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Walter Matthau †
Walter John Matthow
Biographie
© Paramount Pictures
|
Geboren am Gestorben am: |
1.10.1920 01.07.2000 |
in |
New York City, New York, USA Santa Monica, Kalifornien, USA |
Autor | Stefanie Rufle |
|---|
"Ich glaube, Komödien zu machen ist sehr viel schwieriger als ernste oder tragische Filme, oder wie auch immer man sie nennen mag. Weil es so unglaublich schwer ist, den unterschiedlichen Leuten im Publikum klarzumachen, was man gerade tut und warum das zum Lachen ist."
Walter Matthau, von dem dieses Zitat stammt und dessen Markenzeichen sein charakteristisch zerknautschtes Gesicht war, gehörte zu den ganz großen Komödianten Hollywoods. Und doch hasste er genau dieses Image, er wollte nicht als "komischer Schauspieler" bezeichnet werden. Doch eben diese komischen Rollen machten Matthau zum Weltstar und offensichtlich besaß er auch privat ein durchaus komisches Talent. Angeblich konnte man bei ihm nie ganz sicher sein, ob er scherzte oder die Dinge, die er sagte, auch tatsächlich ernst meinte. So behauptete er einmal, sein Vater sei im Zaren-Rußland ein orthodoxer Priester gewesen, dann aber seines Amtes enthoben worden, als er die Meinung äußerte, der Papst sei unfehlbar. Auch sein ursprünglicher Geburtsname Matuschanskayaski war nur eine Finte seinerseits, in Wirklichkeit hieß er Walter Matthow. In jedem Fall aber besaß der Mime eine gründliche Portion Selbstironie, so sagte er einmal:
"Viele Rollen, die ich haben wollte gaben sie dann Robert Redford."
Geboren wurde Walter Matthau am 01. Oktober 1920 in New York City als Sohn jüdisch-russischer Immigranten. Die Familie war arm und Walter wuchs in der Lower East Side auf. Als Walter gerade mal drei Jahre alt war, verließ der Vater die Familie - jetzt gab es nur noch Walter, seinen älteren Bruder und die Mutter, die für die Familie das Geld verdienen musste. Mit elf Jahren begann Walter am Yiddish Theater zu arbeiten, manchmal durfte er auch kleine Rollen spielen, für die er jeweils fünfzig Cents bekam. Nach der Highschool verdiente der junge Mann dann mit verschiedenen Jobs etwas zum Familienunterhalt dazu. Während des Zweiten Weltkriegs verpflichtete sich Walter bei der Air Force, wo er zusammen mit James Stewart diente. Nach dem Krieg nahm er dann weiter Schauspielunterricht und war bald schon am Broadway zu sehen. In der Mitte der fünziger Jahre schaffte Matthau dann den Sprung nach Hollywood, wo er vor allem Bösewichte spielte, wie etwa in "Charade" (1963) oder "Die 27. Etage" (1966). 1960 versuchte er sich auch erstmals als Regisseur in dem Streifen "Gangster Story". Während dieser Jahre war er dem Publikum aber vor allem durch seine diversen Fernsehrollen bekannt.
