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Denzel Washington
Denzel Hayes Washington Jr.
Biographie
© Buena Vista International
| Geboren am | 28.12.1954 | in | Mount Vernon, New York, USA | Autor | Melanie Frommholz |
|---|
“Ich bin sehr stolz schwarz zu sein, aber schwarz ist nicht alles was ich bin. Es sind meine kulturellen Wurzeln, mein genetisches Make-up, aber es ist nicht meine komplette Persönlichkeit. Und es ist auch nicht die Grundlage für jede Frage, die ich beantworte.“
Auch wenn sich heutzutage nicht mehr viele gerne erinnern mögen: Hollywood und die OSCARS waren lange Jahre eine elitäre, weiße, Gesellschaft. Farbige Schauspieler hatten es schwer an gute Hauptrollen zu kommen und mussten sich häufig mit Nebenrollen zufrieden geben, in denen sie das Klischee eines Schwarzen auf der Leinwand erfüllten. Mit Sidney Poitier änderte sich das Stück für Stück. Auch wenn er es selbst eventuell nicht so gerne hört: Denzel Washington ist in so mancher Hinsicht Portiers Erbe. Als er 2002 seinen ersten Hauptrollen-OSCAR für „Training Day“ in den Händen hielt – nach Poitier war er erst der zweite schwarze Schauspieler, der in dieser Kategorie bis dahin ausgezeichnet wurde - brach endgültig ein Damm. Mittlerweile scheint glücklicherweise auch in Hollywood Leistung mehr zu zählen als die Hautfarbe.
Denzel Washington studierte an der Fordham University Journalismus und Theater bevor er nach San Francisco ging, um hier Schauspielunterricht zu nehmen. Wären einige Dinge anders gelaufen, würde Denzel heute eventuell über Schauspieler schreiben und nicht selbst als einer arbeiten. 1981, im Alter von 27 Jahren, gab er sein Debüt auf der großen Leinwand mit dem Streifen „Eine schöne Bescherung“. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits viele Erfahrungen auf Theaterbühnen gesammelt. Das Fernsehpublikum nahm er mit der TV-Serie „Chefarzt Dr. Westphall“ für sich ein. Als Dr. Philip Chandler eroberte er von 1982 bis 1988 in 137 Folgen so manches Frauenherz.
”Ich bleibe dankbar für die Begabung, die mir gegeben ist und versuche sie auf eine gute und positive Art und Weise zu gebrauchen.“
1987 kam mit dem Apartheidsdrama „Schrei nach Freiheit“ der große Karrieresprung für Denzel Washington in punkto Kinofilme. Er erhielt seine ersten Nominierungen bei den Golden Globes als bester Schauspieler und bei den OSCARS als bester Hauptdarsteller. 1990 durfte Denzel für „Glory“ den Golden Globe und den OSCAR dann in der Kategorie bester Nebendarsteller mit nach Hause nehmen. Endgültig auf die Siegerstraße begab sich der afro-amerikanische Schauspieler dann mit „Malcom X“. Erneut wurde Denzel Washington für den Golden Globe und den OSCAR nominiert. Und erneut bekamen andere die Preise letztlich. Doch Washington hatte sich mit seiner unnachahmlichen starken Ausstrahlung auch abseits von Preisverleihungen längst den Ruf eines ausgezeichneten Charakterdarstellers erworben. Nach der Shakespeare-Verfilmung „Viele Lärm um Nichts“ eroberte er das Blockbuster-Kino an der Seite von Julia Roberts in „Die Akte“ und zeigte Zivilcourage in „Philadelphia“. Stellvertretend für viele spielte er überzeugend den inneren und äußeren Kampf gegen die Vorurteile bezüglich HIV-Erkrankten.
Auch Ende der 90er Jahre war es häufig die Rolle des Ermittlers, des Cops, oder des Soldaten die Denzel Washington entscheidend prägte. Sei es nun in „Crimson Tide“, „Virtuosity“ oder „Mut zur Wahrheit“. Bevor er dann in „Der Knochenjäger“ Angelina Jolie auf eine grausige Jagd schickte erlaubte sich Denzel Washington mit „Rendezvous mit einem Engel“ einen Ausflug ins romantische Fach. Auch hier brillierte er mit Charme und gefühlvollem Spiel. Bei diesem Lächeln kann man auch einfach nur dahin schmelzen. Im Jahr 2000 kam der Mime mit „Hurrican“ in unsere Kinos und lieferte als Boxer Rubin "Hurricane" Carter eine eindringliche Leistung ab. Die Jurys des Golden Globes und die Academy sahen es genauso und nominierten ihm erneut. Den Golden Globe gewann er dann auch. Was ihm mit seinen „guten“ Rollen versagt blieb, sollte ihm als korrupter Cops Alonzo in „Training Day“ endlich gelingen. Mit der für Washington eher untypischen Rolle sicherte er sich seinen zweiten OSCAR und den ersten als bester Hauptdarsteller.
