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Kirk Douglas
Issur Danielovitch Demsky
Biographie
© Unversal Pictures
| Geboren am | 9.12.1916 | in | Amsterdam, New York, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
"Um alles im Leben zu erreichen, muss man mutig genug sein, zu scheitern." (Kirk Douglas)
Kirk Douglas – Hollywood-Legende, verbissener Einzelkämpfer, Charakterdarsteller, Star der Superlative… Egal, welches dieser Attribute man für den großen Mimen auswählen möchte, eines ist jedenfalls sicher: Kirk Douglas ist einer der erfolgreichsten und bedeutendsten Schauspieler der Filmgeschichte. 1996 wurde er mit dem Ehren-OSCAR für sein Lebenswerk ausgezeichnet, bei den Berliner Filmfestspielen im Jahr 2001 erhielt er den Ehrenbär und 2004 wurde ihm eine ganz besondere Ehre zuteil, die er mit nur wenigen Stars teilt: In Palm Springs wurde eine Straße nach ihm benannt, der „Kirk Douglas Way“. Über seinen Beruf sagte er einmal sehr ehrlich:
„Filmemachen ist eine Form von Narzissmus.“
Als Sohn bettelarmer jüdisch-russischer Einwanderer wurde Issur Danielovitch Demsky am 09. Dezember 1916 in Amsterdam, einer Art Ghetto in New York geboren. Wenig privilegiert begann sein Leben – er konnte nur gelegentlich zur Schule gehen, weil er für den Lebensunterhalt der Familie mitverdienen musste. Das Geld für die Schule und das College musste sich Issur mühsam durch Gelegenheitsjobs selbst finanzieren. Schon früh lernte der Junge die Hackordnung auf der Straße kennen und erlebte, dass er durch seine körperliche Überlegenheit als Ringer große Vorteile hatte. Nach Beendigung der Highschool entschied Issur sich zunächst für ein Wirtschaftsstudium, wechselte aber bereits nach dem ersten Semester an die American Academy Of Dramatic Arts in New York und finanzierte sich die Schauspielausbildung mit Jobs als Hausmeister und Ringer. Ab 1941 bekam er die ersten kleinen Rollen am Broadway und gab sich selbst den Künstlernamen Kirk Douglas. Doch der Zweite Weltkrieg hielt die Welt in Atem und 1942 wurde Kirk zu Navy einberufen. 1943 heiratete er die Schauspielerin Diana Douglas. Erst 1945 konnte der Schauspieler an den Broadway zurückkehren.
Sein Filmdebut hatte Douglas mit „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ (1946), wo er den alkoholabhängigen Ehemann von Barbara Stanwyck spielte. Seine harte Jugend schlug sich immer wieder in Kirks Rollenauswahl nieder, er spielte oft harte, ungerechte und verbitterte Rollen wie in „Reporter des Satans“ (1951), „Polizeirevier 21“ (1951), „Die Stadt der Illusionen“ (1952) oder „Mit stahlharter Faust“ (1955). Für seinen Auftritt in „Zwischen Frauen und Seilen“ (1949) wurde Douglas erstmals für den OSCAR nominiert. Die zweite Nominierung folgte 1952 für „Die Stadt der Illusionen“ als Bester Hauptdarsteller. Ein Jahr zuvor hatten Kirk und Diana sich scheiden lassen, aus dieser Ehe entsprangen die Söhne Joel und Michael Douglas. 1954 heiratete der Mime Anne Buydens, mit der er die Söhne Peter und Eric hat. Eine von Douglas populärsten Rollen war die in „20 000 Meilen unter dem Meer“ (1954). Eine weitere OSCAR Nominierung erhielt er für die Hauptrolle in der Filmbiographie „Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft“ (1956). Nach „Die Wikinger“ (1958) und „Spartacus“ (1960) stand Kirk mit Rock Hudson in „El Perdido“ (1961) und mit Jean-Paul Belmondo in „Brennt Paris?“ (1966) vor der Kamera. 1963 hatte der willensstarke Mime es sich in den Kopf gesetzt, die Bühnenproduktion „Einer flog über das Kuckucksnest“ nach dem gleichnamigen Roman von Ken Kesey zu verfilmen. Die Filmrechte hatte er schon erworben, doch er konnte kein Studio von seiner Idee überzeugen. Doch die Rechte blieben beim Douglas-Clan und 1975 sollte es Sohn Michael Douglas gelingen, eine großartige Adaption des Buches mit Jack Nicholson in der Hauptrolle in die Kinos zu bringen. Der Streifen konnte fünf OSCARs einheimsen, einer davon für Nicholson als Bester Hauptdarsteller.