Doch dann wendete sich das Blatt schlagartig für den Schauspieler. Bühnenautor Neil Simon schrieb Matthau quasi eine Rolle auf den Leib: Die Komödie "Ein seltsames Paar" wurde 1965 am Broadway uraufgeführt, Walters Partner war Jack Lemmon. 1967 dann standen die beiden für den Kinofilm "Ein seltsames Paar" vor der Kamera. Schon zwei Jahre zuvor drehten Lemmon und Matthau ihren ersten gemeinsamen Film: Billy Wilders "Der Glückspilz". Für diese Rolle erhielt Matthau einen OSCAR als bester Nebendarsteller. Doch das sollte erst der Anfang sein, in neun weiteren Filmen konnte man später dieses "Traumpaar" bewundern. Mit "Ein seltsames Paar" wurde Walter Matthau zum Star, er konnte sich von nun an kaum noch vor Rollenangeboten retten. Über diese Rolle sagte er: "Jeder Schauspieler wartet sein ganzes Leben auf die Rolle, die seine Talente mit seiner Persönlichkeit verbindet. Bei mir war das "Ein verrücktes Paar" - danach kam alles ins Rollen." Jack Lemmon und Walter waren nicht nur das ideale Paar vor der Kamera, sie wurden auch lebenslange Freunde. Ihre weiteren gemeinsamen Filme waren: "Extrablatt" (1974), "Buddy Buddy" (1981), "John F. Kennedy - Tatort Dallas" (1991), "Ein verrücktes Paar - Alt, verkracht und frisch verliebt" (1993), "Der dritte Frühling" (1995), "Die Grasharfe" (1995), "Tango gefällig" (1997) und "Immer noch ein seltsames Paar" (1998). Außerdem war Jack Regisseur im Film "Opa kann´s nicht lassen" (1971), in dem auch Matthau mitspielte. Zweimal wurde der Mime für den OSCAR als bester Hauptdarsteller nominiert: 1971 für "Opa kann´s nicht lassen" und 1975 für "Die Sunny-Boys". Eine großartige Leistung lieferte Matthau auch im Streifen "Die Kaktusblüte" (1969) an der Seite der unvergessenen Ingrid Bergmann.
Schon während der Dreharbeiten zu "Der Glückspilz" erlitt Walter einen ernsthaften Herzanfall, damals war er gerade mal siebenundvierzig Jahre alt. Die Gründe waren wohl sein starkes Rauchen und seine Spielsucht. Walter hörte damals sofort mit dem Rauchen auf und lief von nun an jeden Tag zwei bis fünf Meilen. Doch seither war der Schauspieler herzkrank und litt später auch noch an zwei verschiedenen Arten von Krebs. Er sagte einmal, durch seine ewige Spielsucht habe er fünf Millionen Dollar verloren. "Wenn ich auf der Bühne stand, lauschte ich mit einem Ohr immer auf den Ruf des Buchmachers." Walter Matthau war zweimal verheiratet, von 1948 bis 1958 mit Geraldine Johnson und von 1959 bis zu seinem Tod mit Carol Grace und war Vater von drei Kindern. In seinem letzten Film starb er einen äußerst heiteren Leinwandtod und hinterließ drei Töchter. Drei Monate vor seinem achzigsten Geburtstag starb Walter Matthau an einem Herzinfarkt. Er hatte bereits eine Bypass-Operation gehabt, überlebte aber diese neuerliche Attacke nicht mehr. Der Schauspieler, der seine charakteristische knarrende deutsche Synchronstimme von Wolfgang Völz geliehen bekam, starb in einem Krankenhaus in Santa Monica.
Filmographie Walter Matthau
- 1950: Lux Video Theatre (TV Serie)
- 1952: Mister Peepers (TV Serie)
- 1952: Danger (TV Serie)
- 1952: Armstrong Circle Theatre (TV Serie)
- 1952: The Philco Television Playhouse (TV Serie)
- 1953: Suspense (TV Serie)
- 1953: Campbell Playhouse (TV Serie)
- 1953: Studio One (TV Serie)
- 1953: Goodyear Television Playhouse (TV Serie)
- 1954: The United States Steel Hour (TV Serie)
- 1954: The Motorola Television Hour (TV Serie)
- 1954: Center Stage (TV Serie)
- 1954: Kraft Television Theatre (TV Serie)
- 1954: Robert Montgomery Presents (TV Serie)
- 1955: Der Mann aus Kentucky
- 1955: Justice (TV Serie)
