Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 23.5.
- Der Dieb der Worte
- 23.5.
- Fast & Furious 6
- 23.5.
- Jeder hat einen Plan
- 30.5.
- Die wilde Zeit
- 30.5.
- Hangover 3
- 30.5.
- The Big Wedding
- 30.5.
- To The Wonder
- Zu den Kinostarts
Max von Sydow
Max Carl Adolf von Sydow
Biographie
© Warner Bros. Pictures
| Geboren am | 10.4.1929 | in | Lund, Schweden | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
„Viele Leute glauben, ein Schauspieler müsse sich mit seiner Rolle identifizieren. Das tue ich nicht, obwohl ich tatsächlich in meine Rollen hineingezogen werde, während ich spiele. Aber ich empfinde es als Tugend, Dinge zu tun, die nicht meine eigenen sind. Das ist das schwedische Schauspielkonzept.“ (Max von Sydow)
Max von Sydow gilt heute als einer der größten schwedischen Schauspieler aller Zeiten, und seit seiner Rolle in Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ (1957) wurde er stets in einem Atemzug mit dem schwedischen Regisseur genannt und wird als Bergman-Schauspieler bezeichnet. Sein intensives Spiel, seine charismatische Ausstrahlung und die archaische Kraft seiner Darstellung machten von Sydow schnell auch über die Grenzen Schwedens hinweg bekannt, und spätestens seit seiner OSCAR-Nominierung für das schwedische Drama „Pelle, der Eroberer“ (1987) zählt er zu den renommiertesten Charakterdarstellern überhaupt und ist außerdem einer der wenigen, die eine OSCAR-Nominierung für einen nicht-englischsprachigen Film erhielten. In seinen Filmen ist er sowohl mythischer Held als auch undurchschaubarer Finsterling, er spielt Licht- und Schattengestalten und bevorzugt die Rolle des von Seelenqualen gepeinigten Unglücklichen.
„Die Schauspielerei ist ein wirklich eigenartiger Beruf – sie ist etwas so Nutzloses. An einem Film ist nichts real. Es ist nicht wie das Herstellen eines Möbelstücks oder das Schreiben eines Romans.“ (Max von Sydow)
Max Carl Adolf von Sydow wurde am 10. April 1929 im schwedischen Lund geboren. Er wuchs in einer Mittelklassefamilie auf: Sein Vater, Carl Wilhelm von Sydow war Professor für Ethnologie und skandinavische und irische Volksmusik an der Universität Lund, seine Mutter, Maria von Sydow, war Lehrerin. Max besuchte die Kathedralschule in Lund, wo er Mitbegründer einer Theatergruppe war. Hier sammelte er erste Schauspielerfahrungen, was ihn schließlich zu einer Schauspielausbildung am Dramaten, dem Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm brachte. Von 1948 bis 1951 besuchte er die Schauspielschule und bereits 1949 hatte der junge Mime sein Filmdebüt in „Rya Rya – Nur eine Mutter“ (1949). Dieser Film war, wie auch seine zweite Produktion „Fräulein Julie“ (1951), ein großer internationaler Erfolg und ein gelungenes Startbrett in eine hoffnungsvolle Karriere. 1955 zog von Sydow nach Malmö, wo er den Regisseur Ingmar Bergman kennen lernte. Die beiden arbeiteten zunächst am Stadttheater Malmö in Produktionen wie „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Peer Gynt“ oder „Faust“ zusammen, ehe sie begannen, gemeinsam Filme zu machen. Das historische Filmdrama „Das siebente Siegel“ (1957) unter Regie von Bergman bedeutete den internationalen Durchbruch für Max von Sydow. Doch erst elf Jahre später arbeiteten die beiden wieder gemeinsam an einem Filmprojekt – in „Die Stunde des Wolfes“ (1968) war Liv Ullmann ebenso von Sydows Filmpartnerin, wie in den Bergman-Filmen „Schande“ (1968) und „Passion“ (1969). In sage und schreibe dreizehn Filmen des schwedischen Meisterregisseurs war Max von Sydow insgesamt zu sehen. Über die Zusammenarbeit mit Ingmar Bergman sagte er einmal:
