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Harrison Ford
Biographie
© United International Pictures
| Geboren am | 13.7.1942 | in | Chicago, Illinois, USA | Autor | Melanie Frommholz |
|---|
“Auf den Verlust der Anonymität kann Dich niemand vorbereiten. Als es geschah, realisierte ich, dass ich eines der wertvollsten Dinge im Leben verloren hatte. Bis heute bin ich damit nicht wirklich glücklich.“
Sensationelle Karrieren in Amerika gehen den Weg vom Tellerwäscher zum Millionär. Bei Harrison Ford ging es vom Schreiner zu einem von Hollywoods Megastars. Die Millionen gab’s als nette Zugabe. Als „Han Solo“ in der ersten „Star Wars“-Trilogie“ hat der Mime mittlerweile Kultstatus erlangt, und als Indiana Jones wurde er nicht nur zum Garanten für phänomenale Einspielergebnisse, sondern sicherte sich auch ein Stück filmische Unsterblichkeit. Für ganze Generationen von Filmfans gehörte Fords Gesicht dazu, wenn es um gutes Action-Kino ging. Doch aller Anfang ist schwer…
Ein Streber war der junge Harrison Ford nicht gerade. Auf dem College interessierte ihn alles mehr, als seine Studienfächer. Besonders der nachmittägliche Schauspielkurs hatte es ihm angetan. Es kam, wie es kommen musste: 1964 flog Ford von der Uni. Von jugendlichem Optimismus beseelt machte sich Harrison zunächst auf nach New York, um am Broadway Fuß zu fassen, doch die Engagements blieben aus und er zog weiter nach Los Angeles. Ab 1966 brachte ihm hier ein Festvertrag mit Columbia ein kleines, aber sicheres Einkommen und sein Filmdebüt mit dem Streifen „Immer wenn er Dollars roch“. In den Folgejahren hielt Ford sich mit kleinen Rollen über Wasser und schmiss 1970 den Bettel zunächst einmal hin, da ein Durchbruch nicht in Sicht war. Er arbeitete als Schreiber und als Zimmermann, doch die Schauspielerei ließ ihn nicht los.
"Ich will kein Filmstar sein. Ich will in Filmen spielen, die Stars sind.“
1973 besetzte ihn ein gewisser George Lucas dann für seinen Streifen „American Graffiti“ als Rennfahrer Bob Falfa. Der Kontakt zu Lucas sollte sich für Harrison Ford auszahlen. Vier Jahre später gab dieser ihm erneut die Chance, in einem seiner Projekte zu spielen: „Star Wars - Episode IV - Eine neue Hoffnung“. Wie wir heute wissen, erlangte der Streifen als Teil der ersten „Star Wars“-Trilogie Kultstatus und seine Hauptdarsteller, unter ihnen Ford als junger Draufgänger und Raumpilot Han Solo, waren in aller Munde. Der Durchbruch war geschafft für den Schreiner aus Chicago, Illinois. Es folgten die Filme „Apocalypse Now“ und der zweite Star Wars Film „ Star Wars - Episode V - Das Imperium schlägt zurück“. 1981 schlüpfte Harrison Ford dann zum ersten Mal in eine Rolle, mit der man ihn nach wie vor in erster Linie verbindet: Abgewetzte Lederjacke, Hut, Peitsche über der Schulter - fertig ist Indiana Jones, der Archäologe der etwas anderen Art. Dem ersten Streifen „Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes“ folgten bis heute nicht nur drei erfolgreiche Fortsetzungen, die Figur verhalf Harrison Ford dazu, sich auch endgültig als Action-Held in der Kinolandschaft zu etablieren.
“Ich mache keine Stunts. Ich renne, ich springe und ich falle hin - Nach 25 Jahren weiß ich ganz genau was ich tue.“
Actiongeladen ging es für Harrison Ford in den Folgejahren weiter. Mit den Streifen „Der Blade Runner“, „Star Wars - Episode VI - Die Rückkehr der Jedi Ritter“ und „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ sorgte er für volle Kinokassen und sicherte sich einen Platz in Hollywoods vordersten Reihen. 1985 ging der Schauspieler dann mit dem Thriller „Der einzige Zeuge“ neue, ruhigere Wege und wurde von der Academy mit einer Nominierung bei den Oscars als bester Hauptdarsteller belohnt. Ford verließ in der Folgezeit gerne einmal die ausgetretenen Action-Pfade und zeigte sich in Filmen wie „In Sachen Henry“ oder „Die Waffen der Frauen“ wandelbar. Nach wie vor war er bei der Verfilmung von actiongeladenen Stoffen aber eine Bank. Zwei Mal gab er den Ermittler Jack Ryan in „Die Stunde der Patrioten“ und „Das Kartell“, doch die Figur wurde trotz Erfolg bei den Zuschauern nicht zum einem „James Bond“ –Pendant mit immer gleicher Besetzung aufgebaut. „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ folgte unter anderem „Air Force One“ und über die Komödien „Sabrina“ und „Sechs Tage, sieben Nächte“ freuten sich insbesondere die weiblichen Kinogänger.
