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Romy Schneider †
Rosemarie Magdelena Albach-Retty
Biographie
© unbekannt
|
Geboren am Gestorben am: |
23.9.1938 29.05.1982 |
in |
Wien, Österreich Paris, Frankreich |
Autor | Thomas Ays |
|---|
"In Filmen bin ich alles. Im Leben bin ich nichts." Romy Schneider.
Romy Schneider gehört mit Sicherheit zu den tragischsten Figuren der deutschsprachigen Schauspiel-Geschichte. Ihr Leben beinhaltete sowohl eine große Karriere als Schauspielerin, als auch eine traurige Lebensgeschichte, die es so bestimmt kein zweites Mal gab und geben wird.
„Es ist ein großer Irrtum, wenn die Leute glauben, ich hätte etwas vom Leben geschenkt bekommen. Ich bin nicht zuckersüß. Ich bin ungeduldig, eigensinnig, nervös. Als es bis vor zwei Jahren immer nur brave, niedliche Rollen für mich gab, wurde mir bei dem Wort ‚herzig’ geradezu übel. Und wenn es immer wieder hieß ‚Ist sie nicht süß?’, hätte ich am liebsten gebissen!“ Romy Schneider: Die "Sissi" der Deutschen und der gefeierte Filmstar der Franzosen.
Die Tochter der damals großen Stars Magda Schneider und Wolf Albach-Retty kam am 23. September 1938 in Wien zur Welt. Schon früh war klar: Rosemarie Magdalena Albach-Retty, so war Romy Schneiders richtiger Name, würde in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Die Mutter war dabei natürlich eine große Hilfe. Schon in ihrem ersten Film „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ war Romy neben Magda Schneider zu sehen. Nach „Feuerwerk“ wurde die damals 16jährige für die Rolle der Prinzessin Elisabeth von Bayern in dem Millionen-Erfolg „Die junge Kaiserin“ besetzt. Das war der erste große Wendepunkt im Leben der jungen Schauspielerin. Vorbei war es mit der Kindheit, mit der Freiheit und Gelassenheit. Der ganze deutschsprachige Raum war zutiefst begeistert von der bezaubernden Romy Schneider. Doch sie war nicht dumm, sie wusste gleich, dass sie schnellstmöglich auch andere Rollen spielen musste, sonst würde ihr die „Sissi“ ewig anhängen. 1956 spielte sie dann im zweiten Teil „Sissi - Die junge Kaiserin“ wieder neben Karl Heinz Böhm die Hauptrolle und erlangte – wenn das überhaupt noch möglich war – noch größere Popularität. Romy war ein Star, nein, sie war DER Star des deutschen Kinos. Sie wurde zum Medienliebling und Publikumsmagnet. Jeder freute sich, wenn er sie zu Gesicht bekam, nur eine konnte damit gar nicht umgehen: Romy selbst. Sie selbst sagte dazu später in Interviews: „Ich war die Prinzessin des Kinos und ich war es gern. Doch irgendwann wollte ich es einfach nicht mehr sein!“
„Wenn man zwei- oder dreimal dieselbe Person spielt, wird sie zu einer Art Zwangskorsett … Nicht, dass ich die ‚Sissi’-Reihe bedauere, ich verdanke den drei Filmen sehr viel, aber schon beim zweiten hatte ich nicht mehr viel Lust, weiterzumachen. Damals wurde ich aber noch sehr von den Menschen um mich herum beeinflusst, unter anderem von meiner Mutter… Man schlug mir einen vierten Sissi-Film für eine Million Mark vor, aber ich lehnte ab. Irgendetwas kochte und sträubte sich in mir: die echte Schneider wahrscheinlich.“ Die letzte Sissi.