Douglas Repertoire schien beinahe grenzenlos zu sein, ob er nun Odysseus darstellte, einen Wikinger, Doc Holliday, Spartacus oder Van Gogh, jede Rolle schien ihm wie auf den Leib geschnitten. Einen weiteren Kassenhit landete er zusammen mit Martin Sheen mit „Der letzte Countdown“ (1980). Im selben Jahr wurde er Jury-Präsident der Filmfestspiele von Cannes. 1986 stand Kirk zusammen mit Burt Lancaster für die eindrucksvolle Gangsterkomödie „Archie und Harry – Sie können´s nicht lassen“ (1986) vor der Kamera. Insgesamt sieben Mal filmten die beiden gemeinsam, das erste Mal in „I Walk Alone“ (1948) und es wird behauptet, es gäbe eine besondere Chemie zwischen ihnen. Nach Ende der Dreharbeiten zu „Archie und Harry“ sagte Kirk: „Ich habe es endlich geschafft, von Burt Lancaster loszukommen. Es hat sich für mich doch noch alles zum Guten gewendet. Jetzt habe ich gutaussehende Mädchen in meinen Filmen.“ Allmählich wurde es ruhiger um Kirk Douglas, es entstanden noch Filme wie etwa „Veraz“ (1991), die Komödie „Diamanten“ (2000) und „Es bleibt in der Familie“ (2003). Nach seinem letzten Film „Illusion“ (2004) zog sich der Schauspieler mit dem kantigen Kinn und den stahlblauen Augen offiziell aus dem Filmgeschäft zurück.
"Die Leute reden immer von den guten alten Zeiten. Sie sagen, die alten Filme seien so viel besser gewesen und die alten Schauspieler so großartig. Ich kann das nicht finden. Alles, was ich über die guten alten Zeiten sagen kann, ist, dass sie vorbei sind." (Kirk Douglas)
Lange Jahre engagierte sich Douglas für die Menschenrechte und wurde dafür 1981 mit der Presidential Medal of Freedom und 1983 mit dem Jefferson Award ausgezeichnet. Kirk überlebte ein Hubschrauberunglück und 1995 einen Schlaganfall. Zweimal in seiner Karriere lehnte er Rollen ab, die den OSCAR für den Besten Hauptdarsteller erhielten: „Cat Ballou“ (1965), wo Lee Marvin die Trophäe entgegennehmen durfte und „Stalag 17“ (1953), wo William Holden statt seiner geehrt wurde. Um den Charakter dieses großartigen und entschlossenen Schauspielers zu beschreiben, erzählte Billy Wilder einst eine (frei erfundene) Anekdote:
„Als Stanley Kramer „Flucht in Ketten“ besetzte, lehnte Robert Mitchum ab, neben einem Schwarzen die Hauptrolle zu spielen, Marlon Brando hätte akzeptiert, wenn der die Rolle des Farbigen bekommen hätte und Kirk Douglas machte zur Bedingung, den Schwarzen und den Weißen zu spielen.“
Filmographie Kirk Douglas
- 1946: Die seltsame Liebe der Martha Iveres
- 1947: Goldenes Gift
- 1947: Mourning Becomes Electra
- 1947: Vierzehn Jahre Sing-Sing
- 1948: The Walls of Jericho
- 1949: My Dear Secretary
- 1949: Ein Brief an drei Frauen
- 1949: Zwischen Frauen und Seilen
- 1950: Der Mann ihrer Träume (auch Sänger)
- 1950: Die Glasmenagerie
- 1951: Den Hals in der Schlinge
- 1951: Reporter des Satans (auch Sänger)
- 1951: Polizeirevier 21
- 1952: Für eine Handvoll Geld
- 1952: The Big Sky – Der weite Himmel
- 1952: Die Stadt der Illusionen
- 1953: War es die grosse Liebe?