Harrison Fords Projekte waren zwar stets unterschiedlich, hatten jedoch auch immer eine Gemeinsamkeit: Ford war der Gute. Die Rolle des Bösewichts schien ihn nicht zu reizen. Erst 2000 wechselte er für „Schatten der Wahrheit“ die Seiten, und nicht nur Filmpartnerin Michelle Pfeiffer gruselte sich vor ihm. Harrison Ford war längst in der komfortablen Situation, sich die Projekte auszusuchen und so gehörte der Mime nicht gerade zu den Vieldrehern. An der Seite von Liam Neeson spielte er in „K-19 - Showdown in der Tiefe“ und mit Josh Hartnett war er in der Komödie „Hollywood Cops“ zu sehen. Nach dem Thriller „Firewall“ wagte Harrison Ford dann die riskante Wiederbelebung seines größten Erfolges und schlüpfte für „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ erneut in die Rolle seines Lebens. Bereits weit im Vorfeld wurden die Stimmen laut, die Ford davon abrieten. Zu alt, zu unfit, zu out lauteten die bösen Prognosen. Doch Harrison zeigte es den Zweiflern. 20 Jahre (!) nach seinem letzten „Indi“-Einsatz präsentierte sich der Schauspieler in Topform und überzeugte mit Witz und Fitness als unser aller liebster Archäologe.
2009 kehrte Harrison Ford mit dem Drama „Crossing Over“ in unsere Kinos und zu einem ernsten Filmstoff zurück. Für 2010 machte das berührende Drama „Ausnahmezustand“ den Anfang. 2011 durften wir uns auf die Mediensatire „Morning Glory“ freuen, in der Ford als bissiger Fernsehjournalist glänzte. Im Herbst sagen wir ihn dann in dem Sci-Fi-Western „Cowboys & Aliens".
Harrison Ford war von 1964 bis 1979 mit seiner Jugendliebe Mary Marquardt verheiratet. Mit ihr hat er zwei Kinder. Von 1983 bis 2004 war er mit Drehbuchautorin Melissa Mathison verheiratet, mit der er ebenfalls zwei Kinder hat. Er verließ sie für die 20 Jahre jüngere Schauspielerin Calista Flockhart, mit der er ab 2002 liiert war. Das Paar hat ein gemeinsames Kind und heiratete 2010.
Filmographie Harrison Ford
- 1966: Immer wenn er Dollars roch (ungenannt)
- 1967: Versuch's doch mal mit meiner Frau (ungenannt)
- 1967: Die Leute von der Shiloh Ranch (TV-Serie)
- 1967: Der gnadenlose Ritt
- 1967: Der Chef (TV-Serie)
- 1968: Journey to Shiloh
- 1968: Twen-Police (TV-Serie)
- 1969: My Friend Tony (TV-Serie)
- 1969: FBI (TV-Serie)
- 1969: Love, American Style (TV-Serie)
- 1970: Zabriskie Point
- (ungenannt)
- 1970: Getting Straight
- 1970: The Intruders (TV)
- 1971: Dan Oakland (TV-Serie)
- 1972: Rauchende Colts (TV-Serie)
- 1973: American Graffiti
- 1974: Der Dialog
- 1974: Kung Fu (TV-Serie)
- 1974: Petrocelli (TV-Serie)
- 1975: Judgment: The Court Martial of Lieutenant William Calley (TV)
- 1976: Dynasty (TV)
- 1977: Besessen (TV)
- 1977: Star Wars - Episode IV - Eine neue Hoffnung
- 1977: Helden von heute
- 1978: Der wilden Haufen von Novarone
- 1978: The Star Wars Holiday Special (TV)
- 1979: Das tödliche Dreieck
- 1979: Apocalypse Now
- 1979: Ein Rabbi im Wilden Westen
- 1979: The Party is over... Die Fortsetzung von American Graffiti (ungenannt)
- 1980: Star Wars - Episode V - Das Imperium schlägt zurück
- 1981: Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes
- 1982: Der Blade Runner
- 1983: Star Wars - Episode VI - Die Rückkehr der Jedi Ritter
- 1984: Indiana Jones und der Tempel des Todes
- 1985: Der einzige Zeuge
- 1986: Mosquito Coast
- 1988: Frantic
- 1988: Die Waffen der Frauen
- 1989: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
- 1990: Aus Mangel an Beweisen
- 1991: In Sachen Henry
- 1992: Die Stunde der Patrioten
- 1993: Auf der Flucht
- 1993: Die Abenteuer des jungen Indiana Jones (TV-Serie)
- 1994: Das Kartell
- 1995: Sabrina
- 1996: Vertrauter Feind
- 1997: Air Force One
- 1998: Sechs Tage, Sieben Nächte
- 1999: Begegnung des Schicksals
- 2000: Schatten der Wahrheit
- 2002: K-19 - Showdown in der Tiefe
- (auch Produzent)
- 2003: Hollywood Cops
- 2004: Water to Wine
- 2006: Firewall
- 2008: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
- 2009: Crossing Over
- 2010: Ausnahmesituation
- (auch Ex.Produzent)
- 2011: Morning Glory
- 2011: Cowboys & Aliens
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen:
1985: Bester Schauspieler - Drama: Der einzige Zeuge
1986: Bester Schauspieler - Drama: Mosquito Coast
1993: Bester Schauspieler - Drama: Auf der Flucht
1995: Bester Schauspieler - Musical / Comedy: Sabrina
OSCAR Nominierungen:
1985: Bester Hauptdarsteller: Der einzige Zeuge