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Tippi Hedren
Nathalie Kay Hedren
Biographie
© unbekannt
| Geboren am | 19.1.1930 | in | New Ulm, Minnesota, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Tippi Hedren gehört zu den wenigen Hollywood-Stars, deren Ziel es nie gewesen ist, Schauspielerin zu werden. Ihre Karriere verdankt die Hedren dem Umstand, dass der große Regisseur Alfred Hitchcock sie zufällig in einem Werbespot sah, und dass dieser erst kurz zuvor seine damalige „Lieblingsblondine“ Grace Kelly an den Fürsten von Monacco „verloren“ hatte. Hitchcock ließ das hochgewachsene, blonde Model für seinen Film „Die Vögel“ (1963) vorsprechen und engagierte Tippi vom Fleck weg. Die Hedren wurde so zu Hitchs letzter großer Entdeckung.
Nathalie Kay Hedren wurde am 19. Januar 1930 in New Ulm, Minnesota geboren. Sie und ihre Schwester wuchsen in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, der Vater war schwedischer Einwanderer, die Mutter hatte norwegische Eltern und stammte aus Deutschland. Schon mit dreizehn Jahren begann Tippi für ein örtliches Modegeschäft zu modeln und unterstützte mit diesem Zusatzverdienst die Familie. Aus diesem Grund war es den Hedrens möglich, 1956 nach Kalifornien umzuziehen. Schon 1951 ging Tippi nach New York, um dort ihre Modelkarriere weiter auszubauen. Sie arbeitete dort schon einige Jahre als sehr erfolgreiches Fashionmodel, als Hitchcock auf die kühle Blondine aufmerksam wurde. Als die damals schon über Dreißigjährige ihren sieben Jahres Vertrag mit dem großen Regisseur unterschrieb, war sie immer noch der Meinung, als Model oder kleine Nebendarstellerin engagiert worden zu sein. Hitch machte die zu dem Zeitpunkt teuersten Probeaufnahmen, die Hollywood je gesehen hatte, mit der Hedren und kaufte ihr anschließen Schmuck und teure Kleider – er baute seine Entdeckung zum großen Star auf. Dass Tippi über keinerlei Schauspielerfahrung verfügte, machte die Dreharbeiten sicherlich nicht eben einfach. Vor allem die Szenen, in denen echte Vögel über sie herfielen, waren für die unerfahrene Schauspielerin sehr strapaziös. Die Vögel wurden regelrecht auf Tippi geworfen, sie war mit jeder Menge flügelschlagender, sie attackierender Vögel in einem Raum. Rückblickend behauptet Hedren, damals keinerlei Angst gehabt zu haben – das war nun mal der Job! „Die Vögel“ wurde zum einschlagenden Erfolg und Tippi Hedren bekam einen Golden Globe als Beste Nachwuchsschauspielerin. Hitchcock hatte nun wieder eine „Lieblingsblondine“ und natürlich musste Tippi sich den Vergleich mit der Kelly mehr als einmal anhören. Der zweite und letzte Film, den die Mimin zusammen mit dem Regisseur drehte, war „Marnie“ (1964), wo sie neben Sean Connery vor der Kamera stand. Auch hier, wie schon bei „Die Vögel“ veranlasste Hitch, dass ihr Name im Cast nur so auftauchte: „Tippi“. Auch „Marnie“ war wieder ein Kassenschlager und die Hedren sagt, dass Hitchcocks Erfolg ihrer Meinung nach darauf gründete, dass er Geschichten erzählen konnte, die den Leuten Angst machen. Doch auch ihr selber machte der große Regisseur offenbar Angst, denn es wird behauptet, er habe eine regelrechte Obsession für die kühle Schauspielerin entwickelt. Angeblich war er derart in Tippi vernarrt, dass diese nach Ende der Dreharbeiten zu „Marnie“ die Zusammenarbeit aufkündigen wollte. Offenbar drohte er damit, ihre Karriere zu zerstören und ließ die Hedren deshalb nicht aus dem sieben Jahres Vertrag heraus. Nach ihrer Aussage behauptete er jedes Mal, wenn sie eine Rolle angeboten bekam: „Tippi ist nicht verfügbar.“ Er zahlte seiner Entdeckung weiterhin 500 Dollar im Monat, doch neue Rollen bekam sie nicht. Die Hedren erzählte einmal: „Viele Jahre lang kamen Regisseure und Produzenten auf mich zu, weil sie mich für eine Rolle haben wollten, aber Alfred erlaubte es nicht. Jahre später fand ich heraus, dass Francois Truffaut mich damals casten wollte – davon hatte mir keiner ein Wort gesagt. Das tat wirklich weh.“
Als 1968 der Vertrag mit Hitchcock auslief, war Tippi Hedren nicht mehr gefragt. Sie hatte zwar im Jahr zuvor mit Charles Chaplin „Die Gräfin von Hongkong“ (1967) drehen dürfen, der allerdings floppte. So war die Schauspielerin von nun an in mehr oder weniger erfolgreichen Produktionen zu sehen, die aber alle nicht mehr an ihre beiden größten Filme „Die Vögel“ und „Marnie“ heranreichten. Nach den Dreharbeiten zu „Mister Kingstreet´s War“ (1974) wurde Tippi klar, dass die Raubkatze, die im Film mitwirkte, von nun an ihr Dasein in einem engen Käfig würde fristen müssen. Das veranlasste die Mimin, auf ihrer großen Farm ein Grundstück zu schaffen, das sie „Shambala“ nannte, und auf dem von nun an „ausgediente“ Löwen, Panther, Tiger, Leoparden, Geparden und Pumas Zuflucht fanden. „Shambala“ existiert heute noch und seither ist die Hedren Vegetarierin und aktive Tierschützerin. Ihr Film „Roar – Die Löwen sind los“ (1981) wurde zum Plädoyer für den Schutz wilder Tiere. In diesem Film, wie auch in „The Harrard Experiment“ (1973), „Fremde Schatten“ (1990) und der TV-Serie „Alfred Hitchcock präsentiert“ (1985) stand die Mimin mit ihrer Tochter Melanie Griffith, die ihrer ersten Ehe mit Peter Griffith entstammt, vor der Kamera. Als Produzentin sicherte sich Tippi die Rechte am letzten Drehbuch von Ed Wood, der als der schlechteste Filmemacher aller Zeiten gilt. „I Woke Up Early the Day I Died“ (1998) wurde mit Vampira und Conrad Brooks verfilmt, die beide noch zusammen mit Wood gearbeitet hatten.
