Burghart Klaußner

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Biographie

Burghart Klaußner © SWR

Geboren am 13.9.1949 in Berlin, Deutschland Autor Stefanie Rufle

„Wenn man Rollen spielt, kann man Menschen besser verstehen.“ (Burghart Klaußner)
Burghart Klaußner gehört zu den großen Charakterdarstellern des deutschen Films – sein Gesicht kennt so gut wie jeder, doch sein Name ist bei weitem nicht jedem Filmliebhaber ein Begriff. Doch spätestens seit dem großen Erfolg des OSCAR nominierten Dramas „Das weiße Band“ (2009), das Klaußner den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller einbrachte, dürfte sich das geändert haben.

Burghart Klaußner, der am 13. September 1949 in Berlin geboren wurde, entstammt einer wahren Berliner Kneipendynastie. Seit 1875 ist seine Familie im Besitz des Wirtshauses „Zum Klaussner“, in dem in Burgharts Kindheit Prominente wie Willy Brandt, Curd Jürgens, Romy Schneider und Theodor Heuss ein- und ausgingen. 1969 begann Burghart, der nach eigener Aussage sehr unter seinem autoritären Vater litt, ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften. Doch noch im selben Jahr wechselte er an die Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel. Von 1970 bis 1972 war er an der Schaubühne am Halleschen Ufer und hatte anschließend Verpflichtungen am Hamburger Schauspielhaus, dem Schiller Theater und dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Seit Ende der 80er Jahre hat der Mime unter anderem Engagements am Deutschen Schauspielhaus, am Thalia Theater in Hamburg, am Bochumer Schauspielhaus und am Schauspielhaus Zürich. Er war und ist bis heute ein begnadeter Bühnendarsteller und inszenierte am Schauspielhaus Bochum sein erstes eigenes Stück „Marigold“. Seitdem feiert er auch als Regisseur und Autor große Erfolge – er sagt dazu:
„Schon nach meiner ersten Arbeit ist mir klar geworden, dass die große Leistung eines Theaterregisseurs darin besteht, zu verschwinden. Je mehr du quatschst, desto weniger produktiv ist es.“

Sein Kinodebüt hatte Klaußner in „Ziemlich weit weg“ (1983) und in der Folge entwickelte er sich auch zu einem äußerst bekannten TV-Gesicht. Er hatte unter anderem Auftritte in „Peter Strohm“, „Doppelter Einsatz“ und einigen „Tatort“-Folgen. An der Seite der großartigen Evelyn Hamann war er von 1993 bis 2001 der Kripochef Dr. Heimeran. Der Schauspieler, der besonders in ruhigen, anspruchsvollen Rollen überzeugt, war in Kinofilmen wie „Das Superweib“ (1996) oder „Rossini“ (1997) zu sehen. In „Crazy“ (2000) gab er den Vater von Robert Stadlober und in „Good Bye Lenin!“ (2003) den von Daniel Brühl. Für seine Darstellung des skrupellosen Unternehmers Justus Hardenberg in „Die fetten Jahre sind vorbei“ (2005) erhielt Klaußner 2005 den Deutschen Filmpreis für die beste Nebenrolle. Im selben Jahr spielte er in der TV-Mini-Serie „Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei“ (2005) den Berliner Nachkriegsbürgermeister Ernst Reuter. 2006 erhielt der Mime den Goldenen Leoparden beim Filmfestival von Locarno als bester Darsteller für seine Rolle als Botschafter in „Der Mann von der Botschaft“ (2006). Im Fernsehfilm „Requiem“ (2007), der von der wahren Teufelsaustreibung der Anneliese Michel handelt, spielte Klaußner den Vater, der mit ansehen muss, wie seine Tochter im Wahn stirbt. Großartig war seine Darstellung eines Ehemanns, dessen Frau eine Affäre mit einem blinden Klavierlehrer, dargestellt von Götz George, hat. Mit Henry Hübchen und Peter Lohmeyer war Burghart Klaußner im leisen Film „Alter und Schönheit“ (2009) zu sehen, und im selben Jahr kam „Das weiße Band“ in die deutschen Kinos.

„Es kam mir vor, als hätte jemand ein Stück vom 20. Jahrhundert herausgeschnitten und auf den Teller gelegt, mit all seiner Komplexität.“ (Burghart Klaussner über „Das weiße Band“)
Burghart Klaussner spielt in diesem Drama einen Pastor und wurde für seine eindringliche Darstellung neben dem Deutschen Filmpreis auch noch mit dem Preis der deutschen Filmkritik als bester Darsteller ausgezeichnet. Der Film wurde mit Preisen regelrecht überhäuft, neben der Nominierung für den OSCAR erhielt er außerdem den Europäischen Filmpreis, die Goldene Palme in Cannes, den Golden Globe und zehn Lolas beim Deutschen Filmpreis. Auch Klaussners nächstes Projekt sollte ein preisgekröntes sein: Im Drama „Der Vorleser“ (2009) nach einem Roman von Bernhard Schlink spielte er neben Kate Winslet, David Kross, Ralph Fiennes und Bruno Ganz den Richter. Der Film gewann jeweils einen Golden Globe und den OSCAR für die Beste Neben- bzw. Hauptdarstellerin (Kate Winslet). Im Jahr darauf war der Mime im Kinothriller „Das letzte Schweigen“ (2010) zu sehen.

