Julie Andrews

Julia Elizabeth Wells

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Biographie

Julie Andrews © Buena Vista International

Geboren am 1.10.1935 in Walton-on-Thames, Surrey, England Autor Stefanie Rufle

„Manchmal bin ich so süß, dass ich es selbst kaum ertragen kann.“ (Julie Andrews)
Julie Andrews, die gute Fee von Hollywood, ist dem breiten Publikum vor allem bekannt als die liebenswerte und abenteuerlustige Mary Poppins. Diese Rolle im gleichnamigen Musikfilm bedeutete in den Sechzigerjahren den Durchbruch für die begnadete Sängerin und Schauspielerin Julie Andrews, legte sie aber auch zeitlebens auf ein ganz bestimmtes Klischee fest. Das Publikum sah in ihr nur die singende, zuckersüße Nanny, was dazu führte, dass sie in dramatischen Charakterrollen nicht ernst genommen wurde. Somit war der Publikumserfolg „Mary Poppins“ (1964), der für Walt Disney die Kassen nur so klingeln ließ, zugleich Segen und Fluch für die Schauspielerin Julie Andrews.

Julia Elizabeth Wells wurde am 01. Oktober 1935 in Walton-on-Thames in Surrey, England, geboren. Als ihre Mutter Ted Andrews heiratete, nahm Julie den Nachnamen ihres Stiefvaters an. Julies Sopranstimme umfasste schon in jungen Jahren vier Oktaven, angeblich konnte sie im Alter von sieben Jahren Töne singen, die nur von Hunden gehört werden konnten. Ihre Eltern, die selbst Bühnenkünstler waren, förderten Julie, wo sie nur konnten. Das Mädchen erhielt professionellen Gesangsunterricht und stand bereits mit zwölf Jahren auf der Theaterbühne. Ihr Broadway-Debüt hatte sie 1954 mit nur 19 Jahren im Stück „My Boy Friend“, das ein großer Erfolg wurde. 1956 bekam sie die Rolle der Eliza Doolittle im Musical „My Fair Lady“ und wirkte in den Fernsehproduktionen „Cinderella“ (1957) und „Camelot“ (1960) neben Stars wie Richard Burton mit. 1963 bot ihr Walt Disney die Hauptrolle in „Mary Poppins“ (1964) an. Die Rolle der Eliza in „My Fair Lady“ ging an Audrey Hepburn, die allerdings nicht einmal für einen OSCAR nominiert wurde – vermutlich, weil sie, im Gegensatz zu Julie Andrews, nicht selber sang. Julie Andrews hingegen durfte für ihre herausragende Darstellung den OSCAR als Beste Hauptdarstellerin und einen Golden Globe entgegennehmen – die Weichen für eine große Kinokarriere waren gestellt.

Es folgten ernstere Rollen für Julie Andrews, wie in „Nur für Offiziere“ (1964) oder Alfred Hitchcocks Spionagethriller „Der zerrissene Vorhang“ (1966), wo sie an der Seite von Paul Newman zu sehen war. Doch ihre großartige Stimme schrie förmlich nach Gesangsauftritten, weshalb sie mit „The Sound of Music“ (1965) wieder in einem Musical mitwirkte, das erneut ein großer Erfolg wurde. Diese Rolle brachte der Mimin eine OSCAR Nominierung und einen Golden Globe als Beste Schauspielerin ein. 1967 war sie für die Rolle der Susy Hendrix in „Warte, bis es dunkel ist“ im Gespräch, die sie aber erneut an Audrey Hepburn verlor. 1969 heiratete die Andrews, nach der gescheiterten Ehe mit Tony Walton, aus der ein Kind hervorgegangen war, Regisseur Blake Edwards, mit dem sie verschiedene Filme machte. Doch beinahe schien es so, als habe die Schauspielerin den Zenit ihres Erfolgs bereits überschritten. Offensichtlich war der Typ Frau, den sie verkörperte, zur damaligen Zeit nicht mehr gefragt. Doch Julie Andrews ließ sich davon nicht beirren, sie wirkte in den Siebzigerjahren in den unterschiedlichsten Fernsehproduktionen mit. Ihr Comeback auf der großen Leinwand hatte sie an der Seite von Bo Derek in „10 – Die Traumfrau“ (1979) unter der Regie von Ehemann Blake Edwards. Er besetzte sie immer wieder in den unterschiedlichsten Rollen und verhalf ihr so zu einem allmählichen Imagewandel. Während der Achtziger- und Neunzigerjahre wirkte Julie Andrews sowohl in TV-Produktionen, wie auch in Kinofilmen mit. Erneut unter der Regie von Edwards stand sie zusammen mit James Garner für den großartigen Musikfilm „Victor/Victoria“ (1983) vor der Kamera. Für ihre Darstellung wurde sie mit einer OSCAR Nominierung und einem Golden Globe belohnt.

1995 kehrte die Andrews zurück an den Broadway – in der Musicalversion des Kinohits „Victor/Victoria“, die ein unvergessener Erfolg wurde. Den Tony Award als Beste Schauspielerin in diesem Musical lehnte sie allerdings ab, weil die restliche Besetzung ihrer Meinung nach von der Jury komplett übergangen worden war. 1998 musste sich die Sängerin und Schauspielerin einer Operation im Bereich der Stimmbänder unterziehen, die misslang. Julie Andrews hatte ein Jahr lang nach ihrer OP keine Stimme mehr, und ihre Singstimme ist bis heute stark geschädigt. Sie verbrachte nach der OP einige Zeit in einer psychiatrischen Klinik, um mit dem Verlust ihrer Stimme fertig zu werden. Ihre Klage gegen die behandelnden Ärzte endete in einem Vergleich. Zusammen mit James Garner war die Mimin ein Jahr nach der Operation in „Zauber einer Winternacht“ (1999) zu sehen. Im selben Jahr verlieh ihr Queen Elizabeth II. den Titel Dame Commander of the British Empire. Im Komödienhit „Plötzlich Prinzessin“ (2001) und der Fortsetzung „Plötzlich Prinzessin 2“ (2004) spielte Julie Andrews die Großmutter von Anne Hathaway und sang hier zum ersten Mal nach ihrer Operation den Song „Your Crowning Glory“. Die Mimin lieh ihre Stimme der Queen Lillian in allen vier Teilen des Animations-Abenteuers „Shrek“, außerdem war sie in den Originalversionen von „Verwünscht“ (2007) und „Ich – Einfach unverbesserlich“ (2010) zu hören. Auch 2010 gab sie eine herrlich komische Vorstellung in „Zahnfee auf Bewährung“ (2010). Im folgenden Jahr reihte sie sich für die romantische Komödie "Happy New Year" (2011) in die Riege von namhaften Hollywood-Stars wie Robert De Niro, Ashton Kutcher, Hilary Swank oder Michelle Pfeiffer ein.

Zusammen mit Ehemann Blake Edwards, mit dem sie bis zu dessen Tod im Dezember 2010 verheiratet war, adoptierte Julie Andrews die zwei vietnamesischen Mädchen Amy und Joanna. Die Disney-Studios ernannten die Mimin 1991 zur „Disney-Legende“ und 2007 erhielt sie den Screen Actors Guild Award für ihr Lebenswerk. Julie Andrews veröffentlichte zahlreiche CDs mit eigenen Liedern sowie Neuaufnahmen von Klassikern und ist in jüngerer Zeit als Schriftstellerin und Autorin von Kinderbüchern erfolgreich.


Filmographie Julie Andrews

  • 1949: Die Rose von Bagdad (nur Stimme)
  • 1956: Ford Star Jubilee (TV-Serie)
  • 1957: Cinderella (TV)
  • 1959: The Gentle Flame (TV)
  • 1964: Mary Poppins
  • 1964: Nur für Offiziere
  • 1965: The Sound of Music
  • 1966: Der zerrissene Vorhang
  • 1966: Hawaii
  • 1967: Modern Millie – Reicher Mann gesucht
  • 1968: Star!
  • 1970: Darling Lili
  • 1972: The Julie Andrews Hour (TV-Serie)
  • 1973: Julie's Christmas Special (TV)
  • 1974: Die Frucht des Tropenbaumes
  • 1976: Inspector Clouseau - Der beste Mann bei Interpol
  • 1979: 10 – Die Traumfrau
  • 1980: Ein reizender Fratz
  • 1980: The CBS Festival of Lively Arts for Young People (TV-Serie)
  • 1981: S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler
  • 1982: Victor/Victoria
  • 1982: Der rosarote Panther wird gejagt
  • (ungenannt)
  • 1983: Frauen waren sein Hobby
  • 1986: That’s Life – So ist das Leben
  • 1986: Duet for One
  • 1991: Lass mich nicht allein, Mutter (TV)
  • 1992: Eine pikante Affäre
  • 1992: Julie (TV-Serie)
  • 1995: Victor/Victoria (TV)
  • 1999: Zauber einer Winternacht (TV)
  • 2000: In bester Gesellschaft - Eine Familie zum Abgewöhnen
  • 2001: On Golden Pond (TV)
  • 2001: Plötzlich Prinzessin
  • 2002: Paraíso Filmes (TV-Serie)
  • 2002: Wer tötete Victor Fox?
  • 2003: Eloise im Plaza-Hotel (TV)
  • 2003: Eloise - Weihnachten im Plaza-Hotel (TV)
  • 2004: Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück
  • (nur Stimme)
  • 2004: Plötzlich Prinzessin 2
  • 2004: The Cat That Looked at a King (nur Stimme)
  • 2007: Shrek der Dritte
  • (nur Stimme)
  • 2007: Verwünscht
  • (nur Stimme)
  • 2010: Zahnfee auf Bewährung
  • 2010: Ich - Einfach unverbesserlich
  • (nur Stimme)
  • 2010: Für immer Shrek
  • (nur Stimme)
  • 2011: Happy New Year

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1967: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Modern Millie – Reicher Mann gesucht
1968: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Star!
1970: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Darling Lili
1978: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: 10 – Die Traumfrau
1986: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: That’s Life – So ist das Leben
1986: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Duet for One

Gewonnene Golden Globes:
1964: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Mary Poppins
1965: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: The Sound of Music
1982: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Victor/Victoria

OSCAR Nominierungen:
1965: Beste Schauspielerin: The Sound of Music
1982: Beste Hauptdarstellerin: Victor/Victoria

Gewonnene OSCARs:
1964: Beste Schauspielerin: Mary Poppins