Christoph Waltz

ist bekannt durch
  • Kekse
  • Kekse
  • Kekse
  • Kekse

Biographie

Christoph Waltz © ZDF

Geboren am 4.10.1956 in Wien, Österreich Autor Stefanie Rufle

“Es könnte wirklich der schönste Beruf sein, den man sich träumen lassen kann. Aber tatsächlich unterscheidet er sich nicht von anderen Berufen. Ein Architekt muss sich auch seine ganze Laufbahn lang mit Bauherren und der Finanzierung seiner Fantasie herumschlagen.“
Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz ist bekannt dafür, dass er immer wieder auch mit seinem Beruf hadert – was sich an diesem Zitat unschwer erkennen lässt. Vor allem die deutsche Kinolandschaft macht es dem Charakterdarsteller schwer, geeignete Rollen zu finden. Das mag auch der Grund dafür sein, dass Waltz oft auf dunkle Charaktere festgelegt zu sein scheint, die ihre Macken haben oder gar psychopathisch oder labil sind. Doch der große Erfolg von Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ (2009), in dem Waltz den SS-Oberst und Judenjäger Hans Landa spielt, könnte für den Mimen neue Türen öffnen. Bei den 62. Filmfestspielen in Cannes wurde Christoph Waltz für diese Rolle als bester Darsteller ausgezeichnet und Regisseur Tarantino, von dem er den Preis entgegennehmen durfte, bezeichnete den Österreicher als ein „linguistisches Genie“, ohne das der Film so nie zu Stande gekommen wäre. Schauspielkollege Brad Pitt betitelte Waltz schlicht und ergreifend als einen Schauspieler, der einen aus den Socken haut. Der Filmkritiker Roger Ebert verstieg sich gar zu der Behauptung, Waltz verdiene für seine Leistung eine OSCAR Nominierung - beinahe schon prophetische Worte, denn tatsächlich wurde der Österreicher für seine Darstellung des SS-Oberst für den OSCAR nominiert und weiterhin mit einem Golden Globe als bester Nebendarsteller geehrt. Am 08. März 2010 schließlich durfte der Mime den OSCAR als bester Nebendarsteller entgegen nehmen - eine wahrhaft beachtliche Leistung!

Der am 04. Oktober 1956 in Wien geborene Christoph Waltz entstammt einer Künstler- und Theaterfamilie. Er ist der Sohn des Bühnen- und Kostümbildnerehepaares Johannes Waltz und Elisabeth Urbancic, und bereits seine Urgroßeltern waren am Theater tätig. Christoph besuchte das Theresianum in Wien und studierte anschließend Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar und später am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. 1977 stand er erstmals in Wien auf der Bühne und hatte anschließend Engagements in Zürich, Köln, Frankfurt am Main, Hamburg und Salzburg. 1982 erhielt er den renommierten O.E. Hasse-Preis. Parallel zu seiner Arbeit am Theater war der österreichische Mime ab Ende der Siebzigerjahre viel in Fernsehproduktionen zu sehen. Er spielte eine Hauptrolle in der damals äußerst beliebten Serie „Parole Chicago“ (1979) und war gerngesehener Gast in Krimiserien wie „Der Alte“, „Derrick“, „Ein Fall für zwei“ oder „Tatort“. Immer wieder waren es hier die ambivalenten und abgründigen Charaktere mit Hang zur Melancholie, die Waltz verkörperte. Sein Kinodebüt hatte der Schauspieler erst 1981 mit „Kopfstand“ (1981). Mit seiner eindringlichen Darstellung eines KZ-Häftlings in der Verfilmung der Lebensgeschichte des Franziskanerpaters Maximilian Kolbe „Leben für Leben“ (1991) erregte Waltz große Aufmerksamkeit bei Kritik und Publikum.

„Die Herausforderung ist bei einer komischen Rolle ungleich höher als beispielsweise bei einem Oetker-Entführer. Man muss sehr präzise und flink arbeiten, ohne dass es bemüht aussieht."
Dass Christoph Waltz das ernste wie auch das komische Fach gleichermaßen beherrscht, beweist er eins ums andere Mal sehr eindrücklich. Egal, ob in der TV-Komödie „5 Zimmer, Küche, Bad“ (1992), als frustrierter und äußerst melancholischer Romanautor in „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ (1998) oder im Kostüm-Mehrteiler „Katharina, die Große“ (1994), wo er u. a. mit Catherine Zeta-Jones vor der Kamera stand – Christoph Waltz überzeugt einfach immer! Er spielte die Hauptrolle in „König der letzten Tage“ (1993) und gab nach einer wahren Begebenheit eindringlich den Amokläufer von Euskirchen in „Tag der Abrechnung“ (1994). Für seine beeindruckende Vorstellung als alkoholabhängiger Schlagersänger Roy Black in „Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“ (1996) wurde der Mime mit dem markanten Gesicht mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. In „Der Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker“ (2001) spielte Waltz den gewieften und skrupellosen Entführer des Millionenerben und wurde dafür gemeinsam mit Regisseur Peter Keglevic und den Kollegen Sebastian Koch und Tobias Moretti mit dem Adolf-Grimme-Preis geehrt. Einen weiteren Grimme-Preis erhielt er zusammen mit Armin Rohde und Regisseur Stephan Wagner für die schwarze Komödie „Dienstreise – Was für eine Nacht“ (2004), in der er einen gelangweilten Außendienstmitarbeiter spielte. Seine erste Regiearbeit ist der Fernsehfilm „Wenn man sich traut“ (2000)¸ wo er auch am Drehbuch beteiligt war. Nach seinem fulminanten Erfolg in "Inglourious Basterds" war er im Action-Streifen "The Green Hornet" (2011) neben Cameron Diaz und Seth Rogen zu sehen. Im selben Jahr stand er mit Reese Witherspoon und "Twilight"-Star Robert Pattinson für das Drama "Wasser für die Elefanten" (2011) vor der Kamera. Im Abenteuer Epos "Die drei Musketiere" (2011) spielte der OSCAR-Preisträger neben Orlando Bloom und Milla Jovovich den machthungrigen Kardinal Richelieu. Im selben Jahr stand er für Roman Polanskis Tragikomödie "Der Gott des Gemetzels" (2011) neben Jodie Foster, Kate Winslet und John C. Reilly vor der Kamera.

Christoph Waltz, der einer der meistgefragten deutschsprachigen Schauspieler unserer Zeit ist, lebt mit seiner Lebensgefährtin, der Kostümbildnerin Judith Holste und den vier Kindern in London. Nach eigener Aussage ist er sehr froh, dass bisher keines seiner Kinder Ambitionen für die Schauspielerei zeigt.