- 1953: Der Gehetzte
- 1953: Ein Akt der Liebe
- 1954: 20.000 Meilen unter dem Meer
- (auch Sänger)
- 1954: Die Fahrten des Odysseus
- 1955: Der Favorit
- 1955: Mit stahlharter Faust
- 1955: Zwischen zwei Feuern
- 1956: Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft
- 1957: Charmant und süss – aber ein Biest
- 1957: Zwei rechnen ab
- 1957: Wege zum Ruhm (auch Produzent)
- 1958: Die Wikinger
- 1959: Der letzte Zug von Gun Hill
- 1959: Der Teufelsschüler
- 1959: Tales of the Vikings (TV-Serie) (nur Produzent)
- 1960: Fremde, wenn wir uns begegnen
- 1960: Spartacus
- (auch Ex.Produzent)
- 1961: Stadt ohne Mitleid
- 1961: El Perdido
- 1962: Einsam sind die Tapferen
- 1962: Zwei Wochen in einer anderen Stadt
- 1963: Männer - Hart wie Eisen
- 1963: Die Totenliste
- 1963: Der Fuchs geht in die Falle
- 1963: Sieben Tage im Mai
- 1965: Erster Sieg
- 1965: Stoßtrupp Telemark
- 1966: Der Schatten des Giganten
- 1966: Grand Prix (nur Ex.Produzent)
- 1966: Brennt Paris?
- 1967: Der Weg nach Westen
- 1967: Die Gewaltigen
- 1968: Der schnellste Weg zum Jenseits
- 1968: The Legend of Silent Night (TV)
- 1968: Auftrag Mord (auch Produzent)
- 1969: Das Arrangement
- 1970: Zwei dreckige Halunken
- 1971: Duell in Mexiko
- 1971: Das Licht am Ende der Welt (auch Produzent)
- 1971: To Catch A Spy
- 1971: Summertree (nur Produzent)
- 1972: Ein achtbarer Mann
- 1972: The Special London Bridge Special (auch Sänger)
- 1973: Dr. Jekyll und Mr. Hyde (TV)
- 1973: Scalawag (auch Regie)
- 1974: Andersons Rache (TV)
- 1975: Männer des Gesetzes (auch Produzent und Regie)
- 1975: Einmal ist nicht genug
- 1976: Unternehmen Entebbe (TV)
- 1976: Die Bankiers (TV-Serie)
- 1977: Inferno 2000
- 1978: Teufelskreis Alpha
- 1979: Kaktus Jack
- 1979: Saturn-City
- 1980: Home Movies - Wie du mir, so ich dir
- 1980: Der letzte Countdown
- 1982: Erinnerungen einer Liebe (TV)
- 1982: Snowy River
- 1983: Kopfjagd
- 1984: Zwei Schlitzohren rechnen ab (TV)
- 1985: Amos (TV)
- 1986: Archie & Harry - Sie können's nicht lassen
- 1987: Queenie (TV)
- 1988: Der Brady-Skandal (TV)
- 1991: Drei Wege in den Tod (TV)
- 1991: Geschichten aus der Gruft (TV-Serie)
- 1991: Oscar - Vom Regen in die Traufe
- 1991: Veraz
- 1992: Großvaters Geständnis (TV)
- 1994: Greedy - Erben will gelernt sein
- 1994: Take Me Home Again (TV)
- 1996: Die Simpsons (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1999: Der Gauner mit dem Diamantenherz
- 2000: Ein Hauch von Himmel
- 2003: Es bleibt in der Familie
- 2004: Illusion
- 2008: Mord im Empire State Building (TV)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen
1951: Bester Schauspieler - Drama: Polizeirevier 21
Gewonnene Golden Globes
1956: Bester Schauspieler - Drama: Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft
OSCAR Nominierungen:
1949: Bester Schauspieler: Zwischen Frauen und Seilen
1952: Bester Schauspieler: Die Stadt der Illusionen
1956: Bester Schauspieler: Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft