Basil Rathbone †

Philip St. John Basil Rathbone

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Biographie

Basil Rathbone © Universal Pictures

Geboren am
Gestorben am:
13.6.1892
21.07.1967
in Johannesburg, Südafrika
New York, USA
Autor Melanie Frommholz

„Bereue nichts, was Du mit echter Liebe getan hast. Nichts ist vergeudet, was im Herzen geboren wurde.“
Bis heute gilt Basil Rathbone als prägender Darsteller für die Rolle des Meisterdetektives Sherlock Holmes. Er drückte dieser Figur, die zum bekanntesten Ermittler der Film- und Fernsehgeschichte wurde, als erster seinen unvergleichlichen Stempel auf. Sein Sherlock Holmes war überheblich, sich seines großen Intellekts stets bewusst und dennoch nicht unsympathisch. Durch diese Rolle wurde Basil Rathbone ein Stück filmische Unsterblichkeit zuteil. Dabei waren es die Schurkenrollen, die Verkörperung von Bösewichten, denen der britische Schauspieler seine Karriere gewidmet hatte. Er war der eifersüchtige Ehemann von Anna Karenina, der finstere Guy of Gisbourne, der Robin Hood jagte und der Sohn von Dr. Frankenstein. Der sportliche Schauspieler entwickelte zudem eine Leidenschaft für das Fechten und so wurden in vielen Historienfilmen seine Fechtduelle zu den Highlights.

Basil Rathbone wurde 1892 in Südafrika als ältestes von drei Kindern geboren. Sein Vater, der Bergbauingenieur Edgar Philip Rathbone, wurde allerdings durch die Buren der Spionage für Großbritannien bezichtigt, als Basil gerade einmal drei Jahre alt war und so war er, seine Frau, eine Violinisten, und die drei Kinder Basil, Beatrice und John gezwungen nach England zu fliehen. Basil wuchs in England auf, wo er auch die Schule besuchte. Während dieser Zeit entdeckte er seine Liebe für das Theater. Den Schulabschluss in der Tasche wollte Basil unbedingt nur eines: Schauspieler werden. Sein Vater war von diesen Plänen nicht begeistert und überredete seinen Sohn zunächst für ein Jahr für eine Versicherungsgesellschaft zu arbeiten. In dieser Zeit, so seine Hoffnung, würde Basil seinen verrückten Berufswunsch schon vergessen. Doch weit gefehlt! Basil Rathbone stand seinem Vater das eine Jahr zu, doch dann nahm er Kontakt zu seinem Cousin Frank Benson auf, der eine eigene Theater-Company hatte. Frank gab ihm einen Job, aber keine Vergünstigungen. Basil musst die Schauspielerei von der Pike auf lernen und sich seine guten Rollen erst verdienen. Zunächst durfte er nur in der Zweitbesetzung spielen, aber 1913 rückte in die Stammbesetzung auf und konnte in vielen Shakespeare-Stücken in den großen Rollen glänzen. In der Kompanie lernte Basil Rathbone auch seine erste Frau Marion Foreman kennen, die ebenfalls Schauspielerin war. Im Oktober 1914 heirateten sie.