„Du musst dich mehr mit einem Bergman-Film identifizieren, als du es bei anderen tust, weil er viel tiefer und stärker mit philosophischen Fragen umgeht, als ein durchschnittlicher Film. Er baut auch eine sehr viel engere Verbindung mit seinen Darstellern und der Crew auf, als das bei größeren Produktionen je möglich wäre.“
Der Schauspieler war auch in Filmen anderer schwedischer Regisseure zu sehen und stand 1965 erstmals für eine amerikanische Produktion vor der Kamera. Er übernahm die Hauptrolle in George Stevens „Die größte Geschichte aller Zeiten“ (1965) wo er Jesus spielte. Er zog daraufhin mit seiner ersten Frau, der Schauspielerin Christina Olin und den beiden gemeinsamen Söhnen nach Los Angeles. Ende der 60er Jahre wurde der amerikanische Regisseur John Huston auf ihn aufmerksam und besetzte ihn im Spionagefilm „Der Brief an den Kreml“ (1970). In amerikanischen Produktionen hatte der Schwede oft düstere, zwielichtige Rollen, wie etwa den Nazi in „Das Quiller Memorandum“ (1966), einen grausamen Mörder im Thriller „Der unheimliche Besucher“ (1970) oder den Priester in „Der Exorzist“ (1973) und „Der Exorzist II – Der Ketzer“ (1977). Für Sydney Pollacks „Die drei Tage des Condor“ (1975) stand er mit Robert Redford und Faye Dunaway vor der Kamera und ebenfalls mit Dunaway spielte er im Flüchtlingsdrama „Die Reise der Verdammten“ (1976). Neben Gene Hackman, Terence Hill und Catherine Deneuve war er in „Marschier oder stirb“ (1976) zu sehen, und in „Der gekaufte Tod“ (1979) waren Romy Schneider und Harvey Keitel seine Partner. Mitte der 70er Jahre zog von Sydow nach Rom, wo er in zahlreichen italienischen Produktionen mitwirkte. Doch daneben war er auch im Cast von Hollywoodproduktionen wie John Hustons „Flucht oder Sieg“ (1981), „Conan, der Barbar“ (1981) an der Seite von Arnold Schwarzenegger oder „Die Augen des Wolfes“ (1985) mit Donald Sutherland, zu finden. In „James Bond 007 – Sag niemals nie“ (1983) war der Schwede der Gegenspieler von Sean Connery, und seine Darstellung in Woody Allens Beziehungsdrama „Hannah und ihre Schwestern“ (1985) wurde hoch gelobt. Für seine Glanzleistung im schwedischen Film „Pelle, der Eroberer“ (1988) wurde er schließlich für den OSCAR nominiert – nicht unbedingt üblich für einen Schauspieler aus dem nicht-englischsprachigen Raum. Trotzdem scheint Bescheidenheit durchaus eine der Tugenden Max von Sydows zu sein, wie man an folgendem Zitat erkennen kann:
„Ich bewundere Leute wie Al Pacino, Robert De Niro, Marlon Brando oder Spencer Tracy, die so völlig echt zu sein scheinen. Ich weiß nicht, wie sie das machen. Als ich jung war, bewunderte ich Leslie Howard ungeheuer für Filme wie ‚Die scharlachrote Blume’, ‚Vom Winde verweht’ oder ‚Pygmalion’. Ebenso Gary Cooper – er war möglicherweise kein großer Schauspieler, aber er hatte eine unglaubliche Präsenz.“
Nach „Zeit des Erwachens“ (1990), „Der Kuss vor dem Tode“ (1991) und „Bis ans Ende der Welt“ (1991) bewies von Sydow erneut sein vielseitiges darstellerisches Können als diabolischer Trödelwarenhändler in der Stephen King-Adaption „Needful Things - In einer kleinen Stadt“ (1993). In „Citizen X“ (1995) war er neben Donald Sutherland zu sehen und nach einer kleinen Rolle im gefeierten Drama „Schnee, der auf Zedern fällt“ (1999) beeindruckte der Mime mit seiner großartigen Darstellung im Geschichtsdrama „Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit“ (2000). An der Seite von Tom Cruise war er in Spielbergs „Minority Report“ (2001) zu sehen, und in Uli Edels „Die Nibelungen“ (2004) stand er neben Benno Fürmann vor der Kamera. Nach „Schmetterling und Taucherglocke“ (2007) überzeugte der Mime in der Romanverfilmung „Oskar und die Dame in Rosa“ (2009). Für seine Darstellung im Drama „Extrem laut und unglaublich nah“ (2012) mit Tom Hanks und Sandra Bullock erhielt von Sydow eine OSCAR-Nominierung als Bester Nebendarsteller.
