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Sylvester Groth
Biographie
© SWR
| Geboren am | 0.3.1958 | in | Jerichow, Deutschland | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Sylvester Groth zählt zu den Schauspielern, die trotz unglaublicher Präsenz und hoher darstellerischer Intensität nur schlecht im Gedächtnis des Zuschauers haften bleiben. Groth ist äußerlich eher unscheinbar und verfügt nicht über die körperlichen Attribute, die ihn zu einem typischen Leinwand-Adonis machen würden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Mime zu den ganz großen Charakterdarstellern des deutschen Films und zudem zu den anerkanntesten deutschen Bühnendarstellern zählt. Er stand bereits auf nahezu allen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen, wie etwa dem Residenztheater und den Kammerspielen München, dem Berliner Ensemble und der Schaubühne Berlin, dem Wiener Burgtheater und den Salzburger Festspielen.
Der 1958 in Jerichow, in der damaligen DDR, geborene Sylvester Groth studierte an der Staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin. Der ausgebildete Tenor begann seine Karriere am Theater und hatte zunächst Engagements in Schwerin und Dresden. Große Bekanntheit in der DDR erhielt Groth durch seinen Auftritt im DEFA-Streifen „Der Aufenthalt“ (1983), der den Beginn seiner Film- und Fernsehkarriere markierte. Immer wieder war der Mime nun auch auf der Leinwand und im Fernsehen zu bewundern, wobei sein Schwerpunkt hauptsächlich beim Theater lag. Nach der Wende wurde Groth auch dem gesamtdeutschen Publikum zum Begriff, hatte er doch immer wieder von der Kritik hoch gelobte Auftritte, wie etwa in „Stalingrad“ (1993) oder „Die Vergebung“ (1994). Für seine Darstellung eines Stasi-Agenten in „Romeo“ (2001) wurde der Schauspieler mit dem Adolf Grimme-Preis geehrt – hier beeindruckte er erneut durch sein besonders intensives Spiel. 2003 stand Sylvester Groth unter anderen neben Heino Ferch, Jan Josef Liefers, Klaus J. Behrendt, Heike Makatsch und Armin Rohde für den erfolgreichen TV-Zweiteiler „Das Wunder von Lengede“ vor der Kamera. Hierfür erhielt er als Mitglied des Schauspielerensembles die Goldene Kamera. Große Aufmerksamkeit erhielt der Mime durch seine Darstellung von Goebbels in Dani Levys Komödie „Mein Führer“ (2007) an der Seite von Helge Schneider – hierfür wurde er mit dem Deutschen Kritikerpreis 2007 ausgezeichnet. Einen beeindruckenden Auftritt hatte Groth im Fernseh-Zweiteiler „Contergan“ (2007) an der Seite von Katharina Wackernagel und Benjamin Sadler. Der Film beschreibt die Folgen des 1957 zu großer Popularität gekommenen Schlafmittels Contergan für eine Familie. Im Jahr darauf war Groth in der Thomas Mann-Verfilmung "Buddenbrooks" (2008) zu sehen. 2009 kam der Mime mit der Knef-Biographie "Hilde" (2009) in die deutschen Kinos und wirkte in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" (2009) mit, für den Christoph Waltz mit einem OSCAR als Bester Nebendarsteller geehrt wurde. Außerdem stand er in diesem Jahr auch für "Marcel Reich-Raniski - Mein Leben" (2009), "Whisky mit Wodka" (2009) und "Zarte Parasiten" (2009) vor der Kamera. Neben einem wahrhaft sehenswerten Aufgebot an namhaften deutschen Schauspielern wie Heike Maktsch, Benno Fürmann und Joachim Krol hatte Sylvester Groth einen Auftritt in der Neuverfilmung von Mark Twains Kinderbuchklassiker "Tom Sawyer" (2011).
Neben seiner Arbeit als Schauspieler begeistert sich Sylvester Groth auch für Hörspiele und Hörbuchproduktionen. So lieh er seine markante Stimme der Hörbuchproduktion des Orient-Zyklus von Karl May und Dostojewskis unvergessenem Werk „Verbrechen und Strafe“ – uns eher bekannt als „Schuld und Sühne“.
Filmographie Sylvester Groth
- 1983: Der Aufenthalt
- 1985: Der Schimmelreiter (TV)
- 1985: Junge Leute in der Stadt
- 1986: Das Haus am Fluß
- 1986: Momo
- 1989: Die Affäre Rue de Lourcine (TV)
- 1992: Verlorene Landschaft
- 1993: Stalingrad
- 1993: Das letzte U-Boot (TV)
- 1994: Die Vergebung (TV)
- 1994: Abschied von Agnes
- 1995: Neben der Zeit (TV)
- 1996: Reise nach Weimar (TV)
- 1996: Bruder Esel (TV-Serie)
- 1997: Sperling (TV-Serie)
- 1997: Gesches Gift
- 1998: Schimanski (TV-Serie)
- 1999: Requiem für eine romantische Frau
- 1999: Der Vulkan
- 1999: Der Preis der Sehnsucht (TV)
- 2000: Zerbrechliche Zeugin (TV)
- 2000: Der Briefbomber (TV)
- 2000: Verzweiflung
- 2001: Kolle - Ein Leben für Liebe und Sex (TV)
- 2001: Jenseits (TV)
- 2001: Romeo (TV)
- 2001: Der Verleger (TV)
- 2001: Liebe. Macht. Blind. (TV)
- 2003: Die geheime Inquisition (TV)
- 2003: Die Geisel (TV)
- 2003: Die dritte Gewalt
- 2003: Das Wunder von Lengede (TV)
- 2003: Tatort - Stiller Tod (TV)
- 2004: Der Elefant - Mord verjährt nie (TV-Serie)
- 2004: Hexen - Magie, Mythen und die Wahrheit (TV-Serie)
- 2004: Ein glücklicher Tag (TV)
- 2004: Mein Leben & ich (TV-Serie)
- 2004: Käthchens Traum (TV)
- 2005: Polizeiruf 110 (TV-Serie)
- 2005: Tatort - Rache-Engel (TV)
- 2005: Mätressen - Die geheime Macht der Frauen (TV-Serie)
- 2006: Lulu (TV)
- 2006: NimmerMeer
- 2006: Bella Block (TV-Serie)
- 2007: Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
- 2007: Der Kriminalist (TV-Serie)
- 2007: Rosa Roth (TV-Serie)
- 2007: Schuld und Unschuld (TV)
- 2007: Contergan (TV)
- 2007: Der Kronzeuge (TV)
- 2008: Die Weisheit der Wolken (TV)
- 2008: Der Vorleser
- 2008: Buddenbrooks
- 2009: Hilde
- 2009: Marcel Reich-Ranicki - Mein Leben
- 2009: Whisky mit Wodka
- 2009: Inglourious Basterds
- 2009: Zarte Parasiten
- 2010: KDD - Kriminaldauerdienst (TV-Serie)
- 2010: Inspektor Barbarotti - Mensch ohne Hund (TV)
- 2010: Keiner geht verloren (TV)
- 2011: Beate Uhse - Ich will Freiheit für die Liebe (TV)
- 2011: Tatort - Das Dorf (TV)
- 2011: Niemandsland
- 2011: Bittere Kirschen
- 2011: Tom Sawyer
- 2012: Unsere Mütter, unsere Väter (TV)
- 2012: Frisch gepresst



