Jon Voight

Biographie

Jon Voight © 20th Century Fox

Geboren am 29.12.1938 in Yonkers, New York, USA Autor Stefanie Rufle

“Wenn Washington eine Zwei-Parteien-Stadt ist, frage ich mich, warum Hollywood das nicht auch sein kann.“
Mit diesem Ausspruch spielt der Schauspieler Jon Voight ganz offensichtlich auf die Tatsache an, dass es eine Zeit gab, in der eine große Mehrheit der Hollywood-Schauspieler öffentlich Partei gegen George W. Bush und dessen Nahost-Politik ergriff. Er selbst wählte Bush und kritisierte 2008 den damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama öffentlich.

Jonathan Vincent Voight wurde am 29. Dezember 1938 in Yonkers als Sohn von Barbara Kamp und des Profigolfers Elmer Voight geboren. Seine Großeltern mütterlicherseits stammten aus Büren in Westfalen. Jon hatte erste Auftritte bei Schulaufführungen und machte 1960 seinen Abschluss an der Catholic University of America in Washington DC. Von 1962 bis 1964 wurde er unter der Leitung des legendären Lehrers Sanford Meisner im New Yorker Neighborhood Playhouse ausgebildet. Bereits 1961 hatte er sein Bühnendebüt im Off-Broadway-Musical „O, Oysters“ und kurz darauf folgte das Broadway-Debüt in „The Sound of Music“. 1965 war er neben Robert Duvall in der Neuinszenierung des Arthur Miller-Dramas „A View From The Bridge“ zu sehen und 1967 erhielt der junge Schauspieler den Theatre World Award für seine Darstellung in „That Summer – That Fall“. Daneben war Jon in TV-Serien wie „Preston & Preston“, „Rauchende Colts“ oder „N.Y.P.D.“ zu sehen. Sein Leinwanddebüt hatte Voight im Wyatt-Earp-Western „Die fünf Geächteten“ (1967) und in „Out of It“ (1968) spielte er seine erste Hauptrolle. In „Asphalt Cowboy“ (1968) war er an der Seite von Dustin Hoffman als Callboy zu sehen – für diese Rolle wurde er erstmals für den OSCAR nominiert und erhielt einen Golden Globe als bester Nachwuchsschauspieler. „Asphalt Cowboy“ bekam den OSCAR als Bester Film.

1971 heiratete Jon in zweiter Ehe Marcheline Bertrand, von 1962 bis 1967 war er mit Lauri Peters verheiratet gewesen. Aus der Ehe mit Marcheline entstammten die beiden Kinder James Haven Voight (*1973), der heute ebenfalls Schauspieler ist und die heutige OSCAR Preisträgerin Angelina Jolie (*1975). 1978 ließ sich das Paar wieder scheiden. Es folgten weitere erfolgreiche Filme wie „Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1971), für den er eine Golden Globe Nominierung erhielt, oder „Die Akte Odessa“ (1974). Für die Rolle des querschnittsgelähmten Kriegsveteranen in „Coming Home – Sie kehren heim“ (1977) wurde Jon Voight mit dem OSCAR als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, erhielt einen Golden Globe in derselben Kategorie und den Darstellerpreis bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes. Eigentlich war vorgesehen gewesen, dass er in diesem Film den Ehemann von Jane Fonda spielen sollte, doch es gelang Jon, die Fonda und Regisseur Hal Ashby davon zu überzeugen, dass die Rolle des verbitterten Luke Martin wie für ihn gemacht sei. Es folgte „Der Champ“ (1979), wo er neben Faye Dunaway vor der Kamera stand und erneut für den Golden Globe nominiert war. Für seine Darstellung in „Express in die Hölle“ (1985) erhielt Voight seinen dritten Golden Globe und war wieder für den OSCAR nominiert. Parallel zu seinen Leinwandprojekten blieb der Mime aber auch stets der Bühne treu und war immer wieder im Fernsehen präsent. Neben Robert De Niro und Al Pacino war Voight in „Heat“ (1995) zu sehen und im Jahr darauf stand er neben Tom Cruise für „Mission Impossible“ (1996) vor der Kamera. Es folgten Francis Ford Coppolas Grisham-Verfilmung „Der Regenmacher“ (1997) und das Kriegsdrama „Pearl Harbor“ (2000). Die Rolle des Präsidenten Roosevelt hatte Jon Voight der Tatsache zu verdanken, dass Gene Hackman sie auf Drängen seiner aus Japan stammenden Frau ablehnte. Im selben Jahr stand er mit Tochter Angelina Jolie für „Tomb Raider“ (2000) vor der Kamera und im Jahr darauf erhielt Voight erneut einen Golden Globe und eine OSCAR Nominierung für seine Darstellung in „Ali“ (2001). Es folgten „Der Manchurian Kandidat“ (2004), und „Das Vermächtnis der Tempelritter“ (2004) und neben Josh Lucas spielte Jon Voight im bewegenden Sportler-Drama „Sieg auf Sieg“ (2006). Im Jahr darauf war er erneut neben Nicolas Cage in „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ (2007) und ein Jahr später in der Komödie „Mein Schatz, unsere Familie und ich“ (2008) zu sehen. In der siebten Staffel der TV-Serie „24“ mimte er den Gegenspieler von Kiefer Sutherland.

Jon Voight, dessen Bruder, der Songschreiber Wes Voight, unter seinem Künstlernamen Chip Taylor den Hit „Wild Thing“ schrieb, lehnte die Rolle des Matt Hopper in „Der weiße Hai“ (1975) ab, die dann an Richard Dreyfuss ging. Angeblich war er für die Rolle des Clark Kent in „Superman“ (1978) im Gespräch gewesen, die ja dann bekanntlich von Christopher Reeve übernommen wurde. Die Paten von Voights Tochter Angelina sind Maximilian Schell und Jacquelin Bisset.


Filmographie Jon Voight

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen
1969: Bester Schauspieler - Drama: Asphalt Cowboy
1972: Bester Schauspieler - Drama: Beim Sterben ist jeder der Erste
1980: Bester Schauspieler - Drama: Der Champ
1997: Bester Nebendarsteller: Der Regenmacher
2001: Bester Nebendarsteller: Ali

Gewonnene Golden Globes
1969: Bester Newcomer: Asphalt Cowboy
1979: Bester Schauspieler - Drama: Coming Home - Sie kehren heim
1985: Bester Schauspieler - Drama: Express in die Hölle

OSCAR Nominierungen:
1969: Bester Schauspieler: Asphalt Cowboy
1985: Bester Hauptdarsteller: Express in die Hölle
2001: Bester Nebendarsteller: Ali

Gewonnene OSCARs
1978: Bester Hauptdarsteller: Coming Home - Sie kehren heim