ein rastloses Leben (auch Sängerin)
- 1936: Der Verrat des Surat Khan
- 1937: Call It a Day
- 1937: It's Love I'm After
- 1937: The Great Garrick
- 1938: Goldene Erde Kalifornien
- 1938: Die Abenteuer des Robin Hood
- 1938: Liebe zu viert (auch Sängerin)
- 1938: Hard to Get
- 1939: Wings of the Navy
- 1939: Herr des wilden Westens
- 1939: Günstling einer Königin
- (auch Sängerin)
- 1939: Raffles
- 1939: Vom Winde verweht
- 1940: My Love Came Back
- 1940: Land der Gottlosen
- 1941: Schönste der Stadt
- 1941: Das goldene Tor
- 1941: Sein letztes Kommando
- 1942: Thema: Der Mann
- 1942: Ich will mein Leben leben
- 1943: Der Pilot und die Prinzessin
- 1944: Government Girl
- 1946: Mutterherz
- 1946: Devotion
- 1946: The Well-Groomed Bride
- 1946: Der schwarze Spiegel
- 1948: Die Schlangengrube
- 1949: Die Erbin
- 1952: Meine Cousine Rachel
- 1955: Die Dame des Königs
- 1955: ...und nicht als ein Fremder
- 1956: Die große und die kleine Welt
- 1958: Der stolze Rebell
- 1959: Die Nacht ist mein Feind
- 1962: Light in the Piazza
- 1964: Lady in a Cage
- 1964: Wiegenlied für eine Leiche
- 1965: Big Valley (TV-Serie)
- 1966: ABC Stage 67 (TV-Serie)
- 1966: Noon Wine (TV)
- 1968: The Danny Thomas Hour (TV-Serie)
- 1969: Die letzten Abenteurer
- 1972: The Screaming Woman (TV)
- 1972: Papst Johanna
- 1977: Airport '77 - Verschollen im Bermuda-Dreieck
- 1978: Der tödliche Schwarm
- 1979: Roots - Die nächsten Generationen (TV-Serie)
- 1979: The Fifth Musketeer
- 1981: Love Boat (TV-Serie)
- 1982: Mörderische Leidenschaft (TV)
- 1982: Die Romanze von Charles und Diana (TV)
- 1986: Fackeln im Sturm (TV-Serie) - Staffel 1
- 1986: Anastasia (TV)
- 1988: König ihres Herzens (TV)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1952: Beste Schauspielerin - Drama: Meine Cousine Rachel
Gewonnene Golden Globes:
1949: Beste Schauspielerin: Die Erbin
OSCAR Nominierungen:
1939: Beste Nebendarstellerin: Vom Winde verweht
1941: Beste Schauspielerin: Das goldene Tor
1948: Beste Schauspielerin: Die Schlangengrube
Gewonnene OSCARs:
1946: Beste Schauspielerin: Mutterherz
1949: Beste Schauspielerin: Die Erbin