Doch neben Film und Theater hat Burghart Klaussner noch weitere Talente: 2011 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie Bester Interpret für seine Lesung des Erzählbandes „Schuld“ von Ferdinand von Schirach. Außerdem tritt er mit seiner Band in der Bar jeder Vernunft in Berlin auf. Burghart Klaussner, der Vater zweier Söhne ist und in Hamburg lebt, ist Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und im Vorstand der Deutschen Filmakademie.


Filmographie Burghart Klaußner

  • 1983: Ziemlich weit weg
  • 1984: Der Beginn aller Schrecken ist Liebe
  • 1986: Nr. 8 - Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste
  • 1987: Das Rätsel der Sandbank (TV)
  • 1989: Peter Strohm - Tod eines Freundes (TV)
  • 1989: Europa, abends
  • 1989: Tatort - Schmutzarbeit (TV)
  • 1989: Die Staatskanzlei (TV)
  • 1991: Kollege Otto (TV)
  • 1991: Die Männer vom K3 - Auge um Auge (TV)
  • 1991: Im Kreise der Lieben
  • 1992: Schattenboxer
  • 1992: Kinderspiele
  • 1993: Die Denunziantin
  • 1993: Adelheid und ihre Mörder (TV-Serie)
  • 1994: Einmal Macht und zurück - Engholms Fall (TV)
  • 1994: Das Licht der erloschenen Sterne
  • 1994: Faust (TV-Serie)
  • 1994: Doppelter Einsatz (TV-Serie)
  • 1994: Dr. Schwarz und Dr. Martin (TV-Serie)
  • 1995: Ein falscher Schritt
  • 1995: Wolffs Revier (TV-Serie)
  • 1996: Zerrissene Herzen (TV)
  • 1996: Und keiner weint mir nach
  • 1996: Das Superweib
  • 1996: Alles außer Mord (TV-Serie)
  • 1997: Tatort - Ausgespielt (TV)
  • 1997: Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
  • 1998: Der Menschenfeind (TV)
  • 1998: Das Böse (TV)
  • 1998: 23 - Nichts ist so wie es scheint
  • 1999: Der Kuß des Vergessens (TV)
  • 1999: Urlaub auf Leben und Tod - Eine Familie hält zusammen (TV)
  • 1999: Der blonde Affe (TV)
  • 1999: Ganz unten, ganz oben (TV)
  • 2000: Tatort - Kleine Diebe (TV)
  • 2000: Crazy
  • 2001: Eine kleine Geschichte
  • 2001: Durch dick und dünn (TV)
  • 2002: SK Kölsch (TV-Serie)
  • 2002: Tatort - Schatten (TV)
  • 2002: Mit dem Rücken zur Wand (TV)
  • 2003: Stille Nacht, Anlage B
  • 2003: Good Bye Lenin!
  • 2003: Hamlet X
  • 2003: K3 - Kripo Hamburg (TV-Serie)
  • 2004: Die Kommissarin (TV-Serie)
  • 2004: Die fetten Jahre sind vorbei
  • 2004: Ein Goldfisch unter Haien
  • 2004: Carola Stern - Doppelleben (TV)
  • 2004: Ausreißer
  • 2005: Solo für Schwarz - Tod im See (TV)
  • 2005: Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei (TV)
  • 2006: Requiem
  • 2006: Wilsberg (TV-Serie)
  • 2006: Der Mann von der Botschaft
  • 2006: Tatort - Aus der Traum... (TV)
  • 2007: Die Aufschneider
  • 2007: Yella
  • 2007: An die Grenze (TV)
  • 2007: Der Novembermann (TV)
  • 2007: Polizeiruf 110 - Taubers Angst (TV)
  • 2008: Der Vorleser
  • 2009: Mediator
  • 2009: Alter und Schönheit
  • 2009: Das weiße Band
  • 2010: Das letzte Schweigen
  • 2010: Goethe!
  • 2011: Der ganz große Traum
  • 2011: Polizeiruf 110 - Die verlorene Tochter (TV)
  • 2011: In den besten Jahren (TV)
  • 2012: The Zig Zag Kid
  • 2012: Wettbewerb