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Peter O'Toole
Peter Seamus O'Toole
Biographie
© Warner Bros. Pictures
| Geboren am | 2.8.1932 | in | Connemara, County Galway, Irland | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
Wohl kaum ein Filmfan kennt ihn nicht, "Lawrence von Arabien" (1962), den Film, der Peter O´Toole berühmt machte und der auf immer mit seinem Namen verbunden sein wird. Die Titelrolle in David Leans gefeiertem und wirklich ganz und gar grandiosem Monumentalfilm machte O'Toole quasi über Nacht zum Star, brachte ihm die erste seiner insgesamt sieben OSCAR-Nominierungen ein und wurde vom Premiere-Magazin auf Platz eins der "100 Greatest Performances of all Time" gewählt. Noel Coward sagte ihm über diese bahnbrechende Rolle: "Wärst Du noch ein kleines bißchen hübscher, wäre daraus Florence von Arabien geworden." Denn auch das macht Peter O´Toole aus: Er ist nicht nur ein begnadeter Schauspieler, sondern auch ein Frauenschwarm, wie er im Buche steht. Mit seinen blonden Haaren, seinen eisblauen Augen und mit dem absolut ausdrucksstarkem Gesicht, ließ er so manches Frauenherz schmelzen.
Peter Seamus O´Toole, der als Sohn eines irischen Vaters und einer schottischen Mutter in Irland zur Welt kam, wuchs in Leeds, England auf. Mit vierzehn beendete der Junge die Schule und arbeitete zunächst als Laufbursche bei der Yorkshire Evening Post. Schon als kleiner Junge hatte er beschlossen, einmal Reporter zu werden, was ihm auch bei besagter Zeitung gelingen sollte. Dann entdeckte er allerdings das Theater und hatte mit siebzehn sein Bühnendebut in einer Amateur-Produktion. Dann musste er für zwei Jahre zur Navy und begann dort auf einem Schulschiff seine zweijährige Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art. Seine Klassenkameraden dort waren u. a. Albert Finney und Richard Harris. Peter begann seine Schauspiel-Laufbahn 1955 an der Bristol Old Vic Company und spielte auf dieser Bühne für einige Jahre. Seine ersten Kinoauftritte hatte er in den Filmen "Im Land der langen Schatten" (1959) neben Anthony Quinn und in "Entführt - Die Abenteuer des David Balfour" (1960), wo er an der Seite von Peter Finch zu sehen war. Bis 1962 spielte O´Toole dann allerdings hauptsächlich Nebenrollen in Kinofilmen.
Dann kam besagte Rolle des "Lawrence von Arabien", und plötzlich war Peter O´Toole in aller Munde. Es folgte die Rolle des Heinrich II. im Streifen "Becket" (1963), wo der Mime den Widersacher von Thomas Becket, dargestellt von Richard Burton spielte. Auch für diese Rolle wurde Peter für den OSCAR nominiert. O´Toole gehört übrigens zu den einzigen vier Schauspielern, die zweimal für dieselbe Rolle in zwei verschiedenen Filmen für den OSCAR nominiert wurden: Er wurde wie gesagt für die Rolle des Heinrich II. in "Becket" nominiert und vier Jahre später wieder als Heinrich II. in "Der Löwe im Winter" (1968). Doch auch in komischen Rollen wusste der Mime stets zu überzeugen, so etwa in "Was gibt´s Neues Pussy" (1964) an der Seite von Peter Sellers und Romy Schneider und in der James-Bond-Parodie "Casino Royale" (1966). Für seinen Auftritt in der Komödie "Goodbye, Mr. Chips" (1969) konnte der attraktive Mime erneut eine OSCAR Nominierung auf sein Konto verbuchen. O´Toole, der in den 50er Jahren gegen die britische Beteiligung am Korea-Krieg protestiert hatte und in den 60er Jahren aktiver Gegner des Vietnam-Krieges war, hatte gleichermaßen Erfolg mit künstlerisch hochwertigen und mit eher kommerziellen Filmen. In den 70er Jahren schienen gesundheitliche Probleme, die auf seinen Alkoholkonsum zurückgeführt wurden, in Wahrheit aber Magenkrebs waren, das Ende seiner Karriere zu bedeuten. Peter überlebte 1977 dann auch noch eine Blutvergiftung, schwor dem Alkohol ab und kehrte nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung auf die Leinwand zurück.
Mit den Filmen "Der lange Tod des Stuntman Cameron" (1979) und "Ein Draufgänger in New York" (1982) bewies O´Toole, dass er immer noch großartig spielen konnte und wurde für beide Filme erneut für den OSCAR nominiert. Mit seinen insgesamt sieben Nominierungen war der Mime öfter als jeder andere Schauspieler für den OSCAR nominiert, ohne jemals einen gewonnen zu haben. 2003 erhielt Peter O´Toole, der als einer der größten Schauspieler seiner Generation gilt, den Ehren-OSCAR, den er eigentlich lieber abgelehnt hätte, weil er dafür noch nicht alt genug sei. Er war der Auffassung, der "Lifetime Award" würde das Ende seiner Karriere einläuten und schrieb deshalb einen Brief an die Academy, in dem er betonte, dass er "still in the game" sei. In jüngerer Zeit lieh der Mime seine Stimme dem Animationsstreifen "Ratatouille" (2007) und begegnete uns auf der großen Leinwand in "Der Sternenwanderer" (2007). O´Toole war ein enger Freund des irischen Schauspielers Richard Harris, und nachdem dieser gestorben war, hoffte seine Familie, Peter würde ihn als Professor Dumbledore in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" ersetzen. Der Mime, vom Empire-Magazin als einer der "100 Sexiest Stars in film history" gekürt, hat zwei Töchter, Pat und Kate O´Toole, aus seiner Verbindung mit der Schauspielerin Sian Phillips und Sohn Lorcan mit dem Model Karen Brown. Die Titlefigur des in Italien sehr populären Comics "Alan Ford" wurde nach den charakteristischen Merkmalen Peter O'Tooles kreiert.
