Henry Fonda †

Henry Jaynes Fonda

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Biographie

Henry Fonda © Warner Bros. Pictures

Geboren am
Gestorben am:
16.5.1905
12.08.1982
in Grand Island, Nebraska, USA
Los Angeles, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

"Ich bin nicht wirklich Henry Fonda. Kein Mensch könnte so viel Integrität besitzen."
In diesem Zitat spielt der große Hollywood-Schauspieler auf sein Image an, dem er aber als Mensch nie wirklich gerecht werden konnte. Fonda spielte meist starke und heldenhafte Charaktere, die auf der Suche nach Frieden und Gerechtigkeit waren. Wie so oft, erwarteten die Fans, dass der Schauspieler auch im Privatbereich ähnlich hehre Ziele verfolge. Ihm wird aber nachgesagt, dass er im Gegensatz zu seinen Filmrollen privat eher kalt und distanziert, ja sogar jähzornig gewesen sei. Henry Fonda war als Frauenheld verschrien, war fünfmal verheiratet und kann als Stammvater einer ganzen Schauspielerdynastie bezeichnet werden. Er ist Vater der Schauspieler Jane und Peter Fonda und Großvater von Bridget und Justin Fonda und Troy Garity. Außerdem ist er Schwiegervater von Roger Vadim, Tom Hayden und Ted Turner. Er behauptete von sich selber, kein guter Vater gewesen zu sein.

Am 16. Mai 1905 wurde Henry Fonda in Grand Island, Nebraska geboren. Er besuchte die High School in Omaha und studierte dann Journalistik an der Universität von Minnesota. 1925 begann er seine Schauspielerkarriere am Omaha Community Playhouse, wo er als Schauspieler, Regieassistent und Bühnenmaler tätig war. Bald schon hatte Henry seinen ersten Broadway-Auftritt - sein Debüt dort war 1929 mit "Das Spiel von Liebe und Tod". In dieser Zeit teilte sich Henry ein Zimmer mit James Stewart - die beiden galten als Playboys, bis Jimmy schließlich heiratete. Mit seiner ersten Frau Margaret Sullavan, mit der er nur ein paar Monate verheiratet war, trat Henry auch in einigen Stücken auf. Fonda konnte viele große Bühnenerfolge für sich verzeichnen, unter anderem auch an der Seite von Anne Bancroft. Von 1926 bis 1934 sollte seine Karriere am Theater andauern, sein letzter Bühnenerfolg "Die Frau des Farmers" wurde gleichzeitig der Beginn seiner Hollywood-Laufbahn. Der Filmproduzent Walter Wanger wurde durch Henrys Bühnenerfolge auf den Mimen aufmerksam und verfilmte 1935 mit ihm in der Hauptrolle "Die Frau des Farmers". Von nun an spielte Fonda unter Regisseuren wie Henry King, John Cromwell, Henry Hathaway und Raoul Walsh und wurde zum Star.

1936 heiratete Henry Frances Seymour Brokaw, mit der er bis zu ihrem Tod 1950 zusammenblieb. Aus dieser Ehe entstammen die Kinder Peter und Jane. Von nun an war Fonda in Filmen wie "Gehetzt" (1937), "Jezebel - Die boshafte Lady" (1938) an der Seite von Bette Davis, "Jesse James - Mann ohne Gesetz" (1939), "Rache für Jesse James" (1940), "Der junge Mr. Lincoln" (1939), "Früchte des Zorns" (1940), "Faustrecht der Prärie" (1946) oder "Bis zum letzten Mann" (1948) zu sehen. Doch der Schauspieler galt vornehmlich als Western-Held, seine großartigen schauspielerischen Leistungen wurden erst wahrgenommen, als er schon die fünfzig überschritten hatte. In Filmen wie Tolstois "Krieg und Frieden" (1956) mit Audrey Hepburn, Alfred Hitchcocks "Der falsche Mann" (1956) oder "Die 12 Geschworenen" (1957) konnte Fonda beweisen, welch großes Potential in ihm steckte. In dieser Zeit festigte sich sein Ruf als einer der wirklich großen Charakterdarsteller Hollywoods. Bei den Dreharbeiten zu "Keine Zeit für Heldentum" (1955) endete übrigens Henrys langjährige Zusammenarbeit mit Regisseur John Ford, als er es wagte, Fords Arbeit anzuzweifeln und im Gegenzug dafür vom Regisseur niedergeschlagen wurde. Er sagte dazu: "Er hatte instinktiv den richtigen Blick für die Kamera. Aber er war auch ein Egomane." Es folgten viele weitere herausragende Produktionen, bis Fonda schließlich 1968 mit seinem Image als Western-Legende abschloss, als er in Sergio Leones "Spiel mir das Lied vom Tod" einen skrupellosen Killer spielte.

