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Kris Kristofferson
Kristoffer Kristian Kristofferson
Biographie
© Kinowelt
| Geboren am | 22.6.1936 | in | Brownsville, Texas, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
„Das hilft angesichts einer US-Regierung, die so unverantwortlich handelt, wie keine andere, an die ich mich erinnern kann.“
Dieser Satz stammt aus dem Mund von Kris Kristofferson, einem Country-Poeten, der schon gegen Präsidenten angesungen hat, als von George Bush oder seinem Sohn noch keine Rede sein konnte. Doch wie man sieht, ist Kristofferson auch heute noch gesellschaftskritisch genug, um auf die Frage, warum er immer noch solch provokanten Lieder singt, mit einem solchen Satz zu antworten.
Kris Kristofferson, am 22. Juni 1936 in Texas geboren, ist der Enkel schwedischer Einwanderer. In seiner Kindheit zog die Familie ständig um, die High School beendete er schließlich in San Mateo, Kalifornien. Anschließend besuchte Kris das Ponoma College und bekam ein Hochbegabten-Stipendium, das für ihn die Eintrittskarte an die Universität von Oxford bedeutete. Bereits in England nahm er erste Songs unter dem Künstlernamen Kris Karson auf – allerdings damals noch wenig erfolgreich. Kris beendete die Uni mit einem Abschluss in englischer Literatur und heiratete seine Jugendfreundin Fran Beer. Zurück in Amerika leistete er seinen Militärdienst als Hubschrauberpilot der US Army und war von 1962 bis 1965 im deutschen Bad Kreuznach stationiert. Eigentlich wäre Kristofferson danach eine Laufbahn beim Militär sicher gewesen, er hatte bereits eine feste Anstellung an der United States Military Accademy, wo er englische Literatur unterrichtet hätte. Ganz bestimmt wäre das absolut im Sinne seines Vaters, eines Air Force-Generals gewesen, doch Kris entschied sich anders. Er folgte der Stimme seines Herzens und zog ins Mekka der Country-Musik, nach Nashville, Tennessee. Inzwischen hatten Kris und Fran einen Sohn bekommen, und das Leben der Familie war in Nashville alles andere als einfach. Mit Gelegenheitsjobs musste der angehende Musiker seine Familie über Wasser halten und die Erkrankung des Sohnes belastete die Ehe sehr – Fran reichte die Scheidung ein.
Doch dann wendete sich das Blatt für Kristofferson, er hatte einen ersten Erfolg mit seinem Song „Viet Nam Blues“. Kurz darauf folgte „Me and Bobby McGee“ und Kris setzte alles daran, sein großes Idol Johnny Cash auf sich aufmerksam zu machen. Als er schließlich mit einem Hubschrauber in dessen Garten landete, war Johnny bereit, sich von den Qualitäten des aufstrebenden Musikers überzeugen zu lassen. Cash machte den Kristofferson-Song „Sunday Morning Coming Down“ zum Hit, was Kris einen Vertrag mit Monument Records einbrachte. Von nun an folgte ein Hit auf den anderen, und einer seiner größten Erfolge war ganz sicher „Me and Bobby McGee, den Janis Joplin weltbekannt machte. Obwohl Kristofferson auch durchaus erfolgreich seine eigenen Songs interpretierte, sagt er doch von sich selber, kein guter Sänger zu sein. Wahrscheinlich hat er damit Recht – das wirklich Gute an Kris Kristofferson sind mit Sicherheit seine Texte. Er verkörperte mehr und mehr das gebrochene Lebensgefühl der Vietnam-Generation und berührte vor allem mit seinen melancholischen Texten. 1973 heiratete Kris die Sängerin Rita Coolidge, mit der er ein Kind hat. Die beiden sangen auch öfter gemeinsam und erhielten dreimal einen Grammy als bestes Duo. Der Sänger, der politisch entschieden links stand, entwickelte sich in den 70er Jahren zu einer regelrechten Szenengröße und stand auch mit Bob Dylan auf der Bühne.
Doch auch als Schauspieler brachte es Kristofferson zu einigem Ruhm. Zwar hieß sein erster Film „The Last Movie“ (1971), doch sollte das keineswegs sein letzter Film sein. Da Elvis Presley für die Neuverfilmung von „A Star Is Born“ (1976) nicht zur Verfügung stand, bekam Kris die Rolle angeboten und stand mit Barbara Streisand vor der Kamera. Häufig war er in Spätwestern wie „Pat Garrett jagt Billy the Kid“ (1973) oder „Heaven´s Gate“ (1980) auf der Leinwand zu sehen. Er spielte den Fernfahrer Rubber Duck in „Convoy“ (1978) und war der Whistler in der „Blade“-Trilogie. Doch in den wirklich großen Filmproduktionen wurde Kristofferson nur selten besetzt und als Hollywood-Star konnte er sich nie etablieren. Obwohl er nach der Scheidung von Rita 1983 Lisa Meyers geheiratet hatte, mit der er bis heute zusammen ist und mit der er fünf Kinder hat, war der Schauspieler und Komponist immer wieder wegen angeblicher Romanzen am Drehort in den Schlagzeilen. Sein Leben war zu diesen Zeiten wenig beständig, er leerte angeblich zeitweise bis zu eineinhalb Whiskeyflaschen pro Tag. Der Frauentyp gründete mit seinen Freunden Willie Nelson, Waylon Jennings und Johnny Cash Mitte der 80er Jahre die lose Formation „The Highwaymen“ – zusammen nahmen sie Platten auf und gaben auch einige Konzerte.
