Pete Postlethwaite †

Peter William Postlethwaite

Biographie

Pete Postlethwaite © United International Pictures

Geboren am
Gestorben am:
16.2.1946
02.01.2011
in Warrington, Cheshire, England, Großbritannien
Shropshire, Wales
Autor Melanie Frommholz

„Letzten Endes ist die Schauspielerei vor allem das Erzählen von Lügen. Wir sind professionelle Betrüger und das Publikum akzeptiert das. Wir haben diesen Deal, dass wir Dir eine Geschichte und einen Haufen Lügen erzählen, die aber auch ein Fünkchen Wahrheit beinhalten. Du kannst es genießen oder es wird Dich beunruhigen.“
Ein Nachname wie ein Zungenbrecher und ein markantes Gesicht, das in Erinnerung bleibt. Der englische Schauspieler Pete Postlethwaite war ein Charakterkopf, der erst späten Star-Ruhm erfuhr und der zahlreiche große Filmproduktionen mit seinen darstellerischen Leistungen bereicherte.

Postlethwaite, der nach unterschiedlichen Angaben am 07.02.1945 oder am 16.02.1946 geboren wurde, absolvierte eine fundierte Schauspielausbildung an der "Bristol Old Vic Theatre School", einer renommierten, von Laurence Olivier gegründeten Schauspielschule. „Ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, dass meine Karriere die Richtung nimmt, die sie dann genommen hat.“ erzählte der Mime 2002 dem „Independent“. Er startete seine Karriere auf der Bühne und spielte lange in Liverpool am Everyman Theater. 2008 war er hier noch in dem Shakespeare-Stück als König Lear zu sehen. 1975 stand Pete Postlethwaite für den Kurzfilm „The Racer“ das erste Mal vor der Kamera und 1977 gab er mit einer Mini-Mini-Rolle in Ridley Scotts „Die Duellisten“ sein Kinodebüt. Es folgte viele Jahre, in denen der Schauspieler ausschließlich im britischen Kino und Fernsehen präsent war. Erst 1992 trat er mit „Alien 3“ in einer kleinen Nebenrolle international in Erscheinung. Nach „Der letzte Mohikaner“ war es dann 1993 „Im Namen des Vaters“, mit dem Pete Postlethwaite mit fast 50 Jahren der internationale Durchbruch gelang. Als Vater eines zu Unrecht des Terrorismus beschuldigten irischen Kleinkriminellen erhielt der Schauspieler seine erste und einzige OSCAR-Nominierung. 1995 glänzte er dann als undurchsichtiger Anwalt Kobayashi in dem Krimi „Die üblichen Verdächtigen“. 1997 überzeugte er in der 1996 gedrehten Komödie „Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten“ in der Hauptrolle des Danny. Auch die folgenden Projekte etablierten Pete Postlethwaite weiter im internationalen Filmgeschäft. Vielen wird er noch als Großwildjäger aus „Vergessene Welt: Jurassic Park“ bekannt sein oder aus dem Sklaven-Drama „Amistad“.

In Lasse Hallström Drama „Schiffsmeldungen“ meldete sich der Brite 2001 auf der internationalen Kinobühne nach einer kleineren Pause zurück. Es folgten so unterschiedliche Projekte wie „Der ewige Gärtner“, „Æon Flux“ und „Das Omen“. Pete Postlethwaite, das personifizierte Gesicht der Arbeiterklasse zeigte sich weiterhin wandlungsfähig. 2010 folgten Rollen in den Blockbustern „Kampf der Titanen“, „Inception“ und „The Town – Stadt ohne Gnade“.

Pete Postlethwaite war von 1987 an mit Jacqueline Morrish verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder. Sohn William wurde 1989 geboren, Tochter Lily 1996. 2004 wurde er mit dem Verdienstorden "Order of the British Empire" ausgezeichnet. Am Sonntag den 02.01.2011 starb der Schauspieler nach langer Krankheit an Krebs im Alter von nur 64 Jahren.


