Misel Maticevic

Biographie

Misel Maticevic © Constantin Film

Geboren am 0.0.1970 in Berlin, Deutschland Autor Kathrin Lang

Mišel Matičević wurde 1970 in Berlin geboren. Die vielen 'exotischen' Akzente auf seinem Namen hat er den Eltern zu verdanken, die aus Kroatien stammen und sich in den 1960ern in Berlin niederließen. Dass sein späterer Beruf einmal der eines Schauspielers sein würde, erahnte Mišel bereits in seinen Kindesjahren. In der Schule sollte er ein Bild von sich malen, das ihn in der Zukunft zeigt. Der Achtjährige malte ein Kinoplakat, auf dem er zu sehen war und über dem groß der Schriftzug „Der neue Film mit Mišel Maticevic“ prangte. Dass er später nicht nur einer der Stammschauspieler des begnadeten Dominik Graf werden würde, sondern auch mehrfach Auszeichnungen einheimsen und ein deutschlandweit bekanntes Gesicht werden würde, erahnte er damals wohl noch nicht – doch die ersten gedanklichen Schritte, hin zur großen Karriere, schienen damit getan.

Nach dem Abitur entschloss sich Mišel Matičević dazu, aus dem bloßen Gedankenkonstrukt klare Wirklichkeit werden zu lassen. Er bewarb sich in Potsdam an der „Konrad Wolff“ Hochschule für Film und Fernsehen. Von 1994 bis 1998 ließ er sich dort ausbilden. Bereits während dieser Zeit ergatterte er erste Rollenengagements an Berliner Theatern. Unter anderem spielte er in diesen Jahren, von 1996 bis 1999, am Berliner Ensemble sowie am Deutschen Theater Berlin. Gleichzeitig begann er damit, erste Kameraerfahrungen zu sammeln – spielte in dem Kurzfilm „Straßensperre“ (1998) sowie in einer Folge von „Wolffs Revier“. Größeren Erfolg brachte ihm schließlich erstmals die Hauptrolle des Branco in dem Kinofilm „Lost Killers“, für die er 2000 beim Internationalen Filmfestival Thessaloniki mit dem Best Actor Award geehrt wurde.

"Der explodiert wie eine Tretmine" (Dominik Graf über Mišel Matičević)
Ein besonderes Kapitel in Mišel Matičevićs Karriere stellt seine Zusammenarbeit mit dem deutschen Erfolgsregisseur Dominik Graf dar. Bereits seit mehreren Jahren besetzt Graf den Berliner Schauspieler immer wieder für Rollen in seinen Filmen. Ihren Anfang nahm diese Zusammenarbeit im Jahr 2003 mit dem TV-Drama „Hotte im Paradies“. Unter der Regie von Graf lieferte Matičević eine geradezu hypnotisierende und differenzierte Darstellung des Zuhälters Hotte ab. Verdient erhielt er beim deutschen Fernsehpreis eine Nominierung als bester Schauspieler in einem Fernsehfilm. Die erfolgreiche Zusammenarbeit des Duos Graf-Matičević nahm in den kommenden Jahren mit Fernsehprojekten wie „Kalter Frühling“ (2004), „Eine Stadt wird erpresst“ (2006) sowie der Polizei-Miniserie „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010) ihren Lauf. Für seine Darbietung in Letzterem wurde der deutsche Mime als Mitglied des Ensembles mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Besondere Leistung Fiktion“ geehrt. Zuletzt übernahm Mišel in Grafs Beitrag zu der Fernsehtrilogie „Dreileben“ eine der drei Hauptrollen. In „Dreileben – Komm mir nicht nach“ (2011) übernahm der Mime mit der Rolle des sympathischen und erfolglosen Autors Bruno eine für ihn weitgehend untypische Rolle: Im Laufe seiner Karriere wurde der breitschultrige Mišel Matičević, der seine osteuropäischen Wurzeln trotz Berliner-Akzent weder in seinem Auftreten noch seinem Aussehen verbergen kann, häufig für die harten Macho-Rollen besetzt.

