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Jack Lemmon †
John Uhler Lemmon III
Biographie
© United Artists
|
Geboren am Gestorben am: |
8.2.1925 27.06.2001 |
in |
Newton, Massachusetts, USA Los Angeles, Kalifornien, USA |
Autor | Thomas Ays |
|---|
„Das Schlimmste ist, wenn Menschen wollen, dass ich sie zum Lachen bringe!“ – Jack Lemmon wird geboren.
Wenn es um die Biographie von Jack Lemmon geht, muss es schon turbulent losgehen. Im Fall von diesem Ausnahmeschauspieler geht das recht einfach: Geboren wurde Jack Lemmon unter dem bürgerlichen Namen John Uhler Lemmon III am 08. Februar 1925 in Newton, Massachusetts, in – und jetzt kommt’s – einem Fahrstuhl des örtlichen Krankenhauses. Besser kann ein Leben eines Schauspielers doch gar nicht beginnen.
Während seiner Kindheit wurde Jack mehrmals an den Nasenhöhlen operiert, er litt außerdem unter Asthma und auch sonst war er nicht mit einem guten Gesundheitszustand gesegnet. In der Schule lieferte er zwar gute Ergebnisse ab, war aber unter seinen Mitschülern eher der Außenseiter – er wurde stets mit „Jack, the Lemon“ gehänselt. 1947 war das alles vergessen. In diesem Jahr konnte Jack Lemmon die Harvard University mit Erfolg abschließen.
„Verbreite einen kleinen Sonnenschein!“ – Die Karriere beginnt
New York hieß das neue Ziel des ehrgeizigen jungen Mannes. Doch der Vater war dagegen. Jack sollte erst seinen Dienst im Zweiten Weltkrieg leisten. Er diente als Kommunikations-Offizier auf der USS Lake Champlain. Auf dem Sterbebett sollen die letzten Worte des Vaters an den Sohn gewesen sein: „Verbreite einen kleinen Sonnenschein!“
Zurück in den USA verdiente sich Jack Lemmon seine Brötchen - tatsächlich in New York – als Pianist in kleinen und großen Bars. Ein paar Jahre später gelang ihm der Sprung ins Radio und, später, ins Fernsehen als Moderator. Bald sollten auch Theaterstücke am Broadway folgen.
„Ob Marilyn schwierig war? Klar. Aber sie war auch eine wundervolle, komische Schauspielerin und hatte einen Charme, der vor und nach ihr wohl niemand mehr haben wird!“ – Der Durchbruch
Nachdem Jack in einigen TV-Serien zu sehen war, ergatterte er 1954 eine Rolle in seinem ersten Kinofilm, „Die unglaubliche Geschichte der Gladys Glover“. Nur ein Jahr später (1956) erhielt er den OSCAR als bester Nebendarsteller in dem Film „Keine Zeit für Heldentum“. Hier entdeckte ihn der renommierte Regisseur Billy Wilder und holte Lemmon nach Hollywood. Wilder war es nicht nur, der Jack Lemmon entdeckte, er war es auch, der ihn zum Weltstar machte. 1959 kam mit „Manche mögen’s heiß“ Jack Lemmon, gemeinsam mit Marilyn Monroe und Tony Curtis in die internationalen Kinos und wurde zum Klassiker der Hollywood-Komödien – auch heute noch. Für seinen Part des Jerry, bzw. der Daphne wurde er mit dem Golden Globe als bester Schauspieler in einer Komödie ausgezeichnet. Eine Nominierung für den OSCAR folgte.
1960 setzte Jack mit „Das Appartement“ den nächsten Meilenstein in seiner Bio- und Filmographie. Für seine Rolle, hier neben Shirley MacLaine, erhielt er die dritte OSCAR-Nominierung als bester Schauspieler. Und die Erfolgssträhne riss nicht ab. Für „Die Tage des Weines und der Rosen“ wurde er mit einer erneuten OSCAR-Nominierung belohnt.
