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Ian Holm
Ian Holm Cuthbert
Biographie
© Tobis
| Geboren am | 12.9.1931 | in | Essex, England, Großbritannien | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
„Es ist der Traum eines jeden Schauspielers, an einem Abend ein modernes Stück und am nächsten Abend dann Shakespeare spielen zu dürfen.“
Dieser Traum ist für den großartigen britischen Film- und Theaterschauspieler Ian Holm schon des Öfteren in Erfüllung gegangen. Ian Holm ist der glänzende Stern der Royal Shakespeare Company, er spielte u. a. den Narr in „König Lear“, den Ariel in „Sturm“, den Puck im „Sommernachtstraum“ und glänzte in zahllosen modernen Inszenierungen. Seine enorme schauspielerische Bandbreite und sein müheloser Stil ermöglichten es ihm, fast das gesamte Shakespeare-Repertoire zu spielen. Für seine großen Verdienste im Schauspielfach wurde Ian Holm 1989 ein Commander of the British Empire, und 1998 schlug ihn Queen Elizabeth zum Ritter – seither darf er sich Sir Ian Holm nennen.
Am 12. September 1931 erblickte Ian Holm Cuthbert das Licht der Welt. Sein Vater, Dr. James Cuthbert war Psychiater in Essex, seine Mutter, Jean Wilson, arbeitete als Krankenschwester in dessen psychiatrischer Klinik. Ian wuchs in London auf und sah im Alter von sieben Jahren eine Inszenierung von „Les Miserables“ – das war der Moment, als der Junge beschloss, Schauspieler zu werden. Einzig sein damaliger Schuldirektor bestärkte den Jungen in seinem Interesse für die Bühne und schließlich studierte Ian an der Royal Academy of Dramatic Arts. Seinen Abschluss machte er 1950 an der renommierten Royal Shakespeare Company, der er sich dann auch anschloss. Ian spielte in vielen namhaften Bühnen-Inszenierungen und wurde 1959 von seinem damaligen Bühnenpartner Laurence Olivier während eines Fechtkampfes im Stück „Coriolan“ versehentlich verletzt – die Narbe ist heute noch an seinem Finger zu sehen. Auf dem Gipfel seines Erfolges mit der Royal Shakespeare Company stellte sich gegen Ende der Sechzigerjahre schweres Lampenfieber bei dem Bühnendarsteller ein, was zu einem Bruch mit der Company führte. Fast zwei Jahrzehnte lang hatte Holm dann nur einen einzigen Bühnenauftritt. Erst 1993 sollte er im Stück „Moonlight“ wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu sehen sein – und wurde dafür prompt mit einem Evening Standard Award belohnt.
1965 fiel Ian Holm erstmals in einer Fernsehproduktion auf – er spielte in der BBC-Trilogie „War of the Roses“, der Verfilmung einer Theater-Produktion. Überhaupt waren historische und bühnennahe Stoffe von jeher das Metier des Mimen. 1967 fiel Holm John Frankenheimer auf und bekam eine Rolle in dessen Film „Ein Mann wie Hiob“ (1968), für die er seinen ersten BAFTA Film Award als bester Nebendarsteller erhielt. Das sollte nur der Anfang einer langen Reihe von Nominierungen und Preisen sein. Bereits 1967 hatte der Mime einen Tony Award als bester Nebendarsteller für seine Rolle in „Die Heimkehr“ erhalten – diese Rolle sollte er in der gleichnamigen Filmversion von 1973 erneut spielen. Dreimal im Lauf seiner Karriere spielte Holm bisher den Napoleon Bonaparte – in „Napoleon und die Liebe“ (1972), „Time Bandits“ (1981) und „The Emperor´s New Clothes“ (2001). Im Science Fiction Klassiker „Alien“ (1979) stand der Schauspieler neben Sigourney Weaver vor der Kamera und erreichte mit seiner vielleicht bekanntesten Rolle des Sam Mussabini im OSCAR prämierten Film „Die Stunde des Siegers“ (1981) großen Ruhm – für diesen Auftritt wurde Ian mit einer OSCAR Nominierung als bester Nebendarsteller belohnt. Im vielschichtigen Tarzan-Film „Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen“ (1984) war der wandlungsfähige Mime neben Christopher Lambert und Ralph Richardson zu sehen und stand für Kenneth Brannaghs große Shakespeare-Verfilmung „Henry V.