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Josef Bierbichler
Biographie
© Movienet
| Geboren am | 26.4.1948 | in | Ambach, Bayern, Deutschland | Autor | Stefanie Rufle |
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„Das Publikum ist mir ehrlich gesagt relativ wurscht.“ (Josef Bierbichler)
Schauspieler Josef Bierbichler gilt so manchem Fernsehzuschauer als das personifizierte bayrische Urgestein. Der publikumsscheue Mime, der bekannt dafür ist, die Öffentlichkeit zu meiden, gilt als Freigeist und kritischer Querdenker und scheut sich nicht davor, sich immer wieder zu gesellschaftlichen und politischen Themen zu Wort zu melden. Josef Bierbichlers ganz besonderes Engagement galt und gilt bis heute dem zeitgenössischen Theater.
Josef Bierbichler erblickte am 26. April 1948 im bayrischen Ambach am Starnberger See das Licht der Welt. Seine Eltern waren Landwirte und betrieben außerdem eine Gaststube. Schon als dreijähriges Kind besuchte Josef eine Theaterschule im benachbarten Holzhausen. Nach der Volksschule besuchte der Junge zehn Jahre lang ein Internat, um danach die Hotelfachschule zu absolvieren. Doch seine Liebe zu den darstellenden Künsten ließ den jungen Mann nicht los, weshalb er mit 23 Jahren an die renommierte Otto-Falckenberg-Schauspielschule ging. Während eines Schauspielengagements in Holzhausen wurde der talentierte Josef von Pamela Wedekind und Rudolf Noelte entdeckt und von ihnen ans Münchner Residenztheater geholt. Er feierte große Erfolge mit dem Stück „Der Brandner Kasar und das ewig’ Leben“, das dann 1975 unter seiner Mitwirkung fürs Fernsehen inszeniert wurde.
1976 lernte Bierbichler den Dramatiker und Regisseur Herbert Achternbusch kennen, mit dem er eine WG gründete. Von nun an war Josef Bierbichler häufig Darsteller in Achternbuschs Filmen, wie etwa „Der Atlantikschwimmer“ (1976), „Servus Bayern“ (1977), „Der junge Mönch“ (1978), „Der Komantsche“ (1980), „Die Olympiasiegerin“ (1983), „Heilt Hitler!“ (1986) oder „Picasso in München“ (1997). Die intensive berufliche Zusammenarbeit mit Herbert Achternbusch war Teil einer von einer Art Hassliebe geprägten Freundschaft zwischen den beiden Männern. Werner Herzog besetzte Bierbichler als Seher Hias in „Herz aus Glas“ (1976) und an der Seite des großartigen Klaus Kinski als Tambourmajor in „Woyzek“ (1978). Neben Anica Dobra war der bayrische Mime in „Wildfeuer“ (1991) zu sehen und Tom Twyker konnte ihn für „Die tödliche Maria“ (1995) und „Winterschläfer“ (1997) gewinnen. Für seine Rolle eines Baupolitikers im Fernsehfilm „Freier Fall“ (1997) wurde Bierbichler 1998 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. An der Seite der unvergessenen Monica Bleibtreu stand er als Bertolt Brecht in Jan Schüttes „Abschied – Brechts letzter Sommer“ (2000) vor der Kamera und war in Hans Steinbichlers Heimatfilmen „Hierankl“ (2004) und „Winterreise“ (2006) zu sehen, für den er 2007 als Bester Hauptdarsteller den Deutschen Filmpreis erhielt. In Caroline Links Drama „Im Winter ein Jahr“ (2008) beeindruckte der Schauspieler mit seiner ebenso kraftvollen wie sensiblen Darstellung eines verschrobenen Künstlers.
„Man kann Theater nicht gegen irgendetwas machen. Gutes Theater richtet sich höchstens gegen das eigene Unbehagen.“ (Josef Bierbichler)
Josef Bierbichlers große Passion gilt aber bis heute den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Triumphe, die er in der Vergangenheit am Theater feierte, sind mehr als beeindruckend und von der Fachzeitschrift „Theater Heute“ wurde er schon mehrfach zum „Schauspieler des Jahres“ gekürt. Er spielte unter anderem an den Münchner Kammerspielen, am Bayerischen Staatsschauspiel, am Münchner Volkstheater, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Berliner Ensemble, am Burgtheater Wien und am Schauspielhaus Frankfurt am Main. In seinen Rollen fällt Bierbichler vor allem durch seine außerordentliche körperliche Präsenz verbunden mit einem einfühlsamen und sensiblen Spiel auf. Der Schauspieler, der zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern auf einem Bauernhof in Ambach lebt und das Gasthaus „Zum Fischmeister“ betreibt, veröffentlichte 2011 seinen autobiographisch gefärbten Familienroman „Mittelreich“.
Filmographie Josef Bierbichler
- 1974: Das Andechser Gefühl (ungenannt)
- 1975: Sieben Erzählungen aus der Vorgeschichte der Menschheit
- 1975: Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben (TV)
- 1976: Die Antlantikschwimmer
- 1976: Herz aus Glas
- 1977: Servus Bayern
- 1977: Der harte Handel (TV)
- 1977: Bierkampf
- 1977: Wie würden Sie entscheiden? (TV-Serie)
- 1977: Tatort - Schüsse in der Schonzeit (TV)
- 1978: Der erste Walzer
- 1978: Das zweite Erwachen der Christa Klages (ungenannt)
- 1978: Der junge Mönch
- 1978: Zeit zum Aufstehn (TV-Serie)
- 1979: Woyzeck
- 1980: Der Komantsche
- 1980: Schaut her - und seht die Anmut meiner Hände (TV)
- 1981: Heinrich auf der Erbse
- 1981: Der Neger Erwin
- 1981: Mein Freund, der Scheich (TV)
- 1982: Kampftag (TV)
- 1982: Das Gespenst
- 1982: Die Kondor (TV)
- 1983: Die Olympiasiegerin
- 1983: Mitten ins Herz (TV)
- 1984: Wanderkrebs
- 1984: Rita Ritter
- 1986: Heilt Hitler!
- 1987: Triumph der Gerechten (auch Regie, Drehbuch)
- 1988: Wohin?
- 1989: Mix Wix
- 1990: Wilhelm Tell (TV)
- 1990: Der Theatermacher (TV)
- 1991: Wildfeuer
- 1992: Der unsichtbare Freund (TV)
- 1992: Hamburger Gift (TV)
- 1993: Die tödliche Maria
- 1995: Dicke Freunde (TV)
- 1997: Picasso in München
- 1997: Freier Fall (TV)
- 1997: Winterschläfer
- 1998: Hot Dogs
- 1998: Neue Freiheit - Keine Jobs Schönes München: Stillstand
- 1998: Hans Eppendorfer: Suche nach Leben
- 2000: Code - Unbekannt
- 2000: Abschied - Brechts letzter Sommer
- 2001: Heidi (2001)
- 2002: Ein Dorf sucht seinen Mörder (TV)
- 2003: Hamlet X
- 2003: Hierankl
- 2003: Polterabend (TV)
- 2004: Das Konto (TV)
- 2004: Außer Kontrolle (TV)
- 2006: Winterreise
- 2997: Ohne einander (TV)
- 2008: Im Winter ein Jahr
- 2008: Der Architekt
- 2008: Ein flüchtiger Moment
- 2009: Der Knochenmann
- 2009: Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation
- 2009: Das weiße Band
- 2011: Brand



