Daniel Day-Lewis

Daniel Michael Blake Day-Lewis

Biographie

Daniel Day-Lewis © United International Pictures

Geboren am 29.4.1957 in London, England, Großbritannien Autor Melanie Frommholz

“Ich habe die doppelte Staatsbürgerschaft, aber ich sehe England als meine Heimat an. Ich vermisse London, aber ich könnte dort nicht leben. Es würde die Zeit kommen, in der ich Privatsphäre benötige und von der Presse Öffentlichkeit aufgezwungen bekomme. Damit könnte ich nicht umgehen.“

Vater Poet Cecil Day-Lewis, Mutter Schauspielerin Jill Balcon und Großvater Michael Balcon, der mächtigste Mann der englischen Filmindustrie – klar, was aus dem Engländer Daniel Michael Blake Day-Lewis einmal werden würde: Schauspieler. Bereits mit 15 Jahren schnupperte er Set-Luft bei dem Film „Sunday, Bloody Sunday“. Dies sollte für längere Zeit jedoch der einzige Kontakt mit der Filmbranche gewesen sein. Nach seinem Schulabschluss steuerte Daniel Day-Lewis dann auch nicht geradlinig auf die Schauspielerlaufbahn zu. Zunächst versuchte er sich als Schriftsteller und in diversen anderen Jobs, bevor er dann doch eine Schauspielschule besuchte. Sein Talent wurde bald erkannt und so spielte er schnell auf den großen Bühnen von Bristol und London. Daniel Day-Lewis wurde Mitglied der renommierten Royal Shakespeare Company und tourte unter anderem als „Romeo“ durch Großbritannien. Zu dieser Zeit war seine Präsenz im Kino noch sehr gering. Day-Lewis erhielt kleinere Rollen in Filmen wie „Gandhi“ oder „Die Bounty“.

”Meine Liebe für amerikanische Filme war wie ein Geheimnis, das ich mit mir herumtrug.”
Im Jahre 1985 sollte der Engländer mit „Mein wunderbarer Waschsalon“ den großen Durchbruch auf der Kinoleinwand feiern. Mit den nachfolgenden Produktionen „Zimmer mit Aussicht“ und „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ machte sich Daniel Day-Lewis auch jenseits des grossen Teichs einen Namen. Der eher introvertierte Schauspieler überzeugte durch seine Vielseitigkeit und die Fähigkeit, mit der jeweiligen Rolle völlig zu verschmelzen. Auch in „Mein linker Fuss“ war Daniel Day-Lewis in der Rolle des behinderten Christy Brown wieder mehr als überzeugend. Lohn für seine Leistungen: der OSCAR als Bester Hauptdarsteller. Der Schauspieler war damit der erste Engländer, der in dieser Königskategorie die Auszeichnung gewann.

Anfang der 90er Jahre drehte Daniel Day-Lewis mit „Der letzte Mohikaner“, „Zeit der Unschuld“ und „Im Namen des Vaters“ weitere erfolgreiche Filme. Für letzteren war er auch wieder als Bester Hauptdarsteller bei den Academy Awards nominiert. Danach wurde es jedoch merklich stiller um den Schauspieler. Er war nur noch sehr selten auf der großen Kinoleinwand zu sehen.

„Für jeden Schauspieler kommt der Moment im Leben, in dem er sich selbst fragt: Ist es wirklich schicklich für mich, dies immer noch zu machen?“
Totgesagte leben jedoch bekanntlich länger. 2002 meldete sich Daniel Day-Lewis eindrucksvoll in unseren Kinos zurück. In Martin Scorseses Epos „Gangs of New York“ verkörperte er die Figur Bill, the Butcher derart überzeugend, dass auch die OSCAR-Jury nicht anders konnte, als ihn erneut als Besten Hauptdarsteller zu nominieren. Ausserdem erhielt er für die Rolle den British Academy Film Award als Bester Schauspieler. 2005 war er mit "The Ballade of Jack an Rose" erneut bei uns zu sehen. 2008 kam das Drama "There Will Be Blood" in unsere Kinos, wofür er einen Golden Globe als Bester Schauspieler in einem Drama erhielt und auch bei den OSCARs den Goldjungen als Bester Hauptdarsteller mit nach Hause nehmen durfte.

Nach wie vor sucht sich Daniel Day-Lewis seine Projekte sehr bewusst aus. Er ist niemand, der sich durch ständige Leinwandpräsenz etwas beweisen muss. Wenn er für eine Rolle unterschreibt, so muss diese etwas ganz besonderes haben. Die Figur des Guido Contini in dem Musical-Film „Nine“ schien wieder so eine spezielle Herausforderung zu sein. Der Schauspieler sicherte sich erneut eine Nominierung bei den Golden Globes mit seiner Leistung. Bei den Oscars ist der Film in vier Kategorien nominiert. Das deutsche Kinopublikum kam im Februar 2010 in den Genuss des hochkarätig besetzten Filmes von Rob Marshall.

Daniel Day-Lewis ist in erster Ehe mit Rebecca Miller verheiratet. Die beiden haben drei Kinder. Aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Isabelle Adjani hat der Engländer noch einen Sohn.


Filmographie Daniel Day-Lewis

  • 1971: Sunday, Bloody Sunday
  • 1980: Shoestring (TV-Serie)
  • 1981: Artemis 81 (TV)
  • 1982: Frost in may (TV)
  • 1982: Gandhi
  • 1982: How many miles to Babylon? (TV)
  • 1983: Play of the Month (TV-Serie)
  • 1984: Die Bounty
  • 1985: My brother Jonathan (TV)
  • 1985: Mein wunderbarer Waschsalon
  • 1985: Zimmer mit Aussicht
  • 1986: Der Versicherungsbeamte Dr. K.
  • 1986: Nanou
  • 1988: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
  • 1988: Stars and Bars – Der ganz normale amerikanische Wahnsinn
  • 1989: Eversmile
  • 1989: Mein linker Fuß
  • 1992: Der letzte Mohikaner
  • 1993: Zeit der Unschuld
  • 1993: Im Namen des Vaters
  • 1996: Hexenjagd
  • 1997: Der Boxer
  • 2002: Gangs of New York
  • 2005: The Ballade of Jack an Rose
  • 2008: There will be Blood
  • 2010: Nine
  • (auch Sänger)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen
1989: Bester Schauspieler - Drama: Mein linker Fuss
1993: Bester Schauspieler - Drama: Im Namen des Vaters
1997: Bester Schauspieler - Drama: Der Boxer
2003: Bester Schauspieler - Drama: Gangs of New York
2009: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Nine

Gewonnene Golden Globes
2007: Bester Schauspieler - Drama: There will be Blood

OSCAR Nominierungen:
1993: Bester Hauptdarsteller: Im Namen des Vaters
2002: Bester Hauptdarsteller: Gangs of New York

Gewonnene OSCARs
1989: Bester Hauptdarsteller: Mein linker Fuss
2007: Bester Haupdarsteller: There will be Blood