Marlee Matlin

Marlee Beth Matlin

Biographie

Marlee Matlin © CBS

Geboren am 24.8.1965 in Morton Grove, Illinois, USA Autor Stefanie Rufle

„Stille ist das letzte, was die Welt je von mir hören wird.“ (Marlee Matlin)
Marlee Matlin gelang, was nur wenigen Schauspielern vergönnt ist: Für ihre allererste Filmrolle erhielt sie den begehrten OSCAR – und das als einzige gehörlose Schauspielerin überhaupt. Sie spielte in Randa Haines’ außergewöhnlicher Liebesgeschichte „Gottes vergessene Kinder“ (1986) die gehörlose Sarah, in die sich ein Lehrer, dargestellt von William Hurt, verliebt. Neben dem OSCAR erhielt Matlin außerdem einen Golden Globe für ihre Leistung und wurde quasi über Nacht zum Star.

Marlee Beth Matlin wurde am 24. August 1965 als drittes Kind von Don und Libby Maitlin geboren. Im Alter von 18 Monaten verlor Marlee aufgrund einer Infektionskrankheit fast ihr komplettes Gehör – sie hat nur noch ein Hörvermögen von zwanzig Prozent. Doch trotz dieses Handicaps war für das Mädchen klar, dass es einmal Schauspielerin werden wollte. Bereits mit sieben Jahren spielte sie in einer Theatergruppe für hörende und gehörlose Kinder die Dorothy im „Zauberer von Oz“. Doch zunächst einmal studierte Marlee am Harper College Jura mit dem Schwerpunkt Strafrecht. Nach ihrem Abschluss wendete sie sich erneut der Schauspielerei zu und hatte mehrere kleinere Rollen auf Chicagos Bühnen, unter anderem auch in der Bühnenfassung von „Gottes vergessene Kinder“. Durch ihre überzeugende Leistung in diesem Stück bekam sie daraufhin die Hauptrolle der Sarah in der gleichnamigen Filmadaption angeboten – das sollte der Beginn ihrer Hollywoodkarriere sein.

„Wir brachten die schlimmsten Instinkte des anderen an die Oberfläche.“ (Marlee Matlin über ihre Beziehung zu William Hurt)
Während der Dreharbeiten zu „Gottes vergessene Kinder“ wurden Marlee Matlin und ihr Schauspielerkollege William Hurt ein Paar. Sie lebten zwei Jahre lang zusammen, doch ihre Beziehung war wohl eher zerstörerisch und obsessiv. Von ihrer OSCAR Nominierung für „Gottes vergessene Kinder“ erfuhr die Mimin, als sie sich wegen ihrer Drogenprobleme gerade in der Betty Ford-Klinik aufhielt. Während der Dreharbeiten zu „Walker“ (1987) besuchte die kinderliebe Schauspielerin in Nicaragua sowohl gehörlose wie hörende Kinder, eine Tradition, die sie während all ihrer Reisen beibehielt. Ihre erste Sprechrolle hatte Matlin in Karen Arthurs Fernsehdrama „Brücke zum Schweigen“ (1989). Von 1991 bis 1993 war sie in der Fernsehserie „Die Staatsanwältin und der Cop“ zu sehen – nicht ihre einzige Rolle, in der sich ihre Vorliebe zum Strafrecht widerspiegelt – und von 1995 bis 1996 in „Picket Fences – Tatort Gartenzaun“. Für ihre Rolle in der Episode „Dancing Bandit“ wurde die Mimin für einen Emmy nominiert. An der Seite von Martin Sheen spielte sie im Thriller „Der stumme Schrei der Angst“ (1993) eine stumme Marathon-Läuferin, und im Thriller „Gerechtigkeit bis in den Tod“ (1999) war sie die stumme Staatsanwältin Katy Wesson.

„Ich habe es stets vermieden, mir selbst Grenzen zu setzen – sowohl beruflich als auch privat.“ (Marlee Matlin)
Die Schauspielerin Marlee Matlin darf auf eine ganze Reihe von Preisen und Auszeichnungen stolz sein. 1994 wurde sie für ihre Gastrolle in der Sitcom „Seinfeld“ für den Emmy nominiert, weitere Emmy Nominierungen gab es im Jahr 2000 für die Rolle in „Practice – Die Anwälte“ und 2004 für ihren Gastauftritt in „Law & Order: Special Victims Unit“. Auch als Produzentin hat sich Matlin schon mehrfach erfolgreich betätigt, und 2007 übernahm sie eine Gastrolle in der TV-Serie „The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben“, in der ihre langjährige Freundin Jennifer Beals die Hauptrolle spielt. Auch in anderen bekannten TV-Serien wie „Emergency Room“, „Desperate Housewives“ oder „My Name Is Earl“ war die bildhübsche Aktrice schon zu sehen.