Bereits 1996 hatte von Sydow sich von seiner ersten Frau scheiden lassen, um 1997 die Dokumentarfilmerin Catherine Brelet zu heiraten, die er bei den Dreharbeiten zum Fernsehfilm „Die Bibel – Salomon“ kennen gelernt hatte. 2002 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an und lebt seither in Paris. 2006 erhielt er den Ehrenpreis für sein Lebenswerk des Filmfestivals in San Sebastian. Über seinen Beruf sagte Max von Sydow einmal:
„Ich wurde als Bühnendarsteller bekannt und dort fühle ich mich zuhause. Aber mir ist bewusst, dass das Kino einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Theater hat: nämlich die Nähe zum Publikum. Natürlich hat ein Schauspieler im Film nur sich selbst als Publikum, während er auf der Bühne gemeinsam mit seinen Zuschauern ein Ergebnis erzielen kann. Dennoch kann man, wenn man auf der Bühne steht, niemals so mit seinem Gesicht arbeiten, als stünde man vor der Kamera.“
Filmographie Max von Sydow
- 1949: Rya Rya - Nur eine Mutter
- 1951: Fräulein Julie
- 1953: Die Liebenden vom Gulbrandstal
- 1956: Das Recht zu lieben
- 1957: Das siebente Siegel
- 1957: Herr Sleeman kommer (TV)
- 1957: Wilde Erdbeeren
- 1957: Der Pfarrer in Uddarbo
- 1958: Nahe dem Leben
- 1958: Spion 503
- 1958: Rabies (TV)
- 1958: Das Gesicht
- 1960: Die Jungfrauenquelle
- 1960: Bröllopsdagen
- 1961: Wie in einem Spiegel
- 1962: Nils Holgerssons underbara resa
- 1962: Schlafwagenabteil
- 1963: Licht im Winter
- 1965: Die größte Geschichte aller Zeiten
- 1965: Aufenthalt im Marschland
- 1965: Sieben reiten in die Hölle
- 1966: Hawaii
- 1966: Das Quiller Memorandum
- 1966: Hier hast du dein Leben
- 1967: Das Tagebuch der Anne Frank (TV)
- 1968: Die Stunde des Wolfs
- 1968: Svarta palmkronor
- 1968: Schande
- 1969: Made in Sweden
- 1969: Passion
- 1970: Der Brief an den Kreml
- 1971: Der unheimliche Besucher
- 1971: Emigranten
- 1971: Berührungen
- 1971: Apfelkrieg (auch Sänger)
- 1971: Am offenen Meer (TV-Serie)
- 1972: Das neue Land
- 1973: Der Killer in der Botschaft
- 1973: Kvartetten som sprängdes (TV-Serie)
- 1973: Der Exorzist
- 1974: Steppenwolf
- 1975: Ägget är löst!
- 1975: Trompe l'oeil
- 1975: Die drei Tage des Condor
- 1975: Krieger der Apokalypse
- 1976: Warum bellt Herr Bobikow?
