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Russell Crowe
Russell Ira Crowe
Biographie
© Tobis
| Geboren am | 7.4.1964 | in | Wellington, North Island, Neuseeland | Autor | Melanie Frommholz |
|---|
“Ich ziehe nach Los Angeles, wenn Australien und Neuseeland von einer riesigen Welle verschluckt worden sind, wenn in Europa die Beulenpest wütet und wenn der Afrikanische Kontinent von Marsbewohnern ausradiert wurde.“
Er ist ein Raubein und gute Manieren sind nicht unbedingt sein Aushängeschild – Russell Crowe hat seinen Ruf als streitlustiger „Bad Guy“ weg im Filmgeschäft. Aber zwei OSCAR-Nominierungen und ein gewonnener Goldjunge sind auch Zeugnis seiner darstellerischen Leistungen. Der Mann aus down under kann’s vor der Kamera und zwar nicht nur als markanter Charakterschauspieler, sondern auch in Rollen, die eine große Portion Charme und Ausstrahlung erfordern. Wenn er, wie in „Ein gutes Jahr“, in die Kamera lächelt oder mit traurigen Augen in die Ferne blickt, wie in „Gladiator“, dann schmelzen Frauenherzen. Das männliche Publikum liebt eher den harten und schnoddrigen Kneipen-Schlägerei-Russell, der zum Beispiel in „Das Comeback“ oder „American Gangster“ zu sehen war. Langweilig wird es mit ihm nie, denn seine vielschichtige Rollenauswahl verspricht Wandelbarkeit und Abwechslung. Allen seinen Rollen, ob nun dem Captain in „Master and Commander - bis ans Ende der Welt“, dem Räuber aus „Todeszug nach Yuma“ oder dem „Gladiator“, ist eine ungeheure Präsenz auf der Leinwand gemein. War Russell Crowe in einem Film mit dabei, erinnert man sich an ihn!
“Ich würde gerne eine heißblütige Frau spielen, aber niemand wird mich lassen.“
Seinen ersten Kontakt zum Filmgeschäft knüpfte der kleine Russell über das Essen. Seine Eltern hatten einen Catering-Betrieb, der Filmgesellschaften belieferte und sein Patenonkel war Regisseur. Seine ersten Kameraeinsätze hatte er im Fernsehen, in Serien wie „Spyforce“ oder DER australischen Soap „Nachbarn“. Nach der High School versuchte sich Crowe zunächst als Sänger in der Band „Roman Antix“. Musikaufnahmen aus dieser Zeit sieht der Schauspieler heute eher kritisch. Trotzdem blieb der gebürtige Neuseeländer der Musik treu, sang in der Band „30 Odd Foot of Grunts“ weiter. Die Gruppe gibt es auch heute noch und ist sein musikalisches Gefühlsventil.
In den 80ger Jahren folgten Kellnerjobs und Engagements bei den Musicals „Grease“ und „The Rocky Horror Picture Show“. Ein Jahrzehnt später war Russell Crowe dann zurück bei der Schauspielerei vor der Kamera. 1990 kam mit „Blutiger Schwur“ sein erster Film in die Kinos. Der Streifen floppte. Mit dem Projekt „Proof - Blindes Vertrauen“ lief es da ein Jahr später schon besser. Die Rolle brachte ihm eine Auszeichnung des Australischen Filminstituts als bester Nebendarsteller und weitere Rollenangebote. 1992 war Russell Crowe erneut Preisträger. Diesmal allerdings schon als bester Hauptdarsteller für seine Skinhead-Darstellung in „Romper Stomper“. Der Film war in Australien ein voller Erfolg und zog auch internationale Aufmerksamkeit auf sich. 1995 holte Sharon Stone den kantigen Schauspieler nach Hollywood und drehte mit ihm den Western „Schneller als der Tod“. Der Film machte den Neuseeländer in Hollywood bekannt und 1997 konnte er in dem Gangster-Streifen „L.A. Confidential“ endlich seinen internationalen Durchbruch feiern. 1999 holte Filmemacher Michael Mann den Schauspieler für „The Insider“ vor die Kamera. Er hatte den richtigen Riecher bei dieser Besetzung. Russell Crowe passte genau in die Rolle des Jeffrey Wigand und sowohl die Jury der Golden Globes als auch der OSCARs nominierte ihn als besten Schauspieler bzw. besten Hauptdarsteller. Nur ein Jahr später gewann Russell Crowe den Goldjungen, wenn auch mit einer gänzliche anderen Rolle. Als „Gladiator“ begeisterte er nicht nur auf ganzer Linie sondern rührte auch zu Tränen. 2002 setzte Russell Crowe erneut zum Sturm auf die OSCARs an. Als schizophrener Mathematiker John Forbes Nash Jr. spielte er in „A Beautiful Mind“ grandios, musste sich aber mit der Nominierung als bester Hauptdarsteller zufrieden geben. Der Streifen wurde zwar bester Film und erhielt auch die Auszeichnung für die beste Regie, bester Hauptdarsteller wurde jedoch Denzel Washington für „Training Day“.
