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Helen Mirren
Illiana Lydia Petrovna Mironova
Biographie
© Universal Pictures
| Geboren am | 26.7.1945 | in | London, England, Großbritannien | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
„Dass ich immer noch ich selber bin, ist irgendwie verblüffend.“ (Helen Mirren)
In der Tat ist es bemerkenswert, dass eine der ganz großen Charakterdarstellerinnen unserer Zeit doch trotz ihrer enormen Erfolge auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein scheint. Bei der Premiere von „Die Queen“ bei den Filmfestspielen von Venedig bekam Mirren ganze fünf Minuten lang stehende Ovationen des Publikums, und allein für diesen Film erhielt die große britische Mimin 29 der wichtigsten Filmpreise, allen voran den heiß begehrten OSCAR und den Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin. Zudem wurde die Mirren mehrfach für den Laurence Olivier Theaterpreis und den Tony Award als Beste Schauspielerin nominiert und kann auf weitere Nominierungen und Preise während ihrer langen Karriere zurückblicken.
Helen Mirren wurde am 26. Juli 1945 unter dem Namen Illiana Lydia Petrovna Mironova geboren. Ihre Vater, Vasily Mironoff, stammte von einem alten weißrussischen Adelsgeschlecht ab, änderte den Familiennamen aber in den Fünfzigerjahren in Mirren um. Eigentlich wünschten sich Helens Eltern, dass ihre Tochter Lehrerin werden sollte, doch die widersetzte sich, denn sie wollte nur eines: zur Bühne gehen! Ihr Theaterdebüt hatte die junge Mimin schon mit neunzehn Jahren – sie spielte im altehrwürdigen Old Vic in „Antonius und Cleopatra“ und wurde kurze Zeit später Mitglied der renommierten Royal Shakespeare Company. 1967 bekam Helen ihre erste Kinorolle im Spielfilm „Herostratus“ (1967) und brillierte zwei Jahre darauf in „Ein Mittsommernachtstraum“ (1969). Große Anerkennung bekam die junge Schauspielerin für ihre Rollen in den Filmen „Das Mädchen vom Korallenriff“ (1969), „Der Erfolgreiche“ (1972) und den skandalträchtigen „Caligula“ (1979). Regisseur John Boorman besetzte Helen Mirren zusammen mit Nicol Williams in „Excalibur“ (1981) – und das trotz beidseitigen Protests. Boorman war der Meinung, dass die gegenseitige Antipathie der beiden sie zu den perfekten Rivalen Morgana und Merlin machen würde. Als misshandelte Ehefrau in „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihre Liebhaber“ (1989) konnte die Mirren erneut unter Beweis stellen, über welch enorme schauspielerische Bandbreite sie verfügt.
Für ihre subtile Darstellung der Queen Charlotte in „King George – Ein Königreich für mehr Verstand“ (1994) wurde Helen Mirren erstmals für den OSCAR als Beste Nebendarstellerin nominiert und erhielt eine Auszeichnung als Beste Darstellerin auf den Filmfestspielen in Cannes. Die Rolle der Kommissarin Jane Tennison in der TV-Krimiserie „Heißer Verdacht“, die sie von 1991 bis 2006 spielte, trug wesentlich zum Durchbruch der britischen Schauspielerin in den USA bei. Die Darstellung von Königinnen nimmt einen großen Teil in Helen Mirrens Filmographie für sich ein. Sie spielte bisher sage und schreibe sechsmal eine Königin: in „Caligola“ (1979), „King George – Ein Königreich für mehr Verstand“ (1994), „Die Schneekönigin“ (1995), „Der Prinz von Ägypten“ (1998), „Elizabeth I“ (2005) und „Die Queen“ (2006). Erneut für den OSCAR nominiert wurde die Mirren als Beste Nebendarstellerin in „Gosford Park“ (2002) und im Jahr darauf durfte man sie in „Kalender Girls“ (2003) bewundern, wo man sich erneut an ihrer ausdrucksstarken Charakterdarstellung ergötzen durfte. Für ihre Leistung im TV-Film „Elizabeth I“ (2005) erhielt die Britin sowohl einen Golden Globe wie auch einen Tony Award – hier wurde wieder einmal deutlich, dass sie auch im klassischen Rollenfach herausragend ist. Neben Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel Mcadams und Robin Wright konnte man sie in "State of Play" (2009) bewundern und im Jahr darauf kam sie neben James McAvoy und Paul Giamatti in "Ein russischer Sommer" (2010) in die deutschen Kinos. Für ihre Darstellung in diesem Film wurde die Mirren sowohl für den Golden Globe als auch für den OSCAR nominiert. Im selben Jahr lieh sie ihre Stimme dem Zeichentrickfilm "Die Legende der Wächter" (2010) und war darüberhinaus an der Seite von Bruce Willis, Morgan Freeman und John Malkovich in der Action-Komödie "R.E.D." (2010) zu sehen. Im Thriller "Eine offene Rechnung" (2011) stand sie unter anderem neben Sam Worthington vor der Kamera.
Helen Mirren, die seit 1997 mit dem Regisseur Taylor Hackford verheiratet ist, wurde während der Geburtstagsfeierlichkeiten von Queen Elizabeth II. im Juni 2003 zur Dame of the British Empire ernannt. Angeblich lehnte sie 1996 den Commander of order of the British Empire ab. Zu ihrem Titel Dame Helen Mirren sagte die Mimin einmal: „In England ist das eine bedeutende Sache. Ich glaube wirklich, dass es eine große Ehre ist. Aber ich musste für ein paar Wochen wirklich ernsthaft darüber nachdenken, ob ich den Titel annehmen sollte. Es ist, als würde man plötzlich in diese „Establishment-Sache“ hineinkatapultiert werden. Am Ende verließ ich mich aber auf mein Bauchgefühl und erlag doch meinem Stolz.“ Mirren, die sich als Filmschauspielerin mittlerweile mindestens ebenso etabliert hat wie als Theaterschauspielerin, ist seit 1998 Botschafterin der Entwicklungshilfe-Organisation „Oxfam“ und setzt sich vor allem für deren Kampagne „Control Arms“ ein.
Filmographie Helen Mirren
- 1967: Herostratus
- 1967: The Extravaganza of Golgotha Smuts (TV)
- 1968: Ein Mittsommernachtstraum
- 1969: Colpo rovente
- 1969: Das Mädchen vom Korallenriff
- 1971: Cousin Bette (TV Serie)
- 1971: The Silver Collection (TV)
- 1972: Miss Julie
- 1972: Savage Messiah
- 1972: Der Erfolgreiche
- 1974: Bellamira (TV)
- 1974: Thriller - Ein Sarg für die Braut (TV)
- 1974: Play of the Month (TV-Serie)
- 1975: Caesar and Claretta (TV)
- 1975: The Philantropist (TV)
- 1976: Hamlet
- 1976: The Collection (TV)
- 1978: As You Like It (TV)
- 1979: The Quiz Kid
- 1979: Oresteia (TV Serie)
- 1979: Caligola
- 1979: S.O.S. Titanic (TV)
- 1979: Play for Today (TV Serie)
- 1980: Hussy
- 1980: Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu
- 1980: Rififi am Karfreitag
- 1981: BBC2 Playhouse (TV Serie)
- 1981: Excalibur
- 1981: A Midsummer Night's Dream (TV)
- 1982: Cymbeline (TV)
- 1984: Cal
- 1984: 2010 - Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen
- 1985: Heavenly Pursuits
- 1985: Spuren der Liebe
- 1985: White Nights - Nacht der Entscheidung
- 1985: Unbekannte Dimensionen (TV Serie)
- 1986: Mosquito Coast
- 1987: Mord aus Leidenschaft (TV)
- 1987: Pascali - Die vergessene Insel
- 1987: Faerie Tale Theatre (TV Serie)
- 1989: Der Fluch der Wale
- 1989: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber
- 1989: Die Mörder warten schon (TV)
- 1989: Der Trost von Fremden
- 1990: Bethune - Ein Arzt wird zum Helden
- 1991: Heisser Verdacht (TV)
- 1991: Engel und Narren
- 1992: Prime Suspect 2 (TV)
- 1993: Der Falke des Schreckens
- 1993: The Hidden Room (TV Serie)
- 1993: Prime Suspect 3 (TV)
- 1994: Prince of Jutland
- 1994: King George - Ein Königreich für mehr Verstand
- 1995: Die Schneekönigin (nur Stimme)
- 1995: Heißer Verdacht - Kind vermißt (TV)
- 1995: Heißer Verdacht - Seilschaften (TV)
- 1995: Heißer Verdacht - Der Duft des Todes (TV)
- 1996: Mütter & Söhne (auch Produktions-Assistentin)
- 1996: Heißer Verdacht - Tödliche Verstrickung (TV)
- 1996: Abschied von Chase (TV)
- 1996: The Great War and the Shaping of the 20th Century (TV Serie)
- 1997: Sterben und erben
- 1997: Painted Lady (TV Serie) (auch Produktions-Assistentin)
- 1998: Der Prinz von Ägypten
- (nur Stimme) (auch Sängerin)
- 1998: Tracey Takes On (TV Serie)
- 1999: The Passion of Ayn Rand
- 1999: Tötet Mrs. Tingle!
- 1999: French and Saunders (TV Serie)
- 2000: Greenfingers - Harte Jungs und zarte Triebe
- 2001: Happy Birthday (auch Regie)
- 2001: Das Versprechen
- 2001: No Such Thing
- 2001: On the Edge (TV) (auch Regie)
- 2001: Letzte Runde
- 2002: Gosford Park
- 2002: Georgetown (TV)
- 2002: Von Tür zu Tür (TV)
- 2003: The Roman Spring of Mrs. Stone (TV)
- 2003: Kalender Girls
- 2003: Prime Suspect 6 (TV)
- 2004: Anatomie einer Entführung
- 2004: Liebe auf Umwegen
- 2004: Frasier (TV Serie)
- 2004: Pride (TV) (nur Stimme)
- 2005: Third Watch - Einsatz am Limit (TV Serie)
- 2005: Per Anhalter durch die Galaxis
- (nur Stimme)
- 2005: Shadowboxer
- 2005: Trailer for a Remake of Gore Vidal´s Caligula
- 2005: Elizabeth I (TV)
- 2006: Prime Suspect: The Final Act (TV)
- 2007: Die Queen
- 2007: Das Vermächtnis des geheimen Buches
- 2008: Tintenherz
- 2009: State of Play - Stand der Dinge
- 2009: Phèdre
- 2010: Love Ranch
- 2010: The Tempest - Der Sturm
- 2010: Ein russischer Sommer
- 2010: Die Legende der Wächter
- (nur Stimme)
- 2010: R.E.D. - Älter. Härter. Besser.
- 2011: Brighton Rock
- 2011: Arthur
- 2011: Eine offene Rechnung
- 2011: When Harry Met Sally 2 with Billy Crystal and Helen Mirren
- 2012: The Door
- 2012: Untitled Phil Spector Biopic (TV)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
2001: Beste Nebendarstellerin: Gosford Park
2003: Beste Schauspielerin - Musical or Comedy: Kalender Girls
2009: Beste Schauspielerin - Drama: Ein russischer Sommer
Gewonnene Golden Globes:
2006: Beste Schauspielerin - Drama: Die Queen
OSCAR Nominierungen:
1994: Beste Nebendarstellerin: King George
2001: Beste Nebendarstellerin: Gosford Park
2009: Beste Hauptdarstellerin: Ein russischer Sommer
Gewonnene OSCARs:
2006: Beste Hauptdarstellerin: Die Queen