"Durch die Emanzipation haben die Männer mehr und mehr Schiss bekommen. Dabei wollen die Frauen doch einen Macho haben und kein Weichei. Die wollen doch Jungs, die Haare im Gesicht haben und anpacken“, war einst eine Aussage von Mišel Matičević in einem Interview mit dem Magazin 'stern', die sich immer wieder auch zwischen den Zeilen seiner Rollen ablesen lässt. Dieses Portfolio reicht von dem Zuhälter in „Hotte im Paradies“, über Alkoholiker, Gauner, bis hin zum korrupten Polizeibeamten in dem Fernsehspielfilm „Blackout - die Erinnerung ist tödlich“. Damit füllt Mišel eine Lücke im deutschen Film, die, außer von ihm, so schnell von niemandem anderen so gut ausgefüllt werden kann.
„Dreileben – Komm mir nicht nach“ sowie sein letzter Kinoauftritt in Til Schweigers „Kokowääh“ (2011) zeigen hingegen weichere Seiten des Deutsch-Kroaten. Man darf gespannt sein, welche Form die Karriere des vielseitigen Schauspielers in den kommenden Jahren annehmen wird. Aus dem deutschen Film und Fernsehen, so viel scheint gewiss, wird er so schnell nicht mehr wegzudenken sein.


Filmographie Misel Maticevic

  • 1998: Straßensperre
  • 1998: Tatort - Berliner Weiße (TV)
  • 1998: Wolffs Revier (TV-Serie)
  • 1998: Lisa Falk - Eine Frau für alle Fälle (TV-Serie)
  • 1999: Der Rächer der Entwurzelten
  • 1999: Wege in die Nacht
  • 2000: Lost Killers
  • 2000: Die Cleveren (TV-Serie)
  • 2000: Schimanski - Tödliche Liebe (TV)
  • 2001: Sängerknaben
  • 2001: Ob sie wollen oder nicht
  • 2001: HeliCops - Einsatz über Berlin (TV-Serie)
  • 2002: Detective Lovelorn und die Rache des Pharao
  • 2002: Das Duo (TV-Serie)
  • 2003: Rotlicht - Im Dickicht der Großstadt (TV)
  • 2003: Die Eltern der Braut (TV)
  • 2003: Lassie
  • 2003: Doppelter Einsatz (TV-Serie)
  • 2003: Hotte im Paradies (TV)
  • 2003: Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei (TV-Serie)
  • 2003: Kommissar Rex (TV-Serie)
  • 2004: Heimkehr
  • 2004: Baal (TV)
  • 2004: Kalter Frühling (TV)
  • 2004: Sehnsucht (TV)
  • 2004: Das Zimmermädchen und der Millionär (TV)
  • 2004: SOKO Leipzig (TV-Serie)
  • 2005: Mit Herz und Handschellen (TV-Serie)
  • 2005: Abschnitt 40 (TV-Serie)
  • 2005: K3 - Kripo Hamburg (TV-Serie)
  • 2005: Stürmisch verliebt (TV)
  • 2005: Emilia - Die zweite Chance (TV)
  • 2005: Emilia - Familienbande (TV)
  • 2005: Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei (TV)
  • 2006: Dornröschen erwacht (TV)
  • 2006: Eine Stadt wird erpresst (TV)
  • 2006: Blackout - Die Erinnerung ist tödlich (TV-Serie)
  • 2007: Tatort - Bienzle und die große Liebe (TV)
  • 2007: The Company (TV-Serie)
  • 2007: Zodiak - Der Horoskop-Mörder (TV-Serie)
  • 2007: Die Todesautomatik (TV)
  • 2007: Das Gelübde (TV)
  • 2008: Die dunkle Seite (TV)
  • 2008: Im Winter ein Jahr
  • 2008: Im Angesicht des Verbrechens (TV-Serie)
  • 2009: Effi Briest
  • 2009: Hangtime - Kein leichtes Spiel
  • 2010: Im Schatten
  • 2010: Die Hebamme - Auf Leben und Tod (TV)
  • 2011: Nachtschicht (TV-Serie)
  • 2011: Kokowääh
  • 2011: Dreileben - Komm mir nicht nach (TV)
  • 2011: Die Putzfrau und der Banker (TV)
  • 2011: Tatort - Auskreuzung (TV)
  • 2012: Wettbewerb
  • 2012: Lösegeld (TV)