“Walter Matthau ist ein außergewöhnlicher Schauspieler – Der Beste, mit dem ich je arbeiten durfte!“ – Eine Freundschaft beginnt.
1966 – und wieder war es Billy Wilder – vereinte sich erstmals die Kombination Jack Lemmon-Walter Matthau. Unter der Regie von Wilder entstand „Der Glückspilz“ und wurde auf Anhieb ein Renner. Die Kinogänger auf der ganzen Welt wollten mehr Filme mit den beiden, bereits etablierten, Stars sehen. Da sich Matthau & Lemmon auch privat auf Anhieb verstanden, blieb eine weitere Zusammenarbeit nicht aus. Bis zum Tod von Walter Matthau im Jahr 2000 blieben die beiden beste Freunde. Das Gespann war insgesamt unglaubliche 10 Mal gemeinsam im Kino zu sehen: 1968 in „Ein seltsames Paar“, 1971 in „Opa kann's nicht lassen“ – hier führte Jack Lemmon übrigens auch Regie, 1974 in „Extrablatt, 1981 in „Buddy, Buddy“, 1993 in „Ein verrücktes Paar“, 1991 in dem Drama „JFK – Tatort Dallas“, 1995 in „Die Glasharve“ & „Der dritte Frühling“, 1997 in „Tango gefällig?“ und schließlich in „Immer noch ein verrücktes Paar“ 1998.
„Es ist schon schwer genug, ein gutes Drama zu schreiben. Noch schwerer ist es eine gute Komödie hinzubekommen. Aber eine Tragikkomödie ist das Härteste zu schreiben. Das ist, was das Leben ist!“ – Die Karriere reißt nicht ab.
Doch Jack Lemmon war nicht nur mit Walter Matthau erfolgreich auf unseren Leinwänden unterwegs. 1973 erhielt er seinen zweiten OSCAR, dieses Mal für die beste Hauptrolle, für den Film „Rettet den Tiger“. 1979 war er neben Michael Douglas und Jane Fonda in „Das China Syndrom“ an Bord. Lemmon und Fonda erhielten beide eine OSCAR-Nominierung für ihre jeweiligen Hauptrollen. Ein Jahr später heimste Lemmon gleich die nächste Nominierung, für „Ein Sommer in Manhattan“, ein. 1982 folgte für „Vermisst“, neben Sissy Spacek seine letzte Nominierung für einen OSCAR.
In den 90er Jahren war Jack Lemmon aktiv, wie nie in seiner Schauspielerkarriere. Unter anderem war er in „Glengarry Glen Ross“, neben Al Pacino und Ed Harris, außerdem in „Hamlet“ und dem viel gelobten „Dienstags bei Morrie“ zu sehen. Im Jahr 2000 spielte Jack Lemmon seine letzte (kleine) Rolle in dem Drama „Die Legende von Bagger Vance“ mit Will Smith und Matt Damon.
Über die Schauspielerei sagte Jack Lemmon einmal: „Niemand verdient soviel Geld – am allerwenigsten der Schauspieler.“
„It’s Magic Time!“ - Wissenswertes über Jack Lemmon.
1950 heiratete Jack Lemmon die Schauspielerin Cynthia Stone. Mit ihr bekam er 1954 Sohn Chris, der heute ebenfalls Schauspieler ist. 1956 ließ sich das Paar scheiden. 1962 ehelichte Jack dann Felicia Farr, ebenfalls eine Schauspielerin. Mit ihr bekam er Tochter Courtney, die tatsächlich nicht ins Showgeschäft einstieg.
Während seiner Karriere gestand Jack Lemmon der Öffentlichkeit sein Alkoholproblem, was ihn aber offensichtlich nie davon abhielt auch hinter der Kamera Scherze zu treiben. So war es eine ungebrochene Tradition, das Jack Lemmon vor jedem Take die Worte sagte: „It’s Magic Time“.
1979 und 1986 wurde der Leinwandstar auch für den Bühnenpreis Tony nominiert.
