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Sean Connery

Thomas Sean Connery

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Biographie

Sean Connery © Buena Vista International

Geboren am 25.8.1930 in Edinburgh, Schottland, Großbritannien Autor Stefanie Rufle

Sean Connery als den "Ur-James Bond" zu bezeichnen, ist eine Aussage, an der nicht gerüttelt werden kann. Kein anderer war in der Lage, den britischen Geheimagenten derart kultiviert und intelligent und gleichzeitig so brutal darzustellen, wie Sean Connery es tat. Er war der erste und bisher einzige Schauspieler, der für die Rolle des James Bond mit einem OSCAR gekürt wurde, seine Darstellung des Doppel-Null-Agenten wurde in der Liste der "100 Greatest Movie Characters of All Time" des Premiere Magazins auf Platz 5 gewählt. Und das, obwohl Ian Flemming alles andere als begeistert von Connerys Auftritt in "James Bond 007 jagt Dr. No" (1962) war - er fand ihn zu "ungehobelt" und hätte eigentlich lieber Cary Grant als 007 gesehen. Später dann änderte der Autor seine Meinung und behauptete, Sean sei die ideale Besetzung gewesen. Obwohl die Rolle des James Bond, den er insgesamt siebenmal verkörperte, das Sprungbrett für Connerys Weltkarriere war, ist es doch auch so, dass dieses Image immer an ihm haften bleibt. Er selber antwortete auf die Frage, ob er diesem Image jemals entfliehen könne: "Das wird mich bis ins Grab verfolgen." Bei einer anderen Gelegenheit gab er aber zu verstehen, dass er diese Rolle keinesfalls verfluche:
"Es war nie so, dass ich den Bond nicht gemocht hätte, wie vielfach behauptet wurde. Es erfordert eine besondere Raffinesse, eine Figur wie ihn zu erschaffen. Aber es ist doch ganz normal, irgendwann nach anderen Rollen zu suchen."

Als Thomas Sean Connery am 25. August 1930 in Edinburgh geboren, hatte er als Sohn eines LKW-Fahrers und einer Putzfrau alles andere, als eine privilegierte Kindheit. Schon im zarten Alter von neun Jahren begann er zu rauchen und schmiss mit fünfzehn die Schule. Sean trat dann der Handelsmarine bei, die er aber wegen eines Magengeschwürs bald schon wieder verlassen musste - für einige Zeit erhielt er sogar eine Unfähigkeitsrente. Er hielt sich dann mit vielen Gelegenheitsjobs über Wasser, belieferte als Milchmann die Fettes School in Edinburgh - die Schule, die James Bond in Ian Flemmings Romanen besuchte - und arbeitete als Nacktmodell für Kunststudenten in Edinburgh. Weil er seinen Körper mit Bodybuilding stählte, war er 1950 gar der Vertreter für Schottland bei der Wahl des Mister Universum. Nun taten sich die ersten Türen in die Welt des Films für Sean auf und ab 1954 bekam er erste kleine Rollen in Film und Fernsehen. Als Harry Saltzman und Albert R. Broccoli einen Schauspieler für die Rolle des James Bond suchten, wurde Connery unter vielen Bewerbern ausgewählt, angeblich weil er sich als so großer und kräftiger Mann so unglaublich anmutig bewegen konnte - "wie eine Katze". Weil der Mime schon mit 21 allmählich sein Haupthaar verlor, musste er in allen Bond-Filmen ein Toupet tragen. Sechsmal war Connery als unglaublich erotischer und gleichermaßen kultivierter Doppelagent zu sehen: "James Bond 007 jagt Dr. No" (1962) mit der sexy Ursula Andress, "Liebesgrüße aus Moskau" (1963), "Goldfinger" (1964) mit dem genialen Gerd Fröbe als Schurken, "Feuerball" (1965), "Man lebt nur zweimal" (1966) und "Diamantenfieber" (1971). Eigentlich hatte sich der Schotte nach "Man lebt nur zweimal" endgültig vom Agentenimage lösen wollen, doch dann bekam er für seine Rückkehr in "Diamantenfieber" eine derart hohe Gage geboten, dass er annahm - und die gesamte Summe für wohltätige Zwecke spendete.