Filmographie Christoph Waltz

  • 1977: Der Einstand (TV)
  • 1979: Feuer (TV)
  • 1979: Parole Chicago (TV-Serie)
  • 1981: Die Weltmaschine (TV)
  • 1982: Dr. Margarete Johnsohn (TV)
  • 1982: Feuer und Schwert - Die Legende von Tristan und Isolde
  • 1982: Der geheimnisvolle Fremde (TV)
  • 1983: Der Sandmann (TV)
  • 1985: Ein Fall für zwei (TV-Serie)
  • 1986: Wahnfried
  • 1986: Derrick - Schonzeit für Mörder (TV)
  • 1986: Lenz oder die Freiheit (TV-Serie)
  • 1986: Der Alte - Zwei Leben (TV)
  • 1987: Das andere Leben (TV)
  • 1987: Tatort - Wunschlos tot (TV)
  • 1988: The Alien Years (TV)
  • 1988: Derrick - Mord inklusive (TV)
  • 1989: Schneller als das Auge
  • 1989: Goldeneye (TV)
  • 1990: Der große Reibach (TV-Serie)
  • 1990: Der Alte - So gut wie tot (TV)
  • 1991: Zycie za zycie
  • 1991: St. Petri Schnee
  • 1991: The Gravy Train Goes East (TV-Serie)
  • 1992: Die Angst wird bleiben (TV)
  • 1992: 5 Zimmer, Küche, Bad (TV)
  • 1993: König der letzten Tage (TV-Serie)
  • 1994: Ein Anfang von etwas
  • 1994: Die Staatsanwältin (TV)
  • 1994: Tag der Abrechnung - Der Amokläufer von Euskirchen (TV)
  • 1994: Die Bibel - Jakob (TV)
  • 1995: Man(n) sucht Frau (TV)
  • 1995: Prinz zu entsorgen (TV)
  • 1995: Katharina die Große (TV)
  • 1996: Der Postkartenmörder (TV)
  • 1996: Du bist nicht allein - Die Roy Black Story (TV)
  • 1996: Rosa Roth (TV-Serie)
  • 1996: Kommissar Rex (TV-Serie)
  • 1997: Maître Da Costa (TV-Serie)
  • 1997: Faust (TV-Serie)
  • 1997: Die Farbe des Lebens
  • 1997: Schimanski (TV-Serie)
  • 1998: Einsteins Ende (TV)
  • 1998: Mörderisches Erbe - Tausch mit einem Toten (TV)
  • 1998: Lautlose Jagd (TV)
  • 1998: Vickys Alptraum (TV)
  • 1998: Schock - Eine Frau in Angst (TV)
  • 1998: Sieben Monde
  • 1998: Das Finale (TV)
  • 1998: Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit
  • 1999: Die Braut
  • 1999: Die Seele der Puppe (TV)
  • 2000: Wenn man sich traut (TV) (nur Regie und Drehbuch)
  • 2000: Queeen´s Messenger
  • 2000: Ein ganz gewöhnlicher Dieb
  • 2000: Falling Rocks
  • 2000: Das Teufelsweib (TV)
  • 2001: Dorian - Pakt mit dem Teufel
  • 2001: She - Herrscherin der Wüste
  • 2001: Engel sucht Flügel (TV)
  • 2001: Terror im Orient Express
  • 2001: Riekes Liebe (TV)
  • 2001: Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker (TV)
  • 2002: Dienstreise - Was für eine Nacht (TV)
  • 2002: Weihnachtsmann gesucht (TV)
  • 2003: Der alte Affe Angst
  • 2003: Jagd auf den Flammenmann (TV)
  • 2003: Der Mörder ist unter uns (TV)
  • 2003: Zwei Tage Hoffnung (TV)
  • 2003: Jennerwein (TV)
  • 2003: Schussangst
  • 2003: Tigeraugen sehen besser (TV)
  • 2003: Herr Lehmann
  • 2004: Scheidungsopfer Mann (TV)
  • 2004: Mörderische Suche (TV)
  • 2004: Schöne Witwen küssen besser (TV)
  • 2005: Die Patriarchin (TV-Serie)
  • 2005: Der Elefant - Mord verjährt nie (TV-Serie)
  • 2006: Lapislazuli - Im Auge des Bären
  • 2006: SOKO Rhein-Main (TV-Serie)
  • 2006: Polizeiruf 110 - Die Lettin und ihr Lover (TV)
  • 2006: Tatort - Schlaflos in Weimar (TV)
  • 2006: Kommissar Stolberg (TV-Serie)
  • 2006: Franziskas Gespür für Männer (TV)
  • 2007: Der Staatsanwalt (TV-Serie)
  • 2007: Die Verzauberung (TV)
  • 2007: Der letzte Zeuge (TV-Serie)
  • 2007: Unter Verdacht (TV-Serie)
  • 2007: Die Zürcher Verlobung - Drehbuch zur Liebe (TV)
  • 2008: Die Anwälte (TV-Serie)
  • 2008: Das jüngste Gericht (TV)
  • 2008: Todsünde (TV)
  • 2008: Das Geheimnis im Wald (TV)
  • 2008: Tatort - Liebeswirren (TV)
  • 2009: Inglourious Basterds
  • 2011: The Green Hornet
  • 2011: Wasser für die Elefanten
  • 2011: Die drei Musketiere
  • 2011: Der Gott des Gemetzels
  • 2013: Django Unchained

Filmpreise

Gewonnene Golden Globes:
2009: Bester Nebendarsteller: Inglourious Basterds

Gewonnene OSCARs:
2009: Bester Nebendarsteller: Inglourious Basterds