Inzwischen hatte der Mime noch zwei weitere Male geheiratet, mit Susan Blanchard, mit der er bis 1956 verheiratet gewesen war, hatte er die gemeinsame Tochter Amy. 1965 schließlich heiratete Fonda noch ein letztes Mal - Shirley, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb. Immer wieder kehrte der Schauspieler auch auf die Bühnen zurück, verpasste aber die Chance, den George in der Original-Broadway-Produktion "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" zu spielen. Sein Agent hatte das Drehbuch abgelehnt, ohne Henry dazu zu befragen. Dieser war wohl außer sich, musste aber später zugeben, dass er sehr beeindruckt von Arthur Hill in dieser Rolle gewesen sei und sie nicht besser hätte spielen können. 1980 wurde der große Mime mit dem Ehren-OSCAR ausgezeichnet und 1982 erhielt er die begehrte Trophäe dann für seinen letzten Film "Am goldenen See" (1981) mit Katherine Hepburn. Er und Jane Fonda waren in diesem Jahr übrigens das erste Vater/Tochter-Paar, das im selben Jahr für einen OSCAR nominiert war, seine Tochter nahm die Trophäe in seinem Namen entgegen. Zu diesem Zeitpunkt war Fonda schon länger herzkrank und hörte auf den Rat der Ärzte hin schließlich mit dem Theaterspielen auf. Er war aber weiterhin immer wieder im Fernsehen zu sehen. Der Schauspieler, der während seiner gesamten Karriere bekennender Demokrat war und einmal sagte, Präsident Ronald Reagan mache ihn krank, starb am 12. August 1982 in Los Angeles.