1916 verließ Basil Rathbone die Schauspieltruppe und ging zum Militär. Er diente im Ersten Weltkrieg. Als Nachrichtenoffizier stieg er bis in den Rang eines Captains auf und wurde für außerordentliche Tapferkeit ausgezeichnet. Zurück in England nahm er seine Schauspielkarriere wieder auf und spielte auf Bühnen in Stratford on Avon und London. Seine Ehe ging in die Brüche und er hatte große Schuldgefühle, weil er nicht für seinen Sohn da sein konnte. In den 1920er Jahren begann für Basil Rathbone dann ein neuer Karriereabschnitt. 1921 drehte er seinen ersten Kinofilm, die Romanze „Innocent“. Der erste kleine Schritt auf dem Weg zu einer Film- und Fernsehkarriere. Für das Theaterstück „The Swan“ kam der Mime 1923 nach New York. Hier verliebte er sich in Ouida Bergère, die er ein paar Jahre später heiratete. Auch in der neuen Heimat war noch immer das Theater seine erste Arbeitsstätte. Am Broadway war er in vielen auch kontroversen Stücken zu sehen. 1929 machte Basil Rathbone mit seinem achten Film „The Last of Mrs. Cheyney“ dann entscheidende Leute aus der Branche der bewegten Bilder auf sich aufmerksam. Der Streifen war ein großer Erfolg und die Filmproduzenten merkten sich Rathbones Namen. Der Schauspieler fuhr in der Folgezeit zweigleisig und drehte neben der Theaterarbeit fleißig weiter. Alleine sieben Filme im Jahr 1930 (!). 1935, Basil war mittlerweile mit Ouida Bergère verheiratet, zog das Paar nach Hollywood. Hier waren die Rathbones zunächst für ihre rauschenden Partys bekannt, auf denen sich Hollywoods große Namen die Ehre gaben. Für Basils Filmkarriere wichtige Filme entstanden in den 1930er Jahren. Als eleganter Bösewicht machte er sich einen Namen in Streifen wie, „Anna Karenina“, „Unter Piratenflagge“, „Romeo and Juliet“ oder „Die Abenteuer des Robin Hood“. Für „Romeo and Juliet“ erhielt Basil Rathbone seine erste Nominierung für einen OSCAR als bester Nebendarsteller. Nachdem er in „Frankensteins Sohn“ eine weitere düstere Rolle seinem Repertoire hinzugefügt hatte, schlüpfte er 1939 für „Der Hund von Baskerville“ das erste Mal in die Rolle des „guten“ Sherlock Holmes. Noch im selben Jahr entstand „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“. Die Filme wurden ein großer Erfolg und Rathbone und Nigel Bruce, der Dr. Watson gab, drehten weitere Filme. Zudem entstand eine Radiosendung, in der beide ihre Rollen ebenfalls sprachen. Insgesamt sieben Jahre begleitete Sherlock Holmes Basil Rathbone. Ebenfalls 1939 drehte der Mime „König der Vagabunden“ und wurde für seine Rolle des King Louis XI mit seiner zweiten OSCAR-Nominierung als bester Nebendarsteller bedacht.

„Wenn Du zu dem Charakter wirst, den Du spielst, ist das das Ende Deiner Karriere als Schauspieler.“
Der Zweite Weltkrieg war im vollen Gange und Basil Rathbone wollte seinem Heimatland Großbritannien gerne wieder als Soldat dienen, doch das Oberkommando befand ihn als zu alt. Rathbone war 1939 47 Jahre alt. So drehte er weiterhin und auch Sherlock Holmes’ Fälle bekamen in dieser Zeit einen sehr patriotischen Anstrich. Gerade der 1942 entstandene Fall „Die Stimme des Terrors“ oder auch „Die Geheimwaffe“ sind unverkennbar von den realen politischen Umständen geprägt. Basil Rathbone war die Rolle des Sherlock Holmes zu diesem Zeitpunkt bereits müde. Er wollte lieber neue Charaktere entwickeln, als immer den gleichen darzustellen. Nach 14 Filmen war 1946 mit „Jagd auf Spieldosen“ dann endgültig Schluss. Rathbone wollte sich nicht länger auf die Rolle des Sherlock Holmes festlegen lassen. Er kehrte zurück zu den Brettern, die die Welt bedeuten und zog mit seiner Frau zurück nach New York. Rathbone nahm hier die Rolle des Dr. Sloper in dem Stück „The Heiress“ an. Ein Charakter, der ihn ungemein faszinierte. Das Stück wurde ein großer Erfolg und Basil Rathbone wurde 1948 mit dem Tony Award, dem Theater-OSCAR, ausgezeichnet. 1949 wurde der Plot mit Montgomery Clift und Olivia DeHavilland in den Hauptrollen auch verfilmt, doch Basil konnte die geliebte Rolle des Dr. Sloper nicht ergattern. Sie ging an Ralph Richardson, was den Mimen sehr traf.