Nach „Robinson soll nicht sterben“ und „Monpti“ schlüpfte sie nur widerwillig ein drittes Mal in die Rolle der Sissi in „Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin“. Danach lies sie verlauten, nie wieder die Kaiserin zu spielen. Sie hasste es geradezu in diese Schublade des lieben, süßen Mädchens gesteckt zu werden und probierte sich fortan aus, was sie besonders in Deutschland sehr unbeliebt machte. Die deutschen Medien zerrissen sie förmlich in der Luft, als bekannt wurde, dass sie nach Frankreich ziehen wolle, um mit ihrer damals großen Liebe, dem französischen Superstar Alain Delon, zusammen zu leben. Das deutsche Publikum konnte ihr nicht verzeihen, dass sie einen 4. „Sissi“ Film ablehnte und auch die Weigerung, Walt Disney nach Hollywood zu folgen, konnte hierzulande keiner verstehen. Sie zog stattdessen mit Alain Delon nach Paris. Für die Schauspielerin Romy Schneider war diese Entscheidung richtig, denn schnell erlangte sie mit Filmen wie „Boccacio 70“ oder „Der Prozess“ das gewünschte Ergebnis: Sie wurde als ernsthafte Schauspielerin anerkannt – zumindest von den Franzosen, die Deutschen taten sich noch immer mit der Wandlung des Stars schwer. Doch Romy kümmerte es nicht. Sie hatte mit den deutschen Medien gebrochen, ihre Heimat war von nun an Frankreich. Hier fühlte sie sich wohl.
„Ich habe vor nichts auf der Welt Angst. Nur vor mir. Der Traum von der eigenen Familie.
Nachdem die Beziehung mit Delon 1965 in die Brüche ging, sie 5 unbeliebte US-Produktionen abgedreht und sie fast von einem Scheinwerfer erschlagen wurde, traf sie ein Jahr später den doch sehr erfolglosen Schauspieler Harry Meyen. Sie heiratete ihn ein Jahr später. Im selben Jahr kam Söhnchen David zur Welt und Romy kehrte der Öffentlichkeit den Rücken.
1968 kehrte sie dann zum französischen Film zurück. Neben Ex-Freund Alain Delon drehte sei „Der Swimmingpool“, der in Europa DER Sommerhit des Jahres wurde und Romy wieder große Popularität einbrachte. Mit Filmen wie „Die Dinge des Lebens“, „Das Mädchen und der Kommissar“, „César und Rosalie“ und „Mado“ konnte sie eine Serie von ungeheuerlichen Kassenschlagern hinlegen. 1976, 1979 und 1981 wurde sie mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet. 1977 erhielt sie für ihre Rolle „Gruppenbild mit Dame“ das Filmband in Gold. Ihre Karriere boomte - und privat? Privat war immer noch alles beim Alten. Nichts schien zu funktionieren. Die Ehe mit Harry Meyen wurde am 17. Dezember 1975 geschieden. Nur einen Tag danach, am 18. Dezember, heiratete sie dann ihren Sekretär Daniel Biasini; und am 21. Juli 1977 wurde Tochter Sarah Magdalena geboren. Doch auch die Ehe mit Biasini hielt nur bis 1981.
„Ich hasse dieses Sissi-Image. Was gebe ich den Leuten schon, außer immer wieder Sissi, Sissi? Ich bin doch längst nicht mehr Sissi, ich war das auch nie. Ich bin eine unglückliche Frau von zweiundvierzig Jahren und heiße Romy Schneider.“ Tragödien.
Das Jahr 1981 war ein schreckliches Jahr im Leben von Romy Schneider. Sie versuchte den Film „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ abzudrehen, doch erst kam ein Beinbruch, dann eine Nieren-Operation dazwischen. Dann die Trennung von Biasini und am 5. Juli dann das schlimmste Unglück für die erfolgreiche Schauspielerin: Ihr Sohn David, 14 Jahre alt, kam im Garten der Grosseltern von Biasini ums Leben. Beim Versuch einen Gartenzaun zu überqueren spießte sich der Junge selbst auf. Er erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Kann es einen schlimmeren Schicksalsschlag für eine ohnehin schon seelisch angeschlagene Mutter geben?
„Filmrollen zu spielen ist mein Beruf. Ob ich eine Hure oder eine Heilige darstelle, ich engagiere mich voll und ganz. Aber deswegen bin ich persönlich doch weder Hure oder noch eine Heilige. Jeder, der glaubt, dass ich so bin, wie in meinen Filmen, ist ein Idiot!“ Abschied.
Romy beendete im Dezember 1981 zwar noch die Dreharbeiten von „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, doch den Verlust ihres Sohnes verkraftete sie nicht. Sie widmete den Film ihrem Sohn David und seinem Vater. In den Morgenstunden des 29. Mai 1982 starb Romy Schneider 10 Monate und 24 Tage nach dem Tod Ihres Sohnes, an Herzversagen.