Filmographie Henry Fonda

  • 1935: Die Frau des Farmers
  • 1935: Way Down East
  • 1935: I Dream Too Much
  • 1936: Kampf in den Bergen (auch Sänger)
  • 1936: Flucht in die Liebe
  • 1936: Der Verschwender
  • 1937: Zigeunerprinzessin
  • 1937: Gehetzt (auch Musik)
  • 1937: Slim (auch Musik)
  • 1937: That Certain Woman
  • 1938: I Met My Love Again
  • 1938: Jezebel - Die boshafte Lady
  • 1938: Blockade
  • 1938: Piraten in Alaska
  • 1938: The Mad Miss Manton
  • 1939: Jesse James - Mann ohne Gesetz
  • 1939: Laßt uns leben
  • 1939: Liebe und Leben des Telefonbauers A. Bell
  • 1939: Der junge Mr. Lincoln (auch Musik)
  • 1939: Trommeln am Mohawk
  • 1940: Früchte des Zorns
  • (auch Sänger)
  • 1940: Lillian Russell
  • 1940: Rache für Jesse James
  • 1940: Der Tod des alten Zirkuslöwen
  • 1941: Die Falschspielerin (auch Musik)
  • 1941: Wild Geese Calling
  • 1941: Du gehörst zu mir
  • 1942: Das große Spiel
  • 1942: Thema: Der Mann
  • 1942: The Magnificent Dope
  • 1942: Manhattan-Ballade
  • 1942: The Big Street
  • 1943: Immortal Sergeant
  • 1943: Ritt zum Ox-Bow
  • 1946: Faustrecht der Prärie
  • 1947: Die lange Nacht
  • 1947: Befehl des Gewissens
  • 1947: Zwischen zwei Männern
  • 1948: On Our Merry Way
  • 1948: Bis zum letzten Mann
  • 1949: Jigsaw
  • 1950: Showtime, U.S.A. (TV-Serie)
  • 1951: Benjy (nur Stimme)
  • 1953: Medallion Theatre (TV-Serie)
  • 1955: General Electric Theater (TV-Serie)
  • 1955: Producers' Showcase (TV-Serie)
  • 1955: Keine Zeit für Heldentum
  • 1956: Krieg und Frieden
  • 1956: Der falsche Mann
  • 1957: Der Stern des Gesetzes
  • 1957: Die 12 Geschworenen
  • (auch Produzent)
  • 1958: Rangers of Yellowstone
  • 1958: Eines Tages öffnet sich die Tür
  • 1959: Der Mann mit den goldenen Colts (auch Sänger)
  • 1959: Über den Gassen von Nizza
  • 1959: Der zweite Mann (TV-Serie) (auch Ex.Produzent)
  • 1962: San Francisco Fire (nur Stimme)
  • 1962: Sturm über Washington
  • 1962: Der längste Tag
  • 1962: Das war der wilde Westen
  • 1963: Heute Abend, Dick Powell (TV-Serie)
  • 1963: Sommer der Erwartung
  • 1964: Der Kandidat
  • 1964: Angriffsziel Moskau
  • 1964: ...und ledige Mädchen
  • 1965: Nebraska
  • 1965: Erster Sieg
  • 1965: Spione unter sich
  • 1965: Die letzte Schlacht
  • 1966: NBC White Paper (TV-Serie)
  • 1966: Höchster Einsatz in Laredo
  • 1967: All About People
  • 1967: Mordbrenner von Arkansas
  • 1967: Ein Fremder auf der Flucht (TV)
  • 1968: Die fünf Vogelfreien
  • 1968: Nur noch 72 Stunden
  • 1968: Deine, meine, unsere
  • 1968: Der Frauenmörder von Boston
  • 1968: Pat Paulsen for President (nur Stimme)
  • 1968: Spiel mir das Lied vom Tod
  • 1969: The Kraft Music Hall (TV-Serie)
  • 1970: Die Bill Cosby Show (TV-Serie)
  • 1970: Himmelfahrtskommando Okinawa
  • 1970: Geschossen wird ab Mitternacht (auch Sänger)
  • 1970: Zwei dreckige Halunken
  • 1971: Sie möchten Giganten sein
  • 1971: The Smith Family (TV-Serie)
  • 1973: Das letzte Wort hat Tilby (TV)
  • 1973: Die Schlange
  • 1973: Im letzten Moment (TV)
  • 1973: Die Rivalin
  • 1973: Mein Name ist Nobody
  • 1974: Mussolini - Die letzten Tage
  • 1976: Almos' a Man (TV)
  • 1976: Collision Course: Truman vs. MacArthur (TV)
  • 1976: Schlacht um Midway
  • 1976: Der Preis der Macht (TV-Serie)
  • 1977: Soldier's Home (TV)
  • 1977: M*A*S*H (TV-Serie)
  • 1977: Angriff aus der Tiefe
  • 1977: Achterbahn
  • 1977: The Last of the Cowboys
  • 1978: Die große Offensive
  • 1978: Home to Stay (TV)
  • 1978: Fedora
  • 1978: Der tödliche Schwarm
  • 1979: Roots - Die nächsten Generationen (TV-Serie)
  • 1979: Stadt in Flammen
  • 1979: Wanda Nevada
  • 1979: Meteor
  • 1979: Eine amerikanische Familie (TV-Serie)
  • 1980: The Jilting of Granny Weatherall (TV)
  • 1980: The Oldest Living Graduate (TV)
  • 1980: Der Fall Gideon (TV)
  • 1981: Am goldenen See
  • 1981: Summer Solstice (TV)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1957: Bester Schauspieler - Drama: Die 12 Geschworenen

Gewonnene Golden Globes:
1981: Bester Schauspieler - Drama: Am goldenen See

OSCAR Nominierungen:
1940: Bester Schauspieler: Früchte des Zorns
1957: Bester Film: Die 12 Geschworenen

Gewonnene OSCARs:
1981: Bester Hauptdarsteller: Am goldenen See