Heinz Rühmann †

Heinrich Wilhelm Rühmann

Biographie

Heinz Rühmann © UFA

Geboren am
Gestorben am:
7.3.1902
03.10.1994
in Essen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Aufkirchen, Starnberg, Bayern, Deutschland
Autor Melanie Frommholz

Heinrich Wilhelm Rühmann, so der vollständige Name von Heinz Rühmann, rangiert bis heute auf der Rangliste der beliebtesten deutschen Schauspieler ganz oben. Wie kein zweiter prägte er das Gesicht des „kleinen Mannes von Nebenan“ auf der Kinoleinwand.

Eigentlich sollte der Essener Hoteliersohn das Geschäft seines Vaters übernehmen, doch Heinz Rühmann hatte für seine Zukunft andere Pläne. 1919 brach er die Schule vor dem Abitur ab und nahm Schauspielunterricht. Bereits ein Jahr später, im smarten Alter von 18 Jahren, debütierte er auf der Breslauer Theaterbühne in dem Frank Wedekind Stück „Die Büchse der Pandora“ und war auch in Gerhart Hauptmanns „Rose Bernd“ zu sehen. Der Grundstein für eine beeindruckende Schauspielerkarriere war gelegt. Nach diversen Theaterengagements in Hannover und Bremen wurde Heinz Rühmann 1923 festes Mitglied des Ensembles des Münchner Schauspielhauses. Später wechselte er an die Münchner Kammerspiele. Mittlerweile hatte sich der Schauspieler als gefeierter Bühnenkomiker in der Szene etabliert.

Sein Kinodebüt gab Heinz Rühmann 1926 in dem Stummfilm „Das deutsche Mutterherz“. Der große Durchbruch gelang dann 1930 mit dem ersten deutschen Tonfilm „Die Drei von der Tankstelle“. Die Rolle des durchschnittlichen Kleinbürgers, der sich durch allerhand Verwicklungen und mit viel Humor zum Happy End kämpft, sollte zu seinem Markenzeichen werden. Das Publikum liebte diese Art der Komödien und es liebte seine Galionsfigur Heinz Rühmann. Unvergessen sind Filme wie „Quax, der Bruchpilot“ oder die Figur des Pfeiffers mit drei „F“ aus „Die Feuerzangenbowle“. Für letzteren Film erreichte Rühmann die Spielfreigabe direkt beim Führerhauptquartier, da dieser wegen „Respektlosigkeit gegen Autoritäten“ von den Nazis eigentlich verboten wurde. Die Rolle Rühmanns während der Zeit des Nationalsozialismus ist bis heute sehr umstritten. Der Schauspieler bezeichnete sich selbst als unpolitisch und ließ sich dennoch in der Zeit des Zweiten Weltkrieges für die NS-Propaganda einspannen. Er arrangierte sich mit den Nazis, ließ sich sogar von seiner ersten Frau, einer Jüdin, scheiden.

Nach dem Ende der braunen Schreckensherrschaft versuchte sich Heinz Rühmann dann auch als Produzent. Doch seine 1947 gegründete Filmgesellschaft „Comedia“ ging nach diversen Misserfolgen Bankrott und Rühmann behielt nichts als einen Berg Schulden zurück. Seine Karriere als Schauspieler war zu diesem Zeitpunkt ins Stocken geraten. Er konnte zunächst nicht an seine Vorkriegserfolge anknüpfen. Erst 1953 sollte mit „Keine Angst vor großen Tieren“ das furiose Comeback gelingen. Rühmann versuchte sich in der Folgezeit auch an ernsteren Rollen und konnte sich durch Projekte wie „Der Hauptmann von Köpenick“ und „Es geschah am helllichten Tage“ von der Festlegung auf Komödien lösen. Im Theater überzeugte er mit dem Stück „Warten auf Godot“ als Charakterdarsteller.