Filmographie Pete Postlethwaite

  • 1975: The Racer
  • 1975: Second City Firsts (TV-Serie)
  • 1976: Plays for Britain (TV-Serie)
  • 1977: Die Duellisten
  • 1978: Last of the Summer Wine (TV-Serie)
  • 1978: Going Straight (TV-Serie)
  • 1978: Doris and Doreen (TV)
  • 1979: Afternoon Off (TV)
  • 1979: Horse in the House (TV-Serie)
  • 1981: Play for Today (TV-Serie)
  • 1981: Coronation Street (TV-Serie)
  • 1981: Crown Court (TV-Serie)
  • 1983: Fords on Water
  • 1984: Mitch (TV-Serie)
  • 1984: Magere Zeiten - Der Film mit dem Schwein
  • 1985: Victoria Wood: As Seen on TV (TV-Serie)
  • 1985: Summer Season (TV-Serie)
  • 1985: Cyrano de Bergerac (TV)
  • 1987: Screen Two (TV-Serie)
  • 1988: The Dressmaker
  • 1988: Number 27
  • 1988: Der Dank des Vaterlandes (TV)
  • 1988: Der Priestermord
  • 1988: Distant Voices, Still Lives
  • 1989: Tales of Sherwood Forest (TV-Serie)
  • 1990: Die Schatzinsel (TV)
  • 1990: Screenplay (TV-Serie)
  • 1990: Debut on Two (TV)
  • 1990: Boon (TV-Serie)
  • 1990: Hamlet (1990)
  • 1990: Zorro (TV-Serie)
  • 1991: A Child from the South (TV)
  • 1992: El C.I.D (TV-Serie)
  • 1992: Split Second
  • 1992: Alien 3
  • 1992: Das Geheimnis seiner Liebe
  • 1992: Der letzte Mohikaner
  • 1992: Between the Lines (TV-Serie)
  • 1992: Shakespeare: The Animated Tales (TV-Serie)
  • 1993: Minder (TV-Serie)
  • 1993: Anchoress
  • 1993: Lovejoy (TV-Serie)
  • 1993: Casualty (TV-Serie)
  • 1993: Im Namen des Vaters
  • 1994: Pie in the Sky (TV-Serie)
  • 1994: Die Scharfschützen - 3. Kommando ohne Wiederkehr (TV)
  • 1994: Die Scharfschützen - 4. Armee des Schreckens (TV)
  • 1994: Suite 16
  • 1994: Martin Chuzzlewit (TV-Serie)
  • 1995: Die üblichen Verdächtigen
  • 1996: Immer wieder samstags
  • 1996: James und der Riesenpfirsich
  • 1996: Dragonheart
  • 1996: Crimetime - Das Auge des Verbrechens
  • 1996: Romeo & Julia
  • 1996: Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten
  • 1997: Der Schlangenkuss
  • 1997: Vergessene Welt Jurassic Park
  • 1997: Bastard
  • 1997: Amistad
  • 1998: Among Giants - Zwischen Himmel und Erde
  • 1999: The Divine Ryans
  • 1999: Lost for Words (TV)
  • 1999: Alice im Wunderland (TV)
  • 1999: Butterfly Collectors (TV)
  • 1999: Wayward Son
  • 1999: Animal Farm (TV) (nur Stimme)
  • 2000: Allein gegen das Verbrechen
  • 2000: Rat
  • 2000: The Sins (TV-Serie)
  • 2001: Ring of Fire
  • 2001: Schiffsmeldungen
  • 2002: Triggermen
  • 2002: Zwischen Fremden
  • 2003: Shattered City: The Halifax Explosion (TV)
  • 2003: The Selfish Giant (nur Stimme)
  • 2004: The Limit
  • 2004: Schräge Bettgesellen
  • 2005: Red Mercury
  • 2005: Dark Water - Dunkle Wasser
  • 2005: Der ewige Gärtner
  • 2005: Aeon Flux
  • 2006: Valley of the Heart's Delight
  • 2006: Das Omen
  • 2007: Ghost Son
  • 2007: Closing the Ring
  • 2008: Criminal Justice (TV-Serie)
  • 2008: Player
  • 2009: Solomon Kane
  • 2009: Waving at Trains
  • 2010: Kampf der Titanen
  • 2010: Inception
  • 2010: The Town - Stadt ohne Gnade
  • 2011: Killing Bono

Filmpreise

OSCAR Nominierungen:
1993: Bester Nebendarsteller Im Namen des Vaters