Charlton Heston †

John Charles Carter

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Biographie

Charlton Heston © Paramount Pictures

Geboren am
Gestorben am:
4.10.1923
05.04.2008
in Evanston, Illionois, USA
Beverly Hills, Kalifornien, USA
Autor Stefanie Rufle

„Ich habe drei Präsidenten gespielt, drei Heilige und zwei Genies. Wenn man danach kein Problem mit seinem Ego hat, dann bekommt man auch nie eines.“ (Charlton Heston)
Charlton Heston gehörte zu den ganz großen Charakterdarstellern Hollywoods, er überzeugte vor allem in den für ihn typischen kraftvollen Rollen und war der geborene Western- und Heldendarsteller. Weltberühmt ist seine Rolle des Galeerensträflings in „Ben Hur“ (1959), er spielte im Ritterspektakel „El Cid“ (1961) und war der Moses in „Die zehn Gebote“ (1956). Man findet Charlton auf Platz 28 der „The Top 100 Movie Stars of All Time“-Liste des Empire Magazin und wird ihn immer in Erinnerung behalten als einen Mann wie ein Fels.

Der am 04. Oktober 1923 in Evanston geborene John Charles Carter konnte sich nach eigener Aussage nicht erinnern, dass es jemals eine Zeit gegeben hatte, in der er nicht habe Schauspieler werden wollen. Er spielte am Thomas Wolfe Memorial Theatre in Asville und debütierte 1947 mit Shakespeares „Anthony und Cleopatra“ am Broadway.Seine erste Kinorolle hatte der damals Siebzehnjährige in der 16mm Produktion „Peer Gynt“ (1941) – ein noch eher unauffälliger Auftritt. Es folgten „Julius Caesar“ (1950), wo er den Marc Anthony gab, „Stadt im Dunkel“ (1950) und „Die größte Schau der Welt“ (1952). Charltons erster Western war „Der weiße Sohn der Sioux“ (1952), auf den unzählige andere wie „Die Bestie der Wildnis“ (1953), „Gefährtin seines Lebens“ (1953), „Am fernen Horizont“ (1955) oder „Rivalen ohne Gnade“ (1956) folgen sollten. Im Orson Welles-Klassiker „Im Zeichen des Bösen“ (1958) war Heston der Gegenspieler von Orson Welles und im Western „Weites Land“ (1958) stand er neben Gregory Peck vor der Kamera.

Mit nur fünfunddreißig Jahren erhielt Charlton Heston für seine Hauptrolle in „Ben Hur“ einen OSCAR, eine Rolle übrigens, die er nur deshalb bekommen hatte, weil Burt Lancaster abgelehnt hatte. Dazu hatte Heston eine nette Anekdote zu erzählen. Angeblich sprach jemand Kirk Douglas auf seinen Auftritt in „Ben Hur“ an, worauf der erwiderte, das sei doch gar nicht er gewesen. Darauf der andere: „Wenn Sie nicht Burt Lancaster sind, wer zur Hölle sind Sie dann?“ Dies war der Beginn einer sagenhaften Filmkarriere und in den nächsten Jahren war Charlton mehr als gut beschäftigt, sei es nun im Fernsehen oder auf der Leinwand. In „Michelangelo – Inferno und Ekstase“ (1965) spielte er den großen Maler Michelangelo und im eher untypischen Western „Der Verwegene“ (1968) war er ein betagter und einsamer Cowboy, der sich einer verlassenen Frau und deren Sohn annimmt. „Der Verwegene“ bezeichnete der „stählerne Heston“ stets als seine Lieblingsarbeit.

Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjahre entstanden vier Science-Fiction-Produktionen, die Charlton einen ganz neuen Fankreis einbrachten. In „Planet der Affen“ (1968) spielte er den Astronaut George Taylor. Danach folgten die Filme „Rückkehr zum Planet der Affen“ (1970), „Der Omega-Mann“ (1971) und „Jahr 2022…die überleben wollen“ (1973). Später sagte der Mime einmal, die Dreharbeiten zu “Planet der Affen” hätten ihn wie keine anderen strapaziert, zumal er währenddessen auch noch krank war. Neben vielen großartigen Filmen, in denen Heston mitspielte, gab es aber auch eine ganze Reihe von berühmten Rollen, die er abgelehnt hatte. So war er etwa für die Rolle des Polizeichefs Brody in „Der weiße Hai“ (1975) vorgesehen gewesen, war die ursprüngliche Wahl für die Hauptrolle in „Alexander der Große“ (1956), die er zugunsten des Moses in „Die zehn Gebote ablehnte“, sollte Gregory Pecks Rolle in „Das Omen“ (1976) und die von Gary Cooper in „Zwölf Uhr Mittags“ (1952) übernehmen. John Wayne bot dem Mimen die Rolle des Jim Bowie in „Alamo“ (1960) an, die er aber wegen der politischen Aussage des Films nicht annehmen wollte. Außerdem war Charlton für die Rolle des Jor-El in „Superman“ (1978) im Gespräch, die dann aber mit Marlon Brando besetzt wurde. In den Siebziger- und Achtziger-Jahren war Heston vorwiegend in Katastrophen- und Action-Filmen wie „Erdbeben“ (1974), „Airport ´75 - Giganten am Himmel“ (1975) oder „Katastrophenflug 232“ (1992) zu sehen. Vor allem in den 70ern spielte er aber auch viel Theater – überhaupt hielt er den Brettern, die die Welt bedeuten, stets die Treue.

