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Kathleen Turner
Mary Kathleen Turner
Biographie
© Die Lupe
| Geboren am | 19.6.1954 | in | Springfield, Missouri, USA | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
„Oft spiele ich Frauen, die nicht wirklich gut oder liebenswert sind, und oft mache ich Phasen durch, in denen ich diese Frauen regelrecht hasse. Dann finde ich aber immer mehr Gründe, warum sie gerade so sind, wie sie sind und am Ende liebe und verteidige ich sie.“
Kathleen Turner ist eine der ganz großen Schauspielerinnen der 80er Jahre, ihr Markenzeichen ist ihre tiefe und heisere Stimme, die einen unwillkürlich an Lauren Bacall erinnert. Auch im Aussehen wurde sie oft mit der Bacall verglichen und als sie der einmal persönlich begegnete, soll sie sich mit den Worten: „Hi, ich bin Ihr junges Ich.“ vorgestellt haben. Die Turner zählte zu den erotischsten Schauspielerinnen der damaligen Zeit und sie behauptet noch heute, dass zu ihren besten Zeiten alle Männer verrückt nach ihr gewesen seien. Wenn sie eine Kneipe betrat und ein Mann drehte sich nicht nach ihr um, dann könne das ihrer Meinung nach nur daran gelegen haben, dass er schwul gewesen sei.
Obwohl Kathleen am 19. Juni 1954 in Springfield geboren wurde, verbrachte sie ihre gesamte Kindheit über den ganzen Globus verteilt. Ihr Vater Richard war Diplomat und während des Zweiten Weltkriegs in japanischer Kriegsgefangenschaft gewesen. Wegen seines Berufes zog die Familie ständig um und so wuchs Kathleen unter anderem in Kanada, Kuba, Venezuela, Großbritannien und den USA auf. Während ihrer High School-Zeit in London besuchte sie auch gleichzeitig die Central School of Speech and Drama. Vater Richard hielt allerdings nicht viel von der Schauspielerei und zu Schulaufführungen fuhr er Kathleens Mutter und wartete im Auto auf sie. 1972 machte Kathleen ihren Abschluss an der American School of London. Im Jahr zuvor war ihr Vater gestorben, weshalb die Familie zurück in die USA ging. Dort studierte Kathleen zunächst an der Southwest Missouri State University in Springfield und machte 1977 ihren Bachelor of Fine Arts an der University of Maryland.
Während ihrer Studienzeit hatte Kathleen sich schon mehreren Schauspielgruppen angeschlossen und 1976 debütierte sie mit dem Stück „Gemini“ am Broadway. Daraufhin wurde sie zu einem Vorsprechen für die Fernsehserie „The Doctors“ (1978) ermuntert – und wurde tatsächlich angenommen. Ein Jahr lang war die junge Mimin auf der Mattscheibe zu bewundern, bis sie im Film „Heißblütig – Kaltblütig“ (1981) ihren ersten Kinoauftritt hatte. Der Film war ein einschlagender Erfolg und die Turner wurde für den Golden Globe als New Star of the Year und den British Academy Award als beste Darstellerin nominiert. Von nun an musste sie sich um Rollenangebote keine Sorgen mehr machen. Sie spielte Hauptrollen in den Filmen „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ (1984) an der Seite von Michael Douglas und „Die Ehre der Prizzis“ (1985) mit Jack Nicholson. Für beide Filme erhielt sie einen Golden Globe. Auch „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ (1985), die zweite Produktion mit Michael Douglas, war wieder ein Kassenmagnet, und mittlerweile war Kathleen zu einer der erfolgreichsten und populärsten Schauspielerinnen der 80er avanciert. Auch für ihre nächste Rolle wurde sie wieder mit Ehre überhäuft. Für ihre Darstellung der Peggy in „Peggy Sue hat geheiratet“ (1986) wurde sie jeweils mit einer OSCAR und einer Golden Globe Nominierung belohnt. Aber auch ihre aufregende Stimme war für Synchronisationen sehr gefragt, sie sprach die sexy Jessica Rabbitt in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988). Später sagte sie einmal: „Ich habe das Gefühl, vielmehr an meiner Stimme als an meinem Gesicht erkannt zu werden.“ Für einen ihrer bekanntesten Filme – „Der Rosenkrieg“ (1989) – stand die Mimin wieder mit Michael Douglas und Danny DeVito vor der Kamera. Ihre grandiose Leistung brachte ihr eine erneute Golden Globe Nominierung ein.