“Im Krieg gewinnt niemand, jeder verliert. Es gibt keine Helden nur tote Menschen. Filme können Dinge verändern ... es beginnt ein Aufklärungsprozess und ich denke, das ist der gesündeste Weg etwas anzugreifen. Das ist, was ich erreichen möchte.“
In den folgenden Jahren blieb Russell Crowe durch die unterschiedlichsten Rollen im Gespräch. Ob auf hoher See wie in „Master and Commander - bis ans Ende der Welt“, als Boxer in „Das Comeback“ oder in der launigen Komödie „Ein gutes Jahr“ – der Schauspieler beglückte seine Fangemeinde mit einer abwechslungsreichen Projektauswahl. 2008 war er an der Seite von Leonardo DiCaprio in „Der Mann, der niemals lebte“ wieder in einem Ridley Scott-Film zu sehen. 2009 stand der Polit-Thriller „State of Play - Stand der Dinge” auf dem Programm. 2010 schlüpfte der Mime auf beeindruckende Art und Weise in die Rolle des Robin Hood in den gleichnamigen Film von Ridley Scott, Crowes Haus- und Hofregisseurs, wie es scheint. 2011 kam der Mime mit "72 Stunden - The Next Three Days" in die Kinos.
“Meine Kids tanzen mir auf der Nase herum.“
Die Sängerin und Schauspielerin Danielle Spencer ist die Frau, die den Womanizer Crowe gebändigt hat. Nachdem sich das Paar bei den Dreharbeiten zu „The Crossing“ kennen gelernt, einige Zeit leiert war und sich wieder getrennt hatte, heirateten sie 2003. Mittlerweile haben sie zwei Söhne und leben nordwestlich von Sydney auf einer Farm.
Filmographie Russell Crowe
- 1972: Spyforce (TV-Serie)
- 1987: Nachbarn (TV-Serie)
- 1988: Living with the Law (TV-Serie)
- 1990: Blutiger Schwur
- 1990: The Crossing
- 1991: Proof - Blindes Vertrauen
- 1991: Brides of Christ (TV-Serie)
- 1991: Made in Spotswood - Die Fabrik der schrägen Vögel
- 1991: Acropolis Now (TV-Serie)
- 1992: Police Rescue - Gefährlicher Einsatz (TV-Serie)
- 1992: Romper Stomper
- 1991: The Late-Show (TV-Serie)
- 1993: Sommer des Erwachens
- 1993: Love in Limbo
- 1993: Der silberne Hengst
- 1994: For the Moment
- 1995: Immer Ärger mit der Liebe
- 1995: Schneller als der Tod
- 1995: Virtuosity
- 1995: Wilder Zauber
- 1996: No Way Back
- 1997: L.A. Confidential
- 1997: Paradies in Flammen
- 1997: Breaking Up
- 1999: Mystery - New York: Ein Spiel um die Ehre
- 1999: Insider
- 2000: Gladiator
- 2000: Lebenszeichen - Proof of Life
- 2002: A beautiful Mind
- 2002: Texas (nur Regie, Produzent)
- 2002: 60 Odd Hours in Italy (nur Regie)
- 2003: Master and Commander - bis ans Ende der Welt
- 2005: Das Comeback
- 2006: Ein gutes Jahr
- 2007: Todeszug nach Yuma
- 2007: American Gangster
- 2008: Tenderness - Auf der Spur des Killers
- 2008: Der Mann, der niemals lebte
- 2009: State of Play - Stand der Dinge
- 2010: Robin Hood
- (auch Produzent)
- 2011: 72 Stunden - The Next Three Days
- 2011: The Man with the Iron Fists
- 2013: Man of Steel
- 2014: Broken City
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1999: Bester Schauspieler - Drama: The Insider
2001: Bester Schauspieler - Drama: Gladiator
2003: Bester Schauspieler - Drama: Master and Commander
2005: Bester Schauspieler - Drama: Das Comeback
Gewonnene Golden Globes:
2001: Bester Schauspieler - Drama: A beautiful Mind
OSCAR Nominierungen:
1999: Bester Hauptdarsteller: The Insider
2001: Bester Hauptdarsteller: A beautiful Mind
Gewonnene OSCARs:
2000: Bester Hauptdarsteller: Gladiator