Der Entschluss, sich endgültig vom Agentenklischee zu verabschieden und sich von nun an den anspruchsvolleren Charakterrollen zuzuwenden, war ein sehr weiser. Viele großartige Leistungen kann Sean für sich verbuchen, wie etwa die Rolle des ermittelnden Mönchs in der Verfilmung des Umberto Eco-Bestsellers "Der Name der Rose" (1985) - selten gab es eine derart gekonnte Buchverfilmung, und für seine Leistung wurde der Mime mit dem British Academy Award als bester Schauspieler ausgezeichnet. In "Highlander" (1985) war Connery neben Christopher Lambert zu sehen und in Brian De Palmas "The Untouchables - Die Unbestechlichen" (1987) stand er mit Robert De Niro und Kevin Costner vor der Kamera und wurde mit einem OSCAR als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Auch in den Streifen "Jagd auf Roter Oktober" (1990) und "Robin Hood - König der Diebe" (1991) mit Kevin Costner und Morgan Freeman konnte der schottische Schauspieler sein herausragendes Talent unter Beweis stellen, und immer wieder lobten seine Filmpartner die große Professionalität Connerys. Natürlich gab es auch jede Menge Rollen, die Sean Connery aus verschiedensten Gründen ablehnte, so wurde ihm zum Beispiel die Rolle des Robert Elliott in Brian De Palmas "Dressed to Kill" (1980) angeboten, von der er völlig begeistert war. Da er sich aber zuvor schon für andere Filme verpflichtet hatte, musste er zu seinem großen Bedauern ablehnen. Auch an der Rolle des Architekten in "Matrix -Reloaded" und "The Matrix Revolutions" zeigte der Mime wenig Interesse und auch beim Streifen "Die Thomas Crown Affäre" (1968) äußerte Sean seine Ablehnung - was er allerdings später als großen Fehler bezeichnete. Als er für die Rolle des Gandalf in "Herr der Ringe" favorisiert wurde, gab er auch hier eine Absage mit der Begründung, er wolle nicht 18 Monate lang in Neuseeland filmen, und außerdem verstehe er Tolkiens Romane nicht: "Ich habe nie Tolkien gelesen und ich habe das Drehbuch nicht verstanden. Bobbits? Hobbits?" 1983 ließ Connery sich doch noch einmal überreden, ins "Spionagegeschäft" zurückzukehren. In "Sag niemals nie" gab er ein letztes Mal den James Bond und erntete dafür nicht nur positive Kritik. Über seine Nachfolger hat Connery folgende Meinung:
"Ich fand immer, Pierce Brosnan war eine gute Wahl. Ich mochte "Golden Eye". Timothy Dalton hatte nie einen Zugang zu der Figur. Er packte es irgendwie falsch an. Die Person, die Bond spielt, muss gefährlich sein. Wenn es da kein Gefühl von Bedrohung gibt, kann man nicht cool sein. Craig ist eine großartige Wahl, wirklich interessant - anders. Er ist ein guter Schauspieler, der der Rolle eine völlig neue Richtung gibt."

Viele Auszeichnungen kann Sean auf sein Konto verbuchen, er steht auf mehreren "The Top 100 Movie Stars of All Time"-Listen, wurde 1989 vom People-Magazin zum "Sexiest Man Alive" gekürt, war Empfänger der 22. Annual Kennedy Center Honors für lebenslanges Wirken in Kunst und Kultur, überreicht durch Präsident Bill Clinton, erhielt 1991 das Ehrenbürgerrecht der City of Edinburgh und wurde am Neujahrstag 1999 von Königin Elizabeth II. in einer einstündigen Zeremonie zum Ritter geschlagen. Außerdem wurde er von einem Handy-Unternehmen als "The Male Celebrity With The Sexiest Voice" gekürt - das ist doch wohl ein Grund, sich einen seiner Filme wenigsten einmal im Originalton anzusehen! Der Mime, dessen Sohn Jason Connery ebenfalls Schauspieler ist, wurde im Jahr 2006 mit dem Lifetime Achievement Award des American Film Institutes geehrt - und das trotz der harschen Kritik, die er des öfteren an der Filmindustrie und Hollywood geübt hatte. Sean Connery ist eben ein streitbarer Geist und erntete immer wieder Kritik wegen diverser Äußerungen. So verursachte er einen Aufstand, als er in einem Interview sage, es sei in seinen Augen völlig in Ordnung, eine Frau zu schlagen, wenn sie es verdient habe. 1999 rief er das schottische Parlament dazu auf, alle Handfeuerwaffen im Land zu verbieten. Connery ist Besitzer seiner eigenen Filmproduktionsfirma: Fountainbridge Films. Er war ein enger Freund von Sir Michael Caine und Richard Harris und seine Filmpartnerin aus "Marnie" (1964), Tippi Hedren, nannte gar eine ihrer Katzen nach ihm. Sean Connery ist seit 1975 in zweiter Ehe mit Micheline Roquebrune verheiratet und lebt heute auf den Bahamas, wo er auch seiner zweiten Leidenschaft, dem Golfspielen frönt. Der große Schauspieler, der fest daran glaubt, dass Schottland noch zu seinen Lebzeiten ein unabhängiges Land wird, sagte einmal:
"Mehr als alles andere wäre ich gerne ein alter Mann mit einem guten Gesicht, wie Hitchcock oder Picasso."


Filmographie Sean Connery

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1989: Bester Nebendarsteller: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Gewonnene Golden Globes:
1987: Bester Nebendarsteller: The Untouchables - Die Unbestechlichen

Gewonnene OSCARs
1987: Bester Nebendarsteller: The Untouchables - Die Unbestechlichen