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Peter Falk †
Peter Michael Falk
Biographie
© Universal Pictures
|
Geboren am Gestorben am: |
19.9.1927 23.06.2011 |
in |
New York City, USA Beverly Hills, California, USA |
Autor | Stefanie Rufle |
|---|
„Vielleicht wäre ohne „Columbo“ ein besserer Schauspieler aus mir geworden.” (Peter Falk)
Diese Frage ist bestimmt nicht ganz unberechtigt, doch sie zu stellen ist eigentlich müßig. Denn die Rolle des Inspektor Columbo aus der TV-Krimi-Reihe „Columbo“ hat Peter Falks Karriere so nachhaltig geprägt, dass man sich den Mimen ganz einfach nicht ohne sie vorstellen konnte. Falk wurde völlig über diese Rolle des zerstreuten und schusselig wirkenden Inspektors im abgewetzten Trenchcoat definiert, und war damit einem Millionenpublikum ein Begriff.
Peter Michael Falk wurde am 16. September 1927 als Sohn eines Warenhausbesitzers geboren und war sowohl ungarischer, tschechischer und russischer Abstammung. Peters Eltern waren beide Juden, allerdings wohl nicht sehr gläubig. Sein rechtes Auge verlor der Junge im zarten Alter von drei Jahren, als ihm nach einer Krebsoperation ein Glasauge eingesetzt werden musste. Seine erste Bühnenerfahrung machte Peter, als er mit zwölf Jahren in dem Stück „The Pirates of Penzance“ einen Auftritt hatte. Nach der High School pflegte der junge Mann erst einmal den Müßiggang, besuchte für einige Monate ein College und entschied sich dann für die Handelsmarine. Wegen seines Glasauges wurde er aber nur als Koch genommen und fuhr so achtzehn Monate lang in der Kombüse zur See. Danach machte Peter seinen Bachelor of Arts in Literatur- und Politikwissenschaften und anschließend den Master of Public Administration. 1953, auf dem Höhepunkt der anti-kommunistischen McCarthy-Ära, bewarb sich Falk beim CIA, wurde allerdings wegen eines mehrmonatigen Aufenthalts im damals kommunistischen Jugoslawien abgelehnt. Daraufhin nahm er notgedrungen eine Stellung bei der Finanzbehörde in Hartford, Conneticut an, wo er gleichzeitig einer Laienspielgruppe beitrat. Peters Leidenschaft für die Schauspielerei wuchs zusehends, so dass er schließlich Schauspielunterricht nahm. Von seiner Lehrerin ermuntert kündigte er seinen Job und ging wieder in seine Geburtsstadt New York zurück.
Falk war zunächst in mehreren Off-Broadway- und TV-Produktionen zu sehen und hatte sein Leinwanddebüt im Abenteuerfilm „Sumpf unter den Füßen“ (1958). Schon zwei Jahre später wurde der Mime für die beste männliche Nebenrolle in „Unterwelt“ (1960) für den OSCAR nominiert – die Trophäe ging dann allerdings an Peter Ustinov. Ein Jahr darauf folgte dann die zweite OSCAR Nominierung für Frank Capras „Die unteren Zehntausend“ (1961). 1960 heiratete Peter seine langjährige Freundin Alyce Mayo und war in den folgenden Jahren in Filmen wie „Sieben gegen Chicago“ (1964) neben dem legendären „Rat Pack“ und „Das große Rennen rund um die Welt“ (1965) an der Seite von Tony Curtis und Jack Lemmon zu sehen. Der internationale Durchbruch gelang Falk allerdings erst durch seinen Auftritt als Inspektor Columbo in „Columbo – Mord nach Rezept“ (1968). Zunächst weigerte der Schauspieler sich, in weiteren Folgen der Fernsehproduktion mitzuwirken – zu groß waren seine Bedenken, dadurch auf eine Rolle festgelegt zu werden. Doch drei Jahre später ließ er sich dann doch überreden und mit „Columbo – Lösegeld für einen Toten“ (1971) begann ein wahrer Inspektor Columbo-Boom. Bis zum Jahr 1978 entstand eine Flut von Folgen der beliebten Reihe, deren Erfolg vornehmlich auf der Hauptfigur gründete. Der schlitzohrige Inspektor mit dem messerscharfen Verstand wird bei seinen Ermittlungen in den besseren Gegenden von Los Angeles wegen seines schäbigen Trenchcoats und klapprigen Autos von den Verdächtigen selten ernst genommen. Er gibt sich betont vergesslich und schlampig mit seiner kalten Zigarre im Mundwinkel, wirkt immer etwas zerstreut und kommt durch läppische Zwischenfragen nach scheinbar Nebensächlichem immer an sein Ziel. Eine Figur, die geradezu prädestiniert dafür ist, Kultstatus zu erlangen und so wurden Falks Gagenforderungen auch immer höher. Irgendwann wurde die Serie einfach zu teuer und deshalb im Jahr 1978 vom Sender NBC eingestellt. Doch der Erfolg war mehr als beachtlich, in über achtzig Ländern wurde „Columbo“ ausgestrahlt, Peter Falk erhielt in diesen zehn Jahren zweimal den Emmy-Award und einmal einen Golden Globe.