- 1976: Die Macht hat ihren Preis
- 1976: Tödliches Inselparadies
- 1976: Die Tartarenwüste
- 1976: Reise der Verdammten
- 1977: Gran bollito
- 1977: Der Exorzist II - Der Ketzer
- 1977: Marschier oder stirb
- 1978: Verstecktes Ziel
- 1979: Gestohlene Herzen (1979)
- 1979: Hurricane (1979)
- 1980: Der gekaufte Tod
- 1980: Flash Gordon
- 1981: Flucht oder Sieg
- 1982: Conan der Barbar
- 1982: Der Flug des Adlers
- 1982: Der Adler schägt zurück
- 1983: Im Bann der Leidenschaft
- 1983: Zwei Superflaschen räumen auf
- 1983: James Bond 007 - Sag niemals nie
- 1984: The Soldier's Tale
- 1984: Die Eispiraten
- 1984: Samson und Delilah
- 1984: Höllische Träume
- 1984: Dune - Der Wüstenplanet
- 1985: The Last Place on Earth (TV-Serie)
- 1985: Der letzte Zivilist (TV)
- 1985: Mord im Exil (TV)
- 1985: Quo Vadis? (TV-Serie)
- 1985: Christopher Columbus (TV-Serie)
- 1985: Codename: Emerald
- 1985: Der Denunziant
- 1986: Hannah und ihre Schwestern
- 1986: Gösta Berlings saga (TV-Serie)
- 1986: Die Augen des Wolfs
- 1986: Duet for One
- 1987: Der zweite Sieg
- 1987: Pelle, der Eroberer
- 1988: Ved vejen (nur Regie)
- 1989: Ghostbusters 2
- (nur Stimme)
- 1989: Die Mörder warten schon (TV)
- 1990: Der Badearzt
- 1990: Una vita scellerata
- 1990: Brennende Erde (TV)
- 1990: Schatten des Verdachts
- 1990: Zeit des Erwachens
- 1991: Der Kuß vor dem Tode
- 1991: Europa (nur Stimme)
- 1991: Bis ans Ende der Welt
- 1991: Oxen
- 1991: Den goda viljan (TV-Serie)
- 1992: Die besten Absichten
- 1992: Der Klang der Stille
- 1993: Och ge oss skuggorna (TV)
- 1993: Großvaters Reise
- 1993: Die Abenteuer des jungen Indiana Jones (TV-Serie)
- 1993: Needful Things - In einer kleinen Stadt
- 1994: Time Is Money
- 1994: Onkel Vanja (TV)
- 1995: A che punto è la notte (TV)
- 1995: Citizen X (TV)
- 1995: Judge Dredd
- 1995: Die Einsamkeit der Tiefe
- 1995: Radetzkymarsch (TV-Serie)
- 1996: Truck Stop
- 1996: Hamsun
- 1996: Jerusalem
- 1996: Die Bibel: Samson und Delila (TV) (nur Stimme)
- 1996: Enskilda samtal (TV)
- 1997: Im Fahrwasser des Todes (TV)
- 1997: Die falsche Prinzessin (TV)
- 1997: Die Bibel - Salomon (TV)
- 1998: Professione fantasma (TV-Serie)
- 1998: Hinter dem Horizont
- 1999: Schnee, der auf Zedern fällt
- 2000: Nürnberg - Im Namen der Menschlichkeit (TV-Serie)
- 2001: Non ho sonno
- 2001: Vercingétorix - Kampf gegen Rom
- 2001: Intacto
- 2002: Les amants de Mogador
- 2001: Minority Report
- 2004: Die Kinder von Nonantola (TV)
- 2004: Die Nibelungen - Der Fluch des Drachen (TV)
- 2005: Heidi (2005)
- 2006: Das Ende der Götter
- 2007: Schmetterling und Taucherglocke
- 2007: Rush Hour 3
- 2007: Emotional Arithmetic
- 2008: Ein Mann und sein Hund
- 2009: Die Tudors (TV-Serie) - Staffel 3
- 2009: Solomon Dane
- 2009: Oskar und die Dame in Rosa
- 2010: Det siste norske trollet (nur Stimme)
- 2010: Wolfman
- (ungenannt)
- 2010: Shutter Island
- 2010: Robin Hood
- 2010: Die Mumins auf Kometenjagd (nur Stimme)
- 2012: Extrem laut und unglaublich nah
- 2012: Truth & Treason
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1966: Bester Schauspieler - Drama: Hawaii
1973: Bester Nebendarsteller: Der Exorzist
OSCAR Nominierungen:
1987: Bester Hauptdarsteller: Pelle, der Eroberer
2011: Bester Nebendarsteller: Extrem laut und unglaublich nah