Noch heute hält Jack Lemmon den Rekord der meisten Golden Globe Nominierungen. 22 Mal (!!) wurde Jack für den beliebten Award nominiert. 1998 erhielt Schauspieler Ving Rhames seinen Golden Globe für seine Rolle in dem TV-Film „Don King: Only in America“. Im selben Jahr war auch Lemmon für den TV-Film „Die zwölf Geschworenen“ nominiert. Rhames holte Lemmon auf die Bühne und überreichte ihm seinen eben gewonnenen Golden Globe, als Zeichen seiner Anerkennung und Bewunderung. Lemmon war „in shock“, wie er später verlauten ließ.
„Ich höre erst auf, wenn mich eines der folgenden Dinge überfährt: Ein Truck, ein Produzent, oder ein Kritiker.“ – Das Ende.
Als sein Freund Walter Matthau 2000 starb, brach für Jack Lemmon eine Welt zusammen. „Ich habe einen Freund verloren, den ich wie einen Bruder geliebt habe.“, sagte der traurige Freund nach der Beerdigung. Zu dieser Zeit ahnte noch niemand, dass Jack selbst schwer krank war. Diagnose: Blasenkrebs. Still und heimlich ließ er sich bestrahlen, verlor immer mehr Haare bis er schließlich keine Kraft mehr hatte. Am 27. Juni 2001 starb Jack Lemmon an seinem Leiden. Sein Begräbnis fand am 01. Juli statt, auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod von Walter Matthau.
Auch nach seinem Tod mit nur 76 Jahren, wollte er seine Fans wohl noch zum Lächeln bringen. Auf seinem Grabstein steht: „Jack Lemmon in.“
Filmographie Jack Lemmon
- 1949: Suspense (TV Serie)
- 1949: Glück in Seenot (ungenannt)
- 1949: That Wonderful Guy (TV Serie)
- 1949: Studio One (TV Serie)
- 1949: Kraft Television Theatre (TV Serie)
- 1951: Pulitzer Prize Playhouse (TV Serie)
- 1951: The Web (TV Serie)
- 1951: Danger (TV Serie)
- 1951: The Frances Langford-Don Ameche Show (TV Serie)
- 1951: Armstrong Circle Theatre (TV Serie)
- 1952: Heaven for Betsy (TV Serie)
- 1952: Robert Montgomery Presents (TV Serie)
- 1953: Lux Video Theatre (TV Serie)
- 1953: Medallion Theatre (TV Serie)
- 1953: Campbell Playhouse (TV Serie)
- 1954: The Road of Life (TV Serie)
- 1954: Die unglaubliche Geschichte der Gladys Glover
- (auch Sänger)
- 1954: The Ford Television Theatre (TV Serie)
- 1954: Eine glückliche Scheidung
- 1955: Liebe im Quartett
- (auch Sänger)
- 1955: Keine Zeit für Heldentum
- 1955: Meine Schwester Ellen
- (auch Sänger)
- 1956: Ford Star Jubilee (TV Serie)
- 1956: Ohne Liebe geht es nicht
- (auch Sänger)
- 1957: Abenteuer im wilden Westen
- 1957: Das Spiel mit dem Feuer (auch Musik)
- 1957: Selten so gelacht
- 1957: Playhouse 90 (TV Serie)
- 1957: Alcoa Theatre (TV Serie)
- 1957: Goodyear Theatre (TV Serie)
- 1958: Cowboy
- 1958: Meine Braut ist übersinnlich
- (auch Sänger)
- 1959: Manche mögen's heiß
- 1959: Frontier Justice (TV Serie)
- 1959: Mit mir nicht, meine Herren
- 1960: Das Appartement
- 1960: Stowaway in the Sky (nur Stimme)
- 1960: Auf schrägem Kurs
- 1962: Noch Zimmer frei
- 1962: Die Tage des Weines und der Rosen
- 1963: Heute Abend, Dick Powell!