Mitte der 60er Jahre wagte such der Deutsche dann auch über den großen Teich. 1965 drehte er an der Seite von Vivian Leigh („Vom Winde verweht“) den Film „Das Narrenschiff“. Es sollte jedoch Rühmanns einziges Hollywoodprojekt bleiben.

1968 begann mit „Tod eines Handlungsreisenden“ die TV-Laufbahn des Schauspielers. Das neue Filmmedium liebte den kleinen Komödianten und es sollten weitere erfolgreiche Produktionen folgen. 1977 zog sich Heinz Rühmann dann langsam ins Privatleben zurück. Nur noch selten war er im Kino oder Fernsehen zu sehen. Mit Wim Wenders „In weiter Ferne, so nah“ kehrte er 1993 ein letztes Mal auf die deutsche Kinoleinwand zurück. Zu diesem Zeitpunkt konnte Heinz Rühmann auf eine beeindruckende Karriere und zahlreiche Auszeichnungen, wie das große Bundesverdienstkreuz oder den Bundesfilmpreis zurückblicken.

Am 03. Oktober 1994 starb Heinz Rühmann im Alter von 92 Jahren am Starnberger See. Er war drei Mal verheiratet. Nach der Ehe mit Maria Herbot, die 1938 geschieden wurde, heiratet er 1939 die Schauspielerin Hertha Feiler, mit der er bis zu ihrem Tod 1970 verheiratet war. 1974 heirate Heinz Rühmann Hertha Droemer, Mit ihr war er bis zu seinem Tod verheiratet.