Ab den 80ern wurden Charltons Leinwandauftritte immer seltener, er war jetzt vornehmlich in Video- oder Fernsehrollen zu sehen. Vor allem in TV-Serien wie „Der Denver-Clan“ (1985), „SeaQuest“ (1994) oder „Outer Limits“ (2000) hatte der Mime jetzt immer öfter Gastauftritte. Doch auch im Kino war er von Zeit zu Zeit mit Nebenrollen vertreten, so etwa in „Tombstone“ (1993) oder „Wayne´s World II“ (1993). Einen kleinen Auftritt hatte er im Remake „Planet der Affen“ (2001) und spielte neben Arnold Schwarzenegger in „True Lies“ (1994). Er lieh seine markante, tiefe Stimme verschiedenen Produktionen, wie etwa dem Animationsfilm „Hercules“ (1997), der Familienkomödie „Cats & Dogs“ (2001) und der Animationsversion von „Ben Hur“ (2003). Seinem Sohn, dem Regisseur Fraser C. Heston verdankte Charlton seine Rollen im Remake „Die Schatzinsel“ (1990) und im Abenteuerfilm „Alaska“ (1996). Seinen letzten Filmauftritt hatte der große Schauspieler im Holocaust-Drama „My Father, Rua Alguem 5555“ (2003), wo er als Dr. Josef Mengele zu sehen war.

Charlton Heston war von 1944 bis zu seinem Tod mit Lydia Marie Clark Heston verheiratet. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohns Fraser beschlossen die beiden, das nächste Kind zu adoptieren, um ganz sicher eine Tochter zu bekommen. Mit Holly Heston Rochelle war in ihren Augen dann die Familienidylle perfekt. Heston, der im Jahr 2003 die Presidental Medal of Freedom von George W. Bush überreicht bekam, hatte klare politische Überzeugungen. Er war Promoter der Republikaner und von 1998 bis 2003 war er Präsident der NRA (National Rifle Association). Er besaß mehr als vierhundert Waffen und betonte stets, der Waffenbesitz sei ein von Gott gegebenes Recht. Er selber würde seine Waffen erst dann abgeben, wenn er tot sei. Und das, obwohl er in den Sechzigerjahren noch an der Seite von Martin Luther King marschiert war und sich damals für die Bürgerrechte eingesetzt hatte. Im Film „Bowling For Columbine“ wurde der Hollywoodstar deshalb von Michael Moore ausgebuht. Obwohl Heston oft für seine streng konservativen Ansichten und seine Bindung zur NRA kritisiert wurde, war er Empfänger des Jean Hersholt Humanitarian Award und des Kennedy Center Lifetime Achievement Award. Ab 2003 wirkte Charlton aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung in keinem Filmprojekt mehr mit und am 05. April 2008 starb er an den Folgen seiner Krankheit. Charlton Heston war eine der legendären Figuren des amerikanischen Kinos und wird vor allem für seine Darstellung der großen Helden in die Annalen Hollywoods eingehen.