Tippi Hedren, die insgesamt viermal verheiratet war, engagiert sich bis heute für Tier- und Menschenrechte. Sie ist freiwillige Koordinatorin für „Food for the Hungry“ und erhielt für ihr Engagement den Humanitarian Award. 2003 bekam die Hedren ihren eigenen Stern auf Hollywoods Walk of Fame. Über ihr Verhältnis zu Hitchcock sagt sie eher zurückhaltend: „Nach allem was war, verdanke ich ihm zumindest meine Karriere.“
Filmographie Tippi Hedren
- 1950: Das skandalöse Mädchen
- 1963: Die Vögel
- 1964: Marnie
- 1965: Stunde der Entscheidung (TV-Serie)
- 1965: Wettlauf mit dem Tod (TV-Serie)
- 1967: Die Gräfin von Hongkong
- 1968: Tiger by the Tail
- 1969: The Man and the Albatross
- 1970: Satan´s Harvest
- 1970: Eddies Vater (TV-Serie)
- 1974: Mister Kingstreet´s War
- 1973: Docteur Caraibes (TV-Serie)
- 1973: The Harrad Experiment
- 1976: Allá donde muere el viento
- 1976: Die sieben Millionen Dollar Frau (TV-Serie)
- 1981: Roar - Die Löwen sind los (auch Produzent)
- 1982: Foxfire Light
- 1983: Hart aber herzlich (TV-Serie)
- 1984: Tales from the Darkside (TV-Serie)
- 1985: Alfred Hitchcock (TV)
- 1988: Hotel (TV-Serie)
- 1988: Baby Boom (TV-Serie)
- 1989: Deadly Spygames
- 1990: Zoff in Hooterville (TV)
- 1990: Fremde Schatten
- 1990: Reich und schön (TV-Serie)
- 1991: Heißkalte Nächte
- 1991: Im Schatten des Zweifels (TV)
- 1991: In der Hitze der Nacht (TV-Serie)
- 1992: Mit den Augen eines Mörders (TV)
- 1993: Perry Mason und die Formel ewiger Schönheit (TV)
- 1993: Mord ist ihr Hobby (TV-Serie)
- 1994: Die Vögel II - Die Rückkehr (TV)
- 1994: Labyrinth der Liebe (TV)
- 1994: Im Labyrinth der Leidenschaft (TV)
- 1994: Dream On (TV-Serie)
- 1995: Mystery Mdel
- 1996: Baby Business
- 1997: Mulligans!
- 1997: The Guardian (TV-Serie)
- 1997: Adventures from the Book of Virtues (TV-Serie)
- 1998: Bedrohliche Begierde
- 1998: Chicago Hope - Endstation Hoffnung (TV-Serie)
- 1998: Batman und Robin (TV-Serie)
- 1998: Invasion America (TV-Serie)
- 1998: Arli$$ (TV-Serie)
- 1998: Nackte Angst
- 1998: I Woke Up Early the Day I Died
- 1999: The Darklings (TV)
- 1999: Replacing Dad (TV)
- 2000: Mind Rage
- 2000: Hollywood Off-Ramp (TV-Serie)
- 2000: Bull (TV-Serie)
- 2000: Providence (TV-Serie)
- 2001: Ice Cream Sundae
- 2001: Tea with Grandma
- 2003: 111 Gramercy Park (TV)
- 2003: Julie and Jack
- 2003: Searching for Haizmann
- 2003: Dark Wolf
- 2003: Rose´s Garden
- 2004: Raising Genius
- 2004: I Heart Huckabees
- 2005: Diamond Zero
- 2005: Strike the Tent
- 2006: 4400 - Die Rückkehrer (TV-Serie)
- 2006: Fashion House (TV-Serie)
- 2007: Dead Write
- 2008: Return to Babylon
- 2008: Her Morbid Desires
- 2008: The House of Good and Evil
Filmpreise
Gewonnene Golden Globes:
1963: Beste Nachwuchsschauspielerin: Die Vögel