Die Menschen waren wie gelähmt. Keiner konnte verstehen, was geschehen war. Auf dem Filmfestival in Montreal wurde ihr posthum der Preis für die beste schauspielerische Leistung in ihrem letzten Film verliehen. Sie hatte nicht mehr die Zeit, ihren Film selbst in deutscher Sprache zu synchronisieren.
Romy Schneider ist der beste Beweis dafür, dass Ruhm eben doch nicht alles ist. Jahrzehntelang gelang ihr so manch großer filmischer Erfolg, doch wenn die Scheinwerfer ausgingen, suchte Romy nach Liebe, Geborgenheit und Sicherheit. Sie fand diese Dinge nie. Sie konnte sich letztlich auf nichts stützen, wurde von nichts und niemandem gehalten. Der Sohn starb und riss seine Mutter mit, weil sie das Vertrauen in die Menschen verloren und es aufgegeben hatte, sich ihrer Umgebung anzuvertrauen. Sie wurde so oft enttäuscht, ausgenutzt und fallengelassen, dass es für sie im Alter von 43 Jahren unmöglich geworden war, noch einen letzten Versuch zu starten, sich mitzuteilen. Die Trauer war zu groß.
„Ich fühle mich selbst genauso wenig erotisch, wie ich mich als Star empfinde.“
Begraben wurde Romy Schneider 50 km vor Paris. Auf dem Grabstein ist nach ihrem eigenen Wunsch nur ihr bürgerlicher Name "Rosemarie Albach" zu lesen.
„Ich habe nie aus dem Widerspruch zwischen Beruf und Leben herausfinden können.“
Filmographie Romy Schneider
- 1953: Wenn der weiße Flieder wieder blüht
- 1954: Feuerwerk
- 1954: Mädchenjahre einer Königin
- 1955: Die Deutschmeister
- (auch Sängerin)
- 1955: Der letzte Mann
- 1955: Sissi
- 1956: Kitty und die große Welt
- 1956: Sissi, die junge Kaiserin
- 1957: Robinson soll nicht sterben
- 1957: Monpti
- 1957: Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin
- 1958: Die Halbzarte
- 1958: Scampolo
- 1958: Mädchen in Uniform
- 1958: Christine
- 1959: Ein Engel auf Erden
- 1959: Die schöne Lügnerin
- 1959: Katja, die ungekrönte Kaiserin
- 1959: Nur die Sonne war Zeuge
- 1961: Die Sendung der Lysistrata (TV)
- 1961: Boccaccio 70
- 1962: Forever my Love
- 1961: Der Kampf auf der Insel
- 1962: Der Prozeß
- 1963: L' Amour à la mer
- 1963: Die Sieger (1963)
- 1963: Der Kardinal
- 1964: L' Enfer
- 1964: Leih mir deinen Mann
- 1965: Was gibts Neues, Pussy?
- 1966: Schornstein Nr. 4
- 1966: Halb elf in einer Sommernacht
- 1966: Spion zwischen zwei Fronten
- 1968: Ein Pechvogel namens Otley
- 1968: Der Swimmingpool
- 1970: La Califfa
- 1970: Die Dinge des Lebens
- 1970: Inzest
- 1970: Die Geliebte des anderen
- 1971: Das Mädchen und der Kommissar
- 1971: Bloomfield
- 1972: Das Mädchen und der Mörder
- 1972: Cesar und Rosalie
- 1972: Ludwig II
- 1973: Le Train - Nur ein Hauch von Glück
- 1973: Das wilde Schaf
- 1973: Sommerliebelei
- 1974: Trio Infernal
- 1975: Nachtblende (1975)
- 1975: Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen
- 1975: Abschied in der Nacht
- 1976: Mado
- 1976: Die Frau am Fenster
- 1977: Tausend Lieder ohne Ton (TV)
- 1977: Gruppenbild mit Dame
- 1978: Eine einfache Geschichte
- 1979: Blutspur
- 1979: Die Liebe einer Frau
- 1980: Der gekaufte Tod
- 1980: Die Bankiersfrau
- 1981: Die zwei Gesichter einer Frau
- 1981: Das Verhör
- 1982: Die Spaziergängerin von Sans-Souci
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen
1963: Beste Schauspielerin - Drama: Der Kardinal