1951 verspürte Basil Rathbone noch einmal Lust in die Rolle des Sherlock Holmes zu schlüpfen und bat seine Frau ein Stück für ihn zu schreiben. Das Stück wurde 1953 uraufgeführt, bekam allerdings schlechte Kritiken und es gab lediglich drei Vorstellungen. Rückblickend war „The Heiress" Basil Rathbones letzter großer Erfolg. Auch seine Kino- und Fernsehkarriere stagnierte und er war nur noch in mittelmäßigen Filmen und Episoden-Rollen von Fernsehsehrein zu sehen. „Wir sind keine Engel“ und die Parodie „Der Hofnarr“ sind aus dieser Zeit kleine Highlights. Viele Projekte machte er nur des Geldes wegen, das er gerne und schnell ausgab. 1962 erschien seine Autobiographie „In and Out of Character“. Dadurch, dass seine Sherlock Holmes Filme erneut im Fernsehen ausgestrahlt wurden, wurde er auch einem jüngeren Publikum bekannt und konnte sich noch einmal über eine steigende Popularität freuen. 1968 drehte er mit „Autopsia de un fantasma“ seinen letzten Film. Basil Rathbone starb am 21.07.1967 an einem Herzinfarkt. Er wurde 75 Jahre alt.

Der Schauspieler war zweimal verheiratet. Die Ehe mit Marion Foreman dauerte von 1914 bis 1926. Das Paar hatte einen Sohn: John Rodion wurde wie sein Vater Schauspieler Am 18.04.1926 heiratete Basil Rathbone die Drehbuchautorin Ouida Bergère, mit der er bis zu seinem Tod verheiratet war. Basil und Quida adoptierten 1939 ein Mädchen – Cynthia.