“ (1989) und für Franco Zeffirellis „Hamlet“ (1990) vor der Kamera. Großes Lob erntete Holm auch für seinen Auftritt in „Wetherby“ (1985). 1994 glänzte der Schauspieler gleich in zwei erfolgreichen Filmen – er war in „Mary Shelleys Frankenstein“ (1994) und „King George – Ein Königreich für mehr Verstand“ (1994) zu sehen. Nach „Das fünfte Element“ (1997), „Die Prophezeiung“ (2001) und „From Hell“ (2001) mit Johnny Depp sollte ein weiterer Meilenstein in Ian Holms Filmkarriere auftauchen. Er spielte den Bilbo Beutlin in „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ (2001). Zu den Hobbit-Füßen, die zu seinen Requisiten zählten, sagte er: „Diese Dinger sind wie Boote mit Zehen.“ Nach dem letzten Teil der Trilogie „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ (2003), war Holm dann in Roland Emmerichs „The Day after Tomorrow“ (2004) und Scorseses „Aviator“ (2004), in dem er den Professor Fitz spielte, zu sehen. Für die Politsatire „Lord of War – Händler des Todes“ (2006) stand Ian Holm mit Nicolas Cage und Ethan Hawke vor der Kamera.
Immer wieder beweist Holm, über welch herausragende schauspielerische Präsenz er verfügt. Der Mime, der sich für „Alien“, „Brazil“ (1985) und „Simon Magus“ (1999) bis zum Hals vergraben lassen musste, kann in jeder seiner Rollen restlos überzeugen. Sein Kommentar dazu: „Ich war immer ein Minimalist. Bogart sagte einmal, wenn man die richtigen Gedanken hätte, würde die Kamera die einfangen. Das wichtigste im Gesicht sind aber die Augen. Wenn es einem gelingt, die Augen sprechen zu lassen, ist man schon fast am Ziel.“ Nach wie vor ist die Bühne seine große Leidenschaft. 1998 erhielt er den Laurence Olivier Theatre Award als bester Schauspieler in „König Lear“ am Royal National Theatre. Außerdem verfügt er offensichtlich über Prinzipien: Für eine CBS-Miniserie wurde ihm die Rolle von Papst Johannes Paul II. angeboten, die er aber aus persönlichen Gründen ablehnte. 2001 musste Ian, der seit 2003 in vierter Ehe mit Sophie de Stempel verheiratet ist und fünf Kinder hat, sich einer Behandlung gegen Prostata-Krebs unterziehen.
Filmographie Ian Holm
- 1957: ITV Play of the Week (TV-Serie)
- 1958: Girls at Sea (ungenannt)
- 1962: The Cherry Orchard (TV)
- 1963: War of the Roses (TV-Serie)
- 1966: The Power Game (TV-Serie)
- 1968: Ereignisse beim Bewachen der Bofors-Kanone
- 1968: A Midsummer Night´s Dream
- 1968: Mystery and Imagination (TV-Serie)
- 1968: Ein Mann wie Hiob
- 1969: Oh! What a Lovely War
- 1969: ITV Satruday Night Theatre (TV-Serie)
- 1970: The Wednesday Play (TV-Serie)
- 1970: Armchair Theatre (TV-Serie)
- 1970: Traue keinem Hausfreund (TV)
- 1971: ITV Playhouse (TV-Serie)
- 1971: Maria Stuart, Königin von Schottland
- 1971: Nikolaus und Alexandra
- 1972: The Man from Haven (TV-Serie)
- 1972: Napoleon and Love (TV-Serie)
- 1972: Der junge Löwe
- 1972: Play of the Month (TV-Serie)
- 1973: The Homecoming
- 1974: Die großen Geheimnisse des Orson Welles (TV-Serie)
