Bette Midler

Bette Davis Midler

Biographie

Bette Midler © United International Pictures

Geboren am 1.12.1945 in Honolulu, Hawaii, USA Autor Stefanie Rufle

„Das Schlimmste am Erfolg ist, dass man immer auf der Suche nach jemandem ist, der sich mit einem freut.“
In diesem Ausspruch Bette Midlers spiegelt sich ganz deutlich die große Einsamkeit wider, die immer auch mit dem eigenen Starstatus einhergeht. Wir alle kennen die große Bette Midler als immer etwas schrille Schauspielerin und Sängerin, die nicht selten die Rolle der Ulknudel spielt. Doch hinter dieser komischen Fassade schlummert eine großartige Schauspielerin, eine Sängerin, die mehrere ausnehmend erfolgreiche Alben veröffentlichte und eine Entertainerin preisgekrönter Bühnenshows. Zwei OSCAR Nominierungen, drei Golden Globe Nominierungen und drei gewonnene Golden Globes, sechs Comedy Awards, drei Emmy Awards und vier Grammy Awards kann das Ausnahmetalent Bette Midler auf ihr Konto verbuchen – und das, wo sie eigentlich Diplomatin hatte werden wollen!

Am 01. Dezember 1945 war es, als Bette Midler in Honolulu das Licht der Welt erblickte. Ihre Mutter benannte sie nach ihrem Idol, der Hollywood-Diva Bette Davis. Bette wuchs auf Hawaii auf und arbeitete neben dem College als Ananas-Verpackerin – darf man ihrer Aussage Glauben schenken, roch sie damals ständig nach Kompott. Nach der Schule studierte die junge Frau Drama an der University of Hawaii und hatte ihre erste Statistenrolle im Film „Hawaii“. In den Sechzigerjahren zog es Bette dann nach New York, wo sie ihr erstes Broadway Engagement im Musical „Anatevka“ bekam. Gleichzeitig sang sie, deren größte Leidenschaft der Gesang ist, in diversen Nachtclubs. Bald schon war die Midler ein gefeierter Musical-Star und in „The Fiddler on the Roof“ und „Tommy“ zu sehen. Parallel dazu spielte sie schon mehr oder weniger kleine Rollen in diversen Filmen und TV-Produktionen. 1972 veröffentlichte die Sängerin ihr erstes, auf einer Bühnenshow basierendes Album, für das sie prompt ihre erste Goldene Schallplatte erhielt. Die Siebzigerjahre waren für Bette Midler geprägt von erfolgreichen Alben und für die damalige Zeit sehr ausgefallenen Bühnenshows. Sie galt damals als Enfant terrible des amerikanischen Showbusiness und hatte zu der Zeit schwerwiegende Alkoholprobleme. In ihrer gewohnt flapsigen Art sagte sie einmal:
„Ich versuche, nicht zuviel zu trinken, denn wenn ich betrunken bin, beiße ich.“

1979 kam dann der Film in die Kinos, in dem Bette Midler erstmals auch als Schauspielerin für Aufmerksamkeit sorgte. In „The Rose“ (1979), der auf dem Leben und der faszinierenden Karriere von Janis Joplin basiert, konnte die Midler ihr außergewöhnliches Talent als Schauspielerin unter Beweis stellen. Für diese Rolle erhielt sie eine OSCAR Nominierung, wurde mit zwei Golden Globes ausgezeichnet und der von ihr gesungene Titelsong wurde in den USA ein Top Ten Hit. Doch trotz des großen Erfolgs von „The Rose“ konnte Bette sich zunächst nicht als Schauspielerin etablieren. Sie unterschrieb einen Vertrag bei der Filmfirma „Touchstone“ und erhielt schon im Jahr darauf für die Verfilmung ihrer Bühnenshow „Divine Madness“ (1980) eine Golden Globe Nominierung. Im selben Jahr veröffentlichte die Midler ihr Buch „A View from a Broad“, das einen Blick hinter die Kulissen gewährte und zum Bestseller avancierte. Bettes nächster Film „Verhext“ (1982) fand wenig Beachtung, doch mit den beiden Komödien „Zoff in Beverly Hills“ (1986), wo sie an der Seite von Nick Nolte und Richard Dreyfuss zu sehen war und „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ (1986), wo sie eine exzentrische Millionärsgattin spielte, konnte sie wieder ihr komisches Talent unter Beweis stellen. Für „Zoff in Beverly Hills“ sowie für „Nichts als Ärger mit dem Typ“ (1987) gab es jeweils eine Golden Globe Nominierung für Ms. Midler und auch in „Zwei mal zwei“ (1988) und „Freundinnen – Die Logik des Lebens“ (1988) konnte sie ihr Können unter Beweis stellen. Dass Bette Midler sowohl in ernsten wie auch in komischen Rollen überzeugen kann, zeigte sich in ihrem nächsten Film, dem Drama „Stella“ (1988) – auch wenn ihr diese Rolle einen Razzie Award in der Kategorie „schlechteste Darstellerin“ einbrachte.

Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ruhte doch nie ihre Leidenschaft zur Musik. 1989 erreichte Bette Midlers Single „Wind beneath my Wings“ aus dem Soundtrack zum Film „Beaches“ Platz 1 der US-Charts und wurde „Record of the Year“ bei den Grammy Awards 1991. Die begnadete Sängerin hatte einen unvergessenen Auftritt im Rolling Stones-Video „Beast of Burden“. Neben Woody Allen war die Mimin dann als Psychologin in „Ein ganz normaler Hochzeitstag“ (1990) zu sehen und ihre Darstellung der patriotischen Kriegsentertainerin in „For the Boys – Tage des Ruhms, Tage der Liebe“ (1991) fand große Beachtung. Für diese Rolle wurde Bette Midler erneut für den OSCAR nominiert und erhielt einen Golden Globe. Angeblich war die Rolle der Delores in „Sister Act“ (1992) eigens für die Midler geschrieben worden – sie lehnte sie allerdings ab. Für ihren Auftritt in der TV-Mini-Serie „Gypsy“ (1994) wurde die Schauspielerin erneut mit einem Golden Globe geehrt. Unvergessen ist Bettes Auftritt als rachsüchtige Gattin in „Der Club der Teufelinnen“ (1996), wo sie an der Seite von Goldie Hawn und Diane Keaton die Lachmuskeln der Zuschauer strapazierte. Bette Midler, die seit 1984 mit Martin von Haselberg verheiratet ist, mit dem sie eine Tochter hat, gründete nach schlechten Erfahrungen im Filmgeschäft ihre eigene Produktionsfirma „All Girls Productions“. Am 20. Februar 2008 startete ihre Show „The showgirl must go on“ in Las Vegas.


Filmographie Bette Midler

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1980: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Divine Madness!
1986: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Zoff in Beverly Hills
1987: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Nichts als Ärger mit dem Typ

Gewonnene Golden Globes:
1979: Beste Newcomerin: The Rose
1979: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: The Rose
1991: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: For the Boys

OSCAR Nominierungen:
1979: Beste Hauptdarstellerin: The Rose
1991: Beste Hauptdarstellerin: For the Boys