Filmographie Peter O'Toole
- 1956: The Scarlet Pimpernel (TV-Serie)
- 1959: Rendezvous (TV-Serie)
- 1960: Im Land der langen Schatten
- 1960: Entführt - Die Abenteuer des David
- 1960: Der Bankraub des Jahrhunderts
- 1962: Lawrence von Arabien
- 1964: Becket
- 1965: Lord Jim (auch Produktions-Assistent)
- 1965: Was gibts Neues, Pussy?
- (auch Sänger)
- 1965: ... die alles begehren (nur Stimme)
- 1966: Wie klaut man eine Million?
- 1966: Die Bibel
- 1967: Die Nacht der Generäle
- 1967: Casino Royale
- 1968: Present Laughter (TV)
- 1968: Der Löwe im Winter
- 1968: Die große Katharina
- 1969: Goodbye, Mr. Chips (1969)
- 1970: Country Dance
- 1971: Das Wiegenlied der Verdammten
- 1972: Under Milk Wood
- 1972: The Ruling Class
- 1972: Der Mann von La Mancha (auch Sänger)
- 1975: Unternehmen Rosebud
- 1975: Freitag und Robinson
- 1976: Tödliches Inselparadies
- 1976: Rogue Male (TV)
- 1978: Power Play
- 1979: Die letzte Offensive
- 1979: Caligula
- 1980: Der lange Tod des Stuntmans Cameron
- 1980: Strumpet City (TV-Serie)
- 1981: Masada (TV-Serie)
- 1982: Ein Draufgänger in New York
- 1982: Man and Superman (TV)
- 1983: Svengali (TV)
- 1983: Sherlock Holmes and a Study in Scarlet (nur Stimme)
- 1983: Sherlock Holmes and the Baskerville Curse (nur Stimme)
- 1983: Sherlock Holmes and the Sign of Four (nur Stimme)
- 1983: Sherlock Holmes and the Valley of Fear(nur Stimme)
- 1983: Pygmalion (TV)
- 1984: Kim (TV)
- 1984: Supergirl
- 1985: Der Professor oder Wie ich meine Frau wiedererweckte
- 1986: Club Paradise
- 1986: The Ray Bradbury Theater (TV-Serie)
- 1987: Der letzte Kaiser
- 1987: The Dark Angel (TV)
- 1988: High Spirits - Die Geister sind willig
- 1989: Diese vitale Wut
- 1990: The Rainbow Thief
- 1990: Hotel zur Unsterblichkeit
- 1990: Red Piper - Der Rattenfänger
- 1990: Der Nussknackerprinz (nur Stimme)
- 1991: King Ralph
- 1992: Rebecca's Töchter
- 1992: Isabelle Eberhardt
- 1992: Ciwies (TV)
- 1993: Die siebente Münze
- 1994: Heaven & Hell (TV-Serie)
- 1995: Heavy Weather (TV)
- 1996: Gullivers Reisen (TV)
- 1997: Fremde Wesen
- 1998: Phantoms
- 1998: Rosamunde Pilcher – Heimkehr (TV)
- 1999: The Manor
- 1999: Molokai: The Story of Father Damien
- 1999: Jeanne d'Arc - Die Frau des Jahrtausends (TV)
- 1999: Jeffrey Bernard Is Unwell (TV) (auch Regie und Produzent)
- 2002: Bis zum letzten Vorhang
- 2002: The Education of Max Bickford (TV-Serie)
- 2002: Hilfe, im Schloss ist die Hölle los!
- 2003: Bright Young Things
- 2003: Hitler - Aufstieg des Bösen
- 2003: Mein Vater, der Kaiser (TV)
- 2004: Troja
- 2005: Casanova (TV)
- 2005: Lassie kehrt zurück
- 2006: Venus
- 2006: One Night with the King
- 2007: Ratatouille
- (nur Stimme)
- 2007: Der Sternwanderer
- 2007: Thomas Kinkade's Home for Christmas
- 2008: Die Tudors (TV-Serie) - Staffel 2
- 2008: Iron Road (TV Serie)
- 2008: Dean Spanley
- 2008: Christmas Cottage
- 2010: Eager to Die
- 2011: Cristiada
- 2011. Eldorado
- 2011: Katherine of Alexandria
- 2013: Mary Mother of Christ
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1962: Bester Newcomer: Lawrence von Arabien
1972: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Der Mann von La Mancha
1980: Bester Schauspieler - Drama: Der lange Tod des Stuntmans Cameron
1982: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Ein Draufgänger in New York
2006: Bester Schauspieler - Drama: Venus
Gewonnene Golden Globes:
1964: Bester Schauspieler - Drama: Becket
1968: Bester Schauspieler - Drama: Der Löwe im Winter
1969: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Goodbye, Mr. Chips
OSCAR Nominierungen:
1963: Bester Schauspieler: Lawrence von Arabien
1964: Bester Schauspieler: Becket
1968: Bester Schauspieler: Der Löwe im Winter
1969: Bester Schauspieler: Goodbye, Mr. Chips
1972: Bester Schauspieler: The Ruling Class
1980: Bester Hauptdarsteller: Der lange Tod des Stuntman Cameron
1982: Bester Hauptdarsteller: Ein Draufgänger in New York
2006: Bester Hauptdarsteller: Venus