- 1955: Als Vergeltung sieben Kugeln
- 1956: Eine Handvoll Hoffnung
- 1956: The Alcoa Hour (TV Serie)
- 1956: General Electric Theater (TV Serie)
- 1957: Drei Schritte vor der Hölle
- 1957: Das Gesicht in der Menge
- 1957: Climax! (TV Serie)
- 1958: Mein Leben ist der Rhythmus
- 1958: Die Stimme im Spiegel
- 1958: Der weiße Teufel von Arkansas
- 1958: Der Zwiebelkopf
- 1958: Alfred Hitchcock präsentiert (TV Serie)
- 1960: Gangster Story (auch Regie)
- 1960: Juno and the Paycock (TV)
- 1960: Fremde, wenn wir uns begegnen
- 1960: Play of the Week (TV Serie)
- 1960: Tallahassee 7000 (TV Serie)
- 1960: Gnadenlose Stadt (TV Serie)
- 1961: Route 66 (TV Serie)
- 1961: Target: The Corruptors (TV Serie)
- 1962: Einsam sind die Tapferen
- 1962: Immer nur deinetwegen
- 1962: The DuPont Show of the Week (TV Serie)
- 1963: The Eleventh Hour (TV Serie)
- 1963: Island of Love
- 1963: Charade
- 1964: Bob Hope Presents the Chrysler Theatre (TV Serie)
- 1964: Operation Pazifik
- 1964: Gauner gegen Gauner (TV Serie)
- 1964: Dr. Kildare (TV Serie)
- 1964: Fail Safe - Feuer wird vom Himmel fallen
- 1964: Goodbye Charlie
- 1964: Zivilcourage (TV Serie)
- 1965: Die 27. Etage
- 1966: Der Glückspilz
- 1967: Leitfaden für Seitensprünge
- 1968: Ein seltsames Paar
- 1968: The Secret Life of an American Wife
- 1968: Candy (1968)
- 1969: Hello, Dolly!
- 1969: Die Kaktusblüte
- 1971: Keiner killt so schlecht wie ich
- 1971: Plaza Suite
- 1971: Opa kann's nicht lassen
- 1972: Awake and Sing! (TV)
- 1972: Peter und Tillie
- 1973: Der große Coup
- 1973: Massenmord in San Franzisco
- 1974: Das Nehmen von Pelham eins zwei drei
- 1974: Erdbeben
- 1974: Extrablatt
- 1975: Die Sunny Boys
- 1976: Die Bären sind los
- 1977: Insight (TV Serie)
- 1978: Actor (TV)
- 1978: Hausbesuche
- 1978: Der Champion
- 1978: Das verrückte California Hotel
- 1978: The Stingiest Man in Town (TV) (auch Sänger)
- 1980: Ein reizender Fratz
- (auch Ex.Produzent)
- 1980: Hopscotch - Der Aussteiger
- 1981: Ein Montag im Oktober
- 1981: Buddy, Buddy
- 1982: Eigentlich wollte ich zum Film
- 1983: Die Überlebenskünstler
- 1985: Achtung, Dinosaurier!
- 1986: Piraten
- 1988: Der Couch-Trip
- 1988: Ein himmlischer Teufel
- 1990: Anwalt des Feindes (TV)
- 1991: Mrs. Lamberts letzte Reise (TV)
- 1991: JFK - Tatort Dallas
- 1992: How the Grinch Stole Christmas! (nur Stimme)
- 1992: Against Her Will: An Incident in Baltimore (TV)
- 1993: Dennis, die Nervensäge
- 1993: Ein verrücktes Paar
- 1994: Blutsbande - Eine Familie zerbricht (TV)
- 1994: I.Q. - Liebe ist relativ
- 1995: Die Grasharfe
- 1995: Der dritte Frühling
- 1996: Ich bin nicht Rappaport
- 1997: Tango gefällig?
- 1998: Immer noch ein seltsames Paar
- 1998: Papas zweiter Frühling (TV)
- 2000: Aufgelegt!
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1966: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Der Glückspilz
1968: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Ein seltsames Paar
1971: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Opa kann's nicht lassen
1972: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Peter und Tillie
1974: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Extrablatt
1980: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Hopscotch - Der Aussteiger
1981: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Ein Montag im Oktober
Gewonnene Golden Globe:
1975: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Die Sunny Boys
OSCAR Nominierungen:
1971: Bester Schauspieler: Hopscotch - Der Aussteiger
1975: Bester Schauspieler: Die Sunny Boys
Gewonnene OSCARs:
1966: Bester Nebendarsteller: Der Glückspilz