Filmographie Charlton Heston

  • 1941: Peer Gynt
  • 1949: Suspense (TV-Serie)
  • 1949: Studio One (TV-Serie)
  • 1950: The Clock (TV-Serie)
  • 1950: Julius Caesar (1950)
  • 1950: Stadt im Dunkel
  • 1950: The Philco Television Playhouse (TV-Serie)
  • 1951: Lux Video Theatre (TV-Serie)
  • 1951: Schlitz Playhouse of Stars (TV-Serie)
  • 1951: Your Show of Shows (TV-Serie)
  • 1952: Robert Montgomery Presents (TV-Serie)
  • 1952: Die größte Schau der Welt
  • 1952: Curtain Call (TV-Serie)
  • 1952: Der weiße Sohn der Sioux
  • 1952: Wildes Blut
  • 1953: Gefährtin seines Lebens
  • 1953: Die Outrider
  • 1953: Die Bestie der Wildnis
  • 1953: Medallion Theatre (TV-Serie)
  • 1953: Bad for Each Other
  • 1953: Three Lives
  • 1954: Danger (TV-Serie)
  • 1954: Der nackte Dschungel
  • 1954: Das Geheimnis der Inkas
  • 1955: Am fernen Horizont
  • 1955: Der Privatkrieg des Major Benson
  • 1955: Omnibus (TV-Serie)
  • 1955: Lucy Gallant
  • 1955: Climax! (TV-Serie)
  • 1955: General Electric Theater (TV-Serie)
  • 1956: Die zehn Gebote
  • 1956: Rivalen ohne Gnade
  • 1956: Playhouse 90 (TV-Serie)
  • 1958: Shirley Temple´s Storybook (TV-Serie)
  • 1958: Screen Snapshots: Salute to Hollywood
  • 1958: Im Zeichen des Bösen
  • 1958: Weites Land
  • 1958: König der Freibeuter
  • 1959: Die den Tod nicht fürchten
  • 1959: Ben-Hur
  • 1961: Alcoa Premiere (TV-Serie)
  • 1961: El Cid
  • 1962: The Pigeon That Took Rome
  • 1963: König von Hawaii
  • 1963: Hallmark Hall of Fame (TV-Serie)
  • 1963: 55 Tage in Peking
  • 1963: The Patriots (TV)
  • 1965: Die größte Geschichte aller Zeiten
  • 1965: Sierra Charriba
  • 1965: Michelangelo – Inferno und Ekstase
  • 1965: The War Lord
  • 1966: What Is a Boy (TV)
  • 1966: A Whole Scene Going (TV-Serie)
  • 1966: Khartoum – Aufstand am Nil
  • 1967: All About People
  • 1967: Der Befehl
  • 1968: Planet der Affen
  • 1968: Der Verwegene
  • 1969: Number One
  • 1970: Rückkehr zum Planet der Affen
  • 1970: Julius Caesar (1970)
  • 1970: Herrscher der Insel
  • 1971: Der Omega-Mann
  • 1972: Antonius und Cleopatra (auch Drehbuch und Regie)
  • 1972: The Special London Bridge Special
  • 1972: Endstation Hölle
  • 1972: Ruf der Wildnis
  • 1973: Jahr 2022...die überleben wollen
  • 1973: Die drei Musketiere (1973)
  • 1974: Airport ´75 – Giganten am Himmel
  • 1974: Die vier Musketiere
  • 1974: Erdbeben
  • 1975: The Fun of Your Life
  • 1976: Der Letzte der harten Männer
  • 1976: Schlacht um Midway
  • 1976: Lethal Game – Countdown in den Tod
  • 1977: Der Prinz und der Bettler
  • 1978: U-Boot in Not
  • 1980: Duell am Wind River
  • 1980: Erwachen der Sphinx
  • 1982: Goldfieber (auch Regie)
  • 1983: Die Polizei-Chiefs von Delano (TV-Serie)
  • 1984: Nairobi Affair (TV)
  • 1985: Der Denver-Clan (TV-Serie)
  • 1985: Die Colbys – Das Imperium (TV-Serie)
  • 1987: Ein Mann aus Stahl (TV)
  • 1987: The Two Ronnies (TV-Serie)
  • 1987: Christmas Night with the Two Ronnies (TV)
  • 1987: Saturday Night Live (TV-Serie)
  • 1988: A Man for All Seasons (TV) (auch Regie)
  • 1989: Call from Space (nur Stimme)
  • 1989: Unbarmherzige Meute (TV)
  • 1990: Die Schatzinsel (TV)
  • 1990: Starfire
  • 1990: Harry und Davy (TV)
  • 1990: Beinahe ein Engel
  • 1991: Cults: Saying No Under Pressure
  • 1991: The Crucifer of Blood (TV)
  • 1992: Gengis Khan
  • 1992: Katastrophenflug 232 (TV)
  • 1992: Noel, die Christbaumkugel (TV) (nur Stimme)
  • 1993: Wayne´s World 2
  • 1993: Tombstone
  • 1994: Texas (TV)
  • 1994: SeaQuest (TV-Serie)
  • 1994: True Lies
  • 1994: The Great Battles of the Civil War (TV-Serie)
  • 1995: Die Heiligen der letzten Tage (TV)
  • 1995: Die Mächte des Wahnsinns
  • 1996: The Dark Mist (nur Stimme)
  • 1996: Alaska – Die Spur des Polarbären
  • 1996: Hamlet (1996)
  • 1997: Hercules
  • (nur Stimme)
  • 1998: Bagpipe: Instrument of War – Part 1 (TV)
  • 1998: Bagpipe: Instrument of War – Part 2 (TV)
  • 1998: Armageddon
  • (nur Stimme)
  • 1998: Sworn to Secrecy: Secrets of War (TV-Serie)
  • 1999: Camino de Santiago (TV-Serie)
  • 1999: Gideon
  • 1999: An jedem verdammten Sonntag
  • 2000: Outer Limits – Die unbekannte Dimension (TV-Serie)
  • 2001: Stadt, Land, Kuss
  • 2001: Cats & Dogs - Wie Hund und Katz
  • (nur Stimme)
  • 2001: Planet der Affen 2000
  • 2001: The Order
  • 2003: Ben Hur (TV) (nur Stimme)
  • 2003: My Father, Rua Alguem 5555

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1956: Bester Schauspieler - Drama: Die zehn Gebote
1959: Bester Schauspieler - Drama: Ben Hur
1962: Bester Schauspieler - Musical/Comedy: The Pigeon That Took Rome

Gewonnene OSCARs:
1959: Bester Schauspieler: Ben Hur