- 1963: Das Mädchen Irma la Douce
- 1963: Ein Ehebett zur Probe
- 1964: Leih mir deinen Mann
- 1965: Wie bringt man seine Frau um?
- 1965: Das große Rennen rund um die Welt
- 1966: Der Glückspilz
- 1967: Versuch's doch mal mit meiner Frau
- 1968: There Comes a Day
- 1968: Ein seltsames Paar
- 1969: Darling, laß dich scheiden
- 1970: Nie wieder New York
- 1971: Opa kann's nicht lassen (auch Regie)
- 1972: Der Krieg zwischen Männern und Frauen
- 1972: Avanti, Avanti!
- 1973: Rettet den Tiger!
- 1973: Get Happy (TV)
- 1974: Killer Cop (nur Stimme)
- 1974: Wednesday
- 1974: Extrablatt
- 1975: Das Nervenbündel
- 1976: The Entertainer (TV)
- 1976: Liebe und andere Verbrechen
- 1977: Airport '77 - Verschollen im Bermuda-Dreieck
- 1979: Das China Syndrom
- 1980: Ein Sommer in Manhattan
- (auch Musik)
- 1981: Musical Comedy Tonight II (TV)
- 1981: Buddy, Buddy
- 1982: Vermisst
- 1982: Stars Over Texas (TV)
- 1984: Die Auseinandersetzung
- 1985: Macaroni
- 1986: That's Life! - So ist das
- 1987: Long Day's Journey Into Night (TV)
- 1988: Der Fall Mary Phagan (TV)
- 1989: Dad
- 1991: JFK - Tatort Dallas
- 1992: Noch mehr Ärger mit Jack (TV)
- 1992: Glengarry Glen Ross
- 1993: Short Cuts
- 1993: A Life in the Theater (TV)
- 1993: Ein verrücktes Paar
- 1995: Die Grasharfe
- (auch Musik)
- 1995: Der dritte Frühling
- 1996: Getting Away with Murder
- 1996: Schönes Wochenende (TV)
- 1996: Ein Präsident für alle Fälle
- 1996: Hamlet (1996)
- 1997: Die Simpsons (TV Serie) (nur Stimme)
- 1997: Tango gefällig?
- 1997: Die 12 Geschworenen (TV)
- 1998: Der lange Weg zurück (TV)
- 1998: Puppies for Sale
- 1998: Immer noch ein seltsames Paar
- 1999: Wer Sturm sät (TV)
- 1999: Chicken Soup for the Soul (TV Serie)
- 1999: Dienstags bei Morrie
- 2000: Die Legende von Bagger Vance
- (ungenannt)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1959: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Manche mögens heiss
1962: Bester Schauspieler – Drama: Die Tage des Weines und der Rosen
1963: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Ein Ehebett zur Probe
1963: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Das Mädchen Irma la Douce
1965: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: The Great Race
1968: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Ein seltsames Paar
1970: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Nie wieder New York
1973: Bester Schauspieler – Drama: Rettet den Tiger!
1974: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Extrablatt
1979: Bester Schauspieler – Drama: Das China Syndrom
1980: Bester Schauspieler – Drama: Ein Sommer in Manhattan
1982: Bester Schauspieler – Drama: Vermisst
1986: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: That's Life! - So ist das Leben
1989: Bester Schauspieler – Drama: Dad
Gewonnene Golden Globes:
1960: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: > Das Appartement
1972: Bester Schauspieler – Musical / Comedy: Avanti, Avanti!
OSCAR Nominierungen:
1959: Bester Schauspieler: Manche mögens heiss
1960: Bester Schauspieler: Das Appartement
1962: Bester Schauspieler: Die Tage des Weines und der Rosen
1979: Bester Schauspieler: Das China Syndrom
1980: Bester Schauspieler: Ein Sommer in Manhattan
1982: Bester Schauspieler: Vermisst
Gewonnene OSCARs:
1955: Bester Nebendarsteller: Keine Zeit für Heldentum
1973: Bester Schauspieler: Rettet den Tiger!