Gemessen an seiner Arbeit für „Columbo“ waren Peter Falks Kinoauftritte hingegen eher spärlich gesät. Oft war er in Filmen seines Freundes, des Regisseurs und Schauspielers John Cassavetes zu sehen, so etwa in „Ehemänner“ (1970). Einen gelungenen Auftritt hatte der Mime in der Krimikomödie „Eine Leiche zum Dessert“ (1976) und war in Filmen wie „Der Schmalspurschnüffler“ (1978) oder „Das große Dings bei Brinks“ (1978) zu sehen. Außerdem hatte er Gastauftritte in den Wim Wenders-Filmen „Der Himmel über Berlin“ (1987), wo er sich selbst darstellte und „In weiter Ferne, so nah!“ (1993). Mit Woody Allen stand er für die Neuverfilmung des Erfolgsstücks „Die Sonny Boys“ (1995) vor der Kamera. 1989 kehrte Falk überraschend als Columbo auf die Bildschirme zurück. Das Erfolgsrezept wurde beibehalten, was dem Mimen erneut einen Emmy-Award einbrachte. Doch auch dem Theater blieb Peter Falk immer treu, er sagte einmal: „Man kann sich nicht wirklich Schauspieler nennen, wenn man nicht auf der Bühne spielt.“ Schon 1972 erhielt Falk den Tony-Award als bester Broadway-Schauspieler des Jahres im Stück „Das Nervenbündel“.
Der Schauspieler, der zu Beginn seiner Karriere vom damaligen Columbia-Chef Harry Cohn mit folgender Begründung abgelehnt wurde: „Für das Geld kann ich einen Schauspieler mit zwei Augen bekommen.“, war seit 1977 in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Danese Shera verheiratet. Die beiden hatten sich während der Dreharbeiten zu „Columbo – Mord im Bistro“ (1976) kennen gelernt. Peter Falk, der in den letzten Jahren seines Lebens an Alzheimer litt, verstarb am 23. Juni 2011 in seinem Haus in Beverly Hills.
