Robert Duvall

Robert Selden Duvall

Biographie

Robert Duvall © United International Pictures

Geboren am 5.1.1931 in San Diego, Kalifornien, USA Autor Stefanie Rufle

„Ich habe mich immer als Charakterdarsteller bezeichnet. Ich versuche immer vielseitig zu sein, um so unterschiedliche Seiten menschlicher Erfahrungen zu zeigen.“
Robert Duvall bezeichnet sich nicht nur selber so, sondern ist in der Tat einer der führenden Charakterdarsteller Hollywoods. Er gehört zu den Ausnahme-Schauspielern, die im Stile eines Spencer Tracy oder Marlon Brando spielen und viele seiner Rollen, wie etwa der Boo Radley in „Wer die Nachtigall stört“, der Anwalt Tom Hagen in den beiden ersten Teile von „Der Pate“, der Lt. Col. Kilgore in „Apocalypse Now“ oder Sonny Dewey in „Apostel!“ zählen zu den größten in der Filmgeschichte. Fünfmal war der große Mime bisher für den OSCAR nominiert und für die Rolle des Country-Sängers Max Sledge in „Das Comeback der Liebe“ (1982) durfte Duvall den Goldjungen dann tatsächlich in Händen halten, und für die Titelrolle in der HBO-Produktion „Stalin“ (1992) erhielt er einen Golden Globe.

Der Sohn eines Admirals und einer Laienschauspielerin wurde am 05. Januar 1931 in San Diego geboren. Er besuchte das Prince College in Illinois und ging anschließend als GI in den Korea-Krieg. Nach dem Krieg ging Robert nach New York, wo er 1955 seine Schauspielausbildung am Neigborhood Playhouse machte. Seinen ersten Bühnenerfolg hatte der junge Mime im Broadway-Stück „The Midnight Caller“ und wurde bald schon fürs Fernsehen entdeckt. Er spielte in TV-Serien wie „Naked City“, „Shannon klärt auf“, „Preston & Preston“ oder „Gnadenlose Stadt“ und stand gleichzeitig für Off Broadway-Inszenierungen auf der Bühne. Zu seinen ganz großen Bühnenerfolgen zählten „Blick von der Brücke“ (1965) und „American Buffalo“ (1967). Hier wurden erstmals Hollywoods Produzenten und Regisseure auf Duvall aufmerksam, was ihm schließlich zu seiner Rolle in „Wer die Nachtigall stört“ (1962) verhalf. Dieser erste Kinofilm, in dem er an der Seite des großen Gregory Peck spielte, war für Duvall ein einschneidender Erfolg und machte ihn auf Anhieb zu einem der führenden Schauspieler im New Hollywood Kino. Während dieser Zeit lebte Robert übrigens mit zwei jungen Schauspielern in einer Wohngemeinschaft zusammen, die ebenfalls New Hollywood prägen sollten: Dustin Hoffman und Gene Hackman.

Nach „Wer die Nachtigall stört“ brauchte Robert nicht mehr auf Rollenangebote zu warten. Er spielte in Arthur Penns „Ein Mann wird gejagt“ (1966), in Robert Altmans „Countdown – Start zum Mond“ (1968) und „M*A*S*H“ (1970), war in „Bullitt“ (1968) an der Seite von Steve McQueen zu sehen und überzeugte in Francis Ford Coppolas „Liebe niemals einen Fremden“ (1969). In George Lucas Regiedebüt „THX 1138“ (1971) spielte Robert die Titelrolle. Seinen internationalen Durchbruch feierte Duvall mit dem Film „Der Pate“ (1972) an der Seite von Marlon Brando, Al Pacino und Robert De Niro. Diese Rolle des skrupellosen Mafia-Anwalts brachte ihm seine erste OSCAR Nominierung ein und beförderte ihn an die Spitze der Schauspielerriege Hollywoods. Es folgten die Erfolgsstreifen „Der Dialog“ (1974) und „Apocalypse Now“ (1979) – für die Rolle des wahnsinnigen Leutnant Kilgore wurde Duvall erneut für den OSCAR nominiert. Schon im Jahr darauf folgte die nächste OSCAR Nominierung für „Der große Santini“ (1980) und zwei Jahre später durfte der große Mime die begehrte Trophäe dann für seine Rolle des Country-Sängers Max Sledge in „Das Comeback der Liebe“ (1982) endlich in Händen halten. In der Siegfried Lenz-Verfilmung „Das Feuerschiff“ (1986) war Duvall der Gegenspieler von Klaus-Maria Brandauer – angeblich gab es ständig Querelen zwischen den beiden ursprünglich befreundeten Schauspielern und Regisseur Skolimowski. Anschließend war Duvall in Volker Schlöndorffs „Die Geschichte der Dienerin“ (1990) zu sehen und stand für „Tage des Donners“ (1990) neben Tom Cruise, „Falling Down“ (1993), „Der scharlachrote Buchstabe“ (1995) mit Demi Moore, in „Power Of Love“ (1995) neben Julia Roberts und Dennis Quaid und „Deep Impact“ (1998) neben Billy Bob Thornton vor der Kamera. Für „Apostel!“ (1997), bei dem er auch für die Regie verantwortlich war, wurde Duvall erneut mit einer OSCAR Nominierung belohnt und seine bisher letzte Nominierung erhielt er für den Streifen „Zivilprozess“ (1998).

Robert Duvall kann auch gelegentliche Regiearbeiten auf seinem Konto verbuchen, so ist er für den Dokumentarfilm „We are not the Jet Set“ (1975) verantwortlich und führte neben „Apostel!“ auch Regie bei „Angelo, my Love“ (1982) und „Assassination Tango“ (2002). Während der Dreharbeiten zu Kevin Costners „Open Range“ (2004) brach Duvall sich mehrere Rippen, als er vom Pferd fiel. In „Gods and Generals“ (2003) verkörperte er seinen eigenen Vorfahr General Robert Edward Lee. Neben Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal und Colin Farrell war er in "Crazy Heart" (2010) zu sehen, den er auch produzierte. Im selben Jahr stand er neben Viggo Mortensen, Charlize Theron und Guy Pearce für das Drama "The Road" (2010) vor der Kamera. Der Mime, der seit 2005 in vierter Ehe mit Luciana Pedraza verheiratet ist, besitzt seit 2003 einen Stern auf Hollywoods Walk of Fame. Als Regisseur Steven Spielberg 2002 nach Kuba flog, kritisierte Duvall ihn dafür in aller Öffentlichkeit und schwor, nie wieder für Dreamworks zu arbeiten. Zum Starkult Hollywoods hat der Mime eine recht lapidare Einstellung:
„Ein Star zu sein ist der Traum des Agenten – nicht des Schauspielers.“
Aber das sagt sich ja auch leicht, wenn man selber einer der größten Stars Hollywoods ist…


Filmographie Robert Duvall

  • 1958: Naked City (TV-Serie)
  • 1959: Armstrong Circle Theatre (TV-Serie)
  • 1960: Playhouse 90 (TV-Serie)
  • 1961: Great Ghost Tales (TV-Serie)
  • 1961: Cain´s Hundred (TV-Serie)
  • 1961: Shannon klärt auf (TV-Serie)
  • 1961: Route 66 (TV-Serie)
  • 1961: Preston & Preston (TV-Serie)
  • 1962: Alfred Hitchcock präsentiert (TV-Serie)
  • 1962: Gnadenlose Stadt (TV-Serie)
  • 1962: Wer die Nachtigall stört
  • 1963: Chicago 1930 (TV-Serie)
  • 1963: Unglaubliche Geschichten (TV-Serie)
  • 1963: Die Leute von der Shiloh Ranch (TV-Serie)
  • 1963: Stoney Burke (TV-Serie)
  • 1963: Arrest and Trial (TV-Serie)
  • 1963: Captain Newman
  • 1963: Auf der Flucht (TV-Serie)
  • 1964: The Lieutenant (TV-Serie)
  • 1964: Stunde der Entscheidung (TV-Serie)
  • 1964: The Outer Limits (TV-Serie)
  • 1965: Mission Seaview (TV-Serie)
  • 1965: Hetzjagd in Ketten
  • 1965: FBI (TV-Serie)
  • 1965: Combat! (TV-Serie)
  • 1966: Ein Mann wird gejagt
  • 1966: Bob Hope Presents the Chrysler Theatre (TV-Serie)
  • 1966: Hawk (TV-Serie)
  • 1966: Gefährlicher Alltag (TV-Serie)
  • 1966: Shane (TV-Serie)
  • 1966: Fame Is The Name Of The Game (TV)
  • 1966: T.H.E. Cat - Artist und Detektiv (TV-Serie)
  • 1967: Time Tunnel (TV-Serie)
  • 1967: Cosa Nostra - Erzfeind des FBI (TV)
  • 1967: Der Marshall von Cimarron (TV-Serie)
  • 1967: Verrückter wilder Westen (TV-Serie)
  • 1968: Flesh and Blood (TV)
  • 1968: Wettlauf mit dem Tod (TV-Serie)
  • 1968: Judd for the Defense (TV-Serie)
  • 1968: CBS Playhouse (TV-Serie)
  • 1968: Countdown - Start zum Mond
  • 1968: Der Detektiv
  • 1968: Bullitt
  • 1969: Twen-Police (TV-Serie)
  • 1969: Der Marshall
  • 1969: Liebe niemals einen Fremden
  • 1970: M*A*S*H
  • 1970: The Revolutinary
  • 1971: THX 1138
  • 1971: Lawman
  • 1972: Der Pate
  • 1972: Heute und morgen in alle Ewigkeit
  • 1972: Der große Minnesota-Überfall
  • 1972: Sinola
  • 1973: Diamanten-Lady
  • 1973: Wie ein Panther in der Nacht
  • 1973: Revolte in der Unterwelt - Ein Mann kennt keine Gnade
  • 1974: Der Dialog
  • 1974: Der Pate 2
  • 1974: Der Mann ohne Nerven
  • 1975: Die Agenten-Elite
  • 1976: Network
  • 1976: Kein Koks für Sherlock Holmes
  • 1977: We´re Not the Jet Set (nur Regie)
  • 1977: Der Adler ist gelandet
  • 1977: Ich bin der Größte
  • 1977: The Godfather: A Novel for Television (TV-Serie)
  • 1978: Der Clan
  • 1978: Ike: The War Years (TV)
  • 1978: Die Körperfresser kommen
  • 1979: Ike (TV-Serie)
  • 1979: Apocalypse Now
  • (auch Musik)
  • 1980: Der große Santini
  • 1981: Fesseln der Macht
  • 1981: Die Jagd - Flucht auf dem Highway
  • 1983: Comeback der Liebe (auch Co-Produzent, Musik)
  • 1983: The Terry Fox Story (TV)
  • 1983: Angelo My Love (nur Produzent, Regie, Drehbuch)
  • 1984: Der Unbeugsame
  • 1984: The Stone Boy
  • 1985: 1918 (nur Musik)
  • 1986: Das Feuerschiff
  • 1986: Waylon Jennings: America
  • 1986: Belizaire - Der Cajun
  • 1986: Hotel Colonial
  • 1987: Holt Harry raus
  • 1988: Colors - Farben der Gewalt
  • 1989: Der Ruf des Adlers (TV-Serie)
  • 1990: Die Geschichte der Dienerin
  • 1990: Tage des Donners
  • 1990: Die Stärke der Macht
  • 1991: Die Lust der schönen Rose
  • 1991: Convicts
  • 1992: Newsies - Die Zeitungsjungen
  • 1992: Die Pest
  • 1992: Stalin (TV)
  • 1993: Falling Down - Ein ganz normaler Tag
  • 1993: Geronimo
  • 1993: Walter & Frank - Ein schräges Paar
  • 1994: Schlagzeilen
  • 1995: Der wunderliche Mr. Cox
  • 1995: Power of Love
  • 1995: Der scharlachrote Buchstabe
  • 1996: Brüder wider Willen (auch Produzent)
  • 1996: Phenomenon
  • 1996: Der Mann, der Eichmann jagte (TV) (nur Ex.Produzent)
  • 1996: Sling Blade - Auf Messers Schneide
  • 1997: Apostel!
  • (auch Ex.Produzent, Musik, Regie, Drehbuch)
  • 1998: Gingerbread Man
  • 1998: Deep Impact
  • 1998: Saturday Night Live (TV-Serie)
  • 1998: Zivilprozess
  • 2000: Nur noch 60 Sekunden
  • 2000: A Shot at Glory (auch Produzent)
  • 2000: The 6th Day
  • 2002: John Q. - Verzweifelte Wut
  • 2002: Assassination Tango (auch Produzent, Musik, Regie, Drehbuch)
  • 2003: Gods and Generals
  • 2004: Portrait of Billy Joe (nur Produzent)
  • 2004: Open Range - Weites Land
  • 2004: Löwen aus zweiter Hand
  • 2005: Thank you for Smoking
  • 2005: Fußballfieber - Elfmeter für Daddy
  • 2005: The American Experience (TV-Serie)
  • 2006: Broken Trail (TV) (auch Ex.Produzent)
  • 2007: Glück im Spiel
  • 2008: Helden der Nacht
  • 2008: Mein Schatz, unsere Familie und ich
  • 2009: Am Ende des Weges
  • 2010: Crazy Heart
  • (auch Produzent, Sänger)
  • 2010: The Road
  • 2011: Seven Days in Utopia
  • 2012: Hemingway & Gellhorn (TV)
  • 2012: Mississippi Wild
  • 2013: Jayne Mansfield's Car

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen
1998: Bester Nebendarsteller: Zivilprozeß

Gewonnene Golden Globes
1979: Bester Nebendarsteller: Apocalypse Now
1983: Bester Schauspieler - Drama: Comeback der Liebe

OSCAR Nominierungen:
1972: Bester Nebendarsteller: Der Pate
1979: Bester Nebendarsteller: Apocalypse Now
1980: Bester Hauptdarsteller: Der große Santini
1997: Bester Hauptdarsteller: Apostel!
1998: Bester Nebendarsteller: Zivilprozess

Gewonnene OSCARs
1983: Bester Hauptdarsteller: Comeback der Liebe