Mit dem Beginn der 90er Jahre widmete die Turner sich wieder vermehrt den Auftritten am Broadway. Sie wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und war zweimal für den Tony Award als beste Schauspielerin nominiert – 1990 für ihre Darstellung von Maggie the Cat in der Broadway Inszenierung von Tennessee Williams „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und 2005 für das Stück „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“. Nach wie vor war Kathleen im Kino zu sehen, doch die Filme waren eher unspektakulär und nicht mit den Erfolgen ihrer großen Zeit zu vergleichen. So spielte sie etwa in „Das Kartenhaus“ (1993), „Undercover Blues – Ein absolut cooles Trio“ (1993) oder „Die Windel-Gang“ (1999). Auch die charismatische Schauspielerin bekam das Schicksal der Frauen über vierzig in Hollywood zu spüren – die Rollenangebote beschränkten sich auf Mütter oder Großmütter. Sie sagt dazu: „Ich finde es unbeschreiblich uninspirierend, dass die heutigen Filmikonen Teenager sind. Ich glaube, die Europäer haben genügend Tradition und einfach mehr Respekt vor der Erfahrung und Arbeit einer Schauspielerin, als dass sie sie nicht einfach gegen eine jüngere austauschen würden.“ Sicherlich hingen Kathleens Probleme, gute Rollen zu finden, auch mit dem Ausbruch ihrer rheumatischen Arthritis zusammen, die sämtliche Bewegungen für sie zur Qual machte. 1999 begab sie sich in die Entzugsklinik Marworth – ihr Alkoholkonsum war immer ausufernder geworden.
Seither ist es still geworden um die Schauspielerin, die Falco in seinem Song „The Kiss of Kathleen Turner“ verewigt hatte. 2004 wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Lifetime Achievement Award des Savannah College of Art and Design geehrt und war im selben Jahr Mitglied der Jury beim Film-Festival in Cannes. Die Mimin, die zweimal verheiratet war und eine Tochter hat, veröffentlichte im Februar 2008 ihre Autobiographie „Send Yourself Roses: Thoughts on My Life, Love and Leading Roles“, die in Zusammenarbeit mit Gloria Feldt entstanden war.
Filmographie Kathleen Turner
- 1978: The Doctors (TV-Serie)
- 1981: Heißblütig - Kaltblütig
- 1983: Der Mann mit den zwei Gehirnen
- 1984: Morgan, der einsame Killer
- 1984: Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten
- 1984: China Blue bei Tag und Nacht
- 1985: Die Ehre der Prizzis
- 1985: Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil
- 1986: GoBots: War of the Rock Lords (nur Stimme)
- 1986: Peggy Sue hat geheiratet
- (auch Sängerin)
- 1987: Julia und Julia
- 1988: Eine Frau steht ihren Mann
- 1988: Falsches Spiel mit Roger Rabbit
- (nur Stimme, ungenannt)
- 1988: Die Reisen des Mr. Leary
- 1989: Tummy Trouble (nur Stimme)
- 1989: Der Rosenkrieg
- 1990: Roller Coaster Rabbit (nur Stimme)
- 1991: V.I. Warshawski - Detektiv in Seidenstrümpfen
- 1992: We All Have Tales: Rumpelstiltskin
- 1993: Naked in New York
- 1993: Trail Mix-Up (nur Stimme)
- 1993: Das Kartenhaus
- 1993: Undercover Blues - Ein absolut cooles Trio
- 1994: Die Simpsons (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1994: Serial Mom
- 1994: Leslie's Folly (TV) (auch Regie)
- 1995: Liebe bis in den Tod (TV) (auch Produzent)
- 1995: Moonlight & Valentino
- 1996: The Best of Roger Rabbit (nur Stimme)
- 1997: Bad Baby (nur Stimme)
- 1997: Der Zauberwunsch
- 1998: Style and Substance (TV-Serie)
- 1998: Echt blond
- 1998: Stories from My Childhood (TV-Serie) (nur Stimme)
- 1998: Anwaltsgeflüster - Ein Unrecht kommt selten allein (TV)
- 1999: Die Windel-Gang
- 1999: The Virgin Suicides - Verlorene Jugend
- 1999: Love and Action in Chicago
- 2000: Cinderella (TV)
- 2000: King of the Hill (TV-Serie)
- 2000: National Geographic Kids: Creepy Creatures (nur Stimme)
- 2000: Beautiful
- 2000: Prince of Central Park
- 2001: Friends (TV-Serie) - Staffel 7
- (auch Sängerin)
- 2006: Law & Order (TV-Serie)
- 2006: Monster House
- (nur Stimme)
- 2006: Nip/Tuck (TV-Serie)
- 2008: Marley & ich
- 2009: Californication (TV-Serie)
Filmpreise
Golden Globe Nominierungen
1981: Beste Newcomerin: Heißblütig - Kaltblütig
1986: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Peggy Sue hat geheiratet
1989: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Der Rosenkrieg
Gewonnene Golden Globes
1984: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten
1985: Beste Schauspielerin - Musical / Comedy: Die Ehre der Prizzis
OSCAR Nominierungen:
1986: Beste Hauptdarstellerin: Peggy Sue hat geheiratet

