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Dieter Pfaff †

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Biographie

Dieter Pfaff © SWR

Geboren am
Gestorben am:
2.10.1947
05.03.2013
in Dortmund, Deutschland
Hamburg, Deutschland
Autor Stefanie Rufle

„Ich glaube nicht an gerade Wege. Es war immer eine große Lust zu spielen da, aber andere haben mir das lange nicht zugetraut – und ich selbst mir auch nicht.“ (Dieter Pfaff)
Es war alles andere als ein gerader Weg, den der Schauspieler Dieter Pfaff im Laufe seiner Karriere einschlug. Er war Regieassistent, Theaterdramaturg, Autor und Regisseur und schließlich Professor an der Universität in Graz. Doch sein Wunsch, ein anerkannter Charakterdarsteller zu werden, blieb lange Jahre unerfüllt. Erst mit fast fünfzig Jahren und der selbst erschaffenen Rolle des Kommissars Sperling kam für Dieter Pfaff der endgültige Durchbruch als Schauspieler.

Der am 02. Oktober 1947 in Dortmund geborene Sohn eines Polizisten liebte in seiner Kindheit Schlager, die er auswendig mitsingen konnte. Angeblich nahm ihn seine Großmutter mit zum Krämer und zum Friseur und ließ ihren Enkel dort vor Publikum vorsingen. Zu seinem Vater hatte Dieter ein intensives aber schwieriges Verhältnis, er verließ sein Elternhaus früh, und zu einer Annäherung mit seinem Vater kam es erst wieder nach der Geburt von Dieters Zwillingen. Am Gymnasium von Unna machte er 1968 Abitur und begann darauf ein Studium für Lehramt in Germanistik und Geschichte, das er allerdings mit 22 Jahren wieder abbrach. Seine Frau, die heutige Produzentin Eva Maria Emminger, kannte Pfaff schon seit seiner Schulzeit, die beiden heirateten 1969. Er nahm sein erstes Engagement als Regieassistent am Theater Dortmund an und war bis 1982 Theaterdramaturg und dann auch Autor und Regisseur an verschiedenen Theatern in Paderborn, Dortmund, Tübingen, Nürnberg, München und Frankfurt am Main. Zudem war er Kulturreferent in Landshut, bis er 1983 eine Professur für Schauspiel an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz erhielt. Sieben Jahre lang unterrichtete Pfaff und hatte während dieser Zeit auch seine ersten Film- und Fernsehauftritte. Doch der Weg bis zur ersten Hauptrolle sollte da noch ein sehr langer sein. Während er unzählige begleitende Nebenrollen in TV-Serien wie „Der Fahnder“ oder „Balko“ übernahm, wartete der Mime vergebens darauf, endlich entdeckt zu werden. Schließlich nahm er die Sache selbst in die Hand und entwickelte zusammen mit Rolf Basedow und Dominik Graf die ruhige und psychologisch versierte Rolle des Kommissar Sperling.

„Individualität ist ein wichtiger Schlüssel, um Menschen zu berühren.“ (Dieter Pfaff)
Mit fast fünfzig Jahren übernahm Pfaff die Hauptrolle in der Krimireihe „Sperling“, die sich bald größter Beliebtheit erfreute und seinen Durchbruch als Schauspieler bedeutete. Von da an war Dieter Pfaff, der einmal sagte, er betreibe in seinen Rollen emotionalen Hochleistungssport, ein gefragter Charakterdarsteller in Fernsehen und Kino. In der TV-Serie „Bloch“ spielte er den unkonventionellen Psychotherapeuten Dr. Maximilian Bloch, der sich auf äußerst sympathische Weise seinen eigenen Schwächen stellt und seinen Klienten voller Sensibilität und mit großer Hingabe in deren Nöten hilft. Auch die TV-Serie „Der Dicke“, in der er einen Rechtsanwalt spielte, der sich für die Belange der kleinen Leute einsetzt, ist beim Publikum sehr beliebt. Laut eigener Aussage spielte Pfaff gerne Rollen, mit denen er sich selbst identifizieren konnte. Er glaubte, dass man bei durchgehenden Rollen in Serien zwangsläufig näher bei sich selbst sei, als in Einzelfilmen. Doch auch auf der Leinwand hatte Dieter Pfaff hin und wieder einen Auftritt, wie etwa in „Manta – Der Film“ (1991) oder „Late Show“ (1999), doch er gab offen zu, dass ihm seine Serienfiguren finanzielle Sicherheit boten. 1997 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis für „Bruder Esel“ und „Sperling“ und außerdem den Bayerischen Fernsehpreis für „Sperling“. Pfaff, der bis zu seinem Tod mit seiner Frau und seinen Kindern und deren Familien in einem großen Haus in Hamburg lebte, engagierte sich als Unicef-Sonderbotschafter gegen den weltweiten Einsatz von Kindersoldaten und hatte zusammen mit seiner Frau die Patenschaft für mehrere Kinder übernommen. Im September 2012 wurde bekannt, dass der beliebte Schauspieler an Lungenkrebs erkrankt war und sich einer Behandlung unterziehen würde. Danach war er wohl guter Dinge und kündigte an, bereits im März wieder drehen zu wollen. Dann wurde es allerdings nötig, dass er sich erneut in einer Lungenklinik behandeln ließ, und am 05. März 2013 schließlich starb Dieter Pfaff im Kreis seiner Familie in Hamburg. Im April 2013 wurde damit auch die endgültig letzte Folge der großartigen "Bloch"-Reihe, "Die Lavendelkönigin" im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Über seinen Beruf sagte der unvergessliche Schauspieler einmal:
„Schauspielen ist für mich eine Art Psychotherapie, weil ich mich beim Spielen selbst erkenne, wie in einem Spiegel. Das kann auch erschreckend sein, dieser Beruf ist nichts für Schwächlinge.“


Filmographie Dieter Pfaff