Nachdem er 2003 mit „Antwone Fisher“ sein erstes Regieprojekt verwirklichte, kamen 2004 gleich drei Filme mit ihm vor der Kamera in unsere Kinos: „Out of Time”, „Mann unter Feuer” und “Der Manchurian Kandidat” kamen beim Publikum unterschiedlich an, zeigte aber immer einen Denzel Washington in überzeugender Form. Auch mit seinen folgenden Projekten bliebt der Mime dem Action-Kino treu und lieferte vom packenden Nervenkitzel-Thrill mit „Inside Man” über den Adrenalin-Knaller „Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit” bis zum Duell mit Russell Crowe in “American Gangster” erneut abwechslungsreiche Unterhaltung auf hohem Niveau. 2009 ging es mit „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123” actiongeladen weiter. Diesmal hieß der „Gegner“ John Travolta. John Travolta. 2010 kamen die Streifen „The Book of Eli“ und „Unstoppable - Ausser Kontrolle“ in unsere Kinos.
55 musste Denzel Washington alt werden, um am Broadway sein Debüt zu geben. Der Weg auf die Bühne hat sich gelohnt. 2010 wurde der Schauspieler für seine Debüt in dem Stück „Fences“ mit dem Tony-Award, der höchsten amerikanischen Theaterauszeichnung geehrt.
”Die Schauspielerei ist nur ein Weg seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Familie ist das Leben.“
Seit 1983 ist Denzel Washington mit der Sängerin und Schauspielerin Pauletta Pearson verheiratet. Das Paar hat vier Kinder und lebt zurückgezogen in Los Angeles.
Filmographie Denzel Washington
- 1977: Wilma Rudolph, die schwarze Gazelle (TV)
- 1979: Coriolanus
- 1979: Flesh & Blood (TV)
- 1981: Eine schöne Bescherung
- 1982: Chefarzt Dr. Westphall (TV-Serie)
- 1984: License to Kill (TV)
- 1984: Sergeant Waters - Eine Soldatengeschichte
- 1986: Power - Weg zur Macht
- 1986: The George McKenna Story (TV)
- 1987: Schrei nach Freiheit
- 1988: Für Königin und Vaterland
- 1989: Big Bad Man
- 1990: Glory
- 1990: Der Chaoten-Cop
- 1990: Mo' Better Blues
- 1991: Ricochet - Der Aufprall
- 1991: Mississippi Masala
- 1992: Jammin': Jelly Roll Morton on Broadway (TV)
- 1992: Malcolm X
- 1993: Viel Lärm um Nichts
- 1993: Die Akte
- 1993: Philadelphia
- 1995: Hank Aaron: Chasing the Dream (nur Produzent)
- 1995: Happily Ever After: Fairy Tales for Every Child (TV Serie) (nur Stimme)
- 1995: Crimson Tide
- 1996: Virtuosity
- 1996: Teufel in Blau
- 1996: Mut zur Wahrheit
- 1996: Rendezvous mit einem Engel
- 1997: Happily Ever After: Fairy Tales for Every Child (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1997: Mother Goose: A Rappin' and Rhymin' Special (TV) (nur Stimme)
- 1997: Dämon - Trau keiner Seele
- 1998: Spiel des Lebens
- 1998: Ausnahmezustand
- 1999: Der Knochenjäger
- 2000: Hurricane
- 2000: Half Past Autumn: The Life and Works of Gordon Parks (TV) (nur Produzent)
- 2001: Gegen jede Regel
- 2001: Training Day
- 2002: John Q. - Verzweifelte Wut
- 2003: Antwone Fisher
- (auch Produzent, Regie)
- 2004: Out of Time
- 2004: Mann unter Feuer
- 2004: Der Manchurian Kandidat
- 2006: Inside Man
- 2006: Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
- 2007: American Gangster
- 2007: The Great Debaters (auch Regie, Produzent)
- 2009: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
- 2009: Nyhetsmorgon (TV-Serie)
- 2010: The Book of Eli
- (auch Produzent)
- 2010: Unstoppable - Außer Kontrolle
- 2012: Safe House
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen
1987: Bester Schauspieler - Drama: Schrei nach Freiheit
1992: Bester Schauspieler - Drama: Malcom X
2002: Bester Schauspieler - Drama: Training Day
2007: Bester Schauspieler - Drama: American Gangster
Gewonnene Golden Globes
1989: Bester Nebendarsteller: Glory
1999: Bester Schauspieler - Drama: Hurricane
OSCAR Nominierungen:
1987: Bester Nebendarsteller: Schrei nach Freiheit
1992: Bester Hauptdarsteller: Malcom X
1999: Bester Hauptdarsteller: Hurricane
Gewonnene OSCARs:
1989: Bester Nebendarsteller: Glory
2001: Bester Hauptdarsteller: Training Day