Filmographie Basil Rathbone

  • 1921: Innocent
  • 1921: The Fruitful Vine
  • 1923: The School for Scandal
  • 1923: The Loves of Mary, Queen of Scots (ungenannt)
  • 1924: Trouping with Ellen
  • 1925: Die Tänzerin von Moulin-Rouge
  • 1926: The Great Deception
  • 1929: The Last of Mrs. Cheyney
  • 1930: The Bishop Murder Case
  • 1930: This Mad World
  • 1930: A Notorious Affair
  • 1930: The Flirting Widow
  • 1930: The Lady of Scandal
  • 1930: A Lady Surrenders
  • 1930: Sin Takes a Holiday
  • 1932: Um eine Fürstenkrone
  • 1932: After the Ball
  • 1933: One Precious Year
  • 1933: Loyalties
  • 1935: The Personal History, Adventures, Experience, & Observation of David Copperfield the Younger
  • 1935: Anna Karenina
  • 1935: Der Untergang von Pompeji
  • 1935: A Feather in Her Hat
  • 1935: Kind Lady
  • 1935: Flucht aus Paris
  • 1935: Unter Piratenflagge
  • 1936: Frauenehre
  • 1936: Romeo and Juliet
  • 1936: Der Garten Allahs
  • 1937: Love from a Stranger
  • 1937: Confession
  • 1937: Make a Wish
  • 1937: Tovarich
  • 1938: Die Abenteuer des Marco Polo
  • 1938: Die Abenteuer des Robin Hood
  • 1938: König der Vagabunden
  • 1938: The Dawn Patrol
  • 1939: Frankensteins Sohn
  • 1939: Sherlock Holmes: Der Hund von Baskerville
  • 1939: The Sun Never Sets
  • 1939: Die Abenteuer des Sherlock Holmes
  • 1939: Rio (1939)
  • 1939: Der Henker von London
  • 1940: Rhythm on the River
  • 1940: Im Zeichen des Zorro
  • 1941: The Mad Doctor
  • 1941: The Black Cat
  • 1941: International Lady
  • 1941: Paris Calling
  • 1942: Schatten am Fenster
  • 1942: Crossroads
  • 1942: Sherlock Holmes: Die Stimme des Terrors
  • 1943: Sherlock Holmes: Die Geheimwaffe
  • 1943: Sherlock Holmes: Verhängnisvolle Reise
  • 1943: Gefährliche Flitterwochen
  • 1943: Sherlock Holmes: Gespenster im Schloss
  • 1943: Crazy House
  • 1943: Sherlock Holmes: Das Spinnennetz
  • 1944: Sherlock Holmes: Die Kralle
  • 1944: Badende Venus
  • 1944: Sherlock Holmes: Die Perle der Borgia
  • 1944: Der Pirat und die Dame
  • 1945: Sherlock Holmes: Das Haus des Schreckens
  • 1945: Sherlock Holmes: Die Frau in Grün
  • 1946: Sherlock Holmes: Gefährliche Mission
  • 1946: Sherlock Holmes: Juwelenraub
  • 1946: Heartbeat
  • 1946: Sherlock Holmes: Jagd auf Spieldosen
  • 1949: Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte (nur Stimme)
  • 1949: The Wind in the Willows (nur Stimme)
  • 1949: The Ford Theatre Hour (TV-Serie)
  • 1949: The Chevrolet Tele-Theatre (TV-Serie)
  • 1950: Nash Airflyte Theatre (TV-Serie)
  • 1951: The Colgate Comedy Hour (TV-Serie)
  • 1951: Lights Out (TV-Serie)
  • 1951: Lux Video Theatre (TV-Serie)
  • 1951: Suspense (TV-Serie)
  • 1953: Broadway Television Theatre (TV-Serie)
  • 1953: Danger (TV-Serie)
  • 1953: Season's Greetings (TV)
  • 1953: The Motorola Television Hour (TV-Serie)
  • 1954: The Philip Morris Playhouse (TV-Serie)
  • 1954: Der Schürzenjäger von Venedig
  • 1954: Love Story (TV-Serie)
  • 1954: Studio One (TV-Serie)
  • 1954: Schlitz Playhouse of Stars (TV-Serie)
  • 1954: Shower of Stars (TV-Serie)
  • 1955: General Motors Presents (TV-Serie)
  • 1955: The Eddie Cantor Comedy Theater (TV-Serie)
  • 1955: Wir sind keine Engel
  • 1955: Science Fiction Theatre (TV-Serie)
  • 1955: Star Tonight (TV-Serie) (nur Stimme)
  • 1956: Der Hofnarr
  • 1956: Screen Directors Playhouse (TV-Serie)
  • 1956: Die Schreckenskammer des Dr. Thosti
  • 1956: The Alcoa Hour (TV-Serie)
  • 1956: Kraft Television Theatre (TV-Serie)
  • 1956: The Red Skelton Show (TV-Serie)
  • 1957: The United States Steel Hour (TV-Serie)
  • 1957: Hallmark Hall of Fame (TV-Serie)
  • 1958: Tales from Dickens (TV-Serie)
  • 1958: The DuPont Show of the Month (TV-Serie)
  • 1958: Das letzte Hurra
  • 1960: The Christophers (TV-Serie)
  • 1961: Mystic Prophecies and Nostradamus (nur Stimme)
  • 1961: The Black Cat (nur Stimme)
  • 1962: Pontius Pilatus - Der Statthalter des Grauens
  • 1962: Ascalon, das Zauberschwert
  • 1962: Der grauenvolle Mr. X
  • 1962: Two Before Zero
  • 1963: Komödie des Grauens
  • 1964: Suspense (TV-Serie)
  • 1965: Amos Burke (TV-Serie)
  • 1965: Voyage to the Prehistoric Planet
  • 1965: Dr. Kildare (TV-Serie)
  • 1966: Queen of Blood
  • 1966: Erbschaft um Mitternacht
  • 1966: Summer Fun (TV-Serie)
  • 1967: Hillbillys in a Haunted House
  • 1968: Autopsia de un fantasma

Filmpreise

OSCAR Nominierungen:
1936: Bester Nebendarsteller: Romeo and Juliet
1938: Bester Nebedarsteller: König der Vagabunden