Heute hört man nur noch wenig von dem charismatischen Musiker und Schauspieler. Seit 1992 lebt der trockene Alkoholiker mit seiner Familie auf der Hawaii-Insel Maui. Im Jahr 2004 wurde Kristofferson bei der CMA Awards-Verleihung in der Country Music Hall of Fame aufgenommen. 2011 war Kris Kristofferson wieder einmal in einer größeren Hollywood-Produktion zu sehen: An der Seite von Morgan Freeman und Ashley Judd stand er für den Abenteuerfilm "Mein Freund, der Delfin" (2011) vor der Kamera.
Filmographie Kris Kristofferson
- 1971: The Last Movie (auch Musik und Sänger)
- 1971: Clay Pigeon (nur Musik)
- 1972: Cisco Pike (auch Musik)
- 1973: Gospel Road (auch Musik und Sänger)
- 1973: Heirat ausgeschlossen
- 1973: Pat Garrett jagt Billy the Kid
- 1974: Bring mir den Kopf von Alfredo Gracia
- 1974: Alice lebt hier nicht mehr
- 1976: Jonathans Rache (auch Titelmelodie)
- 1976: Vigilante Force – Das Gesetz sind wir
- 1976: A Star Is Born
- 1976: Saturday Night Live (TV-Serie)
- 1977: Superprofis trumpfen auf
- 1978: Convoy
- 1979: Freedom Road
- 1980: Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel
- 1981: A Special Anne Murray Christmas (TV)
- 1981: Das Rollover-Komplott
- 1984: The Lost Honor of Kathryn Beck (TV)
- 1984: Sunday Night Live (TV)
- 1984: Die Grenzwölfe
- 1984: Der Songschreiber
- 1985: Diamantenfieber
- 1986: Die letzten Tage von Frank und Jesse James (TV)
- 1986: Blut und Orchideen
- 1986: Höllenfahrt nach Lordsburg
- 1987: Amerika (TV-Serie)
- 1988: Walking After Midnight (nur Musik)
- 1988: Der gnadenlose Jäger (TV)
- 1988: Manege frei für Pee Wee
- 1989: Millennium
- 1989: Welcome Home - Ein Toter kehrt zurück
- 1990: Zwei Asse schlagen zu (TV)
- 1990: Sandio
- 1990: Die Nacht des Zyklons
- 1991: Zwei Asse schlagen wieder zu (TV)
- 1992: Christmas in Connecticut (TV)
- 1992: Weihnachten in der Wildnis (TV)
- 1992: Original Intent
- 1992: Sam Peckinpah - Ein harter Knochen (TV) (nur Musik)
- 1993: Cold Heart - Der beste Bulle von L.A.
- 1993: Rettet uns! Hilfeschreie unter Trümmern (TV)
- 1993: Cyborg Warriors
- 1993: Paper Hearts
- 1994: The Songs of Six Families (TV)
- 1994: So trieben es die wilden Cowboys (TV)
- 1995: Tad Lincoln, der Sohn des Präsidenten (TV)
- 1995: Mord auf hoher See (TV)
- 1995: Pharaoh's Army
- 1995: Zwei Brüder auf der Flucht (TV)
- 1996: Lone Star
- 1996: Blue Rodeo (TV)
- 1997: Dead Man's Gun (TV)
- 1997: Dead Man´s Gun (TV-Serie)
- 1997: Fire Down Below
- 1998: Two for Texas (TV)
- 1998: Girls' Night - Jetzt oder nie
- 1998: Blade
- 1998: Dance with Me
- 1998: Die Zeit der Jugend
- 1998: In einem Land vor unserer Zeit VI - Der geheimnisvolle Berg der Saurier (nur Stimme)
- 1999: Outlaw Justice (TV)
- 1999: Tom Clancys Netforce (TV)
- 1999: Payback - Zahltag
- 1999: Molokai: The Story of Father Damien
- 1999: Limbo - Wenn der Nebel sich lichtet
- 1999: The Joyriders
- 2000: Comanche
- 2000: Es geschah in Boulder (TV)
- 2001: Planet der Affen (2001)
- 2001: Chelsea Walls
- 2001: Wooly Boys (auch Musik)
- 2002: D-Tox - Im Auge der Angst
- 2002: Blade 2
- 2003: Where the Red Fern Grows
- 2003: The Break (TV)
- 2004: Silver City
- 2004: Lives of the Saints (TV)
- 2004: Forever Is a Long, Long Time
- 2005: Blade: Trinity
- 2005: The Jacket
- 2005: The Wendell Baker Story (auch Musik)
- 2005: 14 Hours (TV)
- 2005: Dreamer - Ein Traum wird wahr
- 2005: Passion & Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah (nur Musik)
- 2006: Disappearances
- 2006: Fast Food Nation
- 2006: Room 10
- 2007: Great Performances (TV Serie)
- 2007: I´m Not There (nur Stimme)
- 2007: Crossing the Heart
- 2008: Sun Records and the Johnny Cash Sound
- 2008: For Sale by Owner
- 2008: Jump Out Boys
- 2008: Snow Buddies
- 2009: Powder Blue
- 2009: Er steht einfach nicht auf Dich!
- 2010: The Last Rites of Ransom Pride
- 2010: Provinces of Night
- 2010: Yohan - Barnevandrer
- 2010: Underground Entertainment: The Movie
- 2011: Mein Freund, der Delfin
- 2011: The Greening of Whitney Brown
- 2011: When Angels Sing
- 2012: The Motel Life
- 2012: Blackbird
- 2012: Joyful Noise
- 2012: Shoedog
Filmpreise
Gewonnene Golden Globes:
1984: Bester Song: Der Songschreiber
OSCAR Nominierungen:
1976: Bester Schauspieler: A Star is born
1984: Bester Song: Der Songschreiber