Filmographie Heinz Rühmann

  • 1926: Das deutsche Mutterherz
  • 1927: Das Mädchen mit den fünf Nullen
  • 1930: Die Drei von der Tankstelle (auch Sänger)
  • 1930: Einbrecher (auch Sänger)
  • 1931: Meine Frau, die Hochstaplerin
  • 1931: Der Mann, der seinen Mörder sucht
  • 1931: Man braucht kein Geld
  • 1931: Der brave Sünder
  • 1931: Bomben auf Monte Carlo (auch Sänger)
  • 1932: Strich durch die Rechnung
  • 1932: Es wird schon wieder besser
  • 1932: Der Stolz der 3. Kompanie
  • 1933: Lachende Erben
  • 1933: Ich und die Kaiserin (auch Sänger)
  • 1933: Heimkehr ins Glück
  • 1933: Es gibt nur eine Liebe
  • 1933: Drei blaue Jungs, ein blondes Mädel
  • 1934: Ein Walzer für dich
  • 1934: Heinz im Mond
  • 1934: Frasquita
  • 1934: Die Finanzen des Großherzogs
  • 1934: So ein Flegel
  • 1934: Pipin, der Kurze
  • 1935: Wer wagt - gewinnt
  • 1935: Himmel auf Erden
  • 1935: Eva
  • 1935: Der Außenseiter
  • 1936: Wenn wir alle Englein wären
  • 1936: Liebe, Küsse, Hindernisse
  • 1936: Lumpazivagabundus
  • 1936: Allotria
  • 1937: Der Mustergatte
  • 1937: Der Mann, von dem spricht
  • 1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war
  • 1938: Die Umwege des schönen Karl
  • 1938: Lauter Lügen (nur Regie)
  • 1938: Nanu, Sie kennen Korff noch nicht?
  • 1938: Fünf Millionen suchen einen Erben
  • 1938: 13 Stühle
  • 1939: Hurra, ich bin Papa!
  • 1939: Der Florentiner Hut (auch Produzent)
  • 1939: Paradies der Junggesellen (auch Produzent)
  • 1940: Kleider machen Leute (auch Produzent)
  • 1940: Lauter Liebe (nur Regie, Produzent, Sänger)
  • 1940: Wunschkonzert
  • 1941: Quax, der Bruchpilot (auch Produzent)
  • 1941: Hauptsache glücklich (auch Produzent)
  • 1941: Der Gasmann
  • 1943: Ich vertraue dir meine Frau an (auch Produzent)
  • 1944: Die Feuerzangenbowle
  • (auch Produzent)
  • 1944: Sophienlund (nur Regie)
  • 1944: Der Engel mit dem Saitenspiel (nur Regie, Produzent)
  • 1946: Sag die Wahrheit (auch Produzent)
  • 1947: Quax auf Fahrt (auch Produzent)
  • 1948: Der Herr vom anderen Stern (auch Produzent)
  • 1948: Die kupferne Hochzeit (nur Regie, Produzent)
  • 1949: Ich mach dich glücklich (auch Produzent)
  • 1949: Das Geheimnis der roten Katze (auch Produzent)
  • 1949: Martina (nur Produzent)
  • 1949: Mordprozeß Dr. Jordan (nur Produzent)
  • 1950: Herrliche Zeiten (nur Produzent)
  • 1950: 0 Uhr 15, Zimmer 9 (nur Produzent)
  • 1951: Schatten über Neapel (nur Produzent)
  • 1952: Das kann jeden passieren
  • 1952: Wir werden das Kind schon schaukeln (auch Sänger)
  • 1953: Keine Angst vor großen Tieren
  • 1953: Briefträger Müller (auch Regie, Co-Produzent))
  • 1954: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
  • 1955: Wenn der Vater mit dem Sohne
  • 1955: Charleys Tante
  • 1955: Zwischenlandung im Paradies
  • 1956: Das Sonntagskind
  • 1956: Der Hauptmann von Köpenick
  • 1957: Vater sein dagegen sehr
  • 1958: Der Pauker
  • 1958: Der Mann, der nicht nein sagen konnte
  • 1958: Es geschah am hellichten Tag
  • 1958: Der eiserne Gustav
  • 1959: Ein Mann geht durch die Wand
  • 1959: Menschen im Hotel (1959)
  • 1960: Das schwarze Schaf
  • 1960: Mein Schulfreund
  • 1960: Der Jugendrichter
  • 1960: Der brave Soldat Schwejk
  • 1961: Der Lügner
  • 1962: Max, der Taschendieb
  • 1962: Er kanns nicht lassen
  • 1963: Meine Tochter und ich
  • 1963: Das Haus in Montevideo
  • 1964: Vorsicht Mr. Dodd!
  • 1965: Das Liebeskarussell
  • 1965: Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden
  • 1965: Dr.med. Hiob Praetorius
  • 1965: Das Narrenschiff
  • 1966: Maigret und sein größter Fall
  • 1966: Grieche sucht Griechin
  • 1966: La Bourse et la vie
  • 1968: Der Tod des Handlungsreisenden (TV)
  • 1968: Die Ente klingelt um halb acht
  • 1968: Die Abenteuer des Kardinal Braun
  • 1969: Sag's dem Weihnachtsmann (TV)
  • 1970: Endspurt (TV)
  • 1970: Mein Freund Harvey (TV)
  • 1971: Der Pfandleiher (TV)
  • 1971: Der Kapitän (auch Sänger)
  • 1973: Oh Jonathan - oh Jonathan
  • 1973: Der Hausmeister (TV)
  • 1976: Kein Abend wie jeder andere (TV)
  • 1974: Treffpunkt Herz (TV)
  • 1977: Das chinesische Wunder
  • 1977: Gefundenes Fressen
  • 1978: Diener und andere Herren (TV)
  • 1979: Noch 'ne Oper (TV)
  • 1979: Balthasar im Stau (TV)
  • 1980: Aller guten Dinge sind drei (TV)
  • 1981: Ein Zug nach Manhattan (TV)
  • 1983: Es gibt noch Haselnuß-Sträucher (TV)
  • 1992: Das bleibt das kommt nie wieder
  • 1993: In weiter Ferne, so nah
  • 1994: Die schönsten Geschichten mit Heinz Rühmann (TV)