Neben ihrer Karriere als Schauspielerin betätigt sich Marlee Matlin auch als Buchautorin. 2002 veröffentlichte die vierfache Mutter ihr Kinderbuch „Deaf Child Crossing“. Zusammen mit Doug Cooney schrieb sie die Bücher „Nobody’s Perfect“ (2006) und „Leading Ladies“ (2007), und in Zusammenarbeit mit Betsy Sharkey veröffentlichte sie 2009 ihre Autobiographie „I’ll Scream Out Later“. Matlin engagiert sich in verschiedenen karitativen Organisationen, unter anderem für aidskranke Kinder und das Amerikanische Rote Kreuz. Zusammen mit ihrem Mann, dem Police Officer Kevin Grandalski, den sie 1993 heiratete und ihren vier gemeinsamen Kindern, lebt die Schauspielerin in Los Angeles.


Filmographie Marlee Matlin

  • 1986: Gottes vergessene Kinder
  • 1987: Walker
  • 1989: Brücke zum Schweigen (TV)
  • 1991: Dead Face Fäuste der Gewalt
  • 1991: Houdini & Company - Der Geist des Magiers
  • 1991: Die Staatsanwältin und der Cop (TV-Serie)
  • 1993: Der stumme Schrei der Angst
  • 1993: Seinfeld (TV-Serie)
  • 1993: Picket Fences - Tatort Gartenzaun
  • 1994: Against Her Will: The Carrie Buck Story (TV)
  • 1995: Alles schön und Recht (TV-Serie)
  • 1995: Outer Limits - Die unbekannte Dimension (TV-Serie)
  • 1996: Snitch
  • 1996: It's My Party
  • 1997: Dead Silence - Flammen in der Stille (TV)
  • 1997: Chaos City (TV-Serie)
  • 1999: Willkommen in Freak City (TV)
  • 1999: Emergency Room (TV-Serie) - Staffel 5
  • 1999: Total Defense
  • 1999: Rendezvous mit einem Killer
  • 1999: Gerechtigkeit bis in den Tod
  • 1999: Wenn die Wahrheit lügt (TV) (auch Ex.Produzentin)
  • 1999: Chicken Soup for the Soul (TV-Serie)
  • 1999: Für alle Fälle Amy (TV-Serie)
  • 2000: Practice - Die Anwälte (TV-Serie)
  • 2000: The West Wing - Im Zentrum der Macht (TV-Serie) - Staffel 1
  • 2001: Gideon's Crossing (TV-Serie)
  • 2001: Kiss My Act (TV)
  • 2001: Askari
  • 2002: Blue's Clues - Blau und schlau (TV-Serie)
  • 2003: Lady Cops - Knallhart weiblich (TV-Serie)
  • 2003: What the #$*! Do We (K)now!?
  • 2003: Eddies große Entscheidung (TV) (nur Ex.Produzentin)
  • 2004: Law & Order: Special Victims Unit
  • 2005: Baby Einstein: Baby Wordsworth (nur Stimme)
  • 2005: Desperate Housewives (TV-Serie) - Staffel 1
  • 2006: What the Bleep!?: Down the Rabbit Hole
  • 2006: CSI: NY (TV-Serie)
  • 2006: My Name Is Earl (TV-Serie)
  • 2007: Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis (TV-Serie)
  • 2007: The L Word - Wenn Frauen Frauen lieben (TV-Serie)
  • 2008: Sweet Nothing in My Ear (TV)
  • 2007: Baby Einstein: My First Signs (auch Produzentin)
  • 2011: CSI - Den Tätern auf der Spur (TV-Serie)
  • 2011: Switched at Birth (TV-Serie)
  • 2012: Excision
  • 2012: Silent Knights (auch Produzentin)

Filmpreise

Gewonnene Golden Globes:
1986: Beste Schauspielerin - Drama: Gottes vergessene Kinder

Gewonnene OSCARs:
1986: Beste Schauspielerin: Gottes vergessene Kinder