Filmographie Peter Falk
- 1957: Robert Montgomery Presents (TV-Serie)
- 1957: Studio One (TV-Serie)
- 1958: Armstrong Circle Theatre (TV-Serie)
- 1958: Kraft Television Theatre (TV-Serie)
- 1958: Sumpf unter den Füßen
- 1958: Gnadenlose Stadt (TV-Serie)
- 1959: The Bloody Brood
- 1959: New York Confidential (TV-Serie)
- 1959: Decoy (TV-Serie)
- 1959: Play of the Week (TV-Serie)
- 1960: Pretty Boy Floyd
- 1960: Unterwelt
- 1960: The Islanders (TV-Serie)
- 1960: Have Gun - Will Travel (TV-Serie)
- 1960: The Secret of the Purple Reef
- 1960: The Witness (TV-Serie)
- 1960: Chicago 1930 (TV-Serie)
- 1961: The Law and Mr. Jones (TV-Serie)
- 1961: The Aquanauts (TV-Serie)
- 1961: Cry Vengeance! (TV)
- 1961: The Million Dollar Incident (TV)
- 1961: Alfred Hitchcock präsentiert (TV-Serie)
- 1961: The Barbara Stanwyck Show (TV-Serie)
- 1961: Target: The Corruptors (TV-Serie)
- 1961: Unglaubliche Geschichten (TV-Serie)
- 1961: Die unteren Zehntausend
- 1962: Schauplatz Los Angeles (TV-Serie)
- 1962: Polizeirevier 87 (TV-Serie)
- 1962: Die Sprache der Gewalt
- 1962: The DuPont Show of the Week (TV-Serie)
- 1962: Alfred Hitchcock zeigt (TV-Serie)
- 1962: Heute Abend, Dick Powell! (TV-Serie)
- 1963: Der Balkon
- 1963: Dr. Kildare (TV-Serie)
- 1963: Bob Hope Presents the Chrysler Theatre (TV-Serie)
- 1963: Wagon Train (TV-Serie)
- 1963: Total, total verrückte Welt
- 1964: Sieben gegen Chicago (auch Sänger)
- 1964: Ambassador at Large (TV)
- 1964: Ben Casey (TV-Serie)
- 1965: Italiani brava gente
- 1965: Das große Rennen rund um die Welt
- 1965: The Trials of O´Brien (TV-Serie)
- 1966: Brillanten-Razzia
- 1966: Brigadoon (TV)
- 1966: Penelope (1966)
- 1967: Versuch´s doch mal mit meiner Frau
- 1968: Columbo - Mord nach Rezept (TV)
- 1968: A Hatful of Rain (TV)
- 1968: Schlacht um Anzio
- 1968: Die Unschlagbaren
- 1969: Das Schloß in den Ardennen
- 1970: Stoßtrupp Avola - Ja, wo sind denn die Kanonen?
- 1970: Ehemänner (auch Sänger)
- 1971: The Name of the Game (TV-Serie)
- 1971: A Step Out of Line (TV)
- 1971: Columbo - Lösegeld für einen Toten (TV)
- 1971: Columbo - Tödliche Trennung (TV)
- 1971: Columbo - Mord mit der linken Hand (TV)
- 1971: Columbo - Mord unter sechs Augen (TV)
- 1971: Columbo - Mord in Pastell (TV)
- 1971: Columbo - Schritte aus dem Schatten (TV)
- 1972: Columbo - Zigarren für den Chef (TV)
- 1972: Columbo - Denkmal für die Ewigkeit (TV) (auch Regie)
- 1972: Columbo - Etüde in Schwarz (TV) (auch Regie)
- 1972: Columbo - Blumen des Bösen (TV)
- 1972: Columbo - Wenn der Eismann kommt (TV)
- 1972: Columbo - Alter schützt vor Torheit nicht (TV)
- 1973: Columbo - Klatsch kann tödlich sein (TV)
- 1973: Columbo - Zwei Leben an einem Faden (TV)
- 1973: Columbo - Schach dem Mörder (TV)
- 1973: Columbo - Doppelter Schlag (TV)
- 1973: Columbo - Ein Hauch von Mord (TV)
- 1973: Columbo - Wein ist dicker als Blut (TV)
- 1973: Columbo - Stirb für mich (TV)
- 1973: Columbo - Ein gründlich motivierter Mord (TV)
- 1974: Columbo - Schreib oder stirb (TV)
- 1974: Columbo - Teuflische Intelligenz (TV)
- 1974: Columbo - Schwanengesang (TV)
- 1974: Columbo - Meine Tote - Deine Tote (TV)
- 1974: Columbo - Geld, Macht und Muskeln (TV)
- 1974: Eine Frau unter Einfluß
- 1974: Columbo - Momentaufnahme für die Ewigkeit (TV)
- 1974: Columbo - Des Teufels Corporal (TV)
- 1975: Columbo - Traumschiff des Todes (TV)
- 1975: Columbo - Playback (TV)
- 1975: Columbo - Der Schlaf, der nie endet (TV)
- 1975: Columbo - Tödliches Comeback (TV)
- 1975: Columbo - Mord in der Botschaft (TV)
- 1975: Columbo - Tod am Strand (TV)
- 1976: Columbo - Blutroter Staub (TV)
- 1976: Griffin and Phoenix: A Love Story (TV)
- 1976: Columbo - Wenn der Schein trügt (TV)
- 1976: Columbo - Der alte Mann und der Tod (TV)
- 1976: Eine Leiche zum Dessert
- 1976: Columbo - Mord im Bistro (TV)
- 1976: Columbo - Bei Einbruch Mord
- 1976: Mikey and Nicky
- 1977: The Dean Martin Celebrity Roast: Frank Sinatra (TV)
- 1977: Columbo - Todessymphonie (TV)
- 1977: Columbo - Rache ist bitter (TV)
- 1977: Opening Night
- 1978: Columbo - Mord à la Carte (TV)
- 1978: Columbo - Mord in eigener Regie (TV)
- 1978: Columbo - Mord per Telefon (TV)
- 1978: Columbo - Waffen des Bösen (TV)
- 1978: Der Schmalspurschnüffler (auch Sänger)
- 1978: Das große Dings bei Brinks
- 1979: Zwei in Teufels Küche
- 1981: Die große Muppet-Party
- 1981: Harry läßt die Puppen tanzen
- 1986: Sterben... und leben lassen
- 1987: Der Himmel über Berlin
- 1987: Happy New Year
- 1987: Die Braut des Prinzen
- 1988: Vibes - Die Jagd nach der glühenden Pyramide
- 1989: Columbo - Tödliche Tricks (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1989: Columbo - Die vergessene Tote (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1989: Columbo - Black Lady (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1989: Columbo - Tödliche Kriegsspiele (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1989: Cookie
- 1989: Columbo - Selbstbildnis eines Mörders (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1990: Columbo - Wer zuletzt lacht (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1990: Columbo - Mord nach Termin (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1990: Columbo - Ruhe sanft, Mrs. Columbo (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1990: Ein Köder für den Killer
- 1990: Columbo - Schleichendes Gift (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1990: Columbo - Niemand stirbt zweimal (TV) (auch Co-Produzent)
- 1990: Julia und ihre Liebhaber
- 1990: Columbo - Luzifers Schüler (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1991: Columbo - Der erste und der letzte Mord (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1991: Columbo - Tödliche Liebe (TV) (auch Co-Ex.Produzent)
- 1991: Columbo - Tödlicher Jackpot (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1992: Columbo - Bluthochzeit (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1992: Columbo - Ein Spatz in der Hand (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1993: Columbo - Der Tote in der Heizdecke (TV) (auch Ex.Produzent und Drehbuch)
- 1993: Columbo - Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1994: Columbo - Zwei Leichen und Columbo in der Lederjacke (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1995: Sonny Boys (TV)
- 1995: Cops n Roberts
- 1995: Familien-Bande
- 1995: Columbo - Seltsame Bettgenossen (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1997: Columbo - Keine Spur ist sicher (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1997: Pronto (TV)
- 1998: Columbo - Das Aschenpuzzle (TV) (auch Ex.Produzent)
- 1998: Money Kings (TV)
- 2000: From Where I Sit (TV)
- 2000: Sommer der Freundschaft (TV)
- 2000: Lakeboat
- 2000: Columbo - Mord nach Takten (TV) (auch Ex.Produzent)
- 2000: Enemies of Laughter
- 2001: Hubert´s Brain (nur Stimme)
- 2001: Made
- 2001: Mister Undercover
- 2001: A Town Without Christmas (TV)
- 2001: Die vergessene Welt (TV)
- 2002: Undisputed - Sieg ohne Ruhm
- 2003: Columbo - Die letzte Party (TV) (auch Ex.Produzent)
- 2003: Three Days of Rain
- 2003: Wilde Tage (TV)
- 2003: Findet John Christmas (TV)
- 2004: Grosse Haie, kleine Fische
- (nur Stimme)
- 2004: Ein Engel in der Stadt (TV)
- 2005: Checking out - Alles nach meinen Regeln
- 2005: Reine Familiensache
- 2007: Three Days to Vegas
- 2007: Next
- 2009: American Cowslip
Filmpreise
OSCAR Nominierungen:
1960: Bester Nebendarsteller: Unterwelt
1961: Bester Nebendarsteller: Die unteren Zehntausend