Heather O'Rourke †

Heather Michele O'Rourke

Biographie

Heather O'Rourke © unbekannt

Geboren am
Gestorben am:
27.12.1975
01.02.1988
in San Diego, Kalifornien, USA
San Diego, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

"Mein Name ist Heather O´Rourke, aber Sie sind ein Fremder und mit Fremden darf ich nicht sprechen."
Diesen Satz soll Heather O´Rourke angeblich zu Steven Spielberg gesagt haben, als dieser sie bei MGM nach ihrem Namen gefragt hatte. Der Regisseur suchte nach einer Schauspielerin für die Rolle der Carol Anne in seinem geplanten "Poltergeist"-Film und sah nach eigener Aussage sofort "etwas" in dem kleinen Mädchen. Allerdings fiel Heather beim ersten Vorsprechen durch, Spielberg glaubte, sie sei vielleicht doch zu jung, immerhin war die Kleine damals erst fünf Jahre alt, und er suchte nach einem mindestens sechsjährigen Mädchen. Doch Heather bekam eine zweite Chance. Beim zweiten Vorsprechen bat Stephen das Mädchen, so laut zu schreien, wie es konnte. Heather schrie so lange, bis sie in Tränen ausbrach - und bekam die Rolle. Spielberg sagte: "Ich weiß nicht, was sie an sich hat, aber sie hat den Job." Der Rest ist Geschichte - Heather O´Rourke wurde quasi über Nacht zum Star.

Die am 27. Dezember 1975 in San Diego geborene Heather Michele O´Rourke war aber schon damals ein "alter Hase" vor der Kamera. Schon ab dem dritten Lebensjahr spielte sie in diversen Werbespots mit - ein Kind ehrgeiziger Eltern. Auch ihre Schwester, Tammy O´Rourke machte sich als Schauspielerin einen gewissen Namen. Bereits lange vor ihrem ersten Schultag stieg Heather ins Kinogeschäft ein - 1982 kam ihr großer Auftritt im Horrofilm "Poltergeist" als von bösen Mächten verfolgte Carol Anne. Das Mädchen nahm nie Schauspielunterricht, konnte aber die Zuschauer durchweg überzeugen. Carol Annes Satz "They´re here!" (Sie sind hier) wurde Bestandteil der amerikanischen Popkultur. Auf die Frage, wie ein kleines Kind ohne Angst in einem derart unheimlichen Film mitspielen könne, antwortete Heather:
"Ich fürchte mich wirklich nicht vor Gespenstergeschichten. Wenn ich sehr ängstlich schauen soll, dann konzentriere ich mich auf schlimme Dinge, z. B. darauf, wie es wäre, meine Kätzchen zu verlieren."

Nach dem ersten Teil von "Poltergeist" war Heather in verschiedenen Familenfernsehserien wie "CHiPs", "Happy Days" und "Webster" zu sehen. 1986 kam dann "Poltergeist II - Die andere Seite", diesmal allerdings nicht mehr unter der Regie von Steven Spielberg, in die Kinos. Auch dieser Streifen wurde, trotz des Fehlens des großen Regisseurs, wieder zum Kassenmagneten und sicherte Heather einen Platz in der Geschichte Hollywoods. Das mittlerweile zwölfjährige Mädchen bekam im Januar 1987 grippeähnliche Symptome, ihre Beine und Füße schwollen an. Im Krankenhaus wurde zunächst eine Grippe diagnostiziert, als die Symptome aber andauerten, stellte man fest, dass Heather unter einer angeborenen Darmerkrankung litt. Während der Dreharbeiten zu "Poltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen" stand sie unter Medikamenten, doch sie beklagte sich nie und wirkte auch auf die Crew wohl nie krank. Während der Drehpause im Juni machte Heather mit ihrer Familie eine Rundreise und bis zum 31. Januar 1988 ging es ihr wohl gut. In dieser Nacht kroch sie aber zu ihren Eltern ins Bett, sagte, dass sie sich nicht gut fühle und konnte auch beim Frühstück nichts essen. Als ihre Finger blau wurden, rief die Mutter den Notarzt. Als der eintraf, sagte Heather, dass es ihr wirlich gut ginge und sie besorgt sei, die Schule zu verpassen. Noch im Krankenwagen erlitt das Mädchen einen Herzstillstand und starb während der Notoperation an einem Darmverschluss.

Natürlich war der Schock groß, zumal es zuvor schon Gerüchte über einen angeblichen "Poltergeist-Fluch" gab. Immerhin sind insgesamt vier an diesen Produktionen beteiligte Menschen während oder kurz nach den Dreharbeiten mehr oder weniger plötzlich gestorben. Als erste traf es die zweiundzwanzigjährige Dominique Dunne, die im ersten Teil Carol Annes Schwester spielte. Sie wurde nach Drehende von ihrem Ex-Freund ermordet. Als "Poltergeist II" gerade in den Kinos war, starb der sechzigjährige Julian Beck, der in den beiden ersten Teilen Reverend Kane verkörperte, an Krebs. Kurz darauf starb der "Indianer" Will Sampson, bis dahin angeblich kerngesund, während der OP zu einer Herz- und Lungentransplantation. Er hatte wohl schon öfter den Verdacht geäußert, die Filme könnten "etwas Schlimmes" auslösen. Ein gefundenes Fressen für ominöse Prohpeten und "Geister-Internet-Foren", von denen man tunlichst die Finger lassen sollte. Fakt ist, dass es hier zu einer Häufung von Todesfällen kam, in denen geneigte Existenzen irgendwelche schrecklichen Zusammenhänge vermuten. Heather O´Rourke, die das Lesen liebte und bei der sich eine große schauspielerische Begabung erkennen ließ, ruht in einem Mausoleum ganz in der Nähe von Truman Capote und Mel Tormé. Über den Rummel um ihre Person sagte sie einmal:
"Warum wollen die Leute mein Autogramm? Es ist nur mein Name auf einem Stück Papier."


Filmographie Heather O'Rourke