- 1974: May We Come In? (TV)
- 1974: 18 Stunden bis zur Ewigkeit
- 1976: Robin und Marian
- 1976: Zwei wie Hund und Katz
- 1977: Der Mann mit der eisernen Maske (TV)
- 1977: Jesus von Nazareth (TV Serie)
- 1977: Marschier oder stirb
- 1978: BBC2 Play of the Week (TV-Serie)
- 1978: Holocaust (TV-Serie)
- 1978: The Lost Boys (TV-Serie)
- 1978: Der Dieb von Bagdad (TV)
- 1978: Die Elenden (TV)
- 1979: Alien
- 1979: S.O.S. Titanic (TV)
- 1979: Im Westen nichts Neues (TV)
- 1980: We, the Accused (TV Serie)
- 1981: Strike: The Birth of Solidarity (TV)
- 1981: Die Stunde des Siegers
- 1981: Time Bandits
- 1982: The Return of the Soldier
- 1982: The Bell (TV-Serie)
- 1982: Inside the Third Reich (TV)
- 1982: Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl (TV-Serie)
- 1982: Play for Today (TV-Serie)
- 1984: Gänsemarsch
- 1984: Greystoke - Die Legende von Tarzan, Herr der Affen
- 1985: Television (TV-Serie)
- 1985: Mr. and Mrs. Edgehill (TV)
- 1985: Das wahre Leben der Alice im Wunderland (TV)
- 1985: The Browning Version (TV)
- 1985: Brazil
- 1985: Wetherby
- 1985: Geliebt bis in den Tod
- 1986: Murder by the Book (TV)
- 1988: Game, Set and Match (TV Serie)
- 1988: Eine andere Frau
- 1989: The Tailor of Gloucester (TV)
- 1989: Henry V
- 1990: The Stuff of Madness (TV)
- 1990: Gezinktes Spiel (TV)
- 1990: Hamlet (1990)
- 1991: The Last Romantics (TV)
- 1991: Uncle Vanya (TV)
- 1991: Michelangelo: Aufbruch eines Genies (TV)
- 1991: Kafka
- 1991: Naked Lunch
- 1992: Blue Ice
- 1992: The Borrowers (TV-Serie)
- 1993: Pesthauch des Bösen
- 1993: Timewatch (TV-Serie)
- 1993: The Return of the Borrowers (TV)
- 1993: The World of Peter Rabbit and Friends (TV-Serie)
- 1994: Performance (TV-Serie)
- 1994: Mary Shelleys Frankenstein
- 1994: King George - Ein Königreich für mehr Verstand
- 1996: Big Night - Nacht der Genüsse
- 1996: Nessie - Das Geheimnis von Loch Ness
- 1997: Nacht über Manhattan
- 1997: Das fünfte Element
- 1997: Das süsse Jenseits
- 1997: Lebe lieber ungewöhnlich
- 1997: Incognito (ungenannt)
- 1998: Alice im Spiegelland (TV)
- 1998: Frog
- 1999: Shanghai Vice (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1999: Shergar
- 1999: Gooseberries Don’t Dance
- 1999: eXistenZ
- 1999: Simon Magus
- 1999: The Match
- 1999: Wisconsin Death Trip (nur Stimme)
- 1999: Animal Farm (TV) (nur Stimme)
- 2000: Joe Goulds Geheimnis (auch Sänger)
- 2000: Der Mann der tausend Wunder (TV) (nur Stimme)
- 2000: Esther Kahn
- 2000: Beautiful Joe
- 2000: Die Prophezeiung
- 2000: The Last of the Blonde Bombshells (TV)
- 2000: Field of Fish
- 2001: The Emperor's New Clothes
- 2001: From Hell
- 2001: Der Herr der Ringe - Die Gefährten
- 2002: Waterbaby (nur Stimme)
- 2002: Spinning Wheels
- 2003: Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs
- 2004: The Day After Tomorrow
- 2004: D-Day - Entscheidung in der Normandie (TV) (nur Stimme)
- 2004: Aviator
- 2004: The Last Dragon (TV) (nur Stimme)
- 2005: Garden State
- 2005: Strangers with Candy
- 2005: Chromophobia
- 2006: Lord of War - Händler des Todes
- 2006: The Treatment
- 2006: Paris 2054 - Renaissance (nur Stimme)
- 2006: O Jerusalem
- 2007: Ratatouille
- (nur Stimme)
- 2009: 1066 (TV-Serie) (nur Stimme)
- 2012: Der Hobbit - Eine unerwartete Reise
- 2013: Der Hobbit - Hin und Zurück
Filmpreise
OSCAR Nominierungen:
1981: Bester Nebendarsteller